Genial: fürs iPhone / iPad gibts eine kostenlose Volvo Penta App, die sämtliche Werkstätten in der Nähe anzeigt (sofern das iPad GPS eingebaut hat). Einfach nach Volvo Penta Dealer Locator im App Store suchen oder hier klicken
Mittwoch, 13. Juli 2011
Montag, 11. Juli 2011
Video Lagoon 420 AQUA Katamaran-Charter Kroatien
Segeln und Leben auf der Lagoon 420 "AQUA", demnächst in Rovinj charterbar bei Katamaran-Charter d.o.o.
Weitere Infos siehe hier.......
Überführungstörn Juni 2011 von Barcelona nach Rovinj. Mehr darüber hier in den Juni-Blogs
Weitere Infos siehe hier.......
Überführungstörn Juni 2011 von Barcelona nach Rovinj. Mehr darüber hier in den Juni-Blogs
Dienstag, 5. Juli 2011
Ankunft
Der Moment, auf den wir seit fast einem Monat hin gefiebert haben, ist da: Über Rovinj reisst der Himmel auf, ein blaues Loch und Sonnenschein weist uns den Weg, ist ein gutes Omen für unsere Ankunft. Da wir nur noch zu Zweit an Bord sind, ist es ohnehin etwas stiller geworden, aber heute schwankt die Stimmung zwischen Sprachlosigkeit und dann wieder Euphorie. Wir haben ohne Verletzungen knapp 2000 Seemeilen hinter uns gebracht, im Schnitt mit 3 Personen an Bord rund 3000 Euro für die Überführung verbraucht (exclusive Reparaturen/Ersatzteilen) - was soll die Statistik.... lenkt ab von dem, was in uns vorgeht, was ich aber nicht beschreiben kann. Seit 2 Monaten auf See war dies die Langfahrt-"Wassertaufe" und auf die Frage, ob es jetzt nicht langsam zu viel Zeit auf dem Schiff war, antworten wir beide trocken "Nein". Das Motoren war zu viel, und mit der Erkenntnis muss ich leben, dass es mir dabei auf Dauer schlecht wird. Mein Magen will segeln..... Dann ist auch Schlaflosigkeit, Wachdienst etc. kein Problem. Ich muss aber auch zugeben, dass ich überrascht war, wie oft wir gezwungen waren, zu motoren. Es gab weniger Segelwind, als ich erwartet hatte und als die Pilot Books und Charts aus jahrzehntelangen Beobachtungen für den Juni vorhergesagt hatten. Auch das Wetter kam einige Male ganz anders, als von den Spezialisten vorher gesagt. So auch heute, wo wir extra trotz grauem Himmel und starkem Regen losgefahren sind, um den Wind mitzunehmen. Es gibt keinen Wind ringsherum....
Was mir jedoch am meisten zu Schaffen gemacht hat ist das Fehlen meiner Familie. Ich war darauf vorbereitet, aber wie es sich wirklich anfühlt, wenn man so lange auf See ist, konnte ich nicht ahnen. Keine Nachrichten hören, von der Welt weit weg da an Land nichts mitzubekommen, war kein Problem, eher eine Befreiung. Aber ein paar Tage nicht wissen, was zu Hause passiert, das fiel mir schwerer, als ich glauben wollte. Fazit: ich freu mich auf einen erneuten Törn in gut 2 Wochen mit der ganzen Familie, und ich habe noch einige Aufgaben zu Hause, die mir sehr wichtig sind, mit denen ich noch noch nicht fertig bin. Darüber hinaus hat unsere jüngste Tochter z.B. gerade ihre ersten Taucherfahrungen mit Flasche etc. gemacht und schrieb mir ganz begeistert davon. Wassersport ist bei allen drei Kids im Blut. Meiner mittleren Tochter "musste" ich versprechen, eines Tages noch mal ihre Lieblingsbuchten in Neuseeland vom Segelschiff aus zu erkunden. Ich bin so gespannt, was dieses neue Leben noch mit sich bringt. Nun komme ich aber erst mal in der 2. , nein 3. Heimat Rovinj wieder an , statt in die Zukunft zu schweifen und freue mich so sehr auf die erste Heimat, wenn ich am Donnerstag nach Hause fliege und alle wieder in den Arm nehmen kann.
Verzeiht mir das Durcheinander vom letzen Tag auf See an Bord der AQUA, Ihr habt sicher Verständnis dafür. Die nächsten Wochen komme ich sicher nicht mehr so oft zum Schreiben. Das Schiff muss nun klar gemacht werden für Charter, offiziell importiert werden und nach Kroatien eingeflaggt werden. Zur Zeit fahren wir noch "privat" unter deutscher Flagge. Ja und zu Hause gibt es dann auch eine Menge aufzuholen.
So, nun sehe ich am Horizont die Kirche von Rovinj, seit jeher ein Wahrzeichen für die Seefahrer und Fischer. Heute bewegt es mich besonders, die heilige Eufemija oben auf der Kirchturmspitze zu begrüssen, die sich immer dem Wind zuwendet und genau in die Richtung schaut, aus der wir kommen. Mein Vater nannte sie ja gern Euphoria, heute trifft das zu! Und in Rovinj sagen die Einheimischen wenn Eufemija zum Meer schaut, wird das Wetter gut, wenn sie zum Land schaut, wird es schlecht. So einfach ist das - und es stimmt. Jetzt ist strahlend blauer Himmel.
weitere Bilder von Rovinj auf unserer website hier
http://katamaran-charter.info/rovinj_marina/index.html
Was mir jedoch am meisten zu Schaffen gemacht hat ist das Fehlen meiner Familie. Ich war darauf vorbereitet, aber wie es sich wirklich anfühlt, wenn man so lange auf See ist, konnte ich nicht ahnen. Keine Nachrichten hören, von der Welt weit weg da an Land nichts mitzubekommen, war kein Problem, eher eine Befreiung. Aber ein paar Tage nicht wissen, was zu Hause passiert, das fiel mir schwerer, als ich glauben wollte. Fazit: ich freu mich auf einen erneuten Törn in gut 2 Wochen mit der ganzen Familie, und ich habe noch einige Aufgaben zu Hause, die mir sehr wichtig sind, mit denen ich noch noch nicht fertig bin. Darüber hinaus hat unsere jüngste Tochter z.B. gerade ihre ersten Taucherfahrungen mit Flasche etc. gemacht und schrieb mir ganz begeistert davon. Wassersport ist bei allen drei Kids im Blut. Meiner mittleren Tochter "musste" ich versprechen, eines Tages noch mal ihre Lieblingsbuchten in Neuseeland vom Segelschiff aus zu erkunden. Ich bin so gespannt, was dieses neue Leben noch mit sich bringt. Nun komme ich aber erst mal in der 2. , nein 3. Heimat Rovinj wieder an , statt in die Zukunft zu schweifen und freue mich so sehr auf die erste Heimat, wenn ich am Donnerstag nach Hause fliege und alle wieder in den Arm nehmen kann.
Verzeiht mir das Durcheinander vom letzen Tag auf See an Bord der AQUA, Ihr habt sicher Verständnis dafür. Die nächsten Wochen komme ich sicher nicht mehr so oft zum Schreiben. Das Schiff muss nun klar gemacht werden für Charter, offiziell importiert werden und nach Kroatien eingeflaggt werden. Zur Zeit fahren wir noch "privat" unter deutscher Flagge. Ja und zu Hause gibt es dann auch eine Menge aufzuholen.
So, nun sehe ich am Horizont die Kirche von Rovinj, seit jeher ein Wahrzeichen für die Seefahrer und Fischer. Heute bewegt es mich besonders, die heilige Eufemija oben auf der Kirchturmspitze zu begrüssen, die sich immer dem Wind zuwendet und genau in die Richtung schaut, aus der wir kommen. Mein Vater nannte sie ja gern Euphoria, heute trifft das zu! Und in Rovinj sagen die Einheimischen wenn Eufemija zum Meer schaut, wird das Wetter gut, wenn sie zum Land schaut, wird es schlecht. So einfach ist das - und es stimmt. Jetzt ist strahlend blauer Himmel.
weitere Bilder von Rovinj auf unserer website hier
http://katamaran-charter.info/rovinj_marina/index.html
um 12 Uhr mittags passieren wir SUSAK
So sieht`s aus...... Anfahrt auf Susak
Das neue Bojenfeld südwestlich von Susak ist installiert und wird der Menge der Yachten dort gut angenommen. Kann aber auch sein, dass gerade einige dort Schutz suchen wegen des schlechten Wetters. Es liegt aber recht weit weg von der Stadt, also ein gutes Dingi muss sein.
Das neue Bojenfeld südwestlich von Susak ist installiert und wird der Menge der Yachten dort gut angenommen. Kann aber auch sein, dass gerade einige dort Schutz suchen wegen des schlechten Wetters. Es liegt aber recht weit weg von der Stadt, also ein gutes Dingi muss sein.
Nur schön und einfach wäre ja langweilig...
Da haben wir uns so schön ausgemalt, heute mit Rauschefahrt von der Insel Ilovik bis Rovinj durchzuSEGELN, ordentlicher Wind von achtern, entlang der 5-8 m/s Linie Richtung nordwest, aber da haben wir zu sehr die Beaufort-Zeichen in den Augen gehabt.
Mit dem guten Wind kommt leider eine ganze Menge Regen daher, der uns schon mal die halbe Nacht geraubt hat. Nicht nur Blitz und Donner, sondern ein Prasseln auf das Deck, wie ich es nicht beschreiben kann, sondern vielleicht einfach mal die Regenkarte dazu zeige. Rot sind richtig starke Wolkenbrüche über Istrien gut erkennbar. Da müssen wir hin ....
Zu allem Überfluss ist das Internet extrem langsam hier via USB-Stick. Also, mit der Regenkarte etc. wird wohl nichts, der untere Teil wird nicht mehr geladen... Naja, man vergisst immer, dass es hier auf einer abgelgenen, autofreien Insel nicht selbstverständlich ist. Ein neuer Gastronom hat das erkannt und in der Nähe der Mole ein hübsches Restaurant aus einer alten Öl-Mühle gezaubert, in der die Gäste kostenlosen Internetzugang über seine Satellitenanbindung nutzen dürfen. Der Laden ist immer voll. Man muss nur Ideen haben..
So, wir segeln nun los, kommen wohl über den Kvarner rüber bis Istrien (Banjole-Bucht)
Mit dem guten Wind kommt leider eine ganze Menge Regen daher, der uns schon mal die halbe Nacht geraubt hat. Nicht nur Blitz und Donner, sondern ein Prasseln auf das Deck, wie ich es nicht beschreiben kann, sondern vielleicht einfach mal die Regenkarte dazu zeige. Rot sind richtig starke Wolkenbrüche über Istrien gut erkennbar. Da müssen wir hin ....
Zu allem Überfluss ist das Internet extrem langsam hier via USB-Stick. Also, mit der Regenkarte etc. wird wohl nichts, der untere Teil wird nicht mehr geladen... Naja, man vergisst immer, dass es hier auf einer abgelgenen, autofreien Insel nicht selbstverständlich ist. Ein neuer Gastronom hat das erkannt und in der Nähe der Mole ein hübsches Restaurant aus einer alten Öl-Mühle gezaubert, in der die Gäste kostenlosen Internetzugang über seine Satellitenanbindung nutzen dürfen. Der Laden ist immer voll. Man muss nur Ideen haben..
So, wir segeln nun los, kommen wohl über den Kvarner rüber bis Istrien (Banjole-Bucht)
Montag, 4. Juli 2011
Noch eine Kurznachricht direkt vom iPhone in den Blog hier hochgeladen
von einem freien Wifinetz in Zadar. Wir legen gleich ab und werden
wohl Molat erreichen. Gern haetten wir eine noch unbekannte Insel ,
z.B Cres angesteuert, aber wir haben nur noch 3 Tage bis zu meinem
gebuchten Rueckflug am 7. Juli und so sagen wir jetzt immer "beim
naechsten Mal"...
von einem freien Wifinetz in Zadar. Wir legen gleich ab und werden
wohl Molat erreichen. Gern haetten wir eine noch unbekannte Insel ,
z.B Cres angesteuert, aber wir haben nur noch 3 Tage bis zu meinem
gebuchten Rueckflug am 7. Juli und so sagen wir jetzt immer "beim
naechsten Mal"...
Sonntag, 3. Juli 2011
in Zadar angekommen
Schon aus der Ferne hörten wir in der Abendsonne die Meeres-Orgel, hier auf dem Bild zu sehen. Wir sind noch näher daran vorbei gefahren, damit unsere Welle ordentlich Musik bewirkte, denn je mehr Wellen auf die Stufen zulaufen, umso lebendiger wird die Musik der Orgelpfeifen in den Treppen. Zum "Dank" winkten einige Hörer zu uns herüber. Es ist fast schon vertraut, hier anzukommen, und diesmal haben wir sogar einen Platz im Stadthafen bekommen, müssen also nicht noch mit dem Taxi in die Altstadt fahren, sondern können laufen. Das tun wir jetzt auch und Henning hat zum Abschied zu einem leckeren Abendessen eingeladen. Nach Rovinj ist nun vom Gefühl her fast ein Katzensprung. Es ist seltsam, wie sich die Empfindung von Zeit und Distanz verschiebt, aber auch von Klima-Wahrnehmung. Wir sind alle ziemlich am frösteln. Es war auf Sizilien doch deutlich wärmer. Aber wir werden uns dran gewöhnen, je weiter wir nun in den Norden bis Istrien kommen.
Insel Hvar, Tribuni, Sukosan, Zadar: in großen Schritten Nordwest gen Ende
Wie man auf dem Bild sieht, hat uns eine Regenfront erwischt, bevor wir gestern die Insel HVAR erreichten. Wenn dann alles so schwarz rings herum wird, ist man froh, wenn der Leuchtturm den richtigen Weg weist. Ein einziges Loch im Himmel lies ihn sogar tagsüber kurz für uns "aufleuchten".
Die Stadt Hvar ist vom Meer aus gesehen sehr einladend, aber auch sehr lebendig, so zogen wir es vor, für eine ruhige Nacht in die ACI Marina schräg gegenüber (südwestlich) zu fahren. Die ist sehr schön von Pinien eingerahmt, idyllisch mit ein paar Restaurants. Im Büro der Marina traf uns dann der Schlag: 1000 Kuna pro Nacht, also ca. 135 Euro. Auch als wir den freundlichen Damen an der Rezeption sagten, wir wollten nicht den Liegeplatz kaufen, sondern nur eine Nacht hier liegen, sagte sie nur bedauernd, dass seit 1. Juli die Preise auf Hauptsaison erhöht wurden, und sie schon einen Sonderpreis gemacht hätte, nämlich nur 25% Aufschlag für Katamaran statt der üblichen 50%. Ja, auch unsere kleinere Lagoon LIZA mit 38 Füssen statt 42 (also 1,20 m kürzer) hätte 85 Euro gekostet. Nun lagen wir nach einem langen langen Trip fest an den Mooringleinen und hatten um 19 Uhr auch keine Lust mehr, noch mal bei dem Wetter eine Bucht zu suchen. Ausserdem hatten wir Hunger und Durst. Es wurde ein sehr gemütlicher Abend unter dem Terrassendach bei Regen, guten Gesprächen und gutem Wein, der trotz der steilen Hänge reichlich auf der Insel angebaut wird. Da Henning uns morgen verlassen muss, sind wir froh, dass heute (Sonntag) die wieder scheinende Sonne nicht auf die Stiummung drückt, sondern wir guten Mutes sind, Zadar morgen sehr früh zu erreichen, damit Henning von dort eine Schnellfähre nach Riejka bekommt. Mittags geht dort sein Flug ab. Und wie es ja immer so ist, wenn man einen engen Zeitplan hat, sah ich heute morgen kurz vor 6 Uhr Ablegen eher zufällig beim Anschauen der beiden Lagoons 500 und 570 links neben uns, dass wir eine Mooringleine in der Schraube hatten. Das wäre ein ziemliches Problem geworden, wenn wir wie üblich alle Leinen los gemacht hätten, und dann beim Einkuppeln in den Vorwärtsgang eine Maschine abgesoffen wäre. Ich kenn das ja schon aus Erfahrung, muss das aber nicht noch mal erleben. Das im Mittelmeer übliche Anlegeverfahren mit dem Heck zum Steg festmachen und vorne an zwei Schwimmleinen, die an einem Betonklotz im Meer befestigt sind, ist eigentlich praktisch, aber gerade für Schiffe mit Schraube ganz hinten (z.B. Lagoon 380, 410, 420 etc.) eine potentielle Gefahr, sich in diese Leinen rückwärts hineinzuschrauben. Uns blieb nichts anderes übrig, als wieder den Freediver (ein kleiner Tauchkompressor) zu aktivieren und vor dem Frühstück bei merklich abgekühltem Wetter an die Arbeit zu gehen. Jeder schaute jeden an, Peter fragte, wer hat Lust? Mmm, keine Reaktion, und nach einer Pause wir alle wie aus einem Munde: Gehst Du, aber ich kann es auch machen... Da Peter jeden Morgen in den Maschinenraum kriecht und Öl und Wasser nachschüttet (wo das blos immer verbraucht wird, zumal alles trocken ist...) und Henning fast jeden Morgen ein reichhaltiges Obstfrühstück schnibbelt, wofür er noch gestern Abend sofort nach dem Anlegen Einkaufen ging, zog ich mir mal direkt das Lifejacket der Tauchausrüstung an. Das stückweise Herauspulen der Leine hat leider das Ablegen um eine Stunde verzögert. An der Leine waren Bleigewichte, die eigentlich ein Absenken bewirken sollten, damit man eben nicht mit der Schraube dran kommt, aber genau dieses Blei klemmte nun zwischen Schraube und Antrieb. Das hätte ich nur mit Schnorcheln nicht lösen können. Anyway, zur Belohnung gab es ein fürstliches Frühstück. Wir werden nun in 5 Stunden Tribunij tanken und dann weiter nach Sukosan fahren, etwa eine Stunde südl. vor Zadar. Von dort aus schaffen wir es dann auch zu Zweit ohne Nachtfahrten (die zwischen den vielen Inselchen nicht ganz unproblematisch sind, weil man die vielen Fischernetze nicht sehen kann) in 3 Tagen weiter zum Ziel dieses 1-monatigen Törns: ROVINJ. Peter und ich freuen uns jetzt schon auf den Moment, wo wir um die Ecke der Katarina-Insel herum fahren und in den Hafen einlaufen, auch wenn unsere LIZA wohl nicht da sein wird, sondern verchartert. Freuen, weil alles trotz einiger Rückschläge (bisher) gut geklappt hat. Es war wegen des Zeitplans insbesondere jetzt in den letzten Tagen nicht mehr so vergnüglich, wie wir es uns vorgestellt hatten, sondern schon manchmal an den Nerven zehrend, wenn z.B. bei 30 Stunden Motoren viele Stunden lang jede 1,5m-Welle vorn so unter den Bug knallte, dass man sich immer beruhigte mit den Worten, dass müsse das Schiff aushalten können - . Das "Gegen die Welle stampfen" ist nicht die Lieblingsdisziplin von Katamaranen, da sie nicht mit einer langen spitzen Nase und Bleibombe am Kiel wie die Einrümpfer-Segelschiffe weit in die Welle eintauchen. Es hat mich jedoch überrascht, dass Lagoon bei allen größeren Katamaranen den Ankerkasten zwischen den Rümpfen sehr weit nach unten gezogen hat, V-förmig wie ein Schiffsboden. Dadurch hat der Kat deutlich weniger Platz zwischen Brücke und Wasseroberfläche. Ich dachte immer, die Wellen sollen dadurch besser angeschnitten werden, bin aber inzwischen überzeugt, dass ich keinen V-Boden, sondern möglichst viel Höhe bevorzuge. Ich denke, dieser Auftriebskörper bei den erheblich schwereren Katamaranen ab 42 Fuss ist notwendig, um das zu tiefe Eintauchen dieser Raum- und Komfortwunder zu vermeiden. So ist z.B. das Trampolin-Netz im Vergleich zur Lagoon 380 nur noch halb so groß, dann beginnt schon der Festrumpf mit eigenen Duschen in jeder Koje. Durch den V-Boden sehen diese Katamarane von vorne fast wie Trimarane aus. Beim Durchschwimmen zwischen den beiden Rümpfen stoße ich mit dem Kopf fast an den V-Boden in der Mitte, während wir bei unserer "kleinen" Lagoon 380 mühelos mit dem Dingi zwischen den Rümpfen durchfahren können. Ok, nun will ich mit diesen Detail nicht länger langweilen, die Auswirkungen sind aber interessant, insbesondere für die Eigner der kleineren Lagoons, die ja hier mitlesen. Ich kam nur drauf beim Überlegen, was eigentlich anstrengend ist am vielen Motoren z.Zt.und warum auch ein 16-18 Tonner wie die Lagoon 42 nicht einfach durch die Wellen gleitet. Ja, ihr sollt uns bedauern, wie hart das Leben auch sein kann, und nicht alles Urlaub ist auf dieser Fahrt. Wieso höre ich niemand OOoooohhh sagen?
So, dann poste ich jetzt mal und geh wieder ans Lenkrad.
Die Stadt Hvar ist vom Meer aus gesehen sehr einladend, aber auch sehr lebendig, so zogen wir es vor, für eine ruhige Nacht in die ACI Marina schräg gegenüber (südwestlich) zu fahren. Die ist sehr schön von Pinien eingerahmt, idyllisch mit ein paar Restaurants. Im Büro der Marina traf uns dann der Schlag: 1000 Kuna pro Nacht, also ca. 135 Euro. Auch als wir den freundlichen Damen an der Rezeption sagten, wir wollten nicht den Liegeplatz kaufen, sondern nur eine Nacht hier liegen, sagte sie nur bedauernd, dass seit 1. Juli die Preise auf Hauptsaison erhöht wurden, und sie schon einen Sonderpreis gemacht hätte, nämlich nur 25% Aufschlag für Katamaran statt der üblichen 50%. Ja, auch unsere kleinere Lagoon LIZA mit 38 Füssen statt 42 (also 1,20 m kürzer) hätte 85 Euro gekostet. Nun lagen wir nach einem langen langen Trip fest an den Mooringleinen und hatten um 19 Uhr auch keine Lust mehr, noch mal bei dem Wetter eine Bucht zu suchen. Ausserdem hatten wir Hunger und Durst. Es wurde ein sehr gemütlicher Abend unter dem Terrassendach bei Regen, guten Gesprächen und gutem Wein, der trotz der steilen Hänge reichlich auf der Insel angebaut wird. Da Henning uns morgen verlassen muss, sind wir froh, dass heute (Sonntag) die wieder scheinende Sonne nicht auf die Stiummung drückt, sondern wir guten Mutes sind, Zadar morgen sehr früh zu erreichen, damit Henning von dort eine Schnellfähre nach Riejka bekommt. Mittags geht dort sein Flug ab. Und wie es ja immer so ist, wenn man einen engen Zeitplan hat, sah ich heute morgen kurz vor 6 Uhr Ablegen eher zufällig beim Anschauen der beiden Lagoons 500 und 570 links neben uns, dass wir eine Mooringleine in der Schraube hatten. Das wäre ein ziemliches Problem geworden, wenn wir wie üblich alle Leinen los gemacht hätten, und dann beim Einkuppeln in den Vorwärtsgang eine Maschine abgesoffen wäre. Ich kenn das ja schon aus Erfahrung, muss das aber nicht noch mal erleben. Das im Mittelmeer übliche Anlegeverfahren mit dem Heck zum Steg festmachen und vorne an zwei Schwimmleinen, die an einem Betonklotz im Meer befestigt sind, ist eigentlich praktisch, aber gerade für Schiffe mit Schraube ganz hinten (z.B. Lagoon 380, 410, 420 etc.) eine potentielle Gefahr, sich in diese Leinen rückwärts hineinzuschrauben. Uns blieb nichts anderes übrig, als wieder den Freediver (ein kleiner Tauchkompressor) zu aktivieren und vor dem Frühstück bei merklich abgekühltem Wetter an die Arbeit zu gehen. Jeder schaute jeden an, Peter fragte, wer hat Lust? Mmm, keine Reaktion, und nach einer Pause wir alle wie aus einem Munde: Gehst Du, aber ich kann es auch machen... Da Peter jeden Morgen in den Maschinenraum kriecht und Öl und Wasser nachschüttet (wo das blos immer verbraucht wird, zumal alles trocken ist...) und Henning fast jeden Morgen ein reichhaltiges Obstfrühstück schnibbelt, wofür er noch gestern Abend sofort nach dem Anlegen Einkaufen ging, zog ich mir mal direkt das Lifejacket der Tauchausrüstung an. Das stückweise Herauspulen der Leine hat leider das Ablegen um eine Stunde verzögert. An der Leine waren Bleigewichte, die eigentlich ein Absenken bewirken sollten, damit man eben nicht mit der Schraube dran kommt, aber genau dieses Blei klemmte nun zwischen Schraube und Antrieb. Das hätte ich nur mit Schnorcheln nicht lösen können. Anyway, zur Belohnung gab es ein fürstliches Frühstück. Wir werden nun in 5 Stunden Tribunij tanken und dann weiter nach Sukosan fahren, etwa eine Stunde südl. vor Zadar. Von dort aus schaffen wir es dann auch zu Zweit ohne Nachtfahrten (die zwischen den vielen Inselchen nicht ganz unproblematisch sind, weil man die vielen Fischernetze nicht sehen kann) in 3 Tagen weiter zum Ziel dieses 1-monatigen Törns: ROVINJ. Peter und ich freuen uns jetzt schon auf den Moment, wo wir um die Ecke der Katarina-Insel herum fahren und in den Hafen einlaufen, auch wenn unsere LIZA wohl nicht da sein wird, sondern verchartert. Freuen, weil alles trotz einiger Rückschläge (bisher) gut geklappt hat. Es war wegen des Zeitplans insbesondere jetzt in den letzten Tagen nicht mehr so vergnüglich, wie wir es uns vorgestellt hatten, sondern schon manchmal an den Nerven zehrend, wenn z.B. bei 30 Stunden Motoren viele Stunden lang jede 1,5m-Welle vorn so unter den Bug knallte, dass man sich immer beruhigte mit den Worten, dass müsse das Schiff aushalten können - . Das "Gegen die Welle stampfen" ist nicht die Lieblingsdisziplin von Katamaranen, da sie nicht mit einer langen spitzen Nase und Bleibombe am Kiel wie die Einrümpfer-Segelschiffe weit in die Welle eintauchen. Es hat mich jedoch überrascht, dass Lagoon bei allen größeren Katamaranen den Ankerkasten zwischen den Rümpfen sehr weit nach unten gezogen hat, V-förmig wie ein Schiffsboden. Dadurch hat der Kat deutlich weniger Platz zwischen Brücke und Wasseroberfläche. Ich dachte immer, die Wellen sollen dadurch besser angeschnitten werden, bin aber inzwischen überzeugt, dass ich keinen V-Boden, sondern möglichst viel Höhe bevorzuge. Ich denke, dieser Auftriebskörper bei den erheblich schwereren Katamaranen ab 42 Fuss ist notwendig, um das zu tiefe Eintauchen dieser Raum- und Komfortwunder zu vermeiden. So ist z.B. das Trampolin-Netz im Vergleich zur Lagoon 380 nur noch halb so groß, dann beginnt schon der Festrumpf mit eigenen Duschen in jeder Koje. Durch den V-Boden sehen diese Katamarane von vorne fast wie Trimarane aus. Beim Durchschwimmen zwischen den beiden Rümpfen stoße ich mit dem Kopf fast an den V-Boden in der Mitte, während wir bei unserer "kleinen" Lagoon 380 mühelos mit dem Dingi zwischen den Rümpfen durchfahren können. Ok, nun will ich mit diesen Detail nicht länger langweilen, die Auswirkungen sind aber interessant, insbesondere für die Eigner der kleineren Lagoons, die ja hier mitlesen. Ich kam nur drauf beim Überlegen, was eigentlich anstrengend ist am vielen Motoren z.Zt.und warum auch ein 16-18 Tonner wie die Lagoon 42 nicht einfach durch die Wellen gleitet. Ja, ihr sollt uns bedauern, wie hart das Leben auch sein kann, und nicht alles Urlaub ist auf dieser Fahrt. Wieso höre ich niemand OOoooohhh sagen?
So, dann poste ich jetzt mal und geh wieder ans Lenkrad.
Freitag, 1. Juli 2011
in Dubrovnik angekommen
Das Herz schlägt höher, Wir laufen gerade in den Hafen von Dubrovnik ein nach 32 Stunden nonstop mit zwei Dritteln der Strecke Schmetterlingsegeln vor dem 5bft-Wind, dann Gewitter, Regen, und jetzt wieder Bilderbuchwetter. Die Kreuzfahrtschiffe vor der Altstadt lassen ahnen, wie touristisch es gleich in der Stadt zugehen wird. Wir müssen erst mal einklarieren, die gelbe Q-Flagge ist gehisst, zeigt den Behörden, das wir gesund an Bord willens sind, direkt im Zollhafen festzumachen. Ich bin gespannt, ob wir alle nötigen Papiere bishin zur Versicherung und Kaufnachweis des Katamarans, Funkzeugnisse usw zusammen haben. Wenn mein Kroatien-Stick noch ein paar KUNA drauf hat, lade ich noch Bilder hoch.
So inzwischen ist nach fast 1 Std. die Zollbehörde zufrieden mit allem und wir müssen nicht mal mehr in Pula ein weiteres Mal bei Zoll die Einführungsprozedur mitmachen. Wir können direkt nach Rovinj durchfahren und dort erledigt ein Spediteur den Rest.
Die Marina in Dubrovnik war voll, so dass wir keinen Liegeplatz mehr in dieser großen Stadt bekommen konnten. Ankern verboten. Ja, da sind wir einfach 2 Meilen weiter in eine ganz hübsche kleine Bucht gefahren und genießen hier das dörfliche, beschauliche Kroatien von seiner schönsten Seite. Gut, dass wir uns nicht in die Touristen-Massen Dubrovniks gestürzt haben. Das hier ist Erholung pur. Tut auch gut, nach der anstrengenden letzten Überquerung der Adria.
Mein Kroatien-Stick geht noch einen Moment, muss dann wieder was drauf laden, deshalb nur ein Photo von Dubrovnik:
So inzwischen ist nach fast 1 Std. die Zollbehörde zufrieden mit allem und wir müssen nicht mal mehr in Pula ein weiteres Mal bei Zoll die Einführungsprozedur mitmachen. Wir können direkt nach Rovinj durchfahren und dort erledigt ein Spediteur den Rest.
Die Marina in Dubrovnik war voll, so dass wir keinen Liegeplatz mehr in dieser großen Stadt bekommen konnten. Ankern verboten. Ja, da sind wir einfach 2 Meilen weiter in eine ganz hübsche kleine Bucht gefahren und genießen hier das dörfliche, beschauliche Kroatien von seiner schönsten Seite. Gut, dass wir uns nicht in die Touristen-Massen Dubrovniks gestürzt haben. Das hier ist Erholung pur. Tut auch gut, nach der anstrengenden letzten Überquerung der Adria.
Mein Kroatien-Stick geht noch einen Moment, muss dann wieder was drauf laden, deshalb nur ein Photo von Dubrovnik:
Donnerstag, 30. Juni 2011
Auf zum nächsten Ufer: Kroatien
Wir haben alle gut geschlafen und sind seit 6 Uhr unterwegs nach Dubrovnik, vorbei an wunderbaren Grotten und Tropfsteinhöhlen, von denen Italiens Stiefel-Hacke einige zu bieten hat. Überall auf den Strassen werden die Grottenfahrten angeboten. Man darf nur mit Lizenz hinfahren, aber wir haben die Lizenz zum Gucken :-) Das Meer ist spiegelglatt, das Barometer fällt stetig, also das Tief nähert sich. Wir werden noch am Freitag etwas guten Wind haben, ansonsten wieder viel motoren, dann aber laut Vorhersage nicht wieder bei 2m-Wellen. Ich war zum ersten Mal auch ansatzweise seekrank, bin so langes Motoren einfach nicht gewöhnt. Auch ein Katamaran macht bei großen Wellen ohne stabilisierende Segel seltsam unorganische Bewegungen. Sobald die Segel das Schiff durch die Wellen ziehen und der Motorenlärm/Gestank weg war, gings mir wieder gut. Ja, immer wieder neue Erfahrungen.. Nun kann ich wenigstens etwas mitfühlen, wie sich manche Crewmitglieder gefühlt haben und kann verstehen, wenn jemand vorzeitig wieder an Land "muss".
![]() |
| oben das Loch im Kühlschlauch (vergrößerbar) |
Wie ihr seht, das Loch am Kühlwasserschlauch bei der Hand, wurde erfolgreich mit Fahrradflickzeug, dem restlichen Rescuetape und noch mit 2 Schlauchschellen abschließend geflickt. Ich hab aber auch noch ein Stück Rohr besorgt, das man notfalls noch in den Kühlschlauch reinschieben könnte mit 2 Schlauchschellen. Aber dafür müsste er aufgeschnitten werden, was wir erst mal nicht wollten.
Es ist schon etwas frustrierend, warum Hersteller manchmal so gedankenlos sind, dass ein Keilriemen den Kühlschlauch durchscheuern kann. Allerdings fehlte beim eingebauten Motor spurlos eine Halterung, die in der Explosionszeichnung vorhesehen ist. Konstruktionsfehler?
Peters Lieblingsspruch dazu: "Wenn man nicht alles selber macht....."
So, bevor das Internet gleich für evtl. ein paar Tage weg ist, "ab die Post". Ich wollte eigentlich noch schreiben, dass ich es zur Zeit schwierig finde, dass nicht die Probleme und Mängel zu viel Raum im Blog einnehmen. Natürlich berichtet man immer schnell über das, was nicht geht, und es ist viel schwieriger, Begeisterung zu schildern, die schönen Erlebnisse, denn JA, vieles funktioniert ja auch :-) Es fällt auch schwer, persönliches Ergriffensein zu beschreiben, was man sozusagen ganz mit sich allein erlebt hat. Das ist ja immerhin öffentlich hier und nicht für alles geeignet. Es sind aber gerade diese Gedanken der Auslöser für Feedbacks über die ich mich gefreut habe von Gerlinde, Thomas & Christine, Ludger und Christel, Johannes, meinen Eltern... Ich hätte nicht gedacht, dass es so wichtig ist, in Kontakt zu bleiben, nicht zu "verhungern". Tagelang nur Meer und Horizont (bei Wachablösung u.U. allein am Steuer, die anderen schlafen) bringt einen zwangsläufig "meehr" zum Nachdenken. Wenn ich dann im Blog schreibe, bin ich "im Gespräch" mit euch, anders, als mit meiner lieben Frau, die "alles abbekommt" und noch die Arbeit und Kinder "nebenbei" hat. Ich freu mich sehr, wenn sie wieder mit an Bord kommt, in 3 Wochen auf unserem Katamaran LIZA mit der ganzen family!
Mittwoch, 29. Juni 2011
Et kütt wie et kütt un et hätt noch immer joot jejangen
Nun sitzen wir doch noch fest in diesem an sich schönen Dörfchen. Beim morgentlichen Maschinen-Check vor der Abfahrt hat Peter wieder mind. 1 Liter KÜhlflüssigkeitsverlust festgestellt. Das hatte er schon einmal repariert, allierdings ist der Schlauch sehr schwer zugänglich, an dem der Keilriemen scheuert. Es bleibt nichts anderes übrig, als ihn auszubauen und Ersatz evtl. nach Brindisi zu bestellen. Für den Fall, das das nicht klappt, gibt es noch die Notlösung, mit einem selbst vulkanisierenden Klebe (Rescue-)band temporär die undichte Stelle zu verschließen.
Ja, offenbar stimmt der alte Spruch: Langfahrtsegeln heisst, an den schönsten Plätzen der Welt dauernd sein Boot zu reparieren.
Die Ironie des Schicksals: der Wind hat gerade ideal auf Südost gedreht, 180 Grand anders als vorhergesagt. Wir kämen also jetzt prima voran in die richtige Richtung ;-)
Ja, offenbar stimmt der alte Spruch: Langfahrtsegeln heisst, an den schönsten Plätzen der Welt dauernd sein Boot zu reparieren.
Die Ironie des Schicksals: der Wind hat gerade ideal auf Südost gedreht, 180 Grand anders als vorhergesagt. Wir kämen also jetzt prima voran in die richtige Richtung ;-)
Ablegen in Leuca, die ital. Ostküste (Apulien) hinauf, Otranto, Brindisi etc
Dienstag, 28. Juni 2011
in S. Maria Di Leuca angekommen
Nach einem wunderschönen Segeltag quer über den Golfo di Squillace sind wir nach knapp 80 Seemeilen und 14,5 Stunden in S. Maria Di Leuca (38° 47.687 N, 18° 21.515 E) an der "Hacke vom Stiefel" angekommen. Das war endlich ein Segelerlebnis wie aus dem Bilderbuch, ein Traum von Katamaransegeln. Dementsprechend glücklich sind wir alle. Damit sind nun auch die großen Schläge vorbei. Ab jetzt sind die Distanzen kürzer und überschaubarer. Einmal noch nach Nordosten Richtung Montenegro, mal schauen, was der Wind zulässt. Albanien werden wir jedenfalls meiden.
So, ab in die Dusche. Wir sind richtige Salzbuckel geworden, Alles ist weiss nach dem spritzigen Törn heute.
Diese Marina verdient den Namen mal wieder nach all dem, was wir so gesehen haben bisher. Es gab oft kein Wasser, kein Strom, keine Mooringleinen etc. Aber hier ist alles so, wie wir es von Kroatien gewohnt sind. Auch der Preis geht (85 Euro), wir hatten auf Sizilien schon über 100 bezahlt pro Nacht.
So, ab in die Dusche. Wir sind richtige Salzbuckel geworden, Alles ist weiss nach dem spritzigen Törn heute.
Diese Marina verdient den Namen mal wieder nach all dem, was wir so gesehen haben bisher. Es gab oft kein Wasser, kein Strom, keine Mooringleinen etc. Aber hier ist alles so, wie wir es von Kroatien gewohnt sind. Auch der Preis geht (85 Euro), wir hatten auf Sizilien schon über 100 bezahlt pro Nacht.
Montag, 27. Juni 2011
Zeitfenster, Stop in Le Castello
Es gibt ja den Begriff "Zeitfenster", von Jimmy Cornell, dem Begründer der ARC, als Unwort abgetan und gehasst. Ich denke dennoch oft darüber nach, dass es sowohl beim Segeln, wie auch im Leben ein Zeitfenster gibt, das uns den Rahmen gibt, in dem eine Überfahrt leichter gelingt oder möglichderweise unter großen Entbehrungen. Über das Zeitfenster von Wetterbedingungen will ich nicht schreiben, wir "leiden" gerade unter immer wieder im UKW-Funk angesagten "gale-warning", also in kurzer Zeit aufziehenden Starkwinden (natürlich immer aus der falschen Richtung) und dann wieder Flauten, die zum Motoren zwingen. Nach Korfu könnten wir prima herüber segeln, aber dafür reicht unser persönliches Zeitfenster nicht mehr, zu viel Zeit haben wir verloren für Reparaturen.
Was in den letzten Gesprächen mit unserer 10 bis 20 Jahre älteren Crew herau zu hören war, ist das Vorhandensein eines Zeitfensters im Leben, das für Segler ziemlich klein und begrenzt sein kann. In jungen Jahren hat man kein Fenster für ausgedehnte Langfahrt, es sei denn, Familie und Existenzaufbau stehen auf der Liste der Lebenswünsche ganz hinten. Wenn das aber nicht so ist, sondern evtl. an vorderster Stelle steht, dann haben wir vielleicht zwei Drittel der Lebenszeit damit zu tun gehabt, alle Voraussetzungen zu schaffen für Partnerschaft, Nestbau, Kinder, Ausbildung, Abzahlung, Altersvorsorge etc. Mit fast 50 ist man dann eigentlich im Zenit seiner besten Jahre angekommen, schaut zurück, auch auf die Spuren, die man beim Aufstieg hinterlassen hat, aber auch auf die Spuren, die das Leben am eigenen Körper hinterlassen hat. Ich trainiere z.Zt wieder, schwimme dem Boot hinterher oder ausgedehnt vom Ufer aus, aber der Körper ist natürlich nicht mehr wie früher. Und meine beiden älteren Herren haben natürlich diese Tatache immer wieder zum Thema und meinen, ich würde davor fliehen, einzusehen, dass man nicht einfach los segeln kann, als wäre man noch ein uneingeschränkt leistungsfähiger Mensch, der sich um die Zukunft keine Sorge machen braucht. Ich würde vor den Problemen weglaufen, wenn ich die Augen davor verschließe, dass es tausend Dinge im Kopf gibt, die zu regeln sind, dass ich sicher nur kurze, begrenzte Zeit auf Reise gehen würde, und dann feststellen werde, dass es doch nicht mehr so gut klappt, Krankheiten, Sorgen ums Älterwerden, fehlendes Kapital etc.. Es wäre doch fatal sich deshalb "vorsorglich" nicht mehr auf den Weg zu machen. Aber ich begreife, dass es wohl nur eine begrenzte Zeit gibt, in der man sich einen längeren Aufbruch leisten kann, also auch körperlich und mental stark genug dafür ist, nicht nur finanziell. Der Vergleich hinkt, aber so wie für Frauen eine innere Uhr tickt, bis in welches Alter sie Kinder bekommen möchten, so sind Männer auch begrenzt in ihrer Stärke, die immer wieder an Bord gefordert wird, wenn es brenzlige Situationen gibt, wo jede selbstbewusste Frau sagt, das ist "Männersache" Wir sind hier an Bord trotz elektrischer Winschen und vieler Helferlein alle überrascht, wenn man sich mal nur für ein kleines Erholungs-Nickerchen um 13 Uhr aufs Ohr hauen wollte, und plötzlich ist es 18 Uhr geworden, und um 23 Uhr kann man schon wieder schlafen. Es wird einiges gefordert und der Körper holt sich unmissverständlich, was er braucht. Neben den körperlichen Grenzen ist da auch die Angst vor Situationen, die man nicht allein in der Hand hat, die man vielleicht nur meistern kann, wenn alle mit anpacken, egal was man im normalen Leben war, man ist beim Segeln auf sein körperliches Vermögen ebenso angewiesen, wie auf Teamfähigkeit. Natürlich kann man auch ohne Crew, allein auf sich selbst gestellt losfahren, aber gerade dann muss man in jeder Hinsicht im Vollbesitz seiner Kräfte und psychischen Robustheit sein. Ich komme zu dem Entschluss, dass die ideale Crew mit dem liebsten Menschen aus zwei Personen besteht, die sich absolut aufeinander verlassen können, wie schon in (langen) Beziehungsleben zuvor. Beide müssen natürlich in der Lage sein, das Schiff zu fahren und wissen, wie die wichtigsten Dinge bedient werden. Wenn dann doch noch gute Freunde dabei sind, verlangt das von allen sehr viel Toleranz in Situationen, die man normalerweise auch unter Freunden vorher noch nie erlebt hat miteinander. Ich zweifle immer mehr, ob man "zahlende Gäste" mitnehmen sollte auf unserem Törn nächstes Jahr und damit wieder in die Rolle des Dienstleisters gerät. Es hat alles seinen Preis.
So, nun nähern wir uns Le Castello (38° 54.533 N, 17° 1.503 E) einem ganz kleinen Fischerhafen, weil wieder gale warning angesagt wurde und ein sehr strammer Wind nicht gerade eine gute Voraussetzung ist, um gut durch den Golf zu kommen. Das ist auch gut so, man kann auch zu viel nachdenken.
Wir liegen im Päckchen längsseits an einem Fischerboot, das morgen um 4 Uhr ausläuft. Da wir viel vorhaben, passt das auch in unseren Plan. Deshalb gehe ich jetzt in die Koje, "vorschlafen", was natürlich nicht geht...
Ein nettes Ehepaar über 70 aus Berlin habe ich noch getroffen, seit 6 Jahren zu zweit unterwegs auf dem Schiff. Sie waren lange in Kroatien, bis es ihnen zu teuer wurde. Dann in der Türkei, nördlich von Bodrum noch erschwinglich, ursprünglich, freundlich und gepflegt. Sie fahren jetzt noch mal nach Griechenland, wo sie besonders die Sporaden lieben und zum Überwintern gern nach Leros fahren. So wir ihre Augen leuchteten, muss man da wohl auch noch mal hin.... aber nun sind wir erst mal im tiefen Süden Italiens, so wie man es nicht kennt. Das soll Italien sein? Nein, Kalabrien,
Die beiden Berliner waren ein Beispiel dafür , das man trotz Enkelchen und hohem Alter doch sehr glücklich sein kann, zumindest, wenn man im dann auch gelegentlich mal wieder das Schiff zurück lässt und "nach Hause" fliegt, dort wo die Kinder und Freunde sind. So unterschiedlich können die individuellen Zeitfenster sein. Gut so.
Was in den letzten Gesprächen mit unserer 10 bis 20 Jahre älteren Crew herau zu hören war, ist das Vorhandensein eines Zeitfensters im Leben, das für Segler ziemlich klein und begrenzt sein kann. In jungen Jahren hat man kein Fenster für ausgedehnte Langfahrt, es sei denn, Familie und Existenzaufbau stehen auf der Liste der Lebenswünsche ganz hinten. Wenn das aber nicht so ist, sondern evtl. an vorderster Stelle steht, dann haben wir vielleicht zwei Drittel der Lebenszeit damit zu tun gehabt, alle Voraussetzungen zu schaffen für Partnerschaft, Nestbau, Kinder, Ausbildung, Abzahlung, Altersvorsorge etc. Mit fast 50 ist man dann eigentlich im Zenit seiner besten Jahre angekommen, schaut zurück, auch auf die Spuren, die man beim Aufstieg hinterlassen hat, aber auch auf die Spuren, die das Leben am eigenen Körper hinterlassen hat. Ich trainiere z.Zt wieder, schwimme dem Boot hinterher oder ausgedehnt vom Ufer aus, aber der Körper ist natürlich nicht mehr wie früher. Und meine beiden älteren Herren haben natürlich diese Tatache immer wieder zum Thema und meinen, ich würde davor fliehen, einzusehen, dass man nicht einfach los segeln kann, als wäre man noch ein uneingeschränkt leistungsfähiger Mensch, der sich um die Zukunft keine Sorge machen braucht. Ich würde vor den Problemen weglaufen, wenn ich die Augen davor verschließe, dass es tausend Dinge im Kopf gibt, die zu regeln sind, dass ich sicher nur kurze, begrenzte Zeit auf Reise gehen würde, und dann feststellen werde, dass es doch nicht mehr so gut klappt, Krankheiten, Sorgen ums Älterwerden, fehlendes Kapital etc.. Es wäre doch fatal sich deshalb "vorsorglich" nicht mehr auf den Weg zu machen. Aber ich begreife, dass es wohl nur eine begrenzte Zeit gibt, in der man sich einen längeren Aufbruch leisten kann, also auch körperlich und mental stark genug dafür ist, nicht nur finanziell. Der Vergleich hinkt, aber so wie für Frauen eine innere Uhr tickt, bis in welches Alter sie Kinder bekommen möchten, so sind Männer auch begrenzt in ihrer Stärke, die immer wieder an Bord gefordert wird, wenn es brenzlige Situationen gibt, wo jede selbstbewusste Frau sagt, das ist "Männersache" Wir sind hier an Bord trotz elektrischer Winschen und vieler Helferlein alle überrascht, wenn man sich mal nur für ein kleines Erholungs-Nickerchen um 13 Uhr aufs Ohr hauen wollte, und plötzlich ist es 18 Uhr geworden, und um 23 Uhr kann man schon wieder schlafen. Es wird einiges gefordert und der Körper holt sich unmissverständlich, was er braucht. Neben den körperlichen Grenzen ist da auch die Angst vor Situationen, die man nicht allein in der Hand hat, die man vielleicht nur meistern kann, wenn alle mit anpacken, egal was man im normalen Leben war, man ist beim Segeln auf sein körperliches Vermögen ebenso angewiesen, wie auf Teamfähigkeit. Natürlich kann man auch ohne Crew, allein auf sich selbst gestellt losfahren, aber gerade dann muss man in jeder Hinsicht im Vollbesitz seiner Kräfte und psychischen Robustheit sein. Ich komme zu dem Entschluss, dass die ideale Crew mit dem liebsten Menschen aus zwei Personen besteht, die sich absolut aufeinander verlassen können, wie schon in (langen) Beziehungsleben zuvor. Beide müssen natürlich in der Lage sein, das Schiff zu fahren und wissen, wie die wichtigsten Dinge bedient werden. Wenn dann doch noch gute Freunde dabei sind, verlangt das von allen sehr viel Toleranz in Situationen, die man normalerweise auch unter Freunden vorher noch nie erlebt hat miteinander. Ich zweifle immer mehr, ob man "zahlende Gäste" mitnehmen sollte auf unserem Törn nächstes Jahr und damit wieder in die Rolle des Dienstleisters gerät. Es hat alles seinen Preis.
So, nun nähern wir uns Le Castello (38° 54.533 N, 17° 1.503 E) einem ganz kleinen Fischerhafen, weil wieder gale warning angesagt wurde und ein sehr strammer Wind nicht gerade eine gute Voraussetzung ist, um gut durch den Golf zu kommen. Das ist auch gut so, man kann auch zu viel nachdenken.
Wir liegen im Päckchen längsseits an einem Fischerboot, das morgen um 4 Uhr ausläuft. Da wir viel vorhaben, passt das auch in unseren Plan. Deshalb gehe ich jetzt in die Koje, "vorschlafen", was natürlich nicht geht...
Ein nettes Ehepaar über 70 aus Berlin habe ich noch getroffen, seit 6 Jahren zu zweit unterwegs auf dem Schiff. Sie waren lange in Kroatien, bis es ihnen zu teuer wurde. Dann in der Türkei, nördlich von Bodrum noch erschwinglich, ursprünglich, freundlich und gepflegt. Sie fahren jetzt noch mal nach Griechenland, wo sie besonders die Sporaden lieben und zum Überwintern gern nach Leros fahren. So wir ihre Augen leuchteten, muss man da wohl auch noch mal hin.... aber nun sind wir erst mal im tiefen Süden Italiens, so wie man es nicht kennt. Das soll Italien sein? Nein, Kalabrien,
Die beiden Berliner waren ein Beispiel dafür , das man trotz Enkelchen und hohem Alter doch sehr glücklich sein kann, zumindest, wenn man im dann auch gelegentlich mal wieder das Schiff zurück lässt und "nach Hause" fliegt, dort wo die Kinder und Freunde sind. So unterschiedlich können die individuellen Zeitfenster sein. Gut so.
Sonntag, 26. Juni 2011
Zu viel oder zu wenig
Wir haben uns so auf den Wind gefreut, aber das war zuviel. Das heisst, eigentlich nicht, sondern halt 6-7 bft bei knapp 3 Meter Welle und genau gegen an bei Nacht. Die Logge zeigte trotz Motorunterstützung öfter nur 2-3 Knoten Geschwindigkeit an. So haben wir heute früh den ersten Hafen angesteuert, der sich sozusagen am Fussballen anbot: Roccella Jonica. 38° 19.534 N, 18°25.831 E. Es gibt hier wenig Auswahl, aber dieser ist ganz gut.
Wie sagte doch einer der Segel-Gurus, ich glaube Bobby Schenk: Das Mittelmeer ist ein sch....ss Segelrevier, entweder zu viel oder kaum Wind, und im Winter zu kalt zum Überwintern, im Sommer zu heiss, um es genießen zu können.
Naja, unser Problem war eigentlich auch nicht "zu viel Wind", das 2. Reff hatten wir schon für die Nacht vorsichtshalber gebunden, sondern wir mussten Diesel nachtanken, weil der Golfo Di Squillace und der Weg rüber zur Ferse Richtung Osten nach Crotone (unser nächster geplanter Zwischenstop) als nicht ganz harmlos gilt. Man soll nicht den kürzsten Weg nehmen, sonder einen leichten nördlichen Bogen in den Golf fahren, weil dort wesentlich weniger Strömung sei. Und da wir gerade aus Nordost den Wind auf die Nase haben, ist es nicht verkehrt, die Tanks voll zu haben. Ja, und genau das war dann der Grund für eine kleine Katastrophe: Es gab keine Tankstelle, sondern ein Tankschiff, das 2 Schläuche zusammen gesteckt hat, um uns zu befüllen. Als unser Tank voll war und die Zapfpistole einschnappte, passierte es: Der Druck lies die Beiden Schläuche an ihrer Verbindung "platzen" und das ganze Cockpit spritzte voller DIesel. So hatten wir das Ölen des Teakbodens nicht geplant.
Der Grund, warum wir aber eigentlich hier halt gemacht hatten, war ein Problem mit dem sündhaft teuren Raymarine-Plotter, bzw. eigentlich mit seiner elektronischen Seekarte auf einem Chip, den er nicht mehr anerkennen wollte. Zum Glück habe ich ja auf meinem MacBook Pro immer noch die wunderbare Software OpenCPN mit Windows 7.0 (unter Parallels Desktop) laufen, so dass wir auch mit iPhone-Unterstützung am Steuerstand sicher in den schwer ansteuerbaren Hafen kamen. Nach einigem Hin-und Herbiegen der Kontakte auf der CF-Karte und mehreren "chirurgischen Eingriffen von Peter, der wie ein Zahnarzt beim Entfernen von Zahnstein aussah mit entsprechendem speziell angefertigtem Werkzeug, funktioniert der Plotter wieder. Es liest sich wie eine Reparaturliste, was nicht meine Absicht ist, denn mit etwas mehr positivem Denken lässt sich auch Schönes finden und immerhin funktioniert doch auch Einiges. Dennoch kann ich verstehen, dass Peter manchmal gleich mehrere Teufel an die Wand malt, die dann möglicherweise auch zur Stelle sind, wenn sie gerufen werden....
Ein großer Sandstrand säumt den Küstenstreifen hinter der Marina, die großen Wellen und rollender Kies machen das Baden heute zwar unmöglich. Erfrischung ist aber bei dem Wind auch nicht so nötig, wie sonst. Gegen Nachmittag lässt die Welle vielleicht etwas nach und ich kann doch das türkisgrüne Wasser noch mal genießen. Ich muss auch noch mal darüber nachdenken, was genau eigentlich das Schöne am Fahrtensegeln ist, und warum ich heute bei meiner Hundewache von 1 bis 4 Uhr nachts "die Schnautze voll hatte" vom Knallen des Schiffes. Auf jeden Fall bin ich überhaupt kein Freund davon, mit Maschinenunterstützung gegen die Welle anzudonnern. Ein Kurs Richtung Korfu wäre heute Nacht prima zu segeln gewesen, hätte uns aber aus dem Zeitplan geworfen, weil falsche Richtung. Und das ist das Problem Nr. 1, aus dem allein heraus übrigens die meisten seglerischen Probleme entstehen. Wir haben viel Zeit verloren in Trapani wegen der Schiffsschraube und müssen jetzt voran kommen. Der andere Punkt ist die Tatsache, dass man sich verrückt macht, wenn man nur auf die zu reparierenden Dinge fokussiert ist, statt einfach mal etwas liegen zu lassen (wenn möglich), die Umgebung zu genießen und dann nach dem Ankommen und Frühstücken mal mit dem Reparieren beginnt. Wenn man ein 150%-iger ist, kann das Seglerleben die Hölle sein. Damit plädiere ich nicht für schlechte Seemannschaft, sondern alles zu seiner Zeit zu erledigen, die Zeit dafür zu nehmen. Schlechte Laune statt dessen macht so viel kaputt, demotiviert die Crew und dann potenzieren sich Probleme oder es werden Fehler gemacht. Ja, bitte erinnert mich daran, wenn ihr mit mir segelt...
Nun werde ich mal den Nachtschlaf nachholen. Immerhin ist es hier ruhig im Hafen, der sonst ziemlich herunter gekommen wirkt. Erstaunlich, wie viel Ende Juni noch geschlossen ist. Dieses morbide Verlassensein hat einen abstoßenden Reiz
Wie sagte doch einer der Segel-Gurus, ich glaube Bobby Schenk: Das Mittelmeer ist ein sch....ss Segelrevier, entweder zu viel oder kaum Wind, und im Winter zu kalt zum Überwintern, im Sommer zu heiss, um es genießen zu können.
Naja, unser Problem war eigentlich auch nicht "zu viel Wind", das 2. Reff hatten wir schon für die Nacht vorsichtshalber gebunden, sondern wir mussten Diesel nachtanken, weil der Golfo Di Squillace und der Weg rüber zur Ferse Richtung Osten nach Crotone (unser nächster geplanter Zwischenstop) als nicht ganz harmlos gilt. Man soll nicht den kürzsten Weg nehmen, sonder einen leichten nördlichen Bogen in den Golf fahren, weil dort wesentlich weniger Strömung sei. Und da wir gerade aus Nordost den Wind auf die Nase haben, ist es nicht verkehrt, die Tanks voll zu haben. Ja, und genau das war dann der Grund für eine kleine Katastrophe: Es gab keine Tankstelle, sondern ein Tankschiff, das 2 Schläuche zusammen gesteckt hat, um uns zu befüllen. Als unser Tank voll war und die Zapfpistole einschnappte, passierte es: Der Druck lies die Beiden Schläuche an ihrer Verbindung "platzen" und das ganze Cockpit spritzte voller DIesel. So hatten wir das Ölen des Teakbodens nicht geplant.
Der Grund, warum wir aber eigentlich hier halt gemacht hatten, war ein Problem mit dem sündhaft teuren Raymarine-Plotter, bzw. eigentlich mit seiner elektronischen Seekarte auf einem Chip, den er nicht mehr anerkennen wollte. Zum Glück habe ich ja auf meinem MacBook Pro immer noch die wunderbare Software OpenCPN mit Windows 7.0 (unter Parallels Desktop) laufen, so dass wir auch mit iPhone-Unterstützung am Steuerstand sicher in den schwer ansteuerbaren Hafen kamen. Nach einigem Hin-und Herbiegen der Kontakte auf der CF-Karte und mehreren "chirurgischen Eingriffen von Peter, der wie ein Zahnarzt beim Entfernen von Zahnstein aussah mit entsprechendem speziell angefertigtem Werkzeug, funktioniert der Plotter wieder. Es liest sich wie eine Reparaturliste, was nicht meine Absicht ist, denn mit etwas mehr positivem Denken lässt sich auch Schönes finden und immerhin funktioniert doch auch Einiges. Dennoch kann ich verstehen, dass Peter manchmal gleich mehrere Teufel an die Wand malt, die dann möglicherweise auch zur Stelle sind, wenn sie gerufen werden....
Ein großer Sandstrand säumt den Küstenstreifen hinter der Marina, die großen Wellen und rollender Kies machen das Baden heute zwar unmöglich. Erfrischung ist aber bei dem Wind auch nicht so nötig, wie sonst. Gegen Nachmittag lässt die Welle vielleicht etwas nach und ich kann doch das türkisgrüne Wasser noch mal genießen. Ich muss auch noch mal darüber nachdenken, was genau eigentlich das Schöne am Fahrtensegeln ist, und warum ich heute bei meiner Hundewache von 1 bis 4 Uhr nachts "die Schnautze voll hatte" vom Knallen des Schiffes. Auf jeden Fall bin ich überhaupt kein Freund davon, mit Maschinenunterstützung gegen die Welle anzudonnern. Ein Kurs Richtung Korfu wäre heute Nacht prima zu segeln gewesen, hätte uns aber aus dem Zeitplan geworfen, weil falsche Richtung. Und das ist das Problem Nr. 1, aus dem allein heraus übrigens die meisten seglerischen Probleme entstehen. Wir haben viel Zeit verloren in Trapani wegen der Schiffsschraube und müssen jetzt voran kommen. Der andere Punkt ist die Tatsache, dass man sich verrückt macht, wenn man nur auf die zu reparierenden Dinge fokussiert ist, statt einfach mal etwas liegen zu lassen (wenn möglich), die Umgebung zu genießen und dann nach dem Ankommen und Frühstücken mal mit dem Reparieren beginnt. Wenn man ein 150%-iger ist, kann das Seglerleben die Hölle sein. Damit plädiere ich nicht für schlechte Seemannschaft, sondern alles zu seiner Zeit zu erledigen, die Zeit dafür zu nehmen. Schlechte Laune statt dessen macht so viel kaputt, demotiviert die Crew und dann potenzieren sich Probleme oder es werden Fehler gemacht. Ja, bitte erinnert mich daran, wenn ihr mit mir segelt...
Nun werde ich mal den Nachtschlaf nachholen. Immerhin ist es hier ruhig im Hafen, der sonst ziemlich herunter gekommen wirkt. Erstaunlich, wie viel Ende Juni noch geschlossen ist. Dieses morbide Verlassensein hat einen abstoßenden Reiz
Samstag, 25. Juni 2011
Hurra, wir sind durch!
Hurra, wir sind durch die Strasse von Messina hindurch. Es war schon sehr spannend, eine starke Strömung schob von hinten, so dass der Autopilot das Steuern nicht mehr schaffte.
Auf dem AIS Bild (vergrösserbar) könnt ihr sehen, was hier los war um uns herum. Unser Schiff war das rote Boot ziemlich in der Mitte mit dem Kreis drum herum. Jedes Dreieck war eine große Fähre, Kreuzschiffe etc, denen wir ausweichen mussten, weil Verkehstrennungsgebiet, sozusagen Einbahnstrasse auf jeder Seite der Strasse. Und endlich haben wir jetzt auch den erhofften Wind, der uns nun durch die Nacht bis morgen früh (So) wohl um die Stiefelspitze Italiens herum bringt Richtung Ferse. Bitte wartet nicht umgehend auf weitere Berichte, wir verlassen erst mal wieder Internet bzw. unseren Italienischen Vodafone Bereich.
auf nach Messina
Heute morgen (Sa, 25. Juni) hatten wir gehofft, endlich auf guten Wind zu treffen. Es sollte 15-20 Knoten von Nordwest geben, die uns gut durch die Strasse von Messina nach Süden bringen. Aber der Wind ist wieder eingeschlafen. Im Gegensatz zu Peter, der als wahrer Motorboot-Enthusiast nicht oft genug an den Maschinen arbeiten kann und nur beim konstanten Laufgeräusch der Motoren gut schlafen kann, finde ich den Dieselgeruch und das Motorengeräusch einfach nur "ätzend". Es erinnert mich dran, das wir "Zeitdruck" haben, jedenfalls keine Zeit, auch langsam nur mit dem Wind voran zu kommen, und es gibt dem Boot eine unnormale Dynamik, die es von allein nicht hätte. Ich bin aber vielleicht auch etwas genervt von den dicken Maschinen, die Peters permanente Aufmerksamkeit fordern, weil sie Öl und Kühlwasser spucken und er fluchend an nichts dran kommt, im Gegensatz zur geliebten Motoryacht mit begehbarem Maschinen-Raum. Er hasst die Enge und an nichts gut dran zu kommen, was ich nachvollziehen kann. Meine kleinen halb so starken Volvo-Motörchen in unserer Lagoon 380 sind da viel übersichtlicher. Mir kommen Zweifel, ob sich Motorboot und Segelboot als guter Kompromiss zum "Motorsegler" kreuzen lassen. Als heute noch der 20 PS Viertakter vom Dingi seine Mitarbeit verweigerte, war mir klar, ich bin Segler und als solcher froh, wenn das Dingi so leicht bleibt, dass man es notfalls auch noch gut rudern kann. Ein Mittelsteuerstand ist für den Trimm zwar genial und ein Lenkrad im Beiboot auch eine tolle Sache, aber es ist alles schon wieder so schwer, der Motor nicht mehr einfach abnehmbar, schon gar nicht zu tragen. Ja, es hat alles im Leben seinen Preis, womit ich nicht nur das Geld meine. Wo ist das Optimum an viel Vergnügen bei möglichst wenig Aufwand. Ich werde jedenfalls Monikas Wunsch befolgen, ein Kajak mit auf Langfahrt zu nehmen mit kleinem Stauraum und Tretantrieb, unser Hobie mit Mirage Antrieb. Das kleinste aus unserem Fuhrpark, das "Sport" passt auf jeden Fall noch an Bord. --- So liege ich in meiner Koje, unser dritter Mann an Bord, Henning, steuert leidenschaftlich gern und ich kann mich mal zurück ziehen, lasse die Sonne draußen brutzeln, einen leichten Wind durchs Lukenfenster auf den Bauch wehen und wundere mich, wie schnell man sich daran gewöhnt, dass es Sonne im Überfluss gibt und man ihr mal durchaus gern aus dem Weg geht.
Aqua durch die Wellen, die ihren 16 Tonnen Luxus wenig anhaben können, nachdem es uns auf Vulkano in Porto Di Levante nach einer Nacht brodelnder Schwefelquellen uns doch "etwas gestunken" hat. Ich beschliesse aber, dass die Liparischen Inseln noch eine Reise wert sind. Jede hat ihren eigenen Reiz, was uns nette Segler auf dem Nachbar-Katamaran versicherten. Also, bis nächstes Jahr!!!
Aqua durch die Wellen, die ihren 16 Tonnen Luxus wenig anhaben können, nachdem es uns auf Vulkano in Porto Di Levante nach einer Nacht brodelnder Schwefelquellen uns doch "etwas gestunken" hat. Ich beschliesse aber, dass die Liparischen Inseln noch eine Reise wert sind. Jede hat ihren eigenen Reiz, was uns nette Segler auf dem Nachbar-Katamaran versicherten. Also, bis nächstes Jahr!!!
Freitag, 24. Juni 2011
Liparische Inseln, auf Vulkano angekommen
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| rechts am Bildrand der Ankerplatz, oben ein großer Vulkankrater, in den man hinunter klettern kann |
Freitag bei Sonnenaufgang angekommen auf der Insel Vulkano, dem Nordostzipfel, Porto Di Levante. Am Fuß eines Schwefeldämpfe sprühenden Vulkanes (auf dem Bild unter dem Pfeil wahrscheinlich schlecht sichtbar auf dem iPhone-Bild). Beim Einlaufen in den Hafen machen uns die Strömungen und Wirbel im Wasser unsicher, es sieht nach Felsen dicht unter der Wasseroberfläche aus. Beim späteren Tauchen entpuppen sich diese als blubbernde, dampfende Schwefelquellen. Das Wasser ist ohnehin schon fast 26 Grad warm, und dann kommt es aus diesen Löchern noch wärmer. Ein reger Fährverkehr mit Tragflügelbooten, die ich noch nie gesehen habe, bringt immer mehr Badegäste, so dass ich wieder vom Strand zurück auf den Katamaran flüchte. Zeit für Siesta. In Italien läuft NICHTS zwischen 13 und 17 Uhr, alles geschlossen, selbst Tankstellen und Feuerwachen...
Wir erholen uns noch einmal vor Anker den heutigen Tag über, bevor es wohl morgen nach Südosten durch die aufregende Straße von Messina geht. Wir brechen früh auf, um Mittags durch dieses Nadelöhr mit fast tausend Meter hohen Bergen links und rechts zu finden.
Donnerstag, 23. Juni 2011
Naturwunder
Ich fahre durch die Nacht zu den Liparischen Inseln, mit Kurs auf die Insel Vulkano, wo wir morgen bei Sonnenaufgang ankommen werden. Was ich gerade erlebe gehört zu den schönsten Naturwundern, die ich jemals gesehen habe. Über mir ein sternklarer Himmel mit unzählbaren Milchstraßen und unter mir ein eben solches Schauspiel von Glitzern, Leuchten, von Millionen von Algen erzeugt im 25 Grad warmen Wasser. Ich kann es nicht in Worte fassen, es ist schöner als jede mit goldenen Mosaiken verzierte Kirchenkuppel, und jetzt begleiten mich noch Delphine, springen neben mir in der mondlosen Nacht, deutlich im Sternenlicht erkennbar. Unter Wasser ziehen sie eine Leuchtspur hinter sich her wie Feenstaub. Mir stehen die Tränen in den Augen. Ich möchte es euch allen zeigen, aber ich bin allein, kann nur dem Himmel danken. Ich bin so glücklich, mein Gott wie schön ist die Erde. Jetzt denkt bitte nicht, ich übertreibe hier. Es ist noch viel schöner, als ich es beschreiben oder in Worten nicht (mit)teilen kann. Habt den Mut, es selber zu erleben, die Angst vor der Nacht überwinden und nur tausende Meter Wasser unter sich auf einer kleinen schwimmenden Insel. Das Leben ist kurz, zumindest die Zeit in Freiheit für solche Abenteuer. Ich wusste nicht, was ich erleben würde, als ich mich aufmachte zu neuen Ufern. Heute morgen hab ich noch wieder gezweifelt, ob ich wirklich etwas sinnvolleres tun muss, als z.B. über den Atlantik zu segeln oder stundenlang durch diese Nacht. Warum immer weiter, immer wieder aufbrechen. Was will ich, wo gehör ich hin. Aber nun springen die Delfine und schnauben um mich herum, ich kann sie nicht mehr sehen, jedoch schnauben hören und sie fragen mich, warum ich eigentlich immer noch daran zweifle, ob das hier meine Welt ist. JA, und wenn ich meine Liebsten dabei haben darf gibt es keine Steigerung mehr!! Doch, gerade bekomme ich erst einen Schrecken, was da plötzlich vor mir aufleuchtet, immer größer wird, wie ein angestrahltes Segel, aber nicht auf dem Radar zu sehen ist. Es wird so schnell größer, dass ich den Autopilot ausschalte, um drum herum zu fahren. Und dann wird die Sichel sichtbar vom Mond. Es ist alles so unwirklich, man muss sich kneifen, ob noch alle Sinne beisammen sind.
Überfahrt Liparische Inseln
Wir sind heute am 23. Juni in San Vito Lo Capo an der Nordwestspitze Siziliens losgefahren mit Kurs auf die Liparischen Inseln. Diese werden wir nach einer Nachtfahrt wohl morgen erreichen. San Vito Lo Capo ist wunderschön, bis zu 600 m hohe Berge säumen den riesigen weissen Sandstrand. Natürlich sind so exponierte Punkte immer auch touristisch stärker frequentiert und recht teuer. Unser Liegeplatz ohne Toiletten oder Duschen aber immerhin mit Strom und Wasser hat 100 Euro pro Nacht gekostet.... Tja, aber schön war es schon und wir hätten auch ankern können, aber das wird ja demokratisch abgestimmt. Ich bin mit meinen unter 50 nun der junge Hüpfer an Bord. Peter und Henning können sich herrlich stundenlang über Plotter, Strömungs-Vektoren etc. unterhalten, und ich mach Fotos, damit sie sich später die wunderschönen Eindrücke noch mal revue passieren lassen können. Ich bin froh, dass Henning auch sehr gerne segelt sowie schwimmen geht, man merkt ihm seine Vergangenheit bei der Marine an.
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