Es ist ruhig geworden, seit die letzten beiden der Familie abgereist sind. Auf dem Weg zum Airport hatten wir noch eine Alpaka Farm besucht, auf der Mareike einige Wochen gearbeitet hatte, als wir den Atlantik überquerten. Sie hat sich dort sehr wohl gefühlt und ich muss sagen, diese imposanten Tiere haben mich an unsere Schafzeit erinnert, die ich auch sehr genossen habe. Noch ruhiger ist es, seit der Sturm Gabrielle vorbei ist. Es war nur ein heftiger Regen, den ich in Lunenburg und Halifax erlebt habe. Schon mal dort am Airport, hab ich die Gelegenheit genutzt und diverse Reparaturen/Wartung wie Segel, Epirb etc. in der Hauptstadt und maritimen Umgebung beauftragt. Schön war es, wieder Freunde zu sehen. Bei Heidi und Alex in Lunenburg hab ich mich sehr wohl gefühlt zwei Nächte im www.atlanticview.ca Motel. Danke euch beiden noch mal für die Gastfreundschaft. Ebenso bei Theresa und Ralf, mit dem es immer ein Vergnügen ist, über Internet & Co zu fachsimpeln, so wie mit Lisa und Joe, wo ich in Halifax zwei Tage nicht nur über Schiffe reden konnte, sondern wir waren an einem sehr warmen Sonntag noch mal mit ihrer Dover Run auf dem Atlantik, haben angelegt in Downtown direkt am Pier bei der Queen Mary 2. Die Seefood Showder, die Lisa gemacht hat, konnte von keinem der beiden Kreuzschiff dort übertroffen werden. Die Nowegian Dawn war übrigens das Kreuzschiff, das auf dem vorherigen Blogeintrag im Video in Bermuda von Gabrielle ganz schön gerüttelt wurde.
Mit dieser Tour und den Eindrücken fiel mir der Abschied von meiner family nicht ganz so schwer. Es war auch interessant, in kanadisches Leben hinter den Haustüren blicken zu dürfen, z.B. auf einem Familienfest von Lisas Bruder. Selbst in ebenso gutverdienenden wie anstrengenden Berufen (z.B. Chirurg etc.) sind die Menschen hier durchweg sehr fröhlich und immer aufgeschlossen und interessiert, z.B. etwas von "Ausländern" zu erfahren. Ich sehe selten die sonst verbreiteten Runzeln auf der Stirn. Nach diesen lebhaften Tagen war ich froh, wieder auf die ruhige, beschauliche Cape Breton Insel zu kommen. Der Verkehr, der Lärm ist für mich einfach nicht in Kauf zu nehmen für die Annehmlichkeiten, das Angebot einer Großstadt. Als ehemaliger Kulturschaffender frage ich mich immer wieder, wieviel man davon eigentlich braucht. Wenn ich nur noch das möchte, was ich wirklich brauche zum Glücklichsein, dann bin ich zufrieden. Die ganze Ablenkung drum herum, die fremd erweckte Pseudo-Sehnsucht nach Dingen, sich gegenseitig zu zeigen, was man macht oder gemacht hat, macht unruhig. Das liegt in einer großen Stadt wo Menschen modischer, moderner sind, einfach näher. Man achtet dort mehr darauf, als auf dem Land. Ich interessiere mich plötzlich wieder für das neue iPhone 5, Klamotten usw. Für ein paar Tage gefällt mir das, so wie ich ja auch gern schreibe, was ich erlebt habe, aber es ist nicht das intensive Erleben wie jetzt gerade, wo ich allein bin, absolute Stille um mich habe und den Fluss fließen höre.
Selbst das ganze Drum und Dran mit unserem Schiff ist im Grunde alles eine Entfernung von dem inneren Ziel, mit dem Unterschied, dass ich damit einem Ziel auch immer wieder nahe komme, mich mit dem Schiff dahin treiben lassen kann, wo es mir innerlich gefällt. Mit dem Auto fällt mir das viel schwerer. Der Aufwand jedoch ist auch mit einem Schiff sehr hoch, nicht das Segeln selbst, sondern jetzt das Überwintern z.B. Ich bin tagelang dran, die Teile zusammen zu kaufen, Maschinen zu warten, damit LIZA den Winter gut eingewickelt übersteht. Es macht mich aber auch ein wenig stolz, dass ich diese ganze Arbeit mit Monika und Mareike geschafft habe und jetzt noch zu Ende bringen kann.
wieder zu Hause, Ruhe eingekehrt
Queen Mary 2 in Halifax
Norwegian Dawn mit smily. Die Laternen hat nicht der Sturm verbogen, sondern das ist Kunst.....
Halifax -Törn mit Lisa und Joe auf ihrer Dover Run
heftige Strudel
Shubenacadie River mit der höchsten Flutwelle der Welt bis zur Grasnarbe (16 m)
Video von Ralfs webcam von den Gezeiten am Shubenacadie River
Mal schauen, wie sich Gabriele entwickelt bis zur erwarteten Ankunft in Nova Scotia am Samstag.
Gut das M & M schon morgen fliegen und LIZA an Land ist ...
einiges los auf dem Atlantik, auch auf den Kap Verden Hurricane Humberto....
Wir sind froh, jetzt nicht mehr auf den Bermudas zu sein. Dort fegt es ziemlich heftig..
Gestern haben wir zum Abschied von Mareike und Monika zusammen mit Christine ein Highlight erlebt - den Skyline Trail in den Highlands nördlich von Cheticamp, berühmt für die große Wahrscheinlichkeit, dort Elche zu sehen. Und wir haben sie gesehen, erst einen Bullen, dann eine Kuh und noch zwei Bullen zusammen. Unglaublich wie riesig einer der beiden war. Er ließ mich ziemlich nah heran, hat mich aber mit gesenktem Haupt keine Sekunde aus den Augen gelassen beim Fressen (siehe unten).
Der Cabot Trail, Blick nach Cheticamp
das rauhe Klima hier oben hinterlässt seine Spuren in den zerzausten Bäumen
Vorsichtig, nicht erschrecken (wer wen?)
Der Bulle lässt sich von den Damen gar nicht stören beim Fototermin ....
... bis er bei mir dann doch das Geweih hebt.....
Lass mich in Ruhe, dann nehm ich dich auch nicht auf die Schüppe....
und da kommt noch ein zweiter Bulle aus dem Tannengestrüpp
Nach einer letzten herrlichen, schon herbstlichen Fahrt von St. Peters zur Isle Madame ist LIZA nun an Land. Auf dem Weg haben wir uns von Freunden von der Segelyacht www.sy-buenavista.de verabschiedet, mit denen wir gestern Abend noch einen lebhaften Austausch unserer gemeinsamen Karibikerlebnisse hatten. Auf dem Atlantik trennten sich unsere Wege heute, Björn und Astrid Richtung Karibik, wir zum Kranen. Es ist gut, wie es ist. Ich freue mich auf den Herbst, die Sonne steht schon tiefer und die Farben sind noch intensiver. Es ist an der Zeit, dass wir uns abkühlen, die Herbst- und Winterzeit zum Verarbeiten der ganzen Eindrücke brauchen.
Nach zwei letzten schönen Törns mit Tanja & Kids sowie mit kanadischen Gästen aus Ontario (die bisher noch nie gesegelt waren, aber seit einer Einführung mit den Trimaranen absolut begeistert sind), neigt sich unserer Bordleben nun dem Ende zu. Die Wetterfrösche quaken von einem zwar schönen, aber auch stürmischen Herbst. Gestern haben wir es gerade geschafft, die Segel von LIZA abzubauen und trocken einzupacken, nachdem der örtliche Segelmacher plötzlich kurzfristig wieder abgesagt hat, sie zu reparieren und zu lagern. So bleibt uns nichts anderes übrig, als sie nach Lunenburg zu einer bekannten Segelmacherin zu bringen.
Heute heult ein ungewöhnlich starker Nordost Wind über uns hinweg und LIZA schüttelt sich heftig, ohne Segel ein wenig nackt wie ein nasser Hund, der von einem Schauer überrascht wurde. Wir treffen noch Langfahrtsegler, die wieder in die Karibik aufbrechen, reden über die schönsten Ankerplätze dort usw usw., aber ich bin nicht ganz beim Thema. Die Reise und die Erinnerungen an die Karibik sind schon ein wenig in den Hintergrund getreten, aber trotzdem intensiv, wir haben es sehr ausgiebig genossen. Ich würde zwar nun gern einfach wieder dorthin segeln, wieder in den Süden, statt nun alles abzubauen, Wassermacher, Maschinen winterfest machen, zu recherchieren, ob Mast legen oder stehen lassen und mich mit manchmal recht unzuverlässigen Leuten herumzuschlagen, die meistens am Ende doch nicht helfen können oder wollen. (Hoffentlich steht die Samsonboats Werft zu ihrem Wort in genau einer Woche zum Krantermin ). Aber ich bin auch froh, dass ich nach dem Kranen und winterfest machen noch mal ein paar Tage ohne Verantwortung für das Schiff am Anker die herrliche Umgebung nur mit dem Kajak oder vielleicht auch mit dem Auto erkunden kann, danach noch mal 2 Wochen im Bluenose wohnen kann, und letztlich das Haus hier als letzter verlasse, bevor der Winter es vernebelt und dann in sein weißes Schnee-Kleid hüllt.
Ich möchte nach eineinhalb Jahren tatsächlich mal wieder nach Deutschland, Freunde sehen, insbesondere meine Eltern und Corinna, Mareikes Geburtstag feiern u.v.m. Corinna hat vorab ein Bild aus dem Garten geschickt, wo die Weintrauben in die Werkstatt hineingewachsen und bald reif sind. Ich hab nicht mehr so Sorgen vor Zeit in Deutschland, freue mich immer mehr auf den Winter mit Kamin, Musik, Sport, Sauna. Den letzten haben wir ja sozusagen geskipped, ausgelassen. Mein Kopf ist voll mit Ideen, ich möchte viel lernen, mich weiterbilden für das 2014 wieder anschließende Skipper-Leben. Vor allem aber auch bei Monika sein, die eigene Pläne in D. hat. Alles hat seine Zeit und ich versuche, mit dem Strom zu gehen, go with the flow statt dagegen anzugehen. Es passiert so viel Positives ganz von selbst, wenn man sich nur öffnet, einlässt, statt durchzuplanen.
Tim und Tanja bei Sonnenuntergang. Der Törn endetet kurz vor Mitternacht. Abenteuer bei Nacht ins St. Peters Inlet um die vielen Inseln herumkreuzen.
Mareike tauscht sich mit Jessica aus, wie das Studieren in Kanada aussieht
Mareike knotet die Lazy-Jacks ab und hat noch mal einen Blick über die St. Peters Marina
Von diesem Event mit Matthias und Klaus hatte ich noch gar nicht berichtet. Schon länger machten wir uns Sorgen um eine sehr große Tanne von dreien, die am Hang nicht mehr viel Halt hatte und nicht nur die Treppe runter zum Strand zerstören würde beim unkontrollierten Umkippen, sondern auch das Haus. So blieb nichts anderes übrig als Ast für Ast mit der Bügelsäge zu erleichtern und am Ende den Stamm mit Seil und Motorsäge gezielt zu legen.
Seit der Abreise von Matthias und den drei Koenenbergs ist es ziemlich still geworden. Wir vermissen das quirlige Leben einerseits, andererseits müssen noch einige Dinge erledigt werden, für die man Ruhe gebrauchen kann. Wir sind gestern wegen Hausvermietung wieder für eine Woche mit Mareike auf LIZA umgezogen, die wir nach dem letzten Törn mit Klaus, Elena, Riccardo und Francesca in St. Peters zurück gelassen hatten. Es war eine turbulente Zeit. Was bleibt ist die Freude, die wir mit LIZA offensichtlich machen konnten. Es ist wunderbar, Cape Breton nicht nur vom Schiff aus zu zeigen, sondern abends auch mal in einer schönen Bucht zusammen essen zu gehen, zu übernachten und am nächsten Tag noch einen schönen langen Törn mit Badestop genießen zu können. Es hat mir viel Freude gemacht, Klaus und Elena für die Trimarane zu begeistern, so dass sie am zweiten Tag gemeinsam zu zweit die ganze Inhabitants Bucht erkunden konnten, während Matthias und ich gleichzeitig noch mal auf dem Hobie 16 einen letzten Geschwindigkeitsrausch "absegeln" konnten. Nun liegt er abgebaut wieder im Keller und wir werden diesen "Ausritt" nie vergessen. Dank des schönen Wetters haben alle den Spirit von Kanada erleben können und verstehen nun, was uns hier so fasziniert.
Heute und morgen kommen wieder Gäste an Bord, vielleicht noch weitere Donnerstag/Freitag. Es ist traumhaftes Wetter, die Farben werden schon herbstlich bunt, die Nächte kühler. Ja, es ist nicht mehr lange hin, bis LIZA aus dem Wasser muss. Es gibt viel zu tun, unser Domizil von 14 Monaten Wohnen und Leben zu bereinigen. Ich bin froh, dass Mareike und Monika mir dabei noch helfen werden, bevor sie am 11. Sept. nach D fliegen. Mareike hat gerade noch den letzten Flug erwischt. Ich werde dann wohl etwas später nachkommen.
Nach unserem reichhaltigen Abschiedsessen müssen Fisch & Chips erst mal wieder abtrainiert werden in St. Peters öffentlichem Fittness-Park
Nach einem wunderbaren Segeltag mit Gästen Abendessen im Smokehouse mit Blick auf die Ankerbucht
"Männergespräche"... Riccardo hat zuverlässig durch das St. Peters Inlet mit zahlreichen Inseln hindurch gesteuert. Learning by Doing
Sandstrände in Marble Mountain mit Muschelsammeln für unser Abendessen mit Elena & family
Es gibt immer etwas zu sehen, hier Seeadler auf dem Leuchtturm von Riccardo beobachtet
"Frauengespräche" mit Francesca
Rückfahrt mit der Muschel-"Beute" im Eimer
In einer halben Stunde hatten wir zwei Eimer voll Miesmuscheln. Genug für die 6-Personen Crew
Indianer-Insel
Warten auf die nächste Crew am Fuel-Dock in St. Peters.. Rechts mannsgroße Holzfiguren mit dem typischen Nordwester der Fisher hier.