Freitag, 4. April 2014

Living in the Heart of Nature


Einer unserer Lieblings-Ankerplätze nahe des Indianer-Dorfs Eskasoni. Unten ebenfalls

Living on the Edge

Jedesmal wenn ich in großen Städten zu tun habe, wird mir noch klarer, dass ich mich immer weiter davon distanziere.
Kann es nur aushalten auf unserer schönen Oase im Wald.
Da ist der Großstadtlärm ein weit entferntes Rauschen, leiser als das Rauschen der Bäume. Nur die Flugzeuge zeichnen ihre unzähligen hässlichen Streifen in den sonst so schönen Himmel. Glücklicherweise werden sie immer wieder gelöscht, vom Wind verweht.
Wenn ich nur eine Stunde auf der Autobahn fahre oder besser gesagt stehe, bin ich schockiert, wie das jeder Einzelne da in seinem Käfig auf 4 Rädern Tag für Tag aushält, nur herumzustehen, zu warten, dass es weitergeht. Die wollen alle morgens in die Städte rein und abends wieder raus, weil dadrin der Bär tobt. Nein - nicht der Bär aus Kanadas Wäldern, sondern das große Geschäft brummt in dieser Reagenzglas-Welt, ein (Büro-) Haus wie das andere geklont. Der nicht endende Lärm geht mir durch Mark und Knochen. Diese künstlich sich selbst reproduzierende Welt der Massenware, die keiner braucht. Dieser Glamour ist notwendig, wenn man in dieser Welt zurecht kommen will, weil alle darin so zugeknöpft mit Schlips und Kragen in ihren Glashäusern sitzen. Darin soll man nicht mit Steinen werfen, andere Ideen oder Werte propagieren. Man will ja dazu gehören, muss, gehört zum Job. Jedem steht die Angst ins Gesicht geschrieben, ihn zu verlieren. Alle rennen hier hin, weil es in den Ballungszentren die Jobs gibt. Die Großstädte generieren ihre eigene Dynamik, ihre eigenen Jobs, beschäftigen sich selbst, drehen sich um sich selbst, der Tanz ums goldene Kalb. Ich habe keine Ahnung, wie zig Milliarden Menschen so leben können. Ist es nicht schockierend?

San Franzisko

Amsterdam

Barcelona

NY Central Park
Mexiko 


Male, Malediven
Weston in der Nähe der Everglades in Floridas
Dubai

Moskau
Paris

Rio de Janeiro 
Shanghai
Venedig

Vancouver

Ich freu mich sooo aufs Meer in Ostkanada, Cape Breton, auch wenn wir auf viele Annehmlichkeiten verzichten müssen.




Mittwoch, 5. März 2014

Aus der Ferne betrachtet

Ich habe Mühe, in D. meinen Weg zur inneren Ruhe zu finden. In ein paar Tagen bin ich schon wieder ein Jahr älter... Das Leben um mich herum läuft immer hochtouriger, und ich kann mich davon nicht abwenden. Es ist viel zu regeln, es sind die Einblicke in den hektischen Alltag der Mitmenschen, aber auch „Selbstgemachtes“, die Zeit in Kanada wieder organisieren, Ersatzteile, Arbeiten am Schiff etc.. Ich möchte neue Pläne verwirklichen, Reisen zu Zweit und mit Gästen organisieren, buche schon für nächstes Jahr (März/April in der Karibik Skippern für Freunde), möchte etwas bewegen, z.B. meine Ideen mit meiner Drohne Luftaufnahmen für unser Kanada-Projekt zu machen. Die Welt sieht aus ein paar hundert Metern Höhe betrachtet so anders aus, man selber wird so klein und staunt. Es gibt mir tatsächlich Abstand, Ruhe. Schaut mal wie klein ich auf dem Bild unten im Garten bin. Und ich sehe ein Dorf im Tal, das ich vorher noch nicht gesehen habe. (Dazu auf den Link unter dem Bild klicken)
Weitere Luft-Aufnahmen siehe hier....
Ich möchte mit dem Quadkopter Aufnahmen machen, die man mit normalen Hubschraubern nicht machen kann, habe tausend Ideen, und wieder sind die anderen schneller. Egal, ich finde meine Nischen und kann mich sogar freuen, wenn jemand ein so wunderbares Video von Delfinen und Walen aus der Luft mit genau "meiner" Drohne gemacht hat, wie eins der schönsten Videos, die kenne:
----------------------Unten rechts in der YouTube-Leiste auf das kleine Zahnrad klicken und in Full HD 1080P und Vollbild schauen!

Mittwoch, 12. Februar 2014

Waldhaus-Leben

Es laufen zwar schon wieder einige Vorbereitungen für unser Meer-Leben in 3 Monaten in Kanada, aber zur Zeit fühlen wir uns auch in unserem Waldhaus in D. wie in Kanada. Die Holzmenge, die wir in den letzten Tagen gemacht haben, kann sich jedenfalls sehen lassen und sollte für ein paar gemütlich warme Winter am Kamin reichen. Dieses Jahr fiel der Winter in Deutschland komplett aus. Wir hatten extra einen kleinen wintertauglichen Allrad-Suzuki für`s Bergische Land gekauft, aber wie es immer so ist, wenn man sich vorbereitet: es hat nicht einmal geschneit. So blieb bei frühlingshaften 8-14 Grad viel Zeit zum Bäume fällen, aus dem Wald schleppen, klein sägen und spalten. Schön dass Horst tatkräftig mitgeholfen hat. Er und Angelika werden uns im Sommer  in Kanada an Bord von LIZA besuchen.



 Holzunterstand Nr. 1
 Holzunterstand Nr. 2




Montag, 16. Dezember 2013

Frohe Weihnachten!

... Mut & Gesundheit, um eure Träume zu verwirklichen oder darauf hin zu steuern.

(Der Weihnachtsbaum ist original karibisch von uns fotografiert)

Sonntag, 15. Dezember 2013

Es ist ein Jahr her...

...dass wir den Atlantik überquert und glücklich die Karibik erreicht haben, wie jetzt die ARC Teilnehmer. 


Es ist viel Ungewohntes, Neues, Spannendes passiert im vergangenen Jahr.
Dem ewig sonnigen Karibiktraum folgten Passagen insbesondere von den Bermudas gen Norden nach Kanada, die viel anspruchsvoller waren. Der Nordatlantik Sturm forderte seinen Tribut, lies das Schiff eines Freundes nicht wieder an Land zurück kehren, was dank glücklicher Rettung nicht so schlimm ist, wie die gesundheitliche Situation mancher Freunde. Eine sehr interessante animierte Windkarte der Erde zeigt eindrucksvoll und aktuell die Richtung und Stärke der Winde. Hier gehts zur Karte....
Wir durften Kanada von seinen schönsten Seiten erleben und dahin immigrieren. Im Winter verschwimmen diese wunderbaren Erlebnisse, vermischen sich mit dem ganz anderen Leben in D, der Intensität des irren Tempos, das noch schneller geworden ist in den anderthalb Jahren und mich in seinen Bann zieht. Die Fortschritte der Technik sind faszinierend. Ich kann jedoch den Preis dafür nicht übersehen, den viele mit der Gesundheit bezahlen. Uns ist bewusst, wie wichtig Gesundheit ist, nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern ein gesunder Geist, weil die Technik allein recht wenig heilen kann. Oft habe ich mich gefragt, was ich eigentlich auf der Reise am intensivsten erlebt habe. Es war außer der Abhängigkeit von den Naturgewalten vor allem die Zeit zu haben, auf den richtigen Moment zu warten. Das war ein beachtlicher Teil unseres Glücks, uns diese Zeit zu nehmen. Wenn falsche Entscheidungen getroffen wurden, (auch von anderen Skippern), war es meistens, unter Zeitdruck zu handeln. Das war immer schon so, ob auf der Titanic, der Hindenburg oder im Zusammenhang mit den Katastrophen, vor denen wir heute fassungslos dastehen. Zeitdruck, der unter dem Diktat des Geldes dazu führt, nicht alle Möglichkeiten in Betracht gezogen zu haben, nicht alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Diese Eigendynamik nimmt immer mehr zu, weil die meisten Menschen glauben, man steigt entweder ein in den Zug der Wirtschaftlichkeit, ist kompatibel zum materiellen Erfolg, oder bleibt zurück, auf der Strecke, verpasst den Anschluss an das Business. Ich habe den Schnellzug verpasst oder fahren lassen, entdecke die Langsamkeit, fühle mich dafür in ein gesundes Bewusstsein geboren, am Rand des Mainstreams, und glücklich als „time millionaire“. Es geht natürlich nicht ohne Arbeiten, und Arbeit bleibt physikalisch gesehen das Produkt aus Leistung x Zeit - aber im Gleichgewicht mit dem Leben im Jetzt sowie einer erfreulichen Ausdauer und Gesundheit - vielleicht auf Kosten von überflüssigem Wohlstand.

Sonntag, 24. November 2013

Der Nordatlantik kann unerbittlich sein

SUNDAY, NOVEMBER 24, 2013

Gestern hat Bob eine Nachricht zur Seenotrettung und Abbergung von seinem Schiff Easy Go geschrieben. Wir hatten ihn und Kathy und ihre Geschichten um Jahrzehnte Segeln zwischen Karibik und Nova Scotia sehr ins Herz geschlossen bei unserem letzten Besuch  Ich kann mir nicht vorstellen, was es bedeutet, sein jahrelang selbst gebautes Schiff allein auf dem Atlantik zurück lassen zu müssen.
Der Nord-Atlantik macht demütig. 


Easy Go Lost

Easy Go was lost on November 5, 2013 while on our way to the Caribbean directly from Cape Breton Island. This is a mid ocean route crossing the Gulf Stream around 60 degrees west. We found ourselves in very strong storm conditions in an area of the Gulf Stream with strong current some 700 miles off of Cape Cod. We were unable to work our way out of the complex conditions presented by wind over current after 5 days while steadily being driven east. We normally try to get across the Gulf Stream in less than one day. We left with a favorable weather forecast but found ourselves in trouble with many miles to go. Early winter brings on changeable conditions that make this particular passage challenging, even for those of us who have done it a number of times.

Easy Go performed well in beating to windward in 45 knots of wind for four days with the wind aligning with the current favorably. While rough Easy Go persisted. I was unable to cook or rest adequately in these conditions. When the wind shifted to NE and increased the situation became overwhelming with wind over current. The current in this area was running in excess of 3 knots. A series of small equipment failures (sails, electronics and water ingress), that in lesser conditions could have been rectified relatively simply, could not be addressed. My own fatigue and deteriorating condition was a major contributing factor. Making the decision to call for assistance while still afloat and with the energy to save myself was not easy but was necessary. I felt conditions would deteriorate further and this proved to be the case over the next few days with continuous gale to storm force winds followed quickly by Tropical Storm Melissa.

I put out a Mayday via SPOT. AMVER, via the US Coastguard arranged for two ships, Bishu Highway and Athina L to attempt a rescue. After waiting for conditions to improve we decided to abandon ship, in consultation with Athina L, in 6 meter waves and 40 knots of wind in the dark. More info about the rescue will be available at a later date.

Athina L took me to her next port of call in Huntingston, Scotland where I spent time recovering from injuries with the assistance of friends from the Ocean Cruising Club (OCC). I have since returned home to River Bourgeois, Cape Breton where I continue to recover. I mourn the loss of Easy Go. She took great care of me for a lot of ocean miles as did her predecessor the first Easy Go. There was no insurance so the next Easy Go will take some time to come to be. Lost everything but my life; the adventure continues.

In this article the "We" referred to is myself and Easy Go. I was sailing single handed. No lives were lost.
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Zum Bericht der United States Coast Guard hier klicken....
Es ist beruhigend, dass die Rettungs-Systeme funktionieren. Bob hatte Satelliten-Telefon und Spot Tracker im Einsatz. Ich hatte bisher noch nichts von AMVER gehört, einer Organisation von freiwilligen Handelsschiffen von je über mind 1000 Tonnen, die regelmäßig ihre Position melden und somit die Chance vergrößern, schneller zu Rettungsorten zu gelangen, die z.B. mit Hubschraubern 
Details hier...
wegen Treibstoffbegrenzung schwer oder nicht zu erreichen sind. Die Reichweite der von der US Coast Guard verwendeten Sikorsky beträgt 300 NM, Treibstoff für 6,5 Stunden.  Die Patroille fliegenden Langstrecken-Flugzeuge können nicht selber bergen, aber immerhin das gesamte  folgende Gebiet observieren und Einsätze mit einer Reichweite von 5500 NM ab den gezeigten Air Stations koordinieren.

Sonntag, 13. Oktober 2013

Feuerwerk zum Abschied - Thanksgiving

Heute, der zweite Montag im Oktober, ist Thanksgiving in Kanada, ein nationaler Feiertag. Zur Feier des Tages war ich noch ein wohl letztes Mal für 20 Minuten im Meer bei strahlend blauem Himmel und tiefblauem Meer. Zum Abschied gibt die Natur ein so fantastisches Feuerwerk, dass mir fast die Luft weg bleibt. Ich bin voller Dankbarkeit, dass ich hier sein darf und auf dem anderen Kontinent auch, dass ich meine Familie wieder sehe, und diese Zeit für mich haben durfte. Ein Blick noch von der Terasse, ich kann mich daran berauschen. Wenn`s am Schönsten ist, soll man aufhören.
Wer kommt uns nächstes Jahr auf Cape Breton besuchen? Im Bluenose House wohnen, oder auf dem Schiff?





nach dem letzen Schwimmen...




Sonntag, 6. Oktober 2013

Steg gebaut

Der Vortrag bei den Cadets hat Freude gemacht. Die ab 12 jährigen waren "ruhiger" als die alten Hasen, die so viele technische Fragen hatten, dass ich die Geduld der "Kleinen" bewundert habe. Immerhin anderthalb Stunden haben Sie ziemlich ruhig zugehört. Na, wenn ein paar dabei sind, die mal an Bord kommen werden oder Interesse für mehr als Jollensegeln geweckt wurde, hat es sich gelohnt. Für mich bedeutete der Vortrag, unsere 6500 Bilder zu überfliegen, die ganze Reise noch mal im Dauerlauf zu erleben. Es ist mir manchmal noch ganz ungeheuerlich, was wir alles gesehen haben und wie viel Glück wir insgesamt hatten. Ich verfolge seit ein paar Wochen den Blog von Kai und Andrea, die gerade nach Gibraltar/Kanaren und Atlantik mit ihrer Lagoon 380 sy-silence unterwegs sind. Ich kann vieles so gut nachempfinden oder bin im Nachhinein dankbar, dass es bei uns nicht so viel Ausfälle gab. Die beiden wollten mal erst ihr Schiff von Silence umbenennen, weil mit Ruhe hat Segeln wenig zu tun. Kommt mir bekannt vor. Und noch ein Zitat: Eigentlich wollte ich meinen Bericht ja gestern Mittag schreiben und dann hätte ich Euch freudestrahlend erzählt, dass wir seit drei Tagen keine Reparaturen am Boot hatten und dass unsere Motoren endlich wieder tadellos funktionieren. Aber drei Tage ohne Probleme hieß nur, dass dann gestern drei Probleme auf einmal auftauchten. Die beiden haben aber trotzdem viel Freude an ihrer Segelreise.

Ich bin heute das letzte Mal mit dem Trimaran gesegelt, hab festgestellt, dass das Wasser doch plötzlich ganz schön kalt geworden ist, obwohl die Sonne heute noch mal zwischendurch alles gegeben hat. So fällt es mir nicht schwer, das letzte Boot im Keller zu verstauen: meinen roten Hobie Island. Und damit ich weiterhin ganz nah am Wasser bin, sozusagen in Reichweite, hab ich am Ende der Treppe vom Haus zum Strand einen Steg gemacht, auf den man nicht nurl Kajaks sehr einfach mit Umlenkrolle hochziehen und sicher vor den Wellen festmachen kann, sondern auch in einen gemütlichen Stuhl (einem Kanada-Ankunfts-Geschenk von Christine und Thomas) das Rauschen der Wellen fast wie auf dem Schiff genießen kann. Zum Abschluß dieses Sonntags hab ich mir zum ersten Mal den Kamin angemacht, nur um auszuprobieren, ob noch alles funktioniert, weil wir im Frühjahr 2014 hier sicher öfter davon Gebrauch machen werden. Genug Holz liegt jedenfalls schon vor dem Haus.

 


Samstag, 28. September 2013

Gut gehen lassen

Es fällt mir ja nicht so leicht, allein das Leben zu genießen, aber heute ist es mir richtig gut gelungen. Nachdem ich noch mel eine schöne Kajak-Tour mit Monikas Trimaran bei strahlemdem Sommerwetter und in Badehose gemacht habe, ist er nun abgebaut im Keller verstaut bzw unter die Decke gehängt. Und dann hab ich noch den letzten Motor gewartet: den Tohatsu Aussenborder vom Dingi. Das hat richtig Freude gemacht, wie fast neu der von innen nach 14 Monaten Dauereinsatz ohne Pflege noch aussah. Und damit er auch noch nach dem Winter so aussieht, hab ich schön Ölwechsel gemacht, Konditioner is Benzin, Filter, und beim Süsswasserspülen dann mit Fog Oil in den Saugluftgeräuschdämpfer "absterben" lassen. Zu guter letzt noch Fog Oil in die Zündkerzen, damit müsste er gut durch den Winter kommen. Nach so einem Tag hab ich mir dann die noch mit dem Kajak frisch geholten Miesmuscheln gemacht, dazu ein Glas Wein, und den herbstlich bunten Sonnenuntergang auf der Terasse genossen. Die Mücken sind jetz tweg, die Sonne brennt tagsüber noch mal richtig doll. Herrlich. Und jetzt lese ich weiter das super gute Buch von Robert Betz: Wahre Liebe lässt frei.Oder vielleicht arbeite ich noch was an der Präsentation unserer Reise die ich am Montag mit Powerpoint und Beamer im Auditorium bei den Cadets zeige. Das ist eine interessante kanadische Einrichtung für Jugendliche, sozusagen eine halbwegs militärische Vorstufe der Marine, die hier mit ehemaligen Offizieren und Voluntären den Nachwuchs heranzieht bzw. später bei längerer Verpflichtung sogar komplettes Studium bezahlt. Natürlich bin ich nervös - auf Deutsch wäre es ja gar kein Ding, aber Englisch ?? 


Ich liebe diesen Ausblick immer wieder