Mittwoch, 16. Januar 2013

Anse d'Arlet

Wir sind mal ein Stückchen weiter nach Norden gesegelt. Oh je ist das schön hier :-) Wenn das so weiter geht kommen wir nie weiter. So haben wir uns die Karibik in unseren Träumen vorgestellt. Nichts von überlaufen, stattdessen super angenehme Temperatur, frischer Wind, sichere, kostenlose Boje. Ich komm aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Habe gerade Internet im Petit Bateau und schicke einfach mal ein paar iPhone Bilder aus der Bucht an den Blog.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Mangroven und Hurricane Holes


Gestern haben wir mal einen Ausflug in die Mangroven um uns herum gemacht. Das ist Urwald pur. Unheimlich, diese ganzen Luftwurzeln, die quasi von den Bäumen herunter kommen. Von oben hatten wir noch mal einen Ausblick auf Liza (unten im Panoramabild) und in die Bucht. Am Ende rechts des Panoramabildes die Stadt Le Marin. Oberhalb von Liza ein (helleres) Korallen-Riff deutlich sichtbar. Deshalb liegen hier nicht viele Schiffe zwischen den Riffs. Von oben sieht man auch gut eins der so genannten Hurricane Holes, wo im Sommer während der Stürme die Schiffe einfach in die Mangroven hineingefahren werden, an den Wurzeln mit Seilen gesichert, und dann abwarten, bis alles vorbei ist. Die Wurzeln brechen die Wellen, und die Mangroven sind höher als die meisten Schiffe, also eine ziemlich sichere Angelegenheit. Daher ist diese Ecke auch so beliebt. Nachtrag: wir haben gestern beim Einkaufen Solinger Haribo im Supermarkt gefunden :-)
faszinierend, dass die jahrelang über die Meere treiben können und dann wird da eine Palme draus..

Durch diese Mangroven ist kein Hindurchkommen

so segeln die Einheimischen mit Ausreitern aus Baumstämmen

Noch mal Mangroven

links im Bild die LIZA mit Korallenriff dahinter (deshalb legt sich niemand daneben ;-)  , rechts in Hurricane Hole
So werden die Schiffe einfach in die Mangroven hineingefahren in der Hoffnung, die Hurricanes zu überstehen

Sch.......ss Wetter


So langsam nervt es doch mit dem z.Zt. überwiegendem Regen. Auch die Lokals, die hier schon lange auf den Schiffen leben, sagen das.. Zuletzt vielleicht 2008 ähnlich, oder in dreißig Jahren nonstop auf dem Schiff hier noch nie so viel und lange Wind um diese Zeit, sagen die fast Achzigjährigen Weltumsegler auf dem Kat hinter uns. Da kann man ja etwas paranoid werden, dass das Mistwetter uns schon wieder verfolgt. Ich hatte richtig ein Problem, das neue Radar zu montieren. Musste mehrfach in den Mast und wieder runter, weil die 20 Minuten gutes Wetter nicht ausreichten, die ganzen Kabel zu verbinden und die Schüssel zu montieren etc. Aber vorweg: es funktioniert jetzt und selbst in der dicksten Regensuppe können wir selbst kleine Bojen hier in der navigatorisch anspruchsvollen Bucht ausmachen. Die Radartechnik hat sich auch mächtig verbessert.
Diese 63m Superyacht Athos liegt gerade bei uns. Dagegen wirkt die Lagoon 470 richtig süss,  nicht?

So sehen die Palmen beim Club Med z.Zt AM TAG häufig aus!!

Hier fegt gleich die Regen-Gischt an uns vorbei, schon fast keine Sicht mehr im Hintergrund, vorne wenige Sekunden vorher noch fast harmlose kleine Wellen

Sonntag, 6. Januar 2013

Wurzeln geschlagen

Schöne Aussicht....

Unser allabentliches Theater...

Und wenn die Sonne untergegangen ist, fliegen die Ibisse in ihre Nachtunterkunft

Das gehört auch zum täglichen Theater, alle 15 Min ein Regenschauer und manchmal der Regenbogen dazu. Dies ist der Blick von Liza nach Westen. ganz recht geht es nach Le Marin, wo wir mit dem Dingi einkaufen und Internet bekommen..
Heute ist unser Austausch-Radar angekommen (ohne Zollprobleme), jetzt muss ich es noch einbauen im Mast. Wir haben bisher nicht bereut, nun schon fast zwei Wochen auf Martinique verbracht zu haben. Aber so langsam müssen wir schauen, dass wir weiter kommen, sonst schlagen wir Wurzeln wie die Mangroven ringsherum. Dann ist es noch schwieriger, wieder loszukommen. Ohnehin braucht es wieder mehr Mut, weil bis Mitte nächster Woche noch ziemlich unbeständige Winde und Wetter über uns mit 30 Knoten hinwegfegen. Dieses Phänomon von ein paar Tagen Starkwind ist hier als CHristmas-Winds bekannt, nur dieses Jahr verspätet? Wir sind froh, einen sehr guten Ankerplatz zu haben und genießen die Annehmlichkeiten, in 10 Min Dingi-Fahrt die ganze französische Leckereien-Palette im Supermarkt zu haben. Kürzlich streikten zwar mal wieder die Lotsen im Haupthafen Fort de France und dann müssen die Frachter auf dem Meer bleiben, bis der Streik vorbei ist. Dann finden erst mal Hamsterkäufe statt, aber in Grenzen. Gestern haben wir dann noch mal kräftig eingekauft- man weiss ja nie, und viele Nahrungsmittel sind hier preiswerter, als irgendwo sonst in der ganzen Karibik, z.B. (deutsches !) Bier, Wein, H-Milch uvm. Wir brauchen davon außer H-Milch nicht wirklich viel, aber man hat ja gelegentlich Gäste an Bord...  Gestern war wieder sehr nett mit Gerhard und Marion. Schon mutig, wie die beiden mit über 70 ihr Leben ausschließlich auf dem Katamaran verbringen und dass seit 6 Jahren. So "fanatische" Wassermenschen oder boatpeople sind wir nicht. Irgendwie brauchen wir auch "Land-Erdung", und haben geschmunzelt, dass ein jüngeres Paar seit 4 Jahren auf dem Schiff hier in der Bucht, sich ein Grundstück auf Dominica gekauft hat, weil es einfach faszinierend ist, die tropischen Früchte dort zu ernten. Kein Haus, nur Garten.. Ja, es gibt fast alle Kombinationen hier zu beobachten. Hauptsache jeder findet heraus, was er/sie braucht und glaubt daran, das Richtige gefunden zu haben. Nur Niemandem bleibt das Alter erspart und manch ein Ende findet abrupt statt, dann muss im letzten Moment das Schiff verkauft werden. Daran denken die meisten aber erst so spät wie möglich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich das Paar vor uns fühlt, Ende siebzig, 36 Jahre zusammen gesegelt, jetzt beide Schlaganfall kurz hintereinander gehabt. Ihre Augen glänzen, wenn sie von ihren 23 Tagebüchern erzählt aus diesen Jahren. Die liegen beim Sohn und werden wohl der Lesestoff für die nächsten (letzten) Jahre. Ob die beiden überhaupt noch an Land zurecht kommen? Anyway, wir sind altersmässig so richtig zwischen den Stühlen, es gibt die jungen Aussteigerpaarre ohne Kinder, und die Rentner mit Kindern (weltoffen, vergnügt) und die Einhandsegler (verschlossen, aber innerlich glücklich, wenn nicht abgestürzt). Und wir sind von allem etwas, passen in keine Kategorie, aber schauen uns diese Welt intensiv an ohne uns festzulegen. Das empfinden wir als großen Luxus, mit mehreren Optionen. Man hat den Kopf etwas voller (ich mache gerade wieder die Steuer für D & Canada), alles hat seinen Preis, vor allem, wenn man nicht 100% genau weiß, was man will, aber wir wollen uns nicht auf EINS festlegen.   

Montag, 31. Dezember 2012

2013

so sieht es aus, das Wetter ändert sich alle 15 Min, heftige Regenfälle und dann kommt die Sonne (oben i.d. Mitte der Club MED)
Am Anker bis 30 Kn Wind rappelt schon ganz schön.
Wir genießen einfach nur das Leben, die Ruhe, und ein paar nette Segler in Sichtweite. Viele sind hier seit vielen Jahren hängen geblieben bzw. ausgestiegen, interessante Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten, und auch nicht nur Rentner. So erfahren wir komprimiert, was hier auf Martinique "abgeht", Freunde von unseren Nachbarn bringen uns einen Ersatzplotter und Radar mit (beides ausgefallen auf unserer Tour über den Teich), und heute Abend werden wir mit 14 Seglern auf dem Nachbarschiff Silvester feiern, einmal um 19 Uhr Lokalzeit auf euch alle ein Deutschland anstoßen und dann um 24 Uhr noch mal hier das Feuerwerk vom Club MED anschauen. Es passiert sonst nich viel Spektakuläres, worüber man schreiben könnte, aber genau das tut uns mal so gut, dass wir mind. noch eine Woche bleiben werden, weil dann die Ersatzteile (Sa) eingeflogen werden. Wir sind weiterhin neugierig auf die nördl. Inseln, z.B. Dominica, die sehr ursprünglich sein soll (70% unberührter Regenwald), sind daher froh, dass wir ein sehr hochseetaugliches Schiff haben, im Gegensatz zum manchem "Hausboot" hier, womit ich nicht mal zur nächsten Insel segeln würde. Die Lagune hier bei Der Marina du Marin eignet sich sehr für einen langen Ausstieg. Die karibische Fröhlichkeit, die bunten Häuschen kombiniert mit einer europäischen Grundversorgung (Arbeitserlaubnis, Krankenversicherung etc.) hat manche Seereise hier beendet und manches Paar auch alt werden lassen. Ihr glaubt nicht, wie viele rüstige über 70er hier leben und erst im allerletzten Moment ihr Schiff verkaufen, wenn wegen Schlaganfall o.Ä. nichts mehr geht. Hinter uns liegt ein über 80er, der einhand mit der ARC zum 24. Mal über den Atlantik gekommen ist, und noch einmal mitmöchte, weil er dann den Rekord (25x) hält. Tja, so ambitioniert sind wir auch wieder nicht, auch nicht so jung, wie die kinderlosen Greenhorns, die Enddreißiger ein paar Schiffe weiter, die sich ein Grundstück auf Dominica gekauft haben und nun alle paar Wochen rübersegeln, um ihr Obst zu ernten. Es gibt unglaubliche Geschichten hier, Menschen die Dinge erlebt haben, die man kaum glauben kann. Einer der berühmten Posträuber lebt hier auf seinem Schiff, hat sich vor ein paar Jahren "gestellt", um nur ein Beispiel zu nennen. Und wir? Tja, wir passen mal wieder in keine Schublade, sind keine extremen Yachties, wollen nicht für immer auf dem Schiff leben, haben nicht alles hinter uns abgebrochen, möchten Kontakt mit unseren "Landratten" in Deutschland halten, sind glücklich über die emails von Euch, die uns hier erreichen, obwohl Internet selten stabil ist und die Stunde 5 Euro kostet, nachdem die Prepaid Simyo 50MB Auslandspakete nach einer Woche abgelaufen und nicht mehr verlängerbar sind. Wir haben uns andererseits voll integriert hier, haben Freunde gefunden, wenn auch nur für Lebensabschnitte. Aber das passt in unser Motto, jetzt den Augenblick zu leben, ohne immer mit einem Auge in die Zukunft zu schielen.
Wir wünschen allen daheim und unterwegs ein frohes, gutes Jahr 2013! Lasst euch nicht zu sehr vom Pseudo-Sicherheitsdenken der Politiker fesseln, die meistens nach ein paar Jahren Legislaturperiode nichts mehr für euch tun können und sich dann lieber ins Ausland absetzen. Vergesst nicht, auf euch selbst aufzupassen, statt das Wohlsein in die Hände der Krankenversicherungen zu legen, die sehr schnell auch nichts mehr für euch tun können. Wir haben hier "abgeschriebene" Krebspatienten erlebt, die nicht nur wenige Wochen (wie prophezeit) noch mal losgesegelt sind, sondern sich mittlerweile nach Jahren wieder als gesund bezeichnen. Jeder ist ganz allein für sein Glück verantwortlich. In jeder Situation gibt es die beiden Optionen, sie anzunehmen, was draus zu machen, oder sich immer dagegen aufzulehnen und darüber krank zu werden.  Es ist nicht wichtig, was ihr tut, sondern dass ihr es tut.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

sauwohl...

  
ganz links im Bild der Kat von Gerhard und Marion aus D., in Hintergrund Mangroven
Wir haben uns heute ein wenig weiter raus aus der Lagune verlegt ins offenere Wasser. So ist die Entfernung zur Versorgung in Le Marin immer noch aktzeptabel weit mit dem Dingi, aber wir haben mehr Wind, keine Mücken und sauberes Wasser. Um uns herum Riffe, so dass sich kein Boot neben uns legen wird. Der nächste Katamaran ist bewohnt von einem deutschen Ehepaar, er Prof. für Maschinenbau, an der RWTH Aachen und in München gewesen und ausgestiegen, leben seit 6 Jahren hier und haben uns eine Menge gute Infos gegeben. Jeden Freitag gibt es hier einen deutschen Stammtisch und man passt aufeinander auf, ich meine auf die Schiffe.... Also wir schlagen schon Wurzeln, fühlen uns hier sehr wohl und ankern zudem kostenlos auf sehr gut haltendem Korallensand.   
Der Blick direkt vom Schiff über die Solarpanelen hinweg. Hinter den Palmen ist der Club Med

Dienstag, 25. Dezember 2012

Martinique - Willkommen in der EU...

... steht auf dem Handy. Es ist auch ganz anders als auf den bisherigen Inseln. Obwohl hier so viele Schiffe in der Lagune liegen, wie ich im Leben noch nie gesehen habe, ist es wunderbar ruhig. Und dennoch alles im Ort Le Marin zu finden , was man zur Versorgung braucht. Es ist auch mal wieder lecker, franz. Camembert uvm zu geniessen, was hier mit täglichen Flügen aus Paris ankommt. Martinique wird sehr vom Mutterland subventioniert. Wir genießen nun den französischen Flair über die Feiertage und dass wir mal totale Ruhe und Abstand von den weihnachtlichen Anstrengungen haben. Heiligabend haben wir zusammen Kino veranstaltet in der gr. freien Koje. Es hat nämlich so stark geregnet , dass wir gar nichts anderes machen wollten, als es uns gemütlich im Schiff einzurichten. Der Film passte zum Thema: das Streben nach Glück. Wir haben es hier für eine Weile gefunden, mal ganz anders - und ähnlich wird es sich für unsere Tochter in Kanada anfühlen, die die Nacht in einer Diskothek durchgetanzt hat. Es ist aber auch gut zu wissen, das die andere beide Kids traditionell bei den Großeltern feiern, nachdem Corinna ja ebenfalls schon letzte Weihnacht am Strand von Neuseeland gefeiert hat bzw gar nicht in weihnachtliche Stimmung kam. Wir wissen jetzt, wie sich das anfühlt und was übrig bleibt im Kern , wenn die ganze äußere Schale weg ist. Was verbindet man noch mit Weihnachten außer Familie treffen, essen, schenken. Oder etwas mystischer der Duft von Gebäck und Tannengrün. Hier in den Mangroven fernab von allen eigentlich ablenkenden weihnachtl. Stimulationen beschäftigen mich die radikalen Botschaften von Jesus, die auffordern, die ausgetretenen Wege zu verlassen, sich auf seinen eigenen Weg zu machen und zu befreien von Tradition und Gewohnheit. Monika fragt, warum eigentlich unsere Tradition so mit Weihnachtsbaum etc verbunden ist. Die Wiege des Christentums ist doch eigentlich orientalisch, die drei Weisen aus dem Morgenland verbinde ich mit Palmen, Datteln, und geschneit hat es in Nazareth eher selten... Naja, unsere Christbaumkugeln sind jetzt die Kokosnüsse in den Palmen.
Wir haben "gut Reden" in der Karibik meint ihr zu Recht, Zeit an einem schönen Ort. Von allein kommt jedoch auch hier nichts und das Glück schon gar nicht. Wie im o.g. Film ist es ein Streben danach und das Leben an Bord alles andere als bequem, nicht zuletzt wegen der ewigen Wärme, die man sich daheim immer ohne die Luftfeuchtigkeit dabei vorstellt. Dazu müssen wir die Luken oft schließen wegen der Regengüsse. Und dennoch ist es ein Leben, dass wir eine Weile intensiv kennen lernen wollen.

Sonntag, 23. Dezember 2012

zu früh gefreut...


Rodney Bay die linke Seite.....

und die rechte Seite , oben auf dem Berg das Fort
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, oder in südl. Ländern nicht vor dem Morgen (des nächsten Tages). Meist geht spät abends doch irgendwo in jeder bebauten Bucht die Post ab. Zu den noch urtümlichen Steelbands (von denen ich sicher aber auch kein Fan werde) mischten sich mit fortschreitender Stunde bis zum Morgengrauen grauenvoller Technolärm, der am Ende alles dominierte und gegen den auch keine Ohrenstöpfel halfen, obwohl die Verursacher sicher einen Kilometer entfernt lärmten. Das permanente Zwischenquatschen des DJs erinnerte mehr an die Geräusche aus dem Affenhaus im Zoo. Wir haben das wirklich in allen warmen Ländern als sehr beeinträtigend empfunden, dass der Diskolärm, der in heimatlichen Breiten wenigstens in schalldichte Bunker verordnet wird, wegen der Hitze draußen und dann auch noch sehr spät stattfindet. Es ist eine Umweltverschmutzung, die nicht nur wir so empfinden. Ok, wir haben die Freiheit, einfach wegzufahren, aber morgens um 2 oder 3 Uhr wohin aufbrechen und dann neu ankern? Heute nacht hätten wir uns fast einfach nur draußen auf dem Meer treiben lassen, Hauptsache weg aus diesem Menschen-Moloch, dieser agressiven Hammermusik, nein, Musik ist das nicht, es ist nur Gequatsche ähnlich dem der Rapper, aber primitiver und kein Text, nur Laute wie im Urwald. Was sind das aber vor allem für Menschen, die das ja anlocken soll, die das "hören" wollen. Wie besoffen oder stoned muss man eigentlich sein, um das überhaupt zu ertragen? Wir merken, dass wir nicht für diese Welt geeignet sind, die offenbar für ein Heer von jüngeren Anhängern der Lebensinhalt nicht nur für die Wochenenden ist. Wir merken wieder einmal mehr, dass unsere gewohnte Ruhe im Garten im Bergischen Land eine Grundvoraussetzung für ZuFRIEDENheit ist und dass wir ansonsten noch am ehesten nach Kanada gehören. Jaja, man verherrlicht immer tendenziell das, was man gerade nicht hat. Und für Winterstille und friedliche endlose Wälder sind wir ja wirklich nicht hier, aber es darf auch mal gesagt werden, das es einem fehlt, oder? Ist das dann schon wieder "negativ" ? Ich gebe zu, dass ich jahrelang mit der Weihnachtsidylle zu Hause nichts anfangen konnte. Das sogenannte Jahresendgeschäft war immer extrem hektisch, alles musste noch erledigt werden, weil bis Neujahr dann alles zu war. Ich habe es immer gehasst, weil einfach nichts von der der Weihnachtsgeschichte adveniat, bei mir ankam. Als Musiker war ohnehin die Zeit mit Weihnachtsoratorien, Chorkonzerten etc. extrem ausgefüllt. Ich konnte es auch nicht mehr hören. Ja, am liebsten höre ich Stille, das Rauschen oder auch Plätschern des Meeres. Oder Musik wie von Avo Pärt, minimal aber voller Atmosphäre. Ok, da bin ich dann verkehrt in der Karibik. Wir müssen uns noch die Bucht suchen, in der wir uns wohlfühlen, und das ist sicher nicht so eine "berühmte" wie die Marigot oder jetzt die Rodney Bay, sondern vielleich eher eine der vielen kleinen Buchten auf Martinique. Es ist nicht die Suche nach dem "Paradies", oder immer noch innere Unruhe, die gerade treibt, sondern diese "Musik" hier ertragen wir einfach nicht noch eine Nacht. Deshalb fahren wir jetzt mal in die Stadt und klarieren aus. Dann können wir wenigstens wirklich einfach aufbrechen. Ohne Ausklarierung können wir aber auf der nächsten Inseln nicht einklarieren, sondern müssen zurück. Das ist erst auf den Virgin Islands einheitlich geregelt, aber hier hat jedes Inselnchen sein Prozedere.


das waren mal nette Boatboys bzw. Fischer, die uns heute morgen zuwinkten
Was ich eigentlich sagen wollte:
genießt ihr die Weihnachtsstimmung irgendwo irgendwie einen Augenblick zwischen den Terminen. Und glaubt mir, wir finden unser Paradies hier auch aktiv und nicht an jeder Ecke. Es ist nicht einfach da, nur weil das Wasser und die Luft 28-30 Grad haben.

Wir wünschen Euch jedenfalls eine besinnliche Weihnachtszeit, und melden uns wieder, wenn es irgendwo Internet gibt.

Samstag, 22. Dezember 2012

Rodney Bay

Wir werden Weihnachten in der Rodney Bay verbringen. Die ARC-Teilnehmer
haben sich inzwischen weitgehend in alle Winde verstreut, und wir
genießen die schöne große Bucht mit klarem Wasser, großem Sandstrand,
einem altem Fort an der Nordseite, gut haltendem und kostenlosem
Ankergrund, viel Unterhaltung (die Steelbands spielen am Strand mit
Jongleuren, Feuerspuckern etc.). Morgen werden wir uns mal in der Marina
umschauen. Ich hoffe, das Internet bleibt erhalten, nicht wie in der
Marigot Bucht, wo das mühsam gefundene Netz heute nicht mehr sichtbar
war. Jaja, das ist so eine Sache mit dem WIFI. Ist nicht mehr wie vor
ein paar Jahren, überall offenes Netz. Man muss inzwischen schon ganz
schön suchen. Wir werden mal versuchen, die nächsten Abende mit Skype
online zu sein, aber seit nicht enttäuscht, wenn es nicht klappt.

Freitag, 21. Dezember 2012

Marigot Bay



Heute morgen haben wir uns mal wieder auf den Weg gemacht. Das ist ja das Schöne an diesem Leben, man muss nur den Anker aufholen oder eine Leine losmachen und schon warten wieder neue Erlebnisse nach ein paar Stunden Segeln. Auf dem Weg passierten wieder zwei Luxusyachten, die Maltese Falcon, für ja satte 420000 EURO pro Woche zu charter. Irre, was Leute Geld ausgeben können, und die Star Clipper, die ich mit Peter schon bei der Überführung von AQUA gesehen hatte, bzw. das Schwesterschiff Royal Clipper von Jan Röhrmann toll fotografiert in Kroatien. Naja, mit all den Superyachten will ich euch nicht langweilen, es ist nur atemberaubend, was es für Schiffe gibt, und zudem, wenn man mit ihnen auf Kollisioniskurs ist und auch schon mal funken muss.

Das Anlanden mit dem Dingi müssen wir noch üben. Wie man hier oben gut sieht, steigen die Wellen ganz schnell über den Spiegel, man muss sehr schnell rausspringen und sofort auf den Strand ziehen - was bei knapp 85 kg. nicht leicht ist...

Neben der Marigot Buch eine filmreife Kulisse (Mr. Dolittle wurde hier gedreht). Nur wir allein... sorry für die Qualität - es regnet kräftig alle paar Stunden einen warmen Schauer und das Objektiv der GOPRO Cam ist voller Tropfen...




da muss ich ja mal filmreif den Bauch einziehen, wenn meine Frau schon ein Foto hier von mir macht..

vorne rechts INDIAN SUMMER in der Karibik, die Steine .....
.....alles Korallen wie man hier besser sehen kann.

Also,  die Marigot Bucht ist berühmt, als Hurrican Hole (sicher auch in der Hurricane Zeit), aber auch für Luxus, der nach dem Dreh des Films Mr. Doolittle hier Einzug hielt. Die Schauspieler haben sich Supervillen hier hin gesetzt. Der Preis für Boje ist mit 80 East Caribbean Dollars (22 Euro) auch nicht gerade günstig, aber morgen ankern wir im vorderen Teil oder fahren in die Rodney Bay.Wir sind hier jedenfalls sicherer, als in der Soufriere Bucht, wo wir uns nicht getraut haben, das Schiff allein zu lassen. Hier gegenüber vom Yachtclub und der ganzen Security ist das kein Problem. Es hat eben alles seinen Preis, auch das ursprüngliche, typische Caribbean Life, wenn man es denn original erleben möchte, ist mit etwas Angst vor den schrägen Typen verbunden. Boatboys gibt es auch hier, aber sie sind leichter "abzuwimmeln". Nur zwei Baguettes haben wir uns aufschwatzen lassen - weil solche Lust mal wieder auf Brot. 6 Euro - frei Schiff geliefert. Ok, das brauchen wir demnächst auch nicht mehr....  Man macht halt so seine ersten Erfahrungen.
Die Marigot-Bucht von unserer Liza aus gesehen



Mittwoch, 19. Dezember 2012

St. Lucia, Soufriere Bay

Nach einem ziemlich rasanten Törn mit durchschnittlich 8 Kn Fahrt die ersten 5 Stunden sind wir nach nochmals gut 110 SM auf St.Lucia angekommen. Das Einklarieren war mal wieder das übliche umständliche Prozedere mit tausend Formularen, 3x Crewlisten usw. Es wäre ja ok, wenn man es nicht direkt beim Anlegen nach einer durchgemachten Nacht in einer unbekannten exotischen Stadt erledigen müsste. Naja, dafür ist man gleich mitten drin und unter Einheimischen. So machten wir gleich Bekanntschaft mit den s.g. Boatboys, die schon weit aufs Meer mit ihren Nuss-Schalen entgegen kamen und allerlei Dienste anboten. Ich wurde also von einem Rasterlockigen zum Zoll/Immigration und auch gleich zur Bank gebracht, um ihm gleich seine erwarteten 30 Ostkaribischen Dollar für alle Dienste umzutauschen (inkl. "Helfen beim Bojen-Festmachen"), das sind etwa 8 Euro. Ja, wir haben schon ein paar mal erfolgreich weitere Hilfe ablehnen können, aber insbesondere bei den (manchmal penetranten) Kindern fällt das schwer, oder die Boatboys ignorieren den Hinweis einfach und machen munter das Schiff an der Boje fest, auch wenn man es gar nicht will. Naja, wir werden das NEIN noch lernen....

Ankunft in der Soufriere Bay auf St. Lucia


Die Menschen legen sehr viel Wert auf ihre Kleidung. Hier bei einer Hochzeit, aber auch im Alltag.....




Die Germania Nova lag auf Barbados direkt neben uns, eine Super(schöne) Yacht. Charterpreis pro Woche ab 80.000 Euro. Details hier....

Nicht nur wir machen Luftsprünge angesuchts der berühmten beiden berühmten Karibik-Berge , die Pitons auf St. Lucia..

.... sondern wir werden über eine Stunde eskortiert von einer großen Delfin-Schule.....

...bis zum Liegeplatz in der Soufriere Bucht.

Das Ufer unserer Aussicht. Echte Schweine am Strand und krähende Hähne. Hier werden wir wohl erst mal ein paar Tage bleiben. Die Gebühren für eine sichere Boje von 5,- Euro umgerechnet sind moderat (ja, hier gibt es schon wieder eine eigene Währung wie schon auf Barbados, nun hier der s.g.  Eastern Caribbean Dollar)



Montag, 17. Dezember 2012

noch ein FIlmchen

Unsere jüngste Tochter z.Zt. in Kanada uvm wünschten noch ein Filmchen. Ich habe kaum etwas gemacht, aber hier ohne großen Anspruch ein paar Szenen auf dem Atlantik aneinandergereiht. Sorry Enrico, wenn ich Dich nicht mehr um Freigabe bitten konnte. Melde Dich, wenn du gut zu Hause angekommen bist und hoffentlich einverstanden.... Falls das Video eingebettet hier nicht sichtbar ist, hier der Link: http://youtu.be/_4-fsaot7NU

weiter nach St. Lucia

Enrico ist heute von Bord gegangen und damit wir nicht so traurig darüber sind, machen wir uns einfach weiter auf den Weg nach St. Lucia. Es sind ja alles keine großen Distanzen mehr, und in St. Lucia gibt es doch einiges mehr an Service. Auf dem Atlantik ist zum Radar auch der Plotter ausgefallen und bei Gelegenheit möchte ich den doch gern ersetzten, auch wenn wir mit iPad, iPhone und Laptop immer noch gut versorgt sind.
Wir melden uns wieder über die Positionsangaben, und wie immer müssen wir auf der Insel jeweils wieder schauen, wo es Internet gibt.