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Freitag, 9. September 2011

Highspeed Internet am neuen Trans-Ocean Stützpunkt Ost-Kanada, Nova Scotia

2000er DSL per Funkantenne 16 NM übers Meer
Ihr habt es sicher schon bemerkt: es war fast unmöglich, während der letzten 2 Wochen die Kommunikation via Internet aufrecht zu erhalten. Aber nun gibt es endlich DSL, sozusagen zum Geburtstag: wir sind nämlich gerade Trans-Ocean Stützpunkt in Kanada geworden. Mit Vancouver (2500 NM Luftlinie entfernt) auf der Westseite die beiden einzigen TransOcean Stützpunkte in Canada. Vielleicht ermutigt das den einen oder anderen Segler, mal von der gewöhnlichen Barfuß-Route abzuweichen und sich in unbekanntere Destinationen vorzuwagen. Die Maritimes, wie die Provinzen Prince Edwards Island, Neufundland (Newfoundland) und Neuschottland (Nova Scotia) hier heißen, sind es wirklich wert, ausführlich mit dem Segelschiff entdeckt zu werden. Wir werden unseren Beitrag dazu leisten. Erste Infos gibt es hier bei Trans-Ocean.eu

Montag, 29. August 2011

Hurricane IRENE auf Cape Breton Nova Scotia, Ost-Kanada gut überstanden



Hurricane Irene hat uns doch noch ganz schön erwischt. Es ist nichts passiert, aber ich habe einen Hurricane noch nie so hautnah miterlebt und muss sagen, ich bin froh, dass wir nicht auf dem Schiff unterwegs waren. Die Qualität des Films ist wegen des langsamen Internets hier sehr reduziert, aber gibt vielleicht trotzdem einen kleinen Eindruck, wie es gepfiffen hat an unserem Haus am Meer. Ich bin froh, dass es sehr robust gebaut ist und zudem mit der Nase den Wind gut teilt, wie ein Schiffsrumpf mit der Spitze voraus... Das war unsere Idee beim Hausbau, und jetzt hat sie sich bewährt.   
Wir sind dann noch mal in die nahegelegene Marina gefahren um zu sehen, wie die Schiffe dort im Hafen mit über 100 km/h Windgeschwindigkeit zurecht kommen. Die Marina St. Peters ist hervorragend geschützt, es gab überhaupt keine Wellen und es war fast ruhig im Hafen. Wenn wir also mal dort einen Liegeplatz avisieren, können wir zumindest sagen, dass er Hurricane-sicher ist. Ansonsten waren wieder überwältigt von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit, mit der man empfangen wird, auch ohne Schiff aus der Ferne ankommend, einfach so, als kennt man sich seit Jahren. Und die Preise treiben einem Tränen in die Augen gegenüber den Kosten, die ich gerade in Kroatien habe. Jahresliegeplatz 36 CAD pro Fuss, also  ca. 600 Euro mit Flatrate Strom 30A, feines Clubhaus mit Duschen, Waschmaschinen, Supergrill, nur kein Winterlager, dafür aber unbegrenztes Abpumpen vom Blackwater. Vielleicht kann ich noch einen Film hochladen demnächst.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Bilder vom Mittelmeertörn Juni 2011 mit Lagoon 420 Aqua



Dies ist eine Auswahl von 163 Bildern von Peter und mir. Die Aufnahmeorte sind hier in einer Karte genau eingetragen. Einfach dort in der Bilderleiste am unteren Rand nach links und rechts scrollen, dann werden die Bilder darüber in der Karte angezeigt.

Montag, 11. Juli 2011

Video Lagoon 420 AQUA Katamaran-Charter Kroatien

Segeln und Leben auf der Lagoon 420 "AQUA", demnächst in Rovinj charterbar bei Katamaran-Charter d.o.o.
Weitere Infos siehe hier.......


Überführungstörn Juni 2011 von Barcelona nach Rovinj. Mehr darüber hier in den Juni-Blogs

Dienstag, 5. Juli 2011

Ankunft

Der Moment, auf den wir seit fast einem Monat hin gefiebert haben, ist da: Über Rovinj reisst der Himmel auf, ein blaues Loch und Sonnenschein weist uns den Weg, ist ein gutes Omen für unsere Ankunft. Da wir nur noch zu Zweit an Bord sind, ist es ohnehin etwas stiller geworden, aber heute schwankt die Stimmung zwischen Sprachlosigkeit und dann wieder Euphorie. Wir haben ohne Verletzungen knapp 2000 Seemeilen hinter uns gebracht,  im Schnitt mit 3 Personen an Bord rund 3000 Euro für die Überführung verbraucht (exclusive Reparaturen/Ersatzteilen) - was soll die Statistik.... lenkt ab von dem, was in uns vorgeht, was ich aber nicht beschreiben kann. Seit 2 Monaten auf See war dies die Langfahrt-"Wassertaufe" und auf die Frage, ob es jetzt nicht langsam zu viel Zeit auf dem Schiff war, antworten wir beide trocken "Nein". Das Motoren war zu viel, und mit der Erkenntnis muss ich leben, dass es mir dabei auf Dauer schlecht wird. Mein Magen will segeln..... Dann ist auch Schlaflosigkeit, Wachdienst etc. kein Problem. Ich muss aber auch zugeben, dass ich überrascht war, wie oft wir gezwungen waren, zu motoren. Es gab weniger Segelwind, als ich erwartet hatte und als die Pilot Books und Charts aus jahrzehntelangen Beobachtungen für den Juni vorhergesagt hatten. Auch das Wetter kam einige Male ganz anders, als von den Spezialisten vorher gesagt. So auch heute, wo wir extra trotz grauem Himmel und starkem Regen losgefahren sind, um den Wind mitzunehmen. Es gibt keinen Wind ringsherum....  
Was mir jedoch am meisten zu Schaffen gemacht hat ist das Fehlen meiner Familie. Ich war darauf vorbereitet, aber wie es sich wirklich anfühlt, wenn man so lange auf See ist, konnte ich nicht ahnen. Keine Nachrichten hören, von der Welt weit weg da an Land nichts mitzubekommen, war kein Problem, eher eine Befreiung. Aber ein paar Tage nicht wissen, was zu Hause passiert, das fiel mir schwerer, als ich glauben wollte. Fazit: ich freu mich auf einen erneuten Törn in gut 2 Wochen mit der ganzen Familie, und ich habe noch einige Aufgaben zu Hause, die mir sehr wichtig sind, mit denen ich noch noch nicht fertig bin. Darüber hinaus hat unsere jüngste Tochter z.B.  gerade ihre ersten Taucherfahrungen mit Flasche etc. gemacht und schrieb mir ganz begeistert davon. Wassersport ist bei allen drei Kids im Blut. Meiner mittleren Tochter "musste" ich versprechen, eines Tages noch mal ihre Lieblingsbuchten in Neuseeland vom Segelschiff aus zu erkunden. Ich bin so gespannt, was dieses neue Leben noch mit sich bringt. Nun komme ich aber erst mal in der 2. , nein 3. Heimat Rovinj wieder an , statt in die Zukunft zu schweifen und freue mich so sehr auf die erste Heimat, wenn ich am Donnerstag nach Hause fliege und alle wieder in den Arm nehmen kann.
Verzeiht mir das Durcheinander vom letzen Tag auf See an Bord der AQUA, Ihr habt sicher Verständnis dafür. Die nächsten Wochen komme ich sicher nicht mehr so oft zum Schreiben. Das Schiff muss nun klar gemacht werden für Charter, offiziell importiert werden und nach Kroatien eingeflaggt werden. Zur Zeit fahren wir noch "privat" unter deutscher Flagge. Ja und zu Hause gibt es dann auch eine Menge aufzuholen. 
So, nun sehe ich am Horizont die Kirche von Rovinj, seit jeher ein Wahrzeichen für die Seefahrer und Fischer. Heute bewegt es mich besonders, die heilige Eufemija oben auf der Kirchturmspitze zu begrüssen, die sich immer dem Wind zuwendet und genau in die Richtung schaut, aus der wir kommen. Mein Vater nannte sie ja gern Euphoria, heute trifft das zu! Und in Rovinj sagen die Einheimischen wenn Eufemija zum Meer schaut, wird das Wetter gut, wenn sie zum Land schaut, wird es schlecht. So einfach ist das - und es stimmt.  Jetzt ist strahlend blauer Himmel.
weitere Bilder von Rovinj auf unserer website hier 
http://katamaran-charter.info/rovinj_marina/index.html

Sonntag, 3. Juli 2011

in Zadar angekommen

Schon aus der Ferne hörten wir in der Abendsonne die Meeres-Orgel, hier auf dem Bild zu sehen. Wir sind noch näher daran vorbei gefahren, damit unsere Welle ordentlich Musik bewirkte, denn je mehr Wellen auf die Stufen zulaufen, umso lebendiger wird die Musik der Orgelpfeifen in den Treppen.  Zum "Dank" winkten einige Hörer zu uns herüber. Es ist fast schon vertraut, hier anzukommen, und diesmal haben wir sogar einen Platz im Stadthafen bekommen, müssen also nicht noch mit dem Taxi in die Altstadt fahren, sondern können laufen. Das tun wir jetzt auch und Henning hat zum Abschied zu einem leckeren Abendessen eingeladen. Nach Rovinj ist nun vom Gefühl her fast ein Katzensprung. Es ist seltsam, wie sich die Empfindung von Zeit und Distanz verschiebt, aber auch von Klima-Wahrnehmung. Wir sind alle ziemlich am frösteln. Es war auf Sizilien doch deutlich wärmer. Aber wir werden uns dran gewöhnen, je weiter wir nun in den Norden bis Istrien kommen.

Insel Hvar, Tribuni, Sukosan, Zadar: in großen Schritten Nordwest gen Ende

Wie man auf dem Bild sieht, hat uns eine Regenfront erwischt, bevor wir gestern die Insel HVAR erreichten. Wenn dann alles so schwarz rings herum wird, ist man froh, wenn der Leuchtturm den richtigen Weg weist. Ein einziges Loch im Himmel lies ihn sogar tagsüber kurz für uns "aufleuchten".

Die Stadt Hvar ist vom Meer aus gesehen sehr einladend, aber auch sehr lebendig, so zogen wir es vor, für eine ruhige Nacht in die ACI Marina schräg gegenüber (südwestlich) zu fahren. Die ist sehr schön von Pinien eingerahmt, idyllisch mit ein paar Restaurants. Im Büro der Marina traf uns dann der Schlag: 1000 Kuna pro Nacht, also ca. 135 Euro. Auch als wir den freundlichen Damen an der Rezeption sagten, wir wollten nicht den Liegeplatz kaufen, sondern nur eine Nacht hier liegen, sagte sie nur bedauernd, dass seit 1. Juli die Preise auf Hauptsaison erhöht wurden, und sie schon einen Sonderpreis gemacht hätte, nämlich nur 25% Aufschlag für Katamaran statt der üblichen 50%. Ja, auch unsere kleinere Lagoon LIZA mit 38 Füssen statt 42 (also 1,20 m kürzer) hätte 85 Euro gekostet. Nun lagen wir nach einem langen langen Trip fest an den Mooringleinen und hatten um 19 Uhr auch keine Lust mehr, noch mal bei dem Wetter eine Bucht zu suchen. Ausserdem hatten wir Hunger und Durst. Es wurde ein sehr gemütlicher Abend unter dem Terrassendach bei Regen, guten Gesprächen und gutem Wein, der trotz der steilen Hänge reichlich auf der Insel angebaut wird. Da Henning uns morgen verlassen muss, sind wir froh, dass heute (Sonntag) die wieder scheinende Sonne nicht auf die Stiummung drückt, sondern wir guten Mutes sind, Zadar morgen sehr früh zu erreichen, damit Henning von dort eine Schnellfähre nach Riejka bekommt. Mittags geht dort sein Flug ab.  Und wie es ja immer so ist, wenn man einen engen Zeitplan hat, sah ich heute morgen kurz vor 6 Uhr Ablegen eher zufällig beim Anschauen der beiden Lagoons 500 und 570 links neben uns, dass wir eine Mooringleine in der Schraube hatten. Das wäre ein ziemliches Problem geworden, wenn wir wie üblich alle Leinen los gemacht hätten, und dann beim Einkuppeln in den Vorwärtsgang eine Maschine abgesoffen wäre. Ich kenn das ja schon aus Erfahrung, muss das aber nicht noch mal erleben. Das im Mittelmeer übliche Anlegeverfahren mit dem Heck zum Steg festmachen und vorne an zwei Schwimmleinen, die an einem Betonklotz im Meer befestigt sind, ist eigentlich praktisch, aber gerade für Schiffe mit Schraube ganz hinten (z.B. Lagoon 380, 410, 420 etc.) eine potentielle Gefahr, sich in diese Leinen rückwärts hineinzuschrauben. Uns blieb nichts anderes übrig, als wieder den Freediver (ein kleiner Tauchkompressor) zu aktivieren und vor dem Frühstück bei merklich abgekühltem Wetter an die Arbeit zu gehen. Jeder schaute jeden an, Peter fragte, wer hat Lust? Mmm, keine Reaktion,  und nach einer Pause wir alle wie aus einem Munde: Gehst Du, aber ich kann es auch machen...  Da Peter jeden Morgen in den Maschinenraum kriecht und Öl und Wasser nachschüttet (wo das blos immer verbraucht wird, zumal alles trocken ist...) und Henning fast jeden Morgen ein reichhaltiges Obstfrühstück schnibbelt, wofür er noch gestern Abend sofort nach dem Anlegen Einkaufen ging, zog ich mir mal direkt das Lifejacket der Tauchausrüstung an. Das stückweise Herauspulen der Leine hat leider das Ablegen um eine Stunde verzögert. An der Leine waren Bleigewichte, die eigentlich ein Absenken bewirken sollten, damit man eben nicht mit der Schraube dran kommt, aber genau dieses Blei klemmte nun zwischen Schraube und Antrieb. Das hätte ich nur mit Schnorcheln nicht lösen können. Anyway, zur Belohnung gab es ein fürstliches Frühstück. Wir werden nun in 5 Stunden Tribunij tanken und dann weiter nach Sukosan fahren, etwa eine Stunde südl. vor Zadar. Von dort aus schaffen wir es dann auch zu Zweit ohne Nachtfahrten (die zwischen den vielen Inselchen nicht ganz unproblematisch sind, weil man die vielen Fischernetze nicht sehen kann) in 3 Tagen weiter zum Ziel dieses 1-monatigen Törns: ROVINJ. Peter und ich freuen uns jetzt schon auf den Moment, wo wir um die Ecke der Katarina-Insel herum fahren und in den Hafen einlaufen, auch wenn unsere LIZA wohl nicht da sein wird, sondern verchartert. Freuen, weil alles trotz einiger Rückschläge (bisher) gut geklappt hat. Es war wegen des Zeitplans insbesondere jetzt in den letzten Tagen nicht mehr so vergnüglich, wie wir es uns vorgestellt hatten, sondern schon manchmal an den Nerven zehrend, wenn z.B. bei 30 Stunden Motoren viele Stunden lang jede 1,5m-Welle vorn so unter den Bug knallte, dass man sich immer beruhigte mit den Worten, dass müsse das Schiff aushalten können - . Das "Gegen die Welle stampfen" ist nicht die Lieblingsdisziplin von Katamaranen, da sie nicht mit einer langen spitzen Nase und Bleibombe am Kiel wie die Einrümpfer-Segelschiffe weit in die Welle eintauchen. Es hat mich jedoch überrascht, dass Lagoon bei allen größeren Katamaranen den Ankerkasten zwischen den Rümpfen sehr weit nach unten gezogen hat, V-förmig wie ein Schiffsboden. Dadurch hat der Kat deutlich weniger Platz zwischen Brücke und Wasseroberfläche. Ich dachte immer, die Wellen sollen dadurch besser angeschnitten werden, bin aber inzwischen überzeugt, dass ich keinen V-Boden, sondern möglichst viel Höhe bevorzuge. Ich denke, dieser Auftriebskörper bei den erheblich schwereren Katamaranen ab 42 Fuss ist notwendig, um das zu tiefe Eintauchen dieser Raum- und Komfortwunder zu vermeiden. So ist z.B. das Trampolin-Netz im Vergleich zur Lagoon 380 nur noch halb so groß, dann beginnt schon der Festrumpf mit eigenen Duschen in jeder Koje. Durch den V-Boden sehen diese Katamarane von vorne fast wie Trimarane aus. Beim Durchschwimmen zwischen den beiden Rümpfen stoße ich mit dem Kopf fast an den V-Boden in der Mitte, während wir bei unserer "kleinen" Lagoon 380 mühelos mit dem Dingi zwischen den Rümpfen durchfahren können. Ok, nun will ich mit diesen Detail nicht länger langweilen, die Auswirkungen sind aber interessant, insbesondere für die Eigner der kleineren Lagoons, die ja hier mitlesen. Ich kam nur drauf beim Überlegen, was eigentlich anstrengend ist am vielen Motoren z.Zt.und warum auch ein 16-18 Tonner wie die Lagoon 42 nicht einfach durch die Wellen gleitet. Ja, ihr sollt uns bedauern, wie hart das Leben auch sein kann, und nicht alles Urlaub ist auf dieser Fahrt. Wieso höre ich niemand OOoooohhh  sagen?
So, dann poste ich jetzt mal und geh wieder ans Lenkrad.

Freitag, 1. Juli 2011

in Dubrovnik angekommen

Das Herz schlägt höher, Wir laufen gerade in den Hafen von Dubrovnik ein nach 32 Stunden nonstop mit zwei Dritteln der Strecke Schmetterlingsegeln vor dem 5bft-Wind, dann Gewitter, Regen, und jetzt wieder Bilderbuchwetter. Die Kreuzfahrtschiffe vor der Altstadt lassen ahnen, wie touristisch es gleich in der Stadt zugehen wird. Wir müssen erst mal einklarieren, die gelbe Q-Flagge ist gehisst, zeigt den Behörden, das wir gesund an Bord willens sind, direkt im Zollhafen festzumachen. Ich bin gespannt, ob wir alle nötigen Papiere bishin zur Versicherung und Kaufnachweis des Katamarans, Funkzeugnisse usw zusammen haben. Wenn mein Kroatien-Stick noch ein paar KUNA drauf hat, lade ich noch Bilder hoch.

So inzwischen ist nach fast 1 Std. die Zollbehörde zufrieden mit allem und wir müssen nicht mal mehr in Pula ein weiteres Mal bei Zoll die Einführungsprozedur mitmachen. Wir können direkt nach Rovinj durchfahren und dort erledigt ein Spediteur den Rest.

Die Marina in Dubrovnik war voll, so dass wir keinen Liegeplatz mehr in dieser großen Stadt bekommen konnten. Ankern verboten. Ja, da sind wir einfach 2 Meilen weiter in eine ganz hübsche kleine Bucht gefahren und genießen hier das dörfliche, beschauliche Kroatien von seiner schönsten Seite. Gut, dass wir uns nicht in die Touristen-Massen Dubrovniks gestürzt haben. Das hier ist Erholung pur. Tut auch gut, nach der anstrengenden letzten Überquerung der Adria.

Mein Kroatien-Stick geht noch einen Moment, muss dann wieder was drauf laden, deshalb nur ein Photo von Dubrovnik:

Montag, 27. Juni 2011

Zeitfenster, Stop in Le Castello

Es gibt ja den Begriff "Zeitfenster", von Jimmy Cornell, dem Begründer der ARC, als Unwort abgetan und gehasst. Ich denke dennoch oft darüber nach, dass es sowohl beim Segeln, wie auch im Leben ein Zeitfenster gibt, das uns den Rahmen gibt, in dem eine Überfahrt leichter gelingt oder möglichderweise unter großen Entbehrungen. Über das Zeitfenster von Wetterbedingungen will ich nicht schreiben, wir "leiden" gerade unter immer wieder im UKW-Funk angesagten  "gale-warning", also in kurzer Zeit aufziehenden Starkwinden (natürlich immer aus der falschen Richtung) und dann wieder Flauten, die zum Motoren zwingen. Nach Korfu könnten wir prima herüber segeln, aber dafür reicht unser persönliches Zeitfenster nicht mehr, zu viel Zeit haben wir verloren für Reparaturen.
Was in den letzten Gesprächen mit unserer 10 bis 20 Jahre älteren Crew herau zu hören war, ist das Vorhandensein eines Zeitfensters im Leben, das für Segler ziemlich klein und begrenzt sein kann. In jungen Jahren hat man kein Fenster für ausgedehnte Langfahrt, es sei denn, Familie und Existenzaufbau stehen auf der Liste der Lebenswünsche ganz hinten. Wenn das aber nicht so ist, sondern evtl. an vorderster Stelle steht, dann haben wir vielleicht zwei Drittel der Lebenszeit damit zu tun gehabt, alle Voraussetzungen zu schaffen für Partnerschaft, Nestbau, Kinder, Ausbildung, Abzahlung, Altersvorsorge etc. Mit fast 50 ist man dann eigentlich im Zenit seiner besten Jahre angekommen, schaut zurück, auch auf die Spuren, die man beim Aufstieg hinterlassen hat, aber auch auf die Spuren, die das Leben am eigenen Körper hinterlassen hat. Ich trainiere z.Zt wieder, schwimme dem Boot hinterher oder ausgedehnt vom Ufer aus, aber der Körper ist natürlich nicht mehr wie früher. Und meine beiden älteren Herren haben natürlich diese Tatache immer wieder zum Thema und meinen, ich würde davor fliehen, einzusehen, dass man nicht einfach los segeln kann, als wäre man noch ein uneingeschränkt leistungsfähiger Mensch, der sich um die Zukunft keine Sorge machen braucht. Ich würde vor den Problemen weglaufen, wenn ich die Augen davor verschließe, dass es tausend Dinge im Kopf gibt, die zu regeln sind, dass ich sicher nur kurze, begrenzte Zeit auf Reise gehen würde, und dann feststellen werde, dass es doch nicht mehr so gut klappt, Krankheiten, Sorgen ums Älterwerden, fehlendes Kapital etc.. Es wäre doch fatal sich deshalb "vorsorglich" nicht mehr auf den Weg zu machen. Aber ich begreife, dass es wohl nur eine begrenzte Zeit gibt, in der man sich einen längeren Aufbruch leisten kann, also auch körperlich und mental stark genug dafür ist, nicht nur finanziell. Der Vergleich hinkt, aber so wie für Frauen eine innere Uhr tickt, bis in welches Alter sie Kinder bekommen möchten, so sind Männer auch begrenzt in ihrer Stärke, die immer wieder an Bord gefordert wird, wenn es brenzlige Situationen gibt, wo jede selbstbewusste Frau sagt, das ist "Männersache" Wir sind hier an Bord trotz elektrischer Winschen und vieler Helferlein alle überrascht, wenn man sich mal nur für ein kleines Erholungs-Nickerchen um 13 Uhr aufs Ohr hauen wollte, und plötzlich ist es 18 Uhr geworden, und um 23 Uhr kann man schon wieder schlafen. Es wird einiges gefordert und der Körper holt sich unmissverständlich, was er braucht. Neben den körperlichen Grenzen ist da auch die Angst vor Situationen, die man nicht allein in der Hand hat, die man vielleicht nur meistern kann, wenn alle mit anpacken, egal was man im normalen Leben war, man ist beim Segeln auf sein körperliches Vermögen ebenso angewiesen, wie auf Teamfähigkeit. Natürlich kann man auch ohne Crew, allein auf sich selbst gestellt losfahren, aber gerade dann muss man in jeder Hinsicht im Vollbesitz seiner Kräfte und psychischen Robustheit sein. Ich komme zu dem Entschluss, dass die ideale Crew mit dem liebsten Menschen aus zwei Personen besteht, die sich absolut aufeinander verlassen können, wie schon in (langen) Beziehungsleben zuvor. Beide müssen natürlich in der Lage sein, das Schiff zu fahren und wissen, wie die wichtigsten Dinge bedient werden. Wenn dann doch noch gute Freunde dabei sind, verlangt das von allen sehr viel Toleranz in Situationen, die man normalerweise auch unter Freunden vorher noch nie erlebt hat miteinander. Ich zweifle immer mehr, ob man  "zahlende Gäste" mitnehmen sollte auf unserem Törn nächstes Jahr und damit wieder in die Rolle des Dienstleisters gerät. Es hat alles seinen Preis.

So, nun nähern wir uns Le Castello (38° 54.533 N, 17° 1.503 E) einem ganz kleinen Fischerhafen, weil wieder gale warning angesagt wurde und ein sehr strammer Wind nicht gerade eine gute Voraussetzung ist, um gut durch den Golf zu kommen. Das ist auch gut so, man kann auch zu viel nachdenken.

Wir liegen im Päckchen längsseits an einem Fischerboot, das morgen um 4 Uhr ausläuft. Da wir viel vorhaben, passt das auch in unseren Plan. Deshalb gehe ich jetzt in die Koje, "vorschlafen", was natürlich nicht geht...


Ein nettes Ehepaar über 70 aus Berlin habe ich noch getroffen, seit 6 Jahren zu zweit unterwegs auf dem Schiff. Sie waren lange in Kroatien, bis es ihnen zu teuer wurde. Dann in der Türkei, nördlich von Bodrum noch erschwinglich, ursprünglich, freundlich und gepflegt. Sie fahren jetzt noch mal nach Griechenland, wo sie besonders die Sporaden lieben und zum Überwintern gern nach Leros fahren. So wir ihre Augen leuchteten, muss man da wohl auch noch mal hin.... aber nun sind wir erst mal im tiefen Süden Italiens, so wie man es nicht kennt. Das soll Italien sein? Nein, Kalabrien,
Die beiden Berliner waren ein Beispiel dafür , das man trotz Enkelchen und hohem Alter doch sehr glücklich sein kann, zumindest, wenn man im dann auch gelegentlich mal wieder das Schiff zurück lässt und "nach Hause" fliegt, dort wo die Kinder und Freunde sind. So unterschiedlich können die individuellen Zeitfenster sein. Gut so.

Sonntag, 26. Juni 2011

Zu viel oder zu wenig

Wir haben uns so auf den Wind gefreut, aber das war zuviel. Das heisst, eigentlich nicht, sondern halt 6-7 bft bei knapp 3 Meter Welle und genau gegen an bei Nacht. Die Logge zeigte trotz Motorunterstützung öfter nur 2-3 Knoten Geschwindigkeit an. So haben wir heute früh den ersten Hafen angesteuert, der sich sozusagen am Fussballen anbot: Roccella Jonica. 38° 19.534 N, 18°25.831 E. Es gibt hier wenig Auswahl, aber dieser ist ganz gut.
Wie sagte doch einer der Segel-Gurus, ich glaube Bobby Schenk: Das Mittelmeer ist ein sch....ss Segelrevier, entweder zu viel oder kaum Wind, und im Winter zu kalt zum Überwintern, im Sommer zu heiss, um es genießen zu können.
Naja, unser Problem war eigentlich auch nicht "zu viel Wind", das 2. Reff hatten wir schon für die Nacht vorsichtshalber gebunden, sondern wir mussten Diesel nachtanken, weil der Golfo Di Squillace und der Weg rüber zur Ferse Richtung Osten nach Crotone (unser nächster geplanter Zwischenstop) als nicht ganz harmlos gilt. Man soll nicht den kürzsten Weg nehmen, sonder einen leichten nördlichen Bogen in den Golf fahren, weil dort wesentlich weniger Strömung sei. Und da wir gerade aus Nordost den Wind auf die Nase haben, ist es nicht verkehrt, die Tanks voll zu haben. Ja, und genau das war dann der Grund für eine kleine Katastrophe: Es gab keine Tankstelle, sondern ein Tankschiff, das 2 Schläuche zusammen gesteckt hat, um uns zu befüllen. Als unser Tank voll war und die Zapfpistole einschnappte, passierte es: Der Druck lies die Beiden Schläuche an ihrer Verbindung "platzen" und das ganze Cockpit spritzte voller DIesel. So hatten wir das Ölen des Teakbodens nicht geplant.
Der Grund, warum wir aber eigentlich hier halt gemacht hatten, war ein Problem mit dem sündhaft teuren Raymarine-Plotter, bzw. eigentlich mit seiner elektronischen Seekarte auf einem Chip, den er nicht mehr anerkennen wollte. Zum Glück habe ich ja auf meinem MacBook Pro immer noch die wunderbare Software OpenCPN mit Windows 7.0 (unter Parallels Desktop) laufen, so dass wir auch mit iPhone-Unterstützung am Steuerstand sicher in den schwer ansteuerbaren Hafen kamen. Nach einigem Hin-und Herbiegen der Kontakte auf der CF-Karte und mehreren "chirurgischen Eingriffen von Peter, der wie ein Zahnarzt beim Entfernen von Zahnstein aussah mit entsprechendem speziell angefertigtem Werkzeug, funktioniert der Plotter wieder. Es liest sich wie eine Reparaturliste, was nicht meine Absicht ist, denn mit etwas mehr positivem Denken lässt sich auch Schönes finden und immerhin funktioniert doch auch Einiges. Dennoch kann ich verstehen, dass Peter manchmal gleich mehrere Teufel an die Wand malt, die dann möglicherweise auch zur Stelle sind, wenn sie gerufen werden....



Ein großer Sandstrand säumt den Küstenstreifen hinter der Marina, die großen Wellen und rollender Kies machen das Baden heute zwar unmöglich. Erfrischung ist aber bei dem Wind auch nicht so nötig, wie sonst. Gegen Nachmittag lässt die Welle vielleicht etwas nach und ich kann doch das türkisgrüne Wasser noch mal genießen. Ich muss auch noch mal darüber nachdenken, was genau eigentlich das Schöne am Fahrtensegeln ist, und warum ich heute bei meiner Hundewache von 1 bis 4 Uhr nachts "die Schnautze voll hatte" vom Knallen des Schiffes. Auf jeden Fall bin ich überhaupt kein Freund davon, mit Maschinenunterstützung gegen die Welle anzudonnern. Ein Kurs Richtung Korfu wäre heute Nacht prima zu segeln gewesen, hätte uns aber aus dem Zeitplan geworfen, weil falsche Richtung. Und das ist das Problem Nr. 1, aus dem allein heraus übrigens die meisten seglerischen Probleme entstehen. Wir haben viel Zeit verloren in Trapani wegen der Schiffsschraube und müssen jetzt voran kommen. Der andere Punkt ist die Tatsache, dass man sich verrückt macht, wenn man nur auf die zu reparierenden Dinge fokussiert ist, statt einfach mal etwas liegen zu lassen (wenn möglich), die Umgebung zu genießen und dann nach dem Ankommen und Frühstücken mal mit dem Reparieren beginnt. Wenn man ein 150%-iger ist, kann das Seglerleben die Hölle sein. Damit plädiere ich nicht für schlechte Seemannschaft, sondern alles zu seiner Zeit zu erledigen, die Zeit dafür zu nehmen. Schlechte Laune statt dessen macht so viel kaputt, demotiviert die Crew und dann potenzieren sich Probleme oder es werden Fehler gemacht. Ja, bitte erinnert mich daran, wenn ihr mit mir segelt...

Nun werde ich mal den Nachtschlaf nachholen. Immerhin ist es hier ruhig im Hafen, der sonst ziemlich herunter gekommen wirkt. Erstaunlich, wie viel Ende Juni noch geschlossen ist. Dieses morbide Verlassensein hat einen abstoßenden Reiz

Samstag, 25. Juni 2011

Hurra, wir sind durch!


Hurra, wir sind durch die Strasse von Messina hindurch. Es war schon sehr spannend, eine starke Strömung schob von hinten, so dass der Autopilot das Steuern nicht mehr schaffte.


Auf dem AIS Bild (vergrösserbar) könnt ihr sehen, was hier los war um uns herum. Unser Schiff war das rote Boot ziemlich in der Mitte mit dem Kreis drum herum. Jedes Dreieck war eine große Fähre, Kreuzschiffe etc, denen wir ausweichen mussten, weil Verkehstrennungsgebiet, sozusagen Einbahnstrasse auf jeder Seite der Strasse. Und endlich haben wir jetzt auch den erhofften Wind, der uns nun durch die Nacht bis morgen früh (So) wohl um die Stiefelspitze Italiens herum bringt Richtung Ferse. Bitte wartet nicht umgehend auf weitere Berichte, wir verlassen erst mal wieder Internet bzw. unseren Italienischen Vodafone Bereich.

auf nach Messina

Heute morgen (Sa, 25. Juni) hatten wir gehofft, endlich auf guten Wind zu treffen. Es sollte 15-20 Knoten von Nordwest geben, die uns gut durch die Strasse von Messina nach Süden bringen. Aber der Wind ist wieder eingeschlafen. Im Gegensatz zu Peter, der als wahrer Motorboot-Enthusiast nicht oft genug an den Maschinen arbeiten kann und nur beim konstanten Laufgeräusch der Motoren gut schlafen kann, finde ich den Dieselgeruch und das Motorengeräusch einfach nur "ätzend". Es erinnert mich dran, das wir "Zeitdruck" haben, jedenfalls keine Zeit, auch langsam nur mit dem Wind voran zu kommen, und es gibt dem Boot eine unnormale Dynamik, die es von allein nicht hätte. Ich bin aber vielleicht auch etwas genervt von den dicken Maschinen, die Peters permanente Aufmerksamkeit fordern, weil sie Öl und Kühlwasser spucken und er fluchend an nichts dran kommt, im Gegensatz zur geliebten Motoryacht mit begehbarem Maschinen-Raum. Er hasst die Enge und an nichts gut dran zu kommen, was ich nachvollziehen kann. Meine kleinen halb so starken Volvo-Motörchen in unserer Lagoon 380 sind da viel übersichtlicher. Mir kommen Zweifel, ob sich Motorboot und Segelboot als guter Kompromiss zum "Motorsegler" kreuzen lassen. Als heute noch der 20 PS Viertakter vom Dingi seine Mitarbeit verweigerte, war mir klar, ich bin Segler und als solcher froh, wenn das Dingi so leicht bleibt, dass man es notfalls auch noch gut rudern kann. Ein Mittelsteuerstand ist für den Trimm zwar genial und ein Lenkrad im Beiboot auch eine tolle Sache, aber es ist alles schon wieder so schwer, der Motor nicht mehr einfach abnehmbar, schon gar nicht zu tragen. Ja, es hat alles im Leben seinen Preis, womit ich nicht nur das Geld meine. Wo ist das Optimum an viel Vergnügen bei möglichst wenig Aufwand. Ich werde jedenfalls Monikas Wunsch befolgen, ein Kajak mit auf Langfahrt zu nehmen mit kleinem Stauraum und Tretantrieb, unser Hobie mit Mirage Antrieb. Das kleinste aus unserem Fuhrpark, das "Sport" passt auf jeden Fall noch an Bord. ---  So liege ich in meiner Koje, unser dritter Mann an Bord, Henning, steuert leidenschaftlich gern und ich kann mich mal zurück ziehen, lasse die Sonne draußen brutzeln, einen leichten Wind durchs Lukenfenster auf den Bauch wehen und wundere mich, wie schnell man sich daran gewöhnt, dass es Sonne im Überfluss gibt und man ihr mal durchaus gern aus dem Weg geht.
Aqua durch die Wellen, die ihren 16 Tonnen Luxus wenig anhaben können, nachdem es uns auf Vulkano in Porto Di Levante nach einer Nacht brodelnder Schwefelquellen uns doch "etwas gestunken" hat. Ich beschliesse aber, dass die Liparischen Inseln noch eine Reise wert sind. Jede hat ihren eigenen Reiz, was uns nette Segler auf dem Nachbar-Katamaran versicherten. Also, bis nächstes Jahr!!!

Freitag, 24. Juni 2011

Liparische Inseln, auf Vulkano angekommen

rechts am Bildrand der Ankerplatz, oben ein großer Vulkankrater, in den man hinunter klettern kann


Freitag bei Sonnenaufgang angekommen auf der Insel Vulkano, dem Nordostzipfel, Porto Di Levante. Am Fuß eines Schwefeldämpfe sprühenden Vulkanes (auf dem Bild unter dem Pfeil wahrscheinlich schlecht sichtbar auf dem iPhone-Bild). Beim Einlaufen in den Hafen machen uns die Strömungen und Wirbel im Wasser unsicher, es sieht nach Felsen dicht unter der Wasseroberfläche aus. Beim späteren Tauchen entpuppen sich diese als blubbernde, dampfende Schwefelquellen. Das Wasser ist ohnehin schon fast 26 Grad warm, und dann kommt es aus diesen Löchern noch wärmer. Ein reger Fährverkehr mit Tragflügelbooten, die ich noch nie gesehen habe, bringt immer mehr Badegäste, so dass ich wieder vom Strand zurück auf den Katamaran flüchte. Zeit für Siesta. In Italien läuft NICHTS zwischen 13 und 17 Uhr, alles geschlossen, selbst Tankstellen und Feuerwachen...
Wir erholen uns noch einmal vor Anker den heutigen Tag über, bevor es wohl morgen nach Südosten durch die aufregende Straße von Messina geht. Wir brechen früh auf, um Mittags durch dieses Nadelöhr mit fast tausend Meter hohen Bergen links und rechts zu finden.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Überfahrt Liparische Inseln

Wir sind heute am 23. Juni in San Vito Lo Capo an der Nordwestspitze Siziliens losgefahren mit Kurs auf die Liparischen Inseln. Diese werden wir nach einer Nachtfahrt wohl morgen erreichen. San Vito Lo Capo ist wunderschön, bis zu 600 m hohe Berge säumen den riesigen weissen Sandstrand. Natürlich sind so exponierte Punkte immer auch touristisch stärker frequentiert und recht teuer. Unser Liegeplatz ohne Toiletten oder Duschen aber immerhin mit Strom und Wasser hat 100 Euro pro Nacht gekostet.... Tja, aber schön war es schon und wir hätten auch ankern können, aber das wird ja demokratisch abgestimmt. Ich bin mit meinen unter 50 nun der junge Hüpfer an Bord. Peter und Henning können sich herrlich stundenlang über Plotter, Strömungs-Vektoren etc. unterhalten, und ich mach Fotos, damit sie sich später die wunderschönen Eindrücke noch mal revue passieren lassen können. Ich bin froh, dass Henning auch sehr gerne segelt sowie schwimmen geht, man merkt ihm seine Vergangenheit bei der Marine an.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Die schönsten Inseln der Welt...

Die Saison hat noch nicht begonnen, da eilen ihr schon die Awards voraus:
Das bekannte US-Reisemagazin Travel+Leisure hat die kroatische Insel Hvar zur fünft schönsten Insel der Welt ausgezeichnet.   Mehr darüber (in Englisch) hier zu lesen... Dann müssen wir wohl mal im Mai mit Thomas und Christine dort hin....Das bedeutet ein paar Nachtfahrten, liegt immerhin auf der Höhe von Split ;-)

Ist ja mal ganz interessant, was die Amerikaner zu den schönsten Inseln der Welt zählen, wo sie doch die Bahamas, BVIs, Antillen, ja die ganze Karibik vor der Tür haben.
Unser geliebtes Nova Scotia, insbesondere die Halbinsel Cape Breton, war ja 2004 auch schon zweitschönste Insel der Welt und ist unter den Amerikanischen und Kanadischen Inseln immerhin zur Zeit wieder auf Platz 2 der Top Islands, sowie "nebenan" in einem Halb-Tagestörn von uns erreichbar die Prince Edward Island auf Platz 5. Ja, das ist schon ein sehr schönes Fleckchen auf dieser Erde. Mehr auch zur Top-Insel Nr. 1 Mount Desert Island, Maine (95 sm von Nova Scotia entfernt) auf unserer geplanten Route 2012/13 von Kanada in die Karibik hier zu lesen...

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Die Insel Unje, das Bojenfeld auf der Ostseite

Oktobertörn Rovinj-Zadar und zurück

Geplant war ein entspannter Törn mit Bettina, Thomas und Jan. Bettina war Segel-Neuling, Jan und Thomas schon mal auf dem Katamaran eine Woche mitgesegelt, also Wiederholungstäter. Es hätte so schön sein können, wäre Jan nicht einen Tag vor der Abreise aus berufl. Gründen abgesprungen. Ich hatte mich sehr auf ihn gefreut, mit ihm kann man lange an Bord sein, ohne das irgendetwas stört. Ja, es sollte sich später noch einmal ergeben. Es tat ihm selber auch sehr leid. Dafür hat Thomas uns tröstend eine riesen Freude gemacht, er hat den ganzen Einkauf für die 10 Tage erledigt, während wir (nur noch Bettina und ich) noch im Flieger saßen. Als wir dann auf dem Schiff eintrafen, war die Freude und Spannung groß, zu dritt los zu fahren, für ein fast 12m langes und knapp 7m breites Schiff nicht gerade mit großer Crew. Thomas wollte sofort die Leinen loswerfen und noch bis zur Südspitze Istriens runtersegeln, hatte schon alles gecheckt. Ja, die Begeisterung konnte ich verstehen, aber mich traf der Schlag, als ich erfuhr, dass die neue Ankerwinsch noch die falsche Ketten-Trommel drauf hatte. Deshalb war die Ankerkette gegen eine Ankertrosse getauscht worden. Nein, so wollte ich nicht los. Ohne Kettenvorlauf, zwar mit Winsch für eine Leine am Anker, aber ohne Gewicht - no go. Als Skipper hat man doch die ganze Verantwortung. Aber alle Telefonate halfen nichts, die neue Trommel war zwar auf dem Weg aus Italien, aber wir konnten darauf nicht warten. Also Leine weg, Kette stattdessen wieder an den Anker und drauf einstellen, dass wir zu dritt (also 2 am Anker) viel Handarbeit nötig haben würden. Auch beim Fallen lassen des Ankers würde uns die Winsch nicht helfen können, keine Bremse, nur eine Ankerkralle zum einhaken in die Kette und dann belegen auf den Bug-Klampen. Ja, dass sollte funktionieren. Etwas mulmig aber bei kräftigem Ostwind ging`s dann los. Wir kamen so schnell voran, dass es sinnvoll erschien, gleich über den Kvarner zu segeln, um in Unje an der Boje festzumachen, anstatt gleich in der ersten Nacht mit der Ankerproblematik konfrontiert zu sein. Ja, gute Idee, wäre dann nicht im Kvarner auf halber Strecke dann die Wetterwarnung über das Funkgerät gekommen. BORA, in Böen bis 45 Knoten. Na prima. Dann reffen wir doch gleich mal. Bettina musste aus der Koje hoch, steuern, auch wenn`s ihr nicht gut ging. Später war genau das rückblickend die richtige Therapie. Wir kamen gegen 1 Uhr nachts ziemlich fertig in Unje in Dunkehlheit an, hatten alle 3 Mühe, die Bojen des Feldes in der Marcarol Bucht zu erkennen, um nicht darin mit den Schiffsschrauben hängen zu bleiben. Aber es war schlagartig ruhig in der schmalen, langgestreckten Bucht und wir konnten alle gut schlafen.

Schwerwetter-Segeln Bora hin und zurück