Dienstag, 22. Januar 2013

Saint Pierre


und nochmal der Liegeplatz in Saint Pierre direkt vor dem Vulkan
... oder hier vom Dorf aus gesehen


Das alte Theater (nur der Aufgang)

und die Ruinen der ehemals verschütteten Häuser

Ich liebe es, tropische Früchte, hier Mangos, einfach von den Bäumen zu pflücken...
morgens noch normale Stadtgasse...nachmittags dann plötzlich Karneval...........
 
Der Karneval hilft, die permanente Bedrohung durch den noch aktiven Vulkan im Hintergrund einfach mal zu vergessen

oft recht üppige Lebensfreude



so macht einkaufen Spaß. Es geht immer fröhlich zu, selbst wenn man sich kaum versteht

Dorfjugend

ja, es ist kitschig, aber so war es wirklich
 

herrliches Durcheinander......

Sonntag, 20. Januar 2013

Freitag, 18. Januar 2013

Caribbean Life

Nach getaner Arbeit noch mal ins Dörfchen, Lebensfreude tanken. Es ist so schön , dass es hier noch so viele frohe Gesichter gibt , und Farben. Ich kann Gaugin verstehen, dessen Schaffensperiode auf Martinique ein ganzes Museum hier gewidmet ist.

Nordwind - Putztag

Eigentlich wollten wir ja weiter Richtung Norden/Dominica, aber entgegen aller Windvorhersagen, dass in der Karibik immer Ostwind (Passat) weht, kam er uns genau auf die Nase. So sind wir geblieben und ich habe mal das ganze rostende Edelstahl poliert und das Unterwasserschiff gebürstet . Ganz ohne Pflege geht es auch mit Coppercoat Antifouling auf dem Rumpf nicht. Nach einem halben Jahr haben sich wunderschöne Seeanemonen festgesetzt, die wegen des Kupferanteils jetzt noch leicht mit einer normalen Decksbürste abzuschuppen sind. Leider brennen sie auf der Haut wie Brenneseln , und sie versuchen sich sofort wieder auf dem Rumpf festzuhalten. Nach kurzer Zeit war ich von einem großen Fischschwarm umringt, die sich über reichlich Nahrung freuten. Monika hatte schon zu meiner Bewunderung die Toilettenpumpen auseinander geschraubt und gereinigt bzw die Dichtungen mit Silikonfett eingeschmiert, damit sie beim Pumpen nicht mehr so quietschen. Jetzt gehen sie butterweich, Der allgemeine Tipp, etwas Speiseöl ins Klo zu schützen half immer nur für kurze Zeit. Und wo wir schon mal dran waren, wurden auch noch die Filter vom Wassermacher erneuert. Nach einem halben Jahr war das jetzt nötig, weil das Wasser in der Lagune von Le Marin ziemlich trüb war, verglichen
mit der Bucht jetzt, wo man wieder wie in Kroatien 20 m tief den Grund sehen kann.
Also zu arbeiten gibt es auch im Paradies genug. Es ist seltsam, dass man zum Glück auch etwas zu tun braucht. Das war mir vorher nicht so klar ;-)
Ich warte ja noch darauf , dass mir der blaue Himmel und der üppige Regenwald langweilig wird. In Le Marin hatten wir jetzt schon so viele Kontakte und fast "Stress" mit Terminen, wann bei wem und all die Geschichten, dass es fast zu normal wurde, wie in einem. Dorf. Es wurde Zeit dass wir uns davon befreiten. Das ist der Vorteil zu einem (Ferien)haus, wo man sich die Nachbarn nicht aussuchen kann. Allerdings sind nette Kontakte dann auch plötzlich wieder weg. Wir stellen beide fest, dass wir immer gern schnell Fuß fassen und Kontakt finden wenn wir an Land sind. Das ist wohl angelegt in uns und daher sind wir auch nicht zufrieden mit einem Leben ausschließlich AUF dem Wasser.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Wandertag

Es ist ein Traum...
Heute morgen sah es erst mal wieder so aus...  wie immer mind. ein Regenhusch pro Tag
... dann wieder kommt die Sonne durch mit den unbeschreiblichen Regenbögen (Blick von Liza auf die Nordseite der Bucht)

Und weil das Wetter so schön war, haben wir mal einen Wandertag gemacht, um dem Muskelschwund unserer Seglerbeine vorzubeugen ;-)


Die  südliche Nachbarbucht Petit Anse. Da sind wir hingewandert über die Berge. Puh, ziemlich anstrengend.. aber für den Blick
und dann so ein hübsches farbenfrohes Dorf
Schule aus und wieder Farben fürs Auge..


Auf dem Weg wieder eine neue exotische Frucht gefunden, die wir vorher schon kennengelert haben: Tamarind
Tamarind schmeckt ausgepellt wie getrocknete Pflaumen mit Hagebuttenmarmelade. Mmmmm

Das ist der bekannte Felsen "Le Diamond"
Ein geschütztes Vogelparadies. Was das hier ist, muss ich noch herausfinden. Oder wisst ihr es?

Mittwoch, 16. Januar 2013

Anse d'Arlet

Wir sind mal ein Stückchen weiter nach Norden gesegelt. Oh je ist das schön hier :-) Wenn das so weiter geht kommen wir nie weiter. So haben wir uns die Karibik in unseren Träumen vorgestellt. Nichts von überlaufen, stattdessen super angenehme Temperatur, frischer Wind, sichere, kostenlose Boje. Ich komm aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Habe gerade Internet im Petit Bateau und schicke einfach mal ein paar iPhone Bilder aus der Bucht an den Blog.

Donnerstag, 10. Januar 2013

Mangroven und Hurricane Holes


Gestern haben wir mal einen Ausflug in die Mangroven um uns herum gemacht. Das ist Urwald pur. Unheimlich, diese ganzen Luftwurzeln, die quasi von den Bäumen herunter kommen. Von oben hatten wir noch mal einen Ausblick auf Liza (unten im Panoramabild) und in die Bucht. Am Ende rechts des Panoramabildes die Stadt Le Marin. Oberhalb von Liza ein (helleres) Korallen-Riff deutlich sichtbar. Deshalb liegen hier nicht viele Schiffe zwischen den Riffs. Von oben sieht man auch gut eins der so genannten Hurricane Holes, wo im Sommer während der Stürme die Schiffe einfach in die Mangroven hineingefahren werden, an den Wurzeln mit Seilen gesichert, und dann abwarten, bis alles vorbei ist. Die Wurzeln brechen die Wellen, und die Mangroven sind höher als die meisten Schiffe, also eine ziemlich sichere Angelegenheit. Daher ist diese Ecke auch so beliebt. Nachtrag: wir haben gestern beim Einkaufen Solinger Haribo im Supermarkt gefunden :-)
faszinierend, dass die jahrelang über die Meere treiben können und dann wird da eine Palme draus..

Durch diese Mangroven ist kein Hindurchkommen

so segeln die Einheimischen mit Ausreitern aus Baumstämmen

Noch mal Mangroven

links im Bild die LIZA mit Korallenriff dahinter (deshalb legt sich niemand daneben ;-)  , rechts in Hurricane Hole
So werden die Schiffe einfach in die Mangroven hineingefahren in der Hoffnung, die Hurricanes zu überstehen

Sch.......ss Wetter


So langsam nervt es doch mit dem z.Zt. überwiegendem Regen. Auch die Lokals, die hier schon lange auf den Schiffen leben, sagen das.. Zuletzt vielleicht 2008 ähnlich, oder in dreißig Jahren nonstop auf dem Schiff hier noch nie so viel und lange Wind um diese Zeit, sagen die fast Achzigjährigen Weltumsegler auf dem Kat hinter uns. Da kann man ja etwas paranoid werden, dass das Mistwetter uns schon wieder verfolgt. Ich hatte richtig ein Problem, das neue Radar zu montieren. Musste mehrfach in den Mast und wieder runter, weil die 20 Minuten gutes Wetter nicht ausreichten, die ganzen Kabel zu verbinden und die Schüssel zu montieren etc. Aber vorweg: es funktioniert jetzt und selbst in der dicksten Regensuppe können wir selbst kleine Bojen hier in der navigatorisch anspruchsvollen Bucht ausmachen. Die Radartechnik hat sich auch mächtig verbessert.
Diese 63m Superyacht Athos liegt gerade bei uns. Dagegen wirkt die Lagoon 470 richtig süss,  nicht?

So sehen die Palmen beim Club Med z.Zt AM TAG häufig aus!!

Hier fegt gleich die Regen-Gischt an uns vorbei, schon fast keine Sicht mehr im Hintergrund, vorne wenige Sekunden vorher noch fast harmlose kleine Wellen

Sonntag, 6. Januar 2013

Wurzeln geschlagen

Schöne Aussicht....

Unser allabentliches Theater...

Und wenn die Sonne untergegangen ist, fliegen die Ibisse in ihre Nachtunterkunft

Das gehört auch zum täglichen Theater, alle 15 Min ein Regenschauer und manchmal der Regenbogen dazu. Dies ist der Blick von Liza nach Westen. ganz recht geht es nach Le Marin, wo wir mit dem Dingi einkaufen und Internet bekommen..
Heute ist unser Austausch-Radar angekommen (ohne Zollprobleme), jetzt muss ich es noch einbauen im Mast. Wir haben bisher nicht bereut, nun schon fast zwei Wochen auf Martinique verbracht zu haben. Aber so langsam müssen wir schauen, dass wir weiter kommen, sonst schlagen wir Wurzeln wie die Mangroven ringsherum. Dann ist es noch schwieriger, wieder loszukommen. Ohnehin braucht es wieder mehr Mut, weil bis Mitte nächster Woche noch ziemlich unbeständige Winde und Wetter über uns mit 30 Knoten hinwegfegen. Dieses Phänomon von ein paar Tagen Starkwind ist hier als CHristmas-Winds bekannt, nur dieses Jahr verspätet? Wir sind froh, einen sehr guten Ankerplatz zu haben und genießen die Annehmlichkeiten, in 10 Min Dingi-Fahrt die ganze französische Leckereien-Palette im Supermarkt zu haben. Kürzlich streikten zwar mal wieder die Lotsen im Haupthafen Fort de France und dann müssen die Frachter auf dem Meer bleiben, bis der Streik vorbei ist. Dann finden erst mal Hamsterkäufe statt, aber in Grenzen. Gestern haben wir dann noch mal kräftig eingekauft- man weiss ja nie, und viele Nahrungsmittel sind hier preiswerter, als irgendwo sonst in der ganzen Karibik, z.B. (deutsches !) Bier, Wein, H-Milch uvm. Wir brauchen davon außer H-Milch nicht wirklich viel, aber man hat ja gelegentlich Gäste an Bord...  Gestern war wieder sehr nett mit Gerhard und Marion. Schon mutig, wie die beiden mit über 70 ihr Leben ausschließlich auf dem Katamaran verbringen und dass seit 6 Jahren. So "fanatische" Wassermenschen oder boatpeople sind wir nicht. Irgendwie brauchen wir auch "Land-Erdung", und haben geschmunzelt, dass ein jüngeres Paar seit 4 Jahren auf dem Schiff hier in der Bucht, sich ein Grundstück auf Dominica gekauft hat, weil es einfach faszinierend ist, die tropischen Früchte dort zu ernten. Kein Haus, nur Garten.. Ja, es gibt fast alle Kombinationen hier zu beobachten. Hauptsache jeder findet heraus, was er/sie braucht und glaubt daran, das Richtige gefunden zu haben. Nur Niemandem bleibt das Alter erspart und manch ein Ende findet abrupt statt, dann muss im letzten Moment das Schiff verkauft werden. Daran denken die meisten aber erst so spät wie möglich. Ich kann mir nicht vorstellen, wie sich das Paar vor uns fühlt, Ende siebzig, 36 Jahre zusammen gesegelt, jetzt beide Schlaganfall kurz hintereinander gehabt. Ihre Augen glänzen, wenn sie von ihren 23 Tagebüchern erzählt aus diesen Jahren. Die liegen beim Sohn und werden wohl der Lesestoff für die nächsten (letzten) Jahre. Ob die beiden überhaupt noch an Land zurecht kommen? Anyway, wir sind altersmässig so richtig zwischen den Stühlen, es gibt die jungen Aussteigerpaarre ohne Kinder, und die Rentner mit Kindern (weltoffen, vergnügt) und die Einhandsegler (verschlossen, aber innerlich glücklich, wenn nicht abgestürzt). Und wir sind von allem etwas, passen in keine Kategorie, aber schauen uns diese Welt intensiv an ohne uns festzulegen. Das empfinden wir als großen Luxus, mit mehreren Optionen. Man hat den Kopf etwas voller (ich mache gerade wieder die Steuer für D & Canada), alles hat seinen Preis, vor allem, wenn man nicht 100% genau weiß, was man will, aber wir wollen uns nicht auf EINS festlegen.   

Montag, 31. Dezember 2012

2013

so sieht es aus, das Wetter ändert sich alle 15 Min, heftige Regenfälle und dann kommt die Sonne (oben i.d. Mitte der Club MED)
Am Anker bis 30 Kn Wind rappelt schon ganz schön.
Wir genießen einfach nur das Leben, die Ruhe, und ein paar nette Segler in Sichtweite. Viele sind hier seit vielen Jahren hängen geblieben bzw. ausgestiegen, interessante Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten, und auch nicht nur Rentner. So erfahren wir komprimiert, was hier auf Martinique "abgeht", Freunde von unseren Nachbarn bringen uns einen Ersatzplotter und Radar mit (beides ausgefallen auf unserer Tour über den Teich), und heute Abend werden wir mit 14 Seglern auf dem Nachbarschiff Silvester feiern, einmal um 19 Uhr Lokalzeit auf euch alle ein Deutschland anstoßen und dann um 24 Uhr noch mal hier das Feuerwerk vom Club MED anschauen. Es passiert sonst nich viel Spektakuläres, worüber man schreiben könnte, aber genau das tut uns mal so gut, dass wir mind. noch eine Woche bleiben werden, weil dann die Ersatzteile (Sa) eingeflogen werden. Wir sind weiterhin neugierig auf die nördl. Inseln, z.B. Dominica, die sehr ursprünglich sein soll (70% unberührter Regenwald), sind daher froh, dass wir ein sehr hochseetaugliches Schiff haben, im Gegensatz zum manchem "Hausboot" hier, womit ich nicht mal zur nächsten Insel segeln würde. Die Lagune hier bei Der Marina du Marin eignet sich sehr für einen langen Ausstieg. Die karibische Fröhlichkeit, die bunten Häuschen kombiniert mit einer europäischen Grundversorgung (Arbeitserlaubnis, Krankenversicherung etc.) hat manche Seereise hier beendet und manches Paar auch alt werden lassen. Ihr glaubt nicht, wie viele rüstige über 70er hier leben und erst im allerletzten Moment ihr Schiff verkaufen, wenn wegen Schlaganfall o.Ä. nichts mehr geht. Hinter uns liegt ein über 80er, der einhand mit der ARC zum 24. Mal über den Atlantik gekommen ist, und noch einmal mitmöchte, weil er dann den Rekord (25x) hält. Tja, so ambitioniert sind wir auch wieder nicht, auch nicht so jung, wie die kinderlosen Greenhorns, die Enddreißiger ein paar Schiffe weiter, die sich ein Grundstück auf Dominica gekauft haben und nun alle paar Wochen rübersegeln, um ihr Obst zu ernten. Es gibt unglaubliche Geschichten hier, Menschen die Dinge erlebt haben, die man kaum glauben kann. Einer der berühmten Posträuber lebt hier auf seinem Schiff, hat sich vor ein paar Jahren "gestellt", um nur ein Beispiel zu nennen. Und wir? Tja, wir passen mal wieder in keine Schublade, sind keine extremen Yachties, wollen nicht für immer auf dem Schiff leben, haben nicht alles hinter uns abgebrochen, möchten Kontakt mit unseren "Landratten" in Deutschland halten, sind glücklich über die emails von Euch, die uns hier erreichen, obwohl Internet selten stabil ist und die Stunde 5 Euro kostet, nachdem die Prepaid Simyo 50MB Auslandspakete nach einer Woche abgelaufen und nicht mehr verlängerbar sind. Wir haben uns andererseits voll integriert hier, haben Freunde gefunden, wenn auch nur für Lebensabschnitte. Aber das passt in unser Motto, jetzt den Augenblick zu leben, ohne immer mit einem Auge in die Zukunft zu schielen.
Wir wünschen allen daheim und unterwegs ein frohes, gutes Jahr 2013! Lasst euch nicht zu sehr vom Pseudo-Sicherheitsdenken der Politiker fesseln, die meistens nach ein paar Jahren Legislaturperiode nichts mehr für euch tun können und sich dann lieber ins Ausland absetzen. Vergesst nicht, auf euch selbst aufzupassen, statt das Wohlsein in die Hände der Krankenversicherungen zu legen, die sehr schnell auch nichts mehr für euch tun können. Wir haben hier "abgeschriebene" Krebspatienten erlebt, die nicht nur wenige Wochen (wie prophezeit) noch mal losgesegelt sind, sondern sich mittlerweile nach Jahren wieder als gesund bezeichnen. Jeder ist ganz allein für sein Glück verantwortlich. In jeder Situation gibt es die beiden Optionen, sie anzunehmen, was draus zu machen, oder sich immer dagegen aufzulehnen und darüber krank zu werden.  Es ist nicht wichtig, was ihr tut, sondern dass ihr es tut.