Montag, 12. November 2012

Auf nach Teneriffa

Morgen , Dienstag, gibt es guten Wind um auf Teneriffa Christine und Ludger & Christel zu treffen. Ab Mittwoch flaut der Wind dann wieder ab fuer einige Tage. Wir haben also kurz entschlossen an der Südspitze in der Marina San Miguel reserviert für Mittwoch auf Donnerstag. Melden uns wieder von unterwegs.

Sonntag, 11. November 2012

Lanzarote Augenblicke

Da Hartmut übermorgen früh schon wieder seinen Rückflug nach Zürich hat, haben wir heute spontan mit dem Auto alle zusammen die Insel umrundet und einen Markt besucht, der in dem pitoresken Dorf TEGUISE zufällig heute stattfand und von weit her fahrende Händler aus allerlei Nationen angelockt hat. Es wurde alles denkbare und undenkbare auf dem Flohmarkt verkauft. Es war wie eine andere Welt, sehr afrikanisch, marrokanisch. Toll! Es ist so schön, fremdländische Augenblicke gemeinsam auf sich wirken zu lalassen und die Freude darüber zu teilen.


























Samstag, 10. November 2012

Lanzarote - Marina Rubicon

gut 750 Meilen fast im Direktkurs, nur einigen Squalls ausgewichen.
Wir sind angekommen !!! Sehr glücklich, alle munter, müssen erst mal ausschlafen und freuen uns, dass alles ohne Komplikationen abgelaufen ist. Andere Schiffe hatten viel Pech, das Wetter war wieder alles andere als genüssliches Downwindsegeln, oft genug gegen an, aber auch viel Halbwind mit hohen Wellen.Wir haben die gut 750 SM nonstop gut gemeistert, sind alle miteinander stolz darauf.
Mehr berichte ich später. Wir werden in der schönen Marina ein paar Tage ausruhen und mal schauen, wie wir uns nun mit Christel und Ludger, und Christine treffen können. Rubicon wird wegen guter Versorgung von vielen als Ausgangsbasis für die Atlantiküberquerung gewählt. Wir haben etwas Problem mit dem Radar (HD-SIG Miss  sowie BP-SIG-MISS, was immer das heisst bei Furuno, vielleicht Kabel locker oder Anschlüsse verrostet, wir werden sehen...). Ist ist hoffentlichnicht so aufwändig. Erst mal hat vieles gut funktioniert, darüber bin ich sehr zufrieden. Es war ein Test, immerhin ein Drittel der Atlantik-Strecke, und sicher wieder anspruchsvoller, als die kommende"Barfuss-Route" ab den Kanaren zu den Kap Verden.
Ankunft auf Lanzarote am 10.11. morgens
Diese Regenwolken brachten immer Windänderungen in kurzer Zeit
.

Freitag, 9. November 2012

Via Inmarsat:

Erreichen ca Sam abend Marina Rubicon im S von Lanzarote :)

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Sent via Inmarsat. The mobile satellite company

Mittwoch, 7. November 2012

Via Inmarsat:

Heute 0Wind +vielRegen +WALE! Westlicher vlt mehr Wind? ? Noch 370 SM bis
Lanzarote, alles gut an Bord, viel gesegelt

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Montag, 5. November 2012

Wir sind im Atlantik!

Hurra!! die Straße von Gibraltar liegt hinter uns, Tarifa schon achterlich, wir konnten sogar meistens segeln oder mit Segelunterstützung fahren. Nun hat es kräftig angefangen zu regnen, aber damit kommt der Nordwind oder Nordost, und wir werden noch vor Dunkelheit aus der Fischereizone vor Marokko raus sein. Ich schicke das jetzt ab, weil ich nur noch ganz schwach spanisches Netz habe. Wir sind alle sprachlos glücklich :-)

Sonntag, 4. November 2012

Die Stimmung ist gut, ready to go

Hier wird gesungen! Monika ist so happy, dass Enrico und Hartmut beide gern singen, dass sie gestern noch eine einfache Gitarre hier gekauft hat. Nun wird das Liederbuch mehrstimmig rauf und runter gesungen, und bald können wir einen Hut aufstellen, um die Bordkasse aufzubessern.

Morgen um 6 Uhr gehts los auf die Kanaren. Wir haben uns von einigen Seglern verabschiedet, die wir hoffentlich auf den Kanaren oder Kap Verden wieder sehen. Jedenfalls bleiben wir alle in Kontakt. Der Wind verspricht schönes Downwind-Segeln und wenn möglich berichten wir kurz mal via Satphone, oder in ein paar Tagen dann von Lanzarote oder wo immer wir anlanden.

Samstag, 3. November 2012

Crew vollständig für Kanaren

Wir sind komplett!! Monika hat sich gut wieder eingelebt, nachdem wir eine traumhaft schöne Fahrt mit dem Leihwagen ins Andalusische Hinterland auf 1000m Höhe gemacht haben. Durch einen super Tip bin ich auf das Bergdorf Ronda aufmerksam geworden. Es ist wirklich einen Ausflug wert, liebevoll gestaltete Häuser in andalusischem Stil, oft marokkanisch beeinflusst. Die Brücke ist atemberaubend schön und wir hätten stundenlang durch die Gassen schlendern können, wenn wir nicht eine Rückgabezeit fürs Auto gehabt hätten.
Seit Donnerstag Abend ist Hartmut an Bord, hat sich schnell mit LIZA vertraut gemacht, weil er selber einen Katamaran an der Ostsee hat. Er wird uns bis auf die Kanaren begleiten.
Wir haben noch ein paar Reparaturen gehabt, eine Reffleine war mir zu sehr durchgescheuert, ist durch eine neue ersetzt, Dingi Davits Leine ausgetauscht, und der Druckausgleich-Behälter für die Wasserpumpe ist wieder dicht.
Montag und Dienstag wird hier großer Aufbruch sein. Es gibt wenigstens für 5 Tage guten Wind. Wir überlegen noch, ob wir dem ein wenig zuvor kommen und Sonntag schon durch die Straße fahren und dann Montag sofort den guten Wind "mitnehmen". Durch die Straße bleibt er nämlich ziemlich konstant 10-15 Knoten von vorne. Ist nicht ideal, aber auch kein Problem.








Dienstag, 30. Oktober 2012

morgen wieder vollzählig

20 Knoten Wind von Nordost. Der Traum soll wahr werden am 5.Nov.
Heute fahre ich nach Malaga, Monika abholen. Freu mich sehr....

Wahrscheinlich kommt auch Hartmut Lamott bis zu den Kanaren mit, ich warte auf seinen Anruf wegen Besprechung der Details.

Die letzten Tage waren geprägt von Treffen, Beratungen, Diskutieren, u.A. wieder mit Kanadiern, die mit einer Lagoon 450 neben uns festmachten. Alle rechnen mit Wetteränderung und gutem Wind für den 5. Nov. (siehe Bild) Wir sprachen lange englisch miteinander, Rolf schenkte mir noch eine interessante seitlich aufklappbare Rolle aus dem Bergsport, die ich für den Parasailor schon länger suchte, bis wir herausfanden, dass wir beide Deutsche sind, er seit 30 Jahren mit Firma in Kanada, wollen ihre neue Lagoon jetzt nach Florida bringen und warten seit 2 Jahren auf ihre Permanent Residence/ Immigration. Sie sind schon wieder losgefahren, wollen sich noch Rabat anschauen. Wir treffen uns ggf. auf Gran Canaria wieder. Gestern kam dann unerwartet Herbert (SY Nothern Magic) wieder zurück in den Hafen, so dass nun wieder eine kanadische Flagge neben uns weht. Wir haben den Abend feucht fröhlich genossen und mittlerweile träume ich schon wieder auf englisch, bei so viel engl. Konversation.
Es ist so spannend, was sich alles ergibt, auch wieviel Energie der Austausch mit netten Menschen bringt. (Fast) alle helfen sich untereinander aus mit Seekarten, Büchern, Tipps usw.   Für ein schweizer Paar Franziska und Lucky mit 2 Kindern auf der SY Globi habe ich bei SVB  in Deutschland dank guter Kontakte zu Michael Taibner noch Teile express bestellt, in der Hoffnung, dass die vier auch mit aufbrechen können am fünften.
Mal schauen, hoffentlich trifft nun die Vorhersage zu oder ändert sich nicht.
Ich bin dann mal weg bis morgen und Enrico hat das Schiff für sich allein.

Sonntag, 28. Oktober 2012

Monstersturm Sandy US Ostkueste

Ich will hier keine Horrornachrichten, aber erkundigt euch selbst bei Fokus online
http://tinyurl.com/98wwcfy/?mobile=no
Ich hoffe natürlich, das er nicht bis Nova Scotia zieht, aber Sorgen macht man sich dort schon. Die Auswirkungen beeinflussen das Wetter bis zu uns in den . Immer mehr ARC Teilnehmer laufen in den Hafen ein und schon hier spürt man den Spirit. Wir kennen mittlerweile so viele , die wir sicher auf unserem Weg wieder treffen.

Ich sortiere bei diesem Wetter weiter in Ruhe die 2000 Bilder und habe noch dreissig weitere in die Diashow von gestern hochgeladen. Nun kommt aber erst mal nichts Neues mehr bis wir weiterfahren.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Diashow der Segelreise 2012 - Abschnitt Mittelmeer (Kroatien->Gibraltar)

Dass ich gerade viel Zeit habe, hat zur Folge, dass ich die über 2000 Fotos mal sichten, sortieren, bearbeiten und daraus 170 Stück für eine Diashow zusammenstellen konnte. Falls Sie hier unten nicht zu sehen ist (der download dauert etwas oder man muss sich mit google-account anmelden) könnt ihr auch oben auf den Reiter "Bilder" gehen und da auf das oberste Bild.
Wenn ich mir selbst die Bilder wieder so anschaue, waren unglaublich schöne Erlebnisse dabei, überwiegend in Kroatien, aber dort haben wir auch die meiste Zeit verbracht. Selbst wenn es jetzt hier in Gibraltar laut der sehr guten 9 Tage Passageweather Wettervorhersage noch eine weitere Woche dauert, bis das Chaos der beiden Tiefausläufer vorbei ist, habe ich Freude an dem , wass wir mit LIZA schon alles erlebt haben.
Bei Gelegenheit werde ich die einzelnen Bilder noch mit Unterschrift kommentieren Die Fotos stammen zum Teil auch von JanRoehrmann.de und meinem Sohn www.creative-shooting.de

Nachtrag Parasailor auf LIZA von Bomarine

Entspanntes Parasailor Segeln mit Bojan, Raphael, Freya auf dem Weg von Mallorca zum spanischen Festland, hochgeladen von Bojan

Mittwoch, 24. Oktober 2012

ZEIT für mich - to have time to oneself

Wer sich nicht bewegt, kann keine Bewegung spüren.
Das gilt auch , wenn man im Hafen liegt und nur vom Sturm hin und her gerüttelt wird. Dennoch ist es gut, mal in Unbewegtheit, in aller Ruhe  u.A. an die Liebsten zu denken, Zeit zu haben, nicht weiter planen zu müssen. Insbesondere heute zum 20. Geburtstag denke ich an meine Jüngste, die sich immer noch tapfer durch Kanada "durcharbeitet", demnächst nach Montreal fährt und sich auf die Großstadt freut. Wir vermissen uns sehr, und ich wünsche Ihr viel Ablenkung in der Metropole. Ich komme mit Ablenkung nicht so zurecht wie sie, muss sozusagen immer "mittendurch" was mich bewegt, und das kann ich am besten in der Natur. Nur gelegentlich hilft ein quirliger Marktplatz o.Ä.
Vielleicht geht mir viel Natur, egal ob in der Karibik oder in Kanada, irgendwann mal auf den Zeiger, wie Herbert (der Kanadier) lachend sagt, als ich ihm die wunderbare Natur als Grund für Ziel Nova Scotia nannte: Yes, we`ve got plenty of that, sometimes too much...    Ok, dann muss man sich halt wieder aufmachen....
Ich denke an meine Eltern, die sich immer noch in Ihre Lieblingsgegenden (z.Zt. Rügen) aufmachen, Vögel beobachten und mir gestern signalisierten (mit "Beweisphoto"), dass es Ihnen gut geht. Das ist gar nicht selbstverständlich. Das ist auch Glück für mich - ich habe heute viel Zeit, an alle Nächsten zu denken.
Einen Moment lang wollte ich nach CADIZ segeln, mit dem kräftigen Ostwind, dann bin ich schon mal durch die Straße durch, aber wieder einige Meilen zu weit nördlich in die "falsche Richtung". Und ohne Enrico hat sich das sowieso erledigt. Er genießt Sevilla. Ich freu mich für ihn.

Gestern kam eine Charter-Crew in den Hafen, die eigentlich ihr Schiff am Montag  in Teneriffa abgeben müssen, 2500,- Strafe wenn es nicht gelingt und 5 verfallende Flüge, bzw. Stress am Arbeitsplatz. Sie suchen einen Skipper, der die Bavaria 39 irgendwie für 2000,- Honorar dorthin bringt, egal ob unter Motor oder wie. Nein, keine Sorge, ich mach es nicht :-) Das wäre ein Job mit Herbert gewesen, aber nun ist der ja schon weg. Ich lerne immer mehr Wartende kennen, die auf die Kanaren und in die Karibik wollen. Da muss ja echt was los sein, wenn so viele dahin wollen.  Aber von Ludger & Christel hört man ja nicht, dass die Liegeplätze oder Ankerplätze sehr knapp sind.
Danke Euch für das Buch Horst Evers  FÜR EILE FEHLT MIR DIE ZEIT.   Ich lese darin und es passt so zu meinem Thema, aus meiner Zeit etwas zu machen, wie die lieben Worte von Johannes in der email gestern, die ich hoffentlich zitieren darf: "Zeit haben heilt viele Wunden, innere wie äußere Wunden (Krankheiten). Zeit haben gibt dem Körper die Erholung die wir so lange in unseren Berufen/Berufungen/Leben nicht erfahren konnten. Nicht Wochenenden sondern viele Tage des Zeit Habens führten zu einem "rundum" gesunden Körper".
Ich freu mich wirklich, dass ihr so viel faulenzen konntet, eigentlich nie mit Stürmen rumschlagen musstet. Ich hole das "Zeit haben" jetz (gezwungenermaßen) nach,  kann auch sagen, dass sich mein Körper rundum gesund anfühlt. Ich habe auf der Reise noch keine Krankheit gehabt. Nur oft das Gefühl von Schlafentzug, aber das hing auch mit unserem Wetterdurcheinander zusammen, und wir hatten wohl ein paar längere, unangenehmere Schläge gehabt, als ihr den engl. Kanal und 4 Tage Biscaya erlebt habt.  Anyway, es ist hier ein geflügeltes Wort auch unter den Weltumseglern geworden: I`m getting mad of the MED  (das Mittelmeer).  Coni und Stefan z.B haben ihre Langfahrtpläne deshalb komplett geändert und fahren wieder in den beschaulichen Norden, auch wenn es dort viel Rechnerei mit den Tiden, kurze Segeltage und mehr Kälte gibt. Man muss einfach herausfinden, was einem gut tut. Niemand kann einem die Entscheidung abnehmen. NIEMAND.

Nun genieße ich erstmal ZEIT, wenn auch allein, aber immer habe ich mir Zeit haben gewünscht.

Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Lucius Annaeus Seneca)

Und ich versuche nicht traurig zu sein, dass ich sie nicht mit euch physisch teilen darf, sondern "nur" virtuell.









Was bedeutet Zeit in anderen Sprachen, z.B. Englisch:
Zeit haben
    to be free           (Interessant, oder?  Frei sein heisst Zeit haben....)

viel Zeit haben
    to have plenty of time

wenig Zeit haben
    to be short of time
    to be (running) low on time

die Zeit vergessen haben
    to have forgotten the time

eine großartige Zeit haben
    to have a whale of a time [coll.]idiom

eine schöne Zeit haben
   to have a nice time

eine tolle Zeit haben
    to have a ball [coll.]

Zeit für sich haben
    to have time to oneself

Haben Sie eine Minute Zeit für mich?
    Can you spare me a minute?
    Can you spare me a moment?

Haben Sie eine Minute Zeit?
    Can you spare a minute?

Haben Sie mal kurz Zeit?
    You got a minute?

Ich komme wieder, wenn Sie mehr Zeit haben.
    I'll come back when you're less busy.

Wir haben keine Zeit mehr.
    We've run out of time.

Wir haben keine Zeit zu verlieren.
    There's no time to lose.     We have no time to spare. [expression of urgency]idiom

(viel) freie Zeit zur Verfügung haben
    to have (a lot of) free time on one's hands

alle Zeit der Welt haben
    to have all the time in the worldidiom

die beste Zeit hinter sich haben
    to be over the hill [coll.] [fig.]idiom

die Zeit haben, etw. zu tun
    to have the leisure to do sth.

seine beste Zeit (schon / bereits) hinter sich haben
    to be past one's bestidiom

weder Zeit noch Lust haben, etw. zu tun
    to have neither the time nor the inclination to do

Dienstag, 23. Oktober 2012

Et kütt wie et kütt - un hätt noch immer jut je jange

Ein ausführlicher Wettercheck heute morgen hat ergeben, dass wir keine Chance sehen, diese Woche noch auf die Kanaren aufzubrechen. Es gibt entweder 2-2,5m hohe alte Kreuzsee, oder zu viel Wind am Rande des aktuellen Tiefs, oder fast kein Wind, dafür aber Welle nach dem Tief bis zum nächsten Tief, dessen Zugrichtung wir jedoch noch nicht einschätzen können. Immer mehr ARC-Teilnehmer hängen hier fest und warten, mit dem Unterschied, dass sie nun bald zu all den Vorbereitungsveranstaltungen im Nov. auf Gran Canaria sein wollen. Ich bin froh, dass wir diesen Druck nicht haben. Es schade ist um den Flug nach Lanzarote, den Monika verfallen lassen muss Ende des Monats - aber ich werde nicht wieder unruhig und ungeduldig. Enrico ist heute nach Sevilla mit dem Bus 4 Stunden unterwegs für 2-3 Tage Abwechslung. Ich möchte gern am Schiff bleiben. Leider ist auch Herbert mit der Nothern Magic heute morgen noch ganz kurzfristig Rtg. Marokko gefahren, um dort seine ganzen Gasflaschen aufzufüllen, und wird nicht hier her zurück kommen. Ich härte ja langsam ab mit Kennenlernen- und wieder Verabschieden. Aber mit ihm hätte ich sehr gern noch einen Abend über Kanada geplaudert. Auch Coni und Stefan von der www.sy-joujou.com reisen Donnerstag ab, "zu Hause nach dem Rechten sehen". Nicht mal unter diesem Vorwand könnte ich einen "Heimaturlaub" rechtfertigen, denn nach dem Haus sehen tut Monika bereits. Nein, ich werde die nächsten Tage Einiges aufarbeiten, was liegen geblieben ist, z.B. die Fotos sichten, löschen, sortieren und vielleicht eine Auswahl online bereit stellen - wenn ich Internet finde für einen größeren Upload. Es ist mir zu viel Nervenaufreiben, um ein paar Tage zu Hause zu sein, vlt. Kinder und Freunde besuchen zu wollen und in einen Stress zu geraten, den ich wenn möglich in meinem jetzigen Leben vermeiden will. Das Wetter schlägt weiter um, wird kälter, regnerischer und ich werde mal ausprobieren, wie ich es mir im Schiff gemütlich machen kann. Für meine Seele wieder eine Herausforderung, aber ich soll und will ja lernen, alleine zurecht zu kommen und mein Glück zu finden. Ich muss mir nur klar machen, dass ich es will (nicht die Umstände) und dass es einfach wieder Zufall ist, dass plötzlich alle weg sind.

Montag, 22. Oktober 2012

Ausflug Tarifa - Ersatzteile sind da


Blick von oben auf die marokkanische Seite der Straße von Gibraltar. Da fahren wir hoffentlich endlich bald hindurch!!

Gestern stand zur Abwechslung und Ablenkung vom Warten auf die Ersatzteile ein Besuch des Städchens Tarifa auf dem Plan. Wir sind auf Empfehlung von Coni und Stefan mit dem Bus dorthin gefahren und haben uns wirklich sehr wohl dort gefühlt. Tarifa hat etwas von dem Charme der "weißen Städte", die es in den Bergen im Hinterland gibt, ist aber gleichzeitig ein Aussteiger-Mekka für Surfer und Kiter. Wir konnten vom Hafen aus die Straße von Gibraltar sehen, also das Mittelmeer, und auf der anderen Seite einen riesigen Sandstrand am Atlantik. Die Innenstadt hat an einigen Ecken arabischen Charme, Marokko ist nur einen Katzensprung entfernt. Um das alles in ein paar Stunden zu sehen, haben wir uns mal einen Motorroller gemietet. Das war billiger, als zwei Fahrräder und wir hatten Spaß zu zweit auf dem Ding.  Es war ein seltsames Gefühl, der Segelreise "vorzugreifen", und schon mal auf die "andere Seite" den Atlantik zu schauen, oder auch mal Barfuss zu begreifen.
Der Atlantik bei Tarifa. Übrigens sind die Farben nicht manipuliert !!
Ich werde versuchen, im Internetkaffee noch mehr Bilder hochzuladen, diese aber schon mal vorab via USB-Stick.



Eric (links) aus Südafrika beim Aufschneiden der Wantenspanner
Heute morgen war der erste Akt der Gang zum Marina-Büro, nachschauen, ob das Ersatzteil eingetroffen ist:  Und hier diie gute Nachricht: Der Mastrutscher ist da und wir sind fertig mit den Einbauarbeiten. Auch das Rigg steht nun strammer, alle Wantenspanner sind erneuert, nachdem die Gewinde der alten überhaupt nicht mehr drehbar waren bzw. zerstört wurden beim Versuch, sie zu drehen. Nun ist alles wieder justierbar und ich bin gespannt, ob nun weniger Bewegung und Knarzen im Mast ist. Bei der Gelegenheit hat Eric, ein sehr erfahrener Allrounder aus Südafrika, auch das Rigg gecheckt und alles für ok befunden. Das beruhigt - auch zu einem fairen Preis.
Falls ihr Hilfe braucht für Bootsreparturen, Rigging, Gelcoat, Motor etc, Eric Oosthuizen ist in La Linea, Alcaidesa Marina an Steg 7 auf dem Boot "Control C" zu finden und genießt hier einen guten Ruf mit seiner Firma GatewayNautica.
Nun, wir könnten vom Schiffszustand her nun los, aber wie immer, es gibt noch eine schlechte Nachricht: Es folgt ein weiteres Tief mit Zugrichtung direkt auf uns zu östlich dem jetzigen Tiefdruckgebiet. Das heisst, wir werden laut Vorhersage die nächsten Tage noch mit Schlechtwetter rechnen müssen und es macht keinen Sinn, nun vor lauter Freude, dass endlich Abreise technisch möglich ist, das Wetter zu ignorieren. Dazu riet uns auch der mehrfache Weltumsegler auf dem kanadischen Nachbarschiff, der ebenfalls auf die Kanaren möchte und von dort weiter nach Brasilien.
mit Herbert Stuermer auf seiner Nothern Magic
Die kanadische Flagge zieht mich ja immer ein wenig mehr an, als andere, ist auch nicht so oft zu sehen hier. Deshalb hab ich einfach mal aufs Deck geklopft, weil mir auch der Name Nothern Magic irgendwie bekannt vorkam. WIr hatten mehrmals Kontakt, wurden auf ein Glas Wein eingeladen und waren irgendwie beeindruckt von den vielen Geschichten, die dieses über 50 Jahre alte Schiff schon erlebt hat. Herbert ist vor ein paar Jahren direkt von Gibraltar nach Nova Scotia gesegelt. Ja und im Laufe der Gespräche stellt sich heraus, dass wir ein Buch von Herbert bzw. seiner Frau Diane Stürmer seit Jahren zu Hause haben und Monika & ich begeistert gelesen hatten: "Das Glück war jeden Tag an Bord. Eine Familie segelt um die Welt.   Mich hatte dieses Buch sehr bewegt, Diane hatte Krebs und ist bald nach der Rückkehr der fünfköpfigen Familie daran gestorben. Die Intensität der Erlebnisse geht unter die Haut. Und nun begegne ich Herbert allein weiter um die Welt segelnd abwechselnd mit Crew und wir plaudern bis in die Nacht hinein über Nova Scotia, seine deutschen Wurzeln und natürlich über die Segelerlebnisse. Ich kann nicht beschreiben, wie mich seine kanadische Gelassenheit anspricht, die Dinge so hinzunehmen, wie sie passieren und dabei immer noch neben einer großen inneren Ruhe einen Schalk im Nacken zu haben. Er wollte eigentlich heute auf die andere Seite der Gibraltar-Straße segeln, in die spanische Enklarve Ceuta, aber nun bleibt er doch noch und wir warten hier zusammen auf besseres Wetter. Es gibt noch viel zu erzählen, Herbert hat mir die ganzen Filme der Reise und das Buch auf englisch überspielt. Ich werde es noch mal lesen! Auf der website http://www.northernmagic.ca/ könnt ihr auch über das Projekt nachlesen, dass seine Frau noch mit ins Leben gerufen hat, afrikanischen Jugendlichen zu einer Ausbildung zu verhelfen. Herbert führt das in ihrem Sinne heute weiter. Er kennt so viel über die Karibik, aber eben auch Kanada, also auch den Osten. Seltsame Zufälle immer wieder. Auch dass die Reparatur uns letztlich davon abhielt, mit einigen anderen Seglern letzte Woche aufzubrechen war letztlich kein schlechtes Schicksal. Es war sehr rauh, der Wind drehte auf Süd und teilweise 50 Knoten. Es macht keinen Sinn, ein nur kurzes gutes Wetter zu nutzen, bevor es sich stabilisiert hat. Es nervt alle hier, zu warten, auch einige ARC - Teilnehmer. Aber so ist Segeln hat. Mir fällt es aber auch immer noch schwer, das anzunehmen, zumal Monika nun doch wahrscheinlich ihren Flug für den 30. nach Lanzarote canceln wird, denn es ist realistisch selbst um ein paar Tage Verzögerung wohl nicht für uns zu schaffen, dort segelnd anzukommen. Wir nehmen es mit möglichst viel Humor - und kommen zum Lesen und Schreiben.