Donnerstag, 14. März 2013

Wandertag - Tortola

Zu meinem Geburtstag sind Corinna & Florian an Bord gekommen und ich bin entsprechend happy. Die beiden sind 10 Std. nach Puerto Rico geflogen und dann mit Stunden Verspätung noch weiter mit einem Inselhüpfer nach Tortola. Auch das Landleben hat seine Tücken... Da die beiden einen Leihwagen hatten, konnten wir damit noch ins Hinterland von Tortola fahren und haben eine Wanderung im Sage Mountain National Park gemacht. Es war eine große Freude, die ganzen Inseln von den Bergen aus zu sehen und zu rekonstruieren, wo wir schon entlang gesegelt sind. Dann anschließend fast allein am Long Beach westlich vom Beef Island Airport noch zusammen in der Nachmittags-Sonne relaxen - ein rundes Programm. 


Inseltaxi...  Das sind heute die Piraten der Karibik


Norman Island



 
ein Termiten-Bau


Long Beach - menschenleer.......


  

Mittwoch, 13. März 2013

Jost van Dyke

















Ich möchte eigentlich die Bilder für sich sprechen lassen. Es sind so irreale, fantastische Farben, wie ich sie nie bisher gesehen habe. Die hellen Farbtöne kommen von den Korallensand aufwühlenden Wellen. Wir haben eine spektakuläre Bucht gefunden, eingerahmt von Korallen, so dass sich niemand in unsere Nähe legen kann, direkt hinter meterhohen Wellen, die unglaublich donnern, wenn sie über die Korallen brechen, und dann sanft an unsere Liza an den Rumpf klopfen.
Überhaupt trifft Jost van Dyke Island unseren Geschmack wieder voll. Die Insel ist "layed back", schwer zu übersetzen, nicht zurück geblieben, sondern zurück gelehnt, einfacher, wenig bebaut, nur 250 Einwohner, zumeist schwarz. Wir haben heute lange mit einer Jamaikanierin in einer Bakery in der Bucht geplaudert, die so herrlich von einem Ohrläppchen bis zum anderen lachte und uns ihre Adresse mitgab, wenn wir noch mal in die "Hauptstadt von der Insel kommen, "müssen" wir sie zu Hause besuchen oder wenn wir sonst irgendwie Hilfe brauchen, sie kommt bis an den Steg. Es ist so erfrischend wie das Klima, der Wind, der nachts die Kojen so angenehm kühlt, dass man sich mal wieder eine Decke nimmt und abends nach Sonnenuntergang auch mal ein Swetshirt anzieht. Ich habe mir die British Virgin Islands zumindest in diesem Teil viel überlaufener vorgestellt, bin total positiv überrascht. Es ist Segeln vom Feinsten. Meterhohe Atlantikdünung bei 15 kn Wind - einfach toll. Sorry, aber ich muss mal richtig schwärmen.


Neue Handynummer

Da unsere deutsche SIMcard hier auf den BVI nicht funktioniert haben wir eine neue SIM gekauft und sind nun erreichbar unter
1284-3410773
Ich habe die Int. Vorwahl noch nicht überprüft, jedenfalls die Nummer 3410773 ist die lokale hier auf den Britischen Jungferninseln.
Ich schreibe demnächst noch mehr, es geht und sehr sehr gut hier auf Jost van Dyke.


Freitag, 8. März 2013

Traumstrände rings herum

Heute morgen sah es ziemlich bedrohlich aus direkt hinter dem Riff. Weiter südlich in der Karibik hätten wir sofort Squalls und Gewitterböen befürchtet, also gleich den Anker hoch geholt und wären geflüchtet in geschützte Gefilde. Aber der Wetterbericht der Amerikaner hier ist sehr zuverlässig, es blieb recht windstill und das Riff hat die Wellen geglättet, als der Wind mal kurz über uns auffrischte.


Also: In Ruhe die Umgebung weiter erkunden.
Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche Bilder ich hochlade. So fantastische Strände, teilweise zwar kaum mit dem Dingi zu entern bei den Wellen, aber es gibt dann wieder windgeschützt woanders welche. Vielleicht sind Strandbilder langweilig für euch, wenn man nicht selbst dort war. Aber es ist doch phantastisch, was die Natur zu bieten hat. Es gibt ja hier nördlich von Spanish Town den berühmten und überlaufenen Naturpark "The Baths", wo die Kreuzfahrer aus den Riesenschiffen "ausgespuckt" werden. Und das gegen 6$ Parkgebühr pro Person pro Tag. Tja, das ist nicht so paradiesisch, wie hier ein paar Meilen weiter, wo man halt nur mit dem Dingi hin kommt und nicht mit Reisebussen.

 Richard Branson hat die Mosquito Island (Bild oben, an der wir gerade ankern) 2007 für 10 Mio Pfund gekauft, und baut ein angeblich grünes Resort darauf . Die Naturschützer laufen ammok. Eine weitere private Insel (Neckar Island) brannte im August 2011 nieder. Schade um das wirklich schöne 60 Mio Pfund teure Anwesen. Mehr über die dramatische Rettungsaktion nach dem tropical storm hier.....
Mich interessiert es nur am Rand, was hier so passiert. Die Namen der Superreichen kenne ich sowieso nicht, weil ich seit einiger Zeit nichts mehr darüber höre und lese. Es sind immer irgendwelche Netzwerke aus Medien- /Produktionsfirmen, Airlines, Immobilien etc, womit auch dieser 4,6 Billion$ "schwere" Sir R. Burns (6 reichster Engländer) sein Geld macht (400 Mio$ allein dieses Jahr). Mein lieber Freund Peter würde sagen, was sind wir für arme Schlucker. Aber er sagte auch mal: Reich bist du, wenn du glaubst, genug zu haben. Ich bin so weit :-) !!
Und ich bin froh, dass es in Kanada noch Inseln ohne diesen Hype gibt, wo wir nicht schlechter leben... Sicherer jedenfalls politisch wie klimatisch...
Kolumbus nannte die Mosquito Island "Fat Virgin", weil er meinte, sie sähe aus wie eine dicke Jungfrau auf dem Rücken. Da fehlt mir die Fantasie...  links am Bildrand etwa ankern wir z.Zt. (Originalbild hier...)
 
Dieser Strand gehörte heute uns :-) for free. Ok, man kann z.B: Neckar Island auch für £34,000 pro Nacht mieten, aber das haben wir uns erspart. Betreten ist in Grenzen erlaubt.



Donnerstag, 7. März 2013

Fotos

So nun habe ich die Leverick Bay Resort and Marina gefunden, die in einigermaßen erreichbarer Nähe vom Liegeplatz freies Internet hat. Da lade ich mal ein paar Bilder von der Jetset-Seite der Bucht hoch, also dem östlichen Ende, nicht wo wir am Riff die Ruhe genießen :-) Nur mal ein paar Impressionen. Ist schon sehr hübsch und alles sehr gemütlich very Britisch. Das war nicht immer so als der engl Hof den berühmten Piraten Francis Drake, nachdem unser Ankerplatz benannt wurde, zum Ritter schlug und Sir Francis Drake fortan im Auftrag der Royals mit einer ganzen Armada ausgestattet die Spanier hier ausrottete, 14000 an der Zahl. Die Karibik war ein riesen Geschäft schon vor ein paarhundert Jahren.















Morgenstille

Es tut so gut, die Seele mal wieder baumeln zu lassen, zuzuschauen, wie der sanfte Morgenwind die unfrisierten, zerzausten Wölkchen lange um sich dreht wie ein Knäul Kirmes-Zuckerwatte auf den Stab, bis sie wohlgeformt zum Horizont entlassen werden. Während dessen ziehen die Pelikane ihre Kreise darunter und die Schildkröten verschnaufen links und rechts vom Schiff, bevor sie wieder in die Tiefe tauchen. Solche
Momente tiefer Zufriedenheit sind selten im Leben, ich möchte nirgendwo anders sein gerade, auch wenn ich immer noch nicht weiß, ob das GLÜCK ist. Manchmal möchte ich das Wort aus meinem Vokabular streichen, weil es einen so hohen Anspruch hat. Es wäre zu einfach zu behaupten, wenn die liebsten Angehörigen und Anvertrauten gesund und munter sind, bin ich auch glücklich. Es muss noch etwas geben, was davon unabhängig ist, wenngleich ich zugebe, dass ich sehr froh bin, wenn hier nach stundenlangem Laden Lebenszeichen im Posteingang sind.
Wir alle wollen glücklich sein, jeder an seinem Ort gerade. Kann es überhaupt so viel Glück geben? Etwas vollbracht haben, was die eigene Grenze überschritten hat, über uns hinausgewachsen sein, also eine Tätigkeit, macht glücklich, nicht ein Zustand oder eine Umgebung, auch wenn noch so schön. Es macht mich glücklich, dass LIZA wieder schwimmt, wir die Kraft gefunden haben, alles wieder hinzubekommen, um
jetzt mit Proviant wie geplant für unsere Tochter mit Freund auf den Virgins zu sein. Trotz Regen, bedrohlicher Wolken und Wellen den einen Tag und Nacht guten Wind mitgenommen haben, um hier herüberzukommen. Wir fühlten uns noch so müde in St. Martin, gerade erst wieder im Wasser, das ist ein Glücksgefühl. Und Zeit haben, diese Zeilen zu schreiben. Wenn es Gott gibt, dann macht er sich vielleicht gerade keine Sorgen z.B. um seinen Papst, sondern schaut einfach mal zu, wie dieser wunderbare Morgen auf seine Menschen wirkt, ob es sich lohnt oder ob wir das eh nicht mehr wahrnehmen können. Wenn jetzt nicht, heute nicht den Tag genießen, wann dann, worauf warten wir noch? Worauf wartet ihr zu Hause, auf den Frühlung, aufs Wochenende? Am Samstag schon rollt hier ungewöhnlich hoher Nordnordost-Schwell von den Tiefs auf dem Atlantik an, der sich nächste Woche auf ungwöhnliche 4,50 m steigern soll. Dann liegen wir nicht mehr so friedlich hier im Riff und genießen das Meeresrauschen, sondern werden an die geschützte Tortola Südküste segeln, wo wir Corinna und Flo in der Fat Hogs Bay aufnehmen (die hoffentlich schon gut in Puerto Rico angekommen sind) und vielleicht auch unsere kanadischen Segelfreunde aus Nova Scotia von der Gran Crue (hier der blog http://rickandgregonthehard.blogspot.com )
wiedertreffen, die allerdings noch weiter warten auf ein Wetterfenster warten und offenbar auf St. Martin erst noch mal zwei Buchten mit gerade neuer Crew an Bord weiter in die Grand Case Bucht "umziehen".
Die Bucht (Gun Creek und Bitter End) heute morgen bei Sonnenaufgang

Blick mit 300mm Teleobjektiv vom Schiff nach Norden auf das Colquhoun Reef, das uns die Wellen glättet...

so dass wir hinter dem Riff recht ruhig liegen. Am Nord-Horzizont die Wellen (8 mm Weitwinkel-Objektiv)

Mittwoch, 6. März 2013

Virgin Gorda, North Sound, Riff östlich Mosquito Island

Ankunft zum Sonnenaufgang am Round Rock im Südwesten von Virgin Gorda
Sonnenuntergang am Liegeplatz.
Wir sind noch müde , aber nach einer schnellen 13 Std. Nachtfahrt zum
Sonnenaufgang auf VIRGIN GORDA angekommen. Es ist wieder
Bilderbuch-Karibik, das Klima tatsächlich schon kühler (weil
nördlicher) in einer der berühmtesten Buchten beim Bitter End
Yachtklub. Alles britisch sauber, korrekt, die Officer beim
Einklarieren stolz auf ihre riesigen Schulterklappen, und es kostet
alles dem entsprechend. Bojen im Schnitt 25 USD, man kann wieder mal
nicht alles haben. Aber wir haben einen traumhaft schönen Ankerplatz
direkt an einem riesigen Riff gefunden, das den zur Zeit bis zu 14
Fuss, also über 4 Meter Schwell auf dem Meer von Norden abhält.
Deshalb hatten wir uns auch so ziemlich plötzlich aufgemacht zu den
Virgin Islands, weil bis nächste Woche nur dieser Schwell bei fast
Windstille vorhergesagt war. Und da wir doch in gut einer Woche unsere
Tochter mit Freund auf Tortola an Bord nehmen, mussten wir diese eine
Nacht Wind mitnehmen. 80 Meilen motoren ist nicht unser Ding... Wir
sind umgeben von großen Wasserschildkröten, mit denen man hier ganz
ohne Scheu zusammen tauchen kann. Es gibt eigentlich nur ein Problem
hier: wir haben KEIN Mobilfunknetz, somit auch kein Internet via
Mobilfunk. Ich bekomme gerade ganz schwach ein W-LAN von weit her,
aber das kann schnell wieder unerreichbar sein. Deshalb schicke ich
diesen Eintrag mal schnell ab mit dem Hinweis, das wir sicher nur über
das Satphone eine 160 Zeichen Email ohne Betreff und Umlaute sowie
ohne Anhang empfangen an 870776428829@message.inmarsat.com (Bitte CC
als Kopie an meine bekannte email)
Wir werden trotz der Kommunikationslücke (oder Monika sagt auch gerade
deswegen, dann können wir uns mal nämlich mal ganz auf die traumhafte
Natur "beschränken") ein paar Tage hier abhängen. die letzte Woche
steckt uns doch noch ziemlich in den Knochen, wir sind sozusagen
urlaubsreif :-) Wir sind hier weit genug weg vom der
britisch-amerikanischen Hochfinanz, dem Bitter End Yachtklub, dessen
Bässe von div. Superyachten man nur ganz leise bis hier hörbar sind.
Sie werden vom wunderbaren Meeresrauschen der über das Riff brechenden
Wellen geschluckt. Die Boatboys, die bis hier rausfahren, haben keine
selbstgebauten kajaks mehr wie in den südlicheren Inseln, sondern
Rennboote mit knapp 1000 PS und verkaufen gecrashtes Eis. Es ist schon
interessant, wie unterschiedlich die Welten sind. Nur den Riff-Fischen
ist das ziemlich egal, bzw. hier werden sie sehr geschont durch
Angelverbot und durch viele teure Naturparks, in denen man nur
tagsüber an Bojen liegen darf. Umso schöner, das wir hier kostenlos
direkt am Riff auf Sandgrund ankern dürfen. Und wir sind froh, dass
unsere Holding-Tanks auf dem Schiff wieder funktionieren. Das wird
hier nämlich kontrolliert.
Der Blick vom Liegeplatz Richtung Osten nach Bitter End, wo sich alles knubbelt. Wir haben das Riff fast für uns allein

Montag, 4. März 2013

St. Martin ade

Der letzte Tag war so ruhig und windstill wie noch nie in den zweieinhalb Monaten Karibik. Bei spiegelglattem Wasser haben wir einen sehr schönen Film "Jenseits der Stille" vorne auf dem Trampolin geschaut und die anstrengende Woche hinter uns gelassen. Wir haben alles geschafft und können nun guter Dinge die nächste Nacht von Di auf Mi durchsegeln zu den British Virgin Islands, auch Jungferninseln von Kolumbus genannt. Sie sind zwar nicht mehr unberührt, aber nicht so voll und bebaut wie St. Martin. Der holländ. Teil Saint Marteen hat uns übrigens noch weniger gefallen...was sind die Städchen in Holland charmant dagegen. Es wird hier übrigens neben US$ noch in Gulden bezahlt. Ich habe keine Bilder gemacht mangels schöner Motive, nur langweilige Superyachten. Es kann ja auch nicht alles schön sein. Wir waren überwiegend wegen Service und Proviantierung hier. Und mal wieder gutes Brot mit leckerem Käse und sehr preiswertes Fleisch genossen.

Samstag, 2. März 2013

Wieder im Wasser

Wir können kaum beschreiben, wie froh wir sind, endlich wieder Wasser unter dem Kiel zu haben. Es war ein Kampf, das alles koordiniert zu bekommen, aber ich kann dazu jetzt nichts sagen. Wir sind erleichtert, auch um einiges Geld...  Mehr später, wenn wir uns etwas erholt haben.

Freitag, 1. März 2013

Es reicht

Es wird höchste Zeit , dass wir wieder ins Wasser kommen. Leider ist das, was wir befürchtet hatten, eingetreten: Die "Spezialisten" hier sind sehr unzuverlässig, nicht alle, aber z.B. die offizielle Volvo-Vertretung. Die Arbeitshaltung/Qualität ist sehr karibisch, aber die Preise eher europäisch (65€/Std.) Immer wieder bleibt alles liegen (inklusive teurer Werkzeuge) und niemand kümmert sich drum. Gestern musste ich mich daher bei Volvo beschweren, die ja immerhin auf die Arbeit eine Garantie geben wollen, habe einen "claim" eingereicht, mit der Folge, dass der bisherige Mann hier abgezogen wurde und dann niemand mehr kam. Mal schauen, was heute passiert. Die Motoren sind immerhin wieder zusammen gesetzt, beide Getriebe wurden in der Werkstatt überholt, auch die Scheibe der Schaltautomatik, die Volvo/Yanmar wegen einiger Probleme immer wieder modifiziert hat. Viele Probleme traten durch das zu flüssige Volvo-Synthetiköl auf, dass laut Werksangaben mittlerweile nicht mehr verwendet werden soll, sondern normales Motorölaber. Nun müssen die überholten Saildrives/Getriebe wieder an den Motorblock angesetzt werden. Ich glaube nicht, dass es vor Anfang nächster Woche fertig wird. Ja, wie sagt der Rastaman, der ein paar Schleifarbeiten für 10 Euro Stundenlohn macht (Coppercoat wieder anschleifen etc.): Hey Man, that`s Caribbean. Er kommt aus Afrika, hat sich auch in 6 Jahren nicht an die Mentalität hier gewöhnt, zumal die Franzosen immer noch eine Mittagspause von 12-14 Uhr machen, wo nichts mehr auf dem Platz gearbeitet wird, und um 17 Uhr ist Feierabend. Ich kann das teilweise ja nachvollziehen, arbeite selber permanenet nass geschwitzt und sehne mich nach kühleren Regionen. Wir haben uns mal der Blackwater Tanks (Abwassersammeltanks) angenommen, die nicht zu gebrauchen waren, weil das Absaugventil für den "Schit" nicht mehr zu öffnen war. Der Aludeckel war festgefressen und lies sich mit allen Tricks nicht mehr öffnen. Also blieb nur, die Rückwand in der Toilette abschrauben und neuen (Kunststoff-)Tankdeckelverschluss anzubringen. Auf den Virgin Islands ist es unter hoher Strafe verboten, die Abwässer im Küstenbereich ins Meer zu leiten. Glücklicherweise gibt es Ersatzteile hier in der Nähe mit dem Fahrrad erreichbare.
Ja, wie soll ich es erklären, wie wir uns gerade fühlen: stellt euch vor, dass ihr Euer Auto eine Woche in der Werkstatt habt und darin schlafen müsst (auf dem 32 Grad heissen Hof), weil sonst daraus geklaut wird. Wenn man die Tür aufmacht, wird man von Mücken aufgefressen, insbesondere Morgens, wenn die Temparturen zum Arbieten günstiger sind. Lange Kleider sind zu heiss. Während ich hier schreibe, haben mich zwei dieser Mistviecher in die Fuss-Sohlen gestochen. Weiss gar nicht, wie die ihren Rüssel durch die Hornhaut gekriegt haben (bei permanentem Barfuss-oder FlipFlop Laufen sind die Füsse wie Schuhsolen).
Gestern abend brauchten wir unbedingt mal eine Pause und deshalb haben uns die Kanadier aus Nova Scotia auf ihr Schiff eingeladen. Sie kennen aus eigener Erfahrung zu gut, was es heisst, tagelang "on the hard" zu leben, also auf der Werft. Sie kennen das Gefühl, dass man hinter allem her sein muss, das Schiff auch nicht allein lassen kann. Rick sagte so schön, we sailors are so vulnerable with our boats, also so verletzbar und abhängig von den Spezialfirmen. Sie haben auch schon Wochen auf dem Boot verbracht, ohne dass überhaupt jemand angefangen hat zu arbeiten. Sie haben es übrigens vor kurzem hier in die Lagune geholt, also in unsere Nähe, weil es draussen in der Buch anderthalb Meter hohe Wellen durch einen Nordwind verursacht gab, und die Einrumpfschiffe so herumrollten, dass sie gelegentlich fast auf der Seite lagen, wenn so eine Welle sie seitlich erwischte. Ja, dieser Schwell blieb uns an Land erspart..  Der Abend war so nett, die beiden hatten ihren 44. Hochzeitstag. Es tat so gut, mal wieder Wasser, Lüftchen ohne Mücken zu genießen und wir haben viel gelacht mit den beiden. Rick und Louise sind viel herumgekommen in der Welt. Beide Söhne sind auf Nova Scotia verheiratet und wir sind sicher, dass wir auch die besuchen und vor dem Haus dort in der Chester Bay ankern werden.  Mit Rick und Louise haben wir uns schon in 14 Tagen auf den Virgin Islands verabredet, wo sie in den letzten Jahren für viele Wochen oder Monate u.A. in der Bucht ankerten, wo wir Corinna an Bord nehmen wollen. Die kleinen BVI Inseln (z.B. Jost van Dyke sind für sie der schönste Teil der Karibik, zwar teuer als z.B. St. Martin, auch Lebensmittel, aber einfach aufgeräumter und nicht so schmuddelig, eben britisch bzw. amerikanisch. Wir können das jetzt wirklich mal gebrauchen. Und was das "teuer" betrifft, versuchen wir Kosten für z.B. haltbare Milch 3-4 Euro umgerechnet in den BVIs zu minimieren, indem Monika heute mit dem Spanier Roberto (der sich sehr korrekt um unser Ruderlager gekümmert hat) mit dem Auto in den holländischen Teil St. Marteen rüberfährt und dort in einem großen Supermarkt für die nächsten 2 Monate einkauft, wie wir es in Le Marin (Martinique) vor Wochen schon getan hatten und daher bislang ziemlich preiswert leben konnten. Vorräte sind allerdings jetzt aufgebraucht.
So, die Sonne beginnt schon wieder zu brennen, ich muss was tun. Werde berichten, wenn wir hier endlich vom Platz weg kommen.

P.S. gerade kommen zwei neue "ausgetauschte" Arbeiter von Volvo. Das lässt ja hoffen....   Sie wussten nur nichts von meinem Auftrag, auch gleich Öl-/Filter und Impeller mit zu tauschen. Naja, wenn sie das nicht mehr schaffen, mach ich es.
Die Backbordmaschine ist schon mit dem Saildrive verbunden. Also, es geht doch.

Dienstag, 26. Februar 2013

Landleben

Das Leben auf der Werft ist eine ziemliche Herausforderung. Wenn nicht
die Zimmer pro Person ab 140 $ kosten würden bzw. die Leute hier auch
mal arbeiten würden, wenn man nicht direkt daneben steht bzw. sie
immer wieder zum Boot zurück holen muss, weil hier natürlich zig
andere Schiffe auf dem Gelände stehen, an denen überall gleichzeitig
gearbeitet wird, dann könnte man vielleicht die nächsten Tage anders
verbringen. Denn es gibt nur zwei Toiletten für alle die hier auf
ihren Schiffen leben (müssen) etc etc. Das Landleben geht mit Dreck
einher, alles ist staubig, unser Schiff innerhalb von Stunden versaut.
Ich wollte es nicht glauben, was ich in vielen Blogs schon vorher
gelesen hatte: die französischen Teile der Karibik sind, vorsichtig
gesagt, chaotischer, als die britischen oder holländischen. Auch die
französisch sprechende schwarze Bevölkerung macht auf mich einen ganz
anderen Eindruck, als die englisch sprechende. Egal, ich will hier
keine Pauschalurteile oder Thesen aufstellen. It is what it is.
Ich habe halt bisher selbst Franzosen (original aus Frankreich kommend)
kennen gelernt, die ihre Landsleute hier "nicht mögen", aber das liegt
schon daran, dass sie sich sprachlich oft kaum verstehen.
Ich lerne nach Kräften weiter Französisch, denn die Franzosen sind
lernresistent, sie sprechen einfach nichts als ihr kreolisches
Französisch, jedenfalls kaum Englisch, selbst im Tourismus - und
Servicebereichen, ja selbst im Funkverkehr, sogar Maritime Warnungen,
alles französich, stoisch gegen die internationale Übereinkunft, dass
die Seefahrersprach Englisch ist. Ist schon ziemlich engstirnig.
Nun, wir schlagen uns mit Mücken herum, womit wir bisher nie etwas zu
tun hatten. Mit den Bordrädern kommen wir auch nicht weit, die Straßen
sind dafür nicht gemacht. Also: Karibik vom Land aus erkunden - da
müsste man wohl andere Regionen aufsuchen, Naturparks, Trails etc,
jedenfalls nicht Hafengebiete. Wir müssen sehen, dass wir möglichst
bald wieder ins Wasser kommen, bevor wir beide an unsere Grenzen
kommen. Morgen ist der Motor-Tag, die Saildrives wurden heute schon
ausgebaut und in die Werkstatt mitgenommen. Unsere LIZA sieht ziemlich
antriebslos aus.... Ich hoffe auf Kranen am Freitag, aber sicher
ist das nicht, ernte eher mitleidiges Lächeln, wenn ich das hier
erzähle. Also mache ich einiges selbst, um die Arbeit zu beschleunigen.

Montag, 25. Februar 2013

An Land

Wie sagte mein Vater so schön: Unsere Liza ist soeben dem Bade entstiegen. Wir leben weiter an Bord und sind ganz irritiert weil nichts mehr schaukelt. Dafür lauter Arbeitsgeräusche, schleifen, diskutieren usw.
Man sieht die Grundberührung und die Lager müssen unbedingt ausgetauscht werden