Dienstag, 16. April 2013

Zufälle?

Die vergangenen Tage standen alle im Zusammenhang mit unseren Freunden aus Nova Scotia. Mit einem bewegenden Abend auf Liza haben wir Louise verabschiedet und ins Herz geschlossen, bis wir uns in NS wiedersehen. Ich hatte nie geglaubt, dass wir uns zu viert in unserer Fremdsprache Englisch so tiefgehend unterhalten könen. Die beiden sind ca. 15 Jahre älter als wir, haben ebenfalls ein gemeinsames Leben auf dem Schiff erlebt, wenn auch in kürzeren Abschnitten. Rick und Louise sind auch Familienmenschen, und das zusammen zu bringen, ist gar nicht einfach, zumal die seglerischen Ambitionen bei den beiden sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Ich habe so viel Glück mit meiner Copilotin, die gern auch längere Strecken segelt. Nachdem Rick dann allein war, haben wir ihm geholfen, sein Schiff nach Virgin Gorda zu verholen, wo es für die Hurricane Saison  über dann an Land soll. Zum ersten Mal ist Monika deshalb nicht bei mir auf Liza, sondern bei Rick an Bord mitgesegelt, und ich allein auf Liza. Das war für alle ein Abenteuer, zumal auf "Grand Cru" plötzlich der Motor ausfiel. Es war am Ende ein Problem der Tankverbindung/Entlüftung, aber der Schrecken saß, und wir haben alle gut Ruhe bewahrt, Abschleppmanöver vorbereitet wegen drohender Abdrift Richtung Land, letzlich notgeankert unter Fock vor dem Riff. Rick war so froh, dass ihm das nicht mit seiner Frau passiert ist, sondern Monika ihm in aller Ruhe assistieren konnte. Nach diesem Schrecken sind wir noch knapp 30 Meilen gekreuzt und erreichten gerade bei Eintritt der Dunkelheit die vertraute Sir Francis Drake Anchorage auf Virgin Gorda. Heute hat Rick uns dann zu einem Musiker-Freund im Leverick bzw. Jumbies Bar mit seiner Einmann-Piraten-Musikshow "Happy Arrrr" eingeladen. Die beiden werden im nächsten Sommer gemeinsam in Nova Scotia auftreten. Rick hatte ihm von uns schon erzählt, und wir waren total gerührt und überrascht, dass dieser Freund Michael A. Gardner für uns ein Lied uraufführte, dass er vor Jahren geschrieben hat. Es handelt von der in Nova Scotia in Lunenburg gebauten Bluenose I , einst der schnellste Schoner der Welt und ganze Stolz der Kanadier, abgedruckt auf den 50-Cent Briefmarken, 10 Cent Münzen, auf den Nummernschildern der Autos, wurde von Dampfschiffen abgelöst und lief am 28.1.1946 mit Bananen beladen auf ein Riff vor Haiti . Michael ist Amerikaner, segelte über 30 Jahre durch die Welt, spielt seit Jahren drei mal pro Woche in der Leverick Bay, rief ein Schulprojekt für Kinder in Haiti ins Leben, wo er von der Geschichte der Bluenose erfuhr. Er lies die Möbel aus Schiffswracks von den Menschen auf Haiti restaurieren , um den Erlös dieser einzigartigen Handarbeit in sein Schulprojekt zu stecken und so den von Hurricanes getroffenen Insulanern zurück zu geben.
Ja, und heute war der Tag, an dem er sein Bluenose-Lied zum Besten gab, angeregt durch Rick, der ihn nach Nova Scotia auf die Bühnen holen möchte. Wir werden uns dort wiedersehen und hören. Morgen spielt Rick in Michaels Show einfach zum Spass Bongos mit. Monika und ich wollen noch den Eustatia Sound aufsuchen und Deep Bay, von der uns eine australische Skipperin vorschwärmte. Am Freitag gibt es noch eine Show mit Stelzentänzern und ur-karibischer Musik, wo wir uns dann wohl von Rick verabschieden. Er kann wegen unveränderbarerTermine nicht mitsegeln auf die Bermudas, aber vielleicht von dort mit nach Nova Scotia.

Samstag, 13. April 2013

Norman Island, Benures Bay

Wenn man abseits der in den Führern gelobten Buchten und Restaurants ankert, ist die Karibik wirklich alles andere als überfüllt. Solche traumhaften Ankerplätze wären z.B. in Kroatien in der Hauptsaison mit etwa hundert Schiffen gefüllt. Oder es gäbe da ein zahlungspflichtiges Bojenfeld. Hier ankern wir frei und können wieder neue Fische bestaunen. Die Riffe sind so abwechslungsreich. Diesmal haben wir einen ganzen Schwarm von Atlantik-Tarpunen direkt unter dem Schiff beobachtet. Sie sind 60-120 cm groß. Film dazu siehe unten. Wir haben den Sky-Chair, eine Art Hängematte, zwischen den Rümpfen aufgehängt, weil es dort so schön kühl ist. War richtig spannend, wenn der Barrakuda direkt neben mit großen Augen beobachtet. Konnte die GoPro mit einem kleinen Stiehl neben mir ins Wasser halten.
Wir wissen gar nicht mehr, ob wir hier noch wieder weg wollen, ob wir uns die USVI  St. John noch anschauen wollen. Dort ist alles reglementiert, selbst die ein zwei Stellen, wo man mit dem DIngi in den Buchten an Land darf, sind festgelegt. Zwei Drittel Naturpark, überall Gebühren und Bojen.. Aber es soll die grünste Insel sein. Mal schauen, ob wir uns der Einwanderungsprozedur noch unterwerfen. Es wird übrigens heißer (tagsüber 32 Grad), der Sommer naht auch hier, nachts regnet es meistens. Manchmal freuen wir uns schon auf die kühleren Temperaturen in Nova Scotia. Oder wir motivieren uns zumindest damit.....

Vielleicht haben wir nächstes Jahr so viele Interessenten und Gäste, dass wir unsere LIZA wieder hier her bringen. Vielleicht finden sich dann auch Segelbegeisterte, die den Törn Kanada-Bermudas-Karibik mitmachen. Ich will nicht weiter in die Zukunft planen, aber ein Schiff ist nun mal kein Auto, das man überall in die Garage fahren oder auf den Parkplatz stellen kann. Es ist ein komplexes Haus auf dem Wasser, das nicht so einfach überwintert werden kann.
Wir treffen auch immer mehr Segler, die ihre Schiffe problemlos in der Karibik "übersommern", aber unsere LIZA allein in der Karibik lassen??  Nein, wir werden den Törn über die Bermudas machen. Das ist immer klarer. Und wo wir LIZA in Canada bzw. im nächsten Winter lassen, werden wir schon sehen.  Step by step...
Nun  sind wir noch mal kurz in die Fathogs Bay gesegelt (16 Meilen in 1,5 Std. gegen den Wind) , Müll entsorgen, einkaufen, und vor allem von Louise aus Chester/NS verabschieden, die wieder von Bord der Grand Cru IV geht und Rick bleibt hier.









Mittwoch, 10. April 2013

Heute ist morgen schon gestern

Wie lange könnte ich dieses Leben so aushalten? Nichts passiert außer dem was wir tun, geniessen oder denken und nicht denken. Niemand anerkennt unsere "Arbeit", kein Chef oder Kunde lobt uns. Was wir nicht bewusst erleben, ist für immer nicht gelebt. Monika hat mir die Augen dafür geöffnet: Wenn ich das Paradies festhalten will, indem ich es z. B. fotografiere für spätere Erinnerungen, lebe ich in der Zukunft , wenn ich mir die Bilder anschaue , sind sie Vergangenheit. Das vertreibt mich jetzt aus dem Paradies genauso wie das (be)schreiben. Ich bin jetzt mitten drin und kann es nicht fassen. Bin froh, dass wir es zu zweit wahr nehmen, Freude über Gesehenes teilen, aber aufnehmen kann ich es nur ganz allein und jetzt. Fast will ich flüchten in das bunte Treiben einer Stadt, brauche nur den Anker aus seinem sicheren Grund zu brechen, mich der Pflicht entziehen, mich jetzt hier mitten drin damit auseinander zu setzen, was ist und was ich fühle.
Ich will nicht mehr nach Worten suchen, habe zum ersten Mal wieder Sehnsucht danach, das JETZT in Tönen, in Lieder ohne Worte, in Musik sprechen zu lassen. Was wäre, wenn ich jetzt hier meine Viola singen lassen würde, der Widerhall von den Felsen die Vögel, die Stille unterbricht, und wahrscheinlich die paar Langfahrtsegler stört, die im Gegensatz zu den Chartercrews keine Dauer-Musik an Bord laufen haben. Es ist seit Tagen kein Charterschiff hier, weil das Ankern mit Landleinen an den Riffs zu tricky ist.
"Meine" Musik gehört in den Konzertsaal - schade. Der Instrumentenlack würde schmelzen und mir wäre es auch zu heiß.
Alles hat seine Zeit und ich weiß, dass mein Landleben wieder kommen wird. Wenn man alles auf einmal will, ist das der sichere Weg ins Unglück. Ich bin froh und dankbar, dass ich jetzt hier sein kann, Zeit habe und nicht nur eine oder zwei Wochen Charter und dann wieder ab in die Firma muss. Alles hat seinen Preis, auch das Paradies. Und doch kann man es nicht kaufen. Die Insel hier ist (wie mein Vater schrieb) wohl zu kaufen, aber niemand kann mich daran hindern, hier meinen Anker in den Sandgrund einzugraben und erst wieder zu lichten, wenn das Paradies von Hurricanes heimgesucht wird, heftige Regen über die Inseln herfallen und das andere Gesicht hervor tritt. Wir werden immer wieder aus dem Paradies vertrieben. Ich will nicht traurig darüber sein, dass wir in wenigen Wochen aufbrechen müssen. Ich habe noch keine Lust auf die Bermudas. Auch wenn sie eine reizvolle Mischung aus britischen, mediterranen und karibischen Elementen sein sollen.
Noch bin ich hier, mag nicht planen, lass mir den jetzt angenehmen kühleren Abendwind um die Nase wehen und denke NICHTS. Punkt

Montag, 8. April 2013

Welcome to Paradise

sagen die Einheimischen gern, und es ist wahr! Es lässt sich weder in Worte noch in Bilder fassen, zumal ich gerade nur kleine iPhone Fotos in den Blog senden kann. Da ich oft genug von den Strapazen und dem stürmischen Weg hierher berichtet habe, möchte ich einfach nur sagen, dass wir im Paradies angenommen sind. In der Morgensonne springen die Fische zu Hunderten, wie auf dem ersten Bild zu sehen ist (Blauflossen-Tunfische bei der Jagd) und man kann beim Frühstück vom Schiff aus das Treiben im Riff beobachten. (Gerade kommt der Barakuda vorbei) Ich weiß , dass es nicht ewig so bleiben kann, aber jetzt und hier kann ich es endlos genießen. Man hat so viel Zeit, wenn man keine Zeitung schon zum Frühstück liest, keine Tagesschau sieht, und Fernsehen sowieso nicht. Von den Klauen der Medien des Staates befreit, mit denen er bestimmt, wohin wir schauen sollen und was wir glauben sollen, worüber sich seine Bürger unterhalten sollen. Wenn ich mittendrin bin , merke ich das nicht, aber aus der Ferne angesichts dieses Paradieses erscheint es fast absurd, wie das Leben mit den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen vertan wird, mit Shopping, Klamotten, Statussymbolen etc. , um die Wirtschaft in Schwung zu halten. Ich hab ja auch kein anderes , besseres Konzept, bin nur nicht überzeugt, dass es so weiter geht. So viele Menschen sind längst in die innere Immigration gegangen und entziehen dem Staat wo es nur geht. Aber sie bleiben Gefangene des Materialismus. Man kann mit so viel weniger auskommen und sich nicht gegenseitig diesen ganzen Wohlstand vormachen, der oft genug noch mit Darlehen finanziert wird. Ich habe auch lange solche Gedanken als Aussteigergeschwätz abgetan, wie soll das denn gehen, und was ist wenn jeder so denken würde. Man muss selbst darauf kommen, sich selbst befreien, den Mut aufbringen, es ohne Korsett oder Krücken des sozialen Netzes zu versuchen. Die Arbeit finden, die man gern tut.
Ich werde wieder hierhin zu den Virgin Islands zurück kommen und die paar jungfräulich gebliebenen Paradiese mit Menschen teilen, die auf Marinas, Bars und Shopping sowie auf Luxus an Bord eine Weile verzichten können und stattdessen die Unabhängigkeit von Strom und Wasser auf LIZA zu schätzen wissen. Bei uns brummt nicht der Generator die ganze Nacht wie auf den meisten größeren Schiffen. Und trotzdem haben wir Solarstrom und genug Wasser aus dem Meer, wenn man bewusst damit umgeht. Dieses Konzept der Beschränkung auf das Wesentliche möchte ich weiter verfolgen und jedem zeigen, der Sinn dafür hat.





Sonntag, 7. April 2013

Sonntag Morgen

Nachdem heute Nacht ein heftiger Regen über uns hinweg prasselte ist nicht nur das Schiff sauber sondern auch die Welt hier in der kleinen Bucht. Die Vögel zwitschern noch vergnügter und es hallt von den Felsen zurück wie in der Kirche. Die Bäume duften nach dem Regen würzig, harzig wie Weihrauch. Die Eisvögel und Kingfischer jagen schon seit Sonnenaufgang, geben den Ton an, können aber den leisen Ruf einer kleinen Ziege und das Gurren der kleinen grünen Wildtauben nicht ganz überdecken. Dies alles erinnert an manche Morgen zu Hause. Heimat ist dort wo deine Kinder und Freunde sind, aber auch wo man länger war und Wurzeln geschlagen hat. Auf dem Schiff ist das eine seltsame Vorstellung mit den Wurzeln (durch den Rumpf). Es gibt dort keine Heimat, auch nicht in den lauten Häfen. Hier, in der stillen Naturbucht, geschützt vor Wind und Welle, vielleicht noch am ehesten. Auf Dauer sehnt sich jeder nach Land. Wir sind froh und dankbar, dass wir unsere Heimat, Kinder und Freunde haben. Das wird immer dann bewusst, wenn man mal zur Ruhe kommt, außen nichts Neues erlebt. Und wenn unbekannte Makler oder Privatpersonen uns diese Heimat wegnehmen wollen, beim Wandern in der Nähe unseres Hauses bemerken, dass es zeitweise unbewohnt ist, weil kein Auto davor steht, und uns ganz frech fragen, ob wir verkaufen (müssen). Nein, das wollen wir nicht. Die Menschen warten manchmal darauf, dass (anderen) etwas passiert, was ihr eigenes Leben verändert , und wenn es dann passiert nennen sie es ihr Schicksal oder Fügung. Des einen Leid ist des anderen Freud.
Wir machen uns heute Morgen keine Gedanken, schauen in das glasklare Wasser über 15m bis auf den Grund. Unsere Hausschildkröte hat uns schon begrüsst und der Barrakuda steht wie immer unter dem Schiff und wartet auf einen Moment Unaufmerksamkeit des Fischschwarms, der ebenfalls unter der LIZA Schutz sucht vor den Pelikanen, die morgens besonders hungrig sind.
Ich lege mich aufs Netz und danke dem Himmel, das die Sonne wieder scheint, unsere Batterien füllt und wir genug Müsli und H-Milch in St. Martin eingekauft haben....

Samstag, 6. April 2013

Frieden

Wir sind nach einer Nacht ganz allein in der Salt Pont Bay auf Salt Island wegen starkem Schwell nach Cooper Island in die Manchioneel Bay gefahren, weil es dort im Beach Club ausgezeichnete Indische Küche gibt. Die Currytaschen schmeckten nach dem Tauchen am Cister Point richtig gut. Ansonsten waren uns die Menschen wieder zu viel und die Bojen zu teuer (30 USD). Deshalb sind wir nach Peter Island in die Naturbucht Little Harbour (ohne Mooringbojen) gesegelt. Den selben Platz direkt an der Felswand mit Kakteen bewachsen (siehe Bild) und kleinem Riff hatten wir mit Corinna und Flo schon genossen, und dort werden wir jetzt eine Weile richtig faul und absolut ruhig liegen bleiben, tauchen, Kajak fahren (siehe Sonnenuntergangsbild), lesen, dem tropischen Vogelgezwitscher lauschen etc. Einfach leben an Bord. Ich habe hier meinen Frieden gefunden. Kein Internet (nur ein paar MB auf dem iPhone für Blog und Wetterdaten), kein Planen, wann wo wie ankern... Wir haben in Spanish Town übrigens unser Visum verlängert, haben dafür das Immigration Office in der Stadt aufsuchen müssen. Nach einigem Fragen und Computer checken, ob wir mit LIZA schon unangenehm aufgefallen sind (z.B. in Seegrasfeldern ankern) haben wir noch mal 4 Wochen genehmigt bekommen. Wir wollen einfach mal nichts neues mehr aufnehmen, sondern die ca. 4 Wochen bis zur Überfahrt zu den Bermudas "nur" in der Karibik leben, vergessen welcher Wochentag gerade ist, leer sein, abschalten. Das Klima ist sehr angenehm, das Wasser mit 27 Grad so "frisch" dass man sich nach dem Schnorcheln gern in der Sonne wieder aufwärmt. Nur zum Wandern ist es uns zu warm. Es gibt aber hier auf den privaten Inseln auch nicht so viel Gelegenheit dazu. Das ist in den Nationalparks der US Virgin Islands dann noch mal anders, speziell auf St. John. Schaun wir mal... Wenn wir Lust auf Meer haben



Dienstag, 2. April 2013

Freundschaft

Rick & Louise
Wir verwenden den Begriff Freundschaft sehr vorsichtig, und gerade unter den vielen Seglerbekanntschaften kann man oft nicht sagen, was sich daraus entwickelt. Man ist sich spontan sympatisch, hat ähnliche Interesseen und Erfahrungen gemacht. Aber was Rick und Louise betrifft, ist das für uns seit gestern Abend etwas Besonderes. Wir haben uns gegenseitig sehr ins Herz geschlossen, trotz der engl. Sprache sehr gut unterhalten und verstanden, und freuen uns auf ein Wiedersehen, wo immer das sein wird. Vielleicht begleitet uns Rick sogar an Bord von LIZA in seine zweite Heimat Bermudas, wo er lange mit der Familie gelebt hat, bevor er wieder nach Kanada zurück ging. Oder wir treffen uns noch vorher wieder in den Virgins Islands. Die beiden segeln auch nach St. Johns bzw. St. Thomas. Auf jeden Fall sehen wir uns in Kanada (Chester) wieder und Rick wird dann längere Zeit mit dem Trawler seines Sohnes auf dem Bras d`Or See verbringen oder auch bei uns ankern.
Wir haben uns ja nur wegen unserer Ruder-/Motorprobleme in St. Martin kennengelernt. Seltsamer Zufall, oder gut dass wir diese Krise hatten..

Montag, 1. April 2013

Hafenleben

Da die beiden letzen Tage ziemlich verregnet waren, und wir bei nur 27-28 Grad mal im T-Shirt ohne Schwitzen arbeiten konnten, haben wir einiges erledigt wie Putzen, aufräumen und ferner was nur mit gutem Internet in Hafen-Nähe geht, z.B. Lohnsteuer in Deutschland.
Monika hat als "Belohnung" wunderbare, leckere Pfannkuchen gemacht, die besten meines Lebens mit 74% local RUM. Den können sie hier wirklich in der Karibik super lecker herstellen und dazu für AGED RUM, also alten, sehr preiswert (6,- Euro pro Flasche). Dazu dann sugar cane, und frisch gepressten Apfelsinensaft. MMMM.

Wenn man mal den ganzen Tag mit Skype online ist, kommen dazu noch einige Anrufe, also mal wieder ein Communication Day. So auch lange mit unserem Sohn, und auch live mit alten und neuen Freunden an den Stegen von Penns Landing, einer kleinen, nette, sauberen Marina (von einem deutschen Walter betrieben), die ausnahmsweise als hurricane hole anerkannt und demzufolge sicher ist. Wir haben die 3 stürmischen Tage hier "ausgesessen", sind mit unseren kanadischen Freunden Rick & Louise aus Nova Scotia sowie einigen weiteren amerikanischen Seglern zum Easter Egg Breakfast gefahren. Rick hat hier am Steg viele Jahre auf seinem Schiff gelebt, als "snowbird" den kanadischen Wintern entflohen, und kennt hier Gott und die Welt. Kein Problem für ihn, in ein paar Minuten zwei Trucks aufzutreiben, auf die wir uns verteilten (incl Ladefläche) und dann gings munter her. Herrlich wie sich Amerikaner und Kanadier necken, und so nebenbei bekommen wir auch die kleinen Spitzen der Sprache mit, sozusagen die I-Tüpfelchen, die Sahnehäubchen oder wie sie hier sagen the Icing on the cake. Wer die kanad. Torten und deren Zentimeter dicke Glasur darauf kennt, weiss wie das gemeint ist. Heute abend kommen die beiden noch mal zu uns an Bord, und dann wollen wir morgen wieder auf die kleinen Inseln und deren herrliche Naturbuchten aufbrechen. Wir haben offiziell noch 5 Tage auf den British Virgin Islands, dann läuft unser Visum hier ab. Wir werden entweder versuchen zu verlängern oder auf die US-Virgin Islands rüber segeln. Und da die Kanadier das gleiche tun, treffen wir uns sicher noch wieder.

Soeben jagen hier noch Fegattvögel direkt am Schiff. Eine kleine Serie, stark vergrößerbar:


Samstag, 30. März 2013

Fathogs Bay Waschtag

Corinna und Florian sind gestern kurz vor Mitternacht mit viel Glück in Puerto Rico angekommen, nachdem der geplante Flug einfach gestrichen wurde und nicht alle Gäste einen Platz im darauf folgenden Flug bekamen. Die beiden sind vorsichtshalber einen Tag vor dem Langstreckenflug von Tortola nach Puerto Rico geflogen nach all den Wedahrungen mit den karibischen Inselhüpfern und das war offenbar wieder richtig.
Wir hatten dann heute einen Tag in Fathogs Bay zu tun mit Einkaufen und Waschen im preiswertesten Waschsalon unserer gesamten Reise (2 USD pro 5kg ). War ein Erlebnis unter den ganzen Schwarzen Locals hier zu plaudern. Ansonsten ist von Ostern nicht viel zu spüren, eher Alltag, nachdem wir wieder allein an Bord sind. Aber unsere kanadischen Freunde treffen wir morgen und freuen uns darauf.

Freitag, 29. März 2013

Es schüttet

Nach einem schönen Badevormittag wollten wir die beiden zum Airport bringen und plötzlich fegt ein Regenguss über uns hinweg, dass ich gerade noch Monikas Rat folgen kann, das Ankermanoever abzubrechen und eine Bezahlboje in der engen Trellis Bay erwische. Was dann nur so prasselte , kann man auf dem Photo vielleicht erahnen. Ja die Überraschung lenkt uns ab, der Himmel weint genug und nun müssen wir nur das Gepäck der beiden noch in Müllsäcke verstauen damit im Dingi nicht sofort alles durch und durch nass ist. Ja, Monate lang hatten wir keinen Regen, aber ausgerechnet heute



Happy Easter

Ich würd euch ja gern en dickes Ei schicken, aber stattdessen gibt es noch en Film....


Wir wünschen allen Frohe Ostern !!

Donnerstag, 28. März 2013

Abschied naht

Die letzen Tage habe ich einfach genossen ohne Bilder zu machen und Blog zu schreiben. Der
Abschied von Corinna und Flo morgen am 29.3.naht und ich wollte einfach intensiv die
verbleibende Zeit mit den beiden genießen. Das Bloggen nimmt nämlich insgesamt mit Internet
suchen, Fotos auswählen, verkleinern etc. ganz schön viel Zeit in Anspruch. Diesmal habe ich
egoistisch alles in mich aufgesogen und der inneren Welt mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Wir
hatten eine sehr ruhige Bucht (Little Harbour auf Peters Island), wo wir mit Heck-Leinen ganz
nahe an der mit Kakteen bewachsenen Felststeilwand geankert und direkt 1 m unter dem Schiff
wieder ein Riff hatten. Monika sah an einem Tag eine riesen Makrele, einen Barakuda unter dem
Schiff ganz nah aus ihrem Kojenfenster sowie eine Schildkröte und war so glücklich. Und immer
gibt es noch neue Fische zu bestaunen und bestimmen.
Gestern abend dann Kontrastprogramm: Full Moon Party in der Trellis Bay mit Feuerspektakel, viel
karib. Musik, Stelzen-Tänzern und Artistik. Und das bei einem riesen großen, orange aufgehenden
Mond über der Bucht. Wir haben gegenüber der Trellis in der ruhigen Marina Key geankert und sind
die 2 km mit dem Dinghy im Dunkeln rüber gefahren. Heute morgen hatte Monika dann spontan um
6.30 Uhr Lust, 5 SM bei spiegelglatten Meer rüber an die Südspitze von Virgin Gorda Island in
die berühmten "The Baths" zu motoren und eine der letzten noch freien Tages-Bojen zu erwischen.
Die gigantischen Steinformationen sind echt beeindruckend, vor allem morgens, wenn kaum
Touristen in den Höhlen herum laufen. Ich hab mit Corinna eine letzte ausgiebige Wanderung
gemacht, Flossen und Tauchbrille versteckt, und nur mit Badehose und Barfuss in den riesigen
Steinen herumgeklettert. Wir hatten solchen Spass! Das Zurückschwimmen war dann abenteuerlich,
weil wegen der hohen Wellen mittlerweile die rote Flagge am Strand gehisst wurde (= Anlegen und
Schwimmen verboten), aber wir haben eine Phase zwischen den Wellen erwischt und sind heil wieder
an Bord gekommen. Ich würde so gern noch mehr unternehmen, die 2 Wochen gingen wieder so schnell
herum.
Ich hoffe für die Heimkehrer und auch Euch Mitlesenden kommt nun endlich der Frühling. Ob ihr
die Ostereier statt weiss bunt anmalen müsst, damit ihr sie im Schnee wieder findet? Nein,
lieber wünsch ich euch Osterglocken, Krokusse etc. Ich denke Ostern an euch. Es ist so eine
andere Stimmung hier und Ostern ist in unseren Breiten noch etwas anderes, als hier Happy
Easter. Naja, wenigstens die vielen Hühner, die auf allen Inseln wild herum laufen, begleitet
von heftigem Hahnkrähen morgens, erninnern etwas an "zu Hause". Mal schauen, ob wir morgen, wenn
die "Jugend" von Bord geht, in den Märkten Ostereier finden. Seltsam, dass man an ein paar
Gewohnheiten doch so hängt. Das gibt etwas Halt. 






 

Sonntag, 24. März 2013

Painkiller?

Etwas müde und zugedröhnt sind wir heute aufgewacht, aber es war ein schöner Abend. Den berühmten "Painkiller", ein wieder-Rum hochprozentiges Getränk haben wir nicht gebraucht. Das hauseigene Bier war nicht soo der Hit, dass wir davon zu viel genossen hätten. Die Musik war auch eher Disco statt erhoffter Steelband, aber immerhin gingen ein paar Songs so in die Beine, dass ich auch mal wieder Lust zum Tanzen hatte. Ein Schwarzer machte sich einen riesen Spaß mit einem Grashalm die Leute unbemerkt zu kitzeln. Unbeschreiblich, wie hysterisch manche (insbesondere langhaarige Amerikanerinnen) darauf reagierten, wenn wiederholt etwas in den Haaren kitzelte. Sie sprangen von den Tischen auf, rannten durchs Lokal. Herrlich. Bei mir hat er es auch versucht, der perfekte Schauspieler, ohne eine Miene zu verändern. Aber meine Crew hat es entdeckt und Corinna hat ihn so ab gelenkt, dass wir seinen Grashalm wegnehmen konnten und unter dem Tisch uns gegenseitig zugespielt haben. Er war sehr verdutzt, dass wir auch ohne Miene zu verändern sein Spielzeug verschwinden lassen konnten, obwohl es doch über einen Meter lang war. Er hat es aber zurück bekommen.
Was mir immer Freude macht, ist die Locals zu beobachten, die abends ihr Leben einfach auf die Sandwege des kleinen Dorfes verlegen und wiederum die Touristen beobachten. Man weiss gar nicht, wer denn nun der "Zoo" ist und wer die "Betrachter". Ich bin immer überrascht, wie anhänglich die kleinen Kinder sind. Offenbar wird ihnen überhaupt kein Tabu anerzogen. Sie legen sich zu uns in die Hängematte um zu spielen oder einfach mal "weisse" Haut zu streicheln oder Sand darauf zu rieseln. Da sie einfach nur süss sind und immer total schick im weissen Kleidchen, macht es Freude, auf ihr nonverbales Spiel einzugehen, und sie lachen sich kringelig. Ich finde es urkomisch, wie diese kleinen laufenden Meter das Hüft-und Popowackeln der Discobesucher nachmachen und das schon perfekt drauf haben. Ja, es sind eigentlich meistens die Mädchen, die so anhänglich sind.
Gestern nachmittag waren wir alle noch mal im Riff auf der Ostseite der Great Harbour Bay. Unglaublich, wie viel Fisch es hier gibt. Das finden auch die Pelikane, die hier geradezu in organisiertn Rudel von allen Seiten gleichzeitig auf die Fische herunterstürzen. Sie sind so nah, dass wir beobachten konnten, wie sie nach dem Fang erst mal das Wasser aus ihrem Kehlkopfsack herauspressen, indem sie den Schnabel an den Hals drücken, und dann erst schlucken. Ich hab noch ein paar schöne Unterwasserfilmchen z.B. von Feuerfischen, aber keine Ahnung, ob die jemand sehen möchte. Es ist recht aufwändig, sie zu verkleinern und via YouTube über das langsame Internet hochzuladen. Und es ist immer schwer vermittelbar, welchen Spass man selbst als Film-Jäger hatte, die UW-Welt zu entdecken. Das Resultat wird dann an den TV-Filmern wie Jacque Cousteau etc. gemessen und fällt bei den Mitteln, vor allem ohne Tauch- und Lichtausrüstung natürlich bescheiden aus. Es macht einfach nur Freude, ein wenig auf die Festplatte zu bannen. 
Also, hier noch der Film mit den Feuerfischen (in der Mitte) :

Samstag, 23. März 2013

Jost v Dyke Great Harbour

Heute wollen wir mal mit "der Jugend" karibisch abhängen in der angesagten Szene Bucht im Foxys. Dort gibt es eine Livecam hier...  , vielleicht könnt ihr uns sehen, aber wegen der Zeitverschiebung müsst ihr schon noch länger aufbleiben, als wir :-(
Mal sehen, wie lange wir "Alten" das so durchhalten. Die Musik drönt jetzt schon, aber heute abend solls dann eine DER Karibik-Bands geben. Momentan lassen sich dort ein Haufen g...ler Amerikanerinnen voll laufen, aber die werden heute abend weg sein, denn die halten nicht mehr lange durch - meinten Florrian und Corinna. Wir werden es bei einer Kostprobe der Foxy`s Brauerei oder eines Drinks mit hauseigenem Rum belassen. Rezepte hier...  Mich würde es freuen, Foxy live zu hören. Ist ziemlich schräg.
hier ist es schon voller, aber wen wundert`s  ?  Ist ausnahmsweise auch mal ok ;-)

Freitag, 22. März 2013

Wasserschildkröte in der White Bay

Anegada-Jost van Dyke

So, wir waren eine Weile nicht online. Das lag daran, dass der Provider Digicell die Interneteinstellungen für das iPhone nicht wusste. Angeblich sind die APN-Einstellungen geheim, werden nur in der Hauptstelle Road Harbor direkt ins handy getippt. Nach einiger Suche habe ich sie im Internet hier heute in der White Bay dann selbst gefunden. Die Hotline vom Provider hatte echt keine Ahnung, und der shop hier auch nicht. Egal, das ist karibisch... Jetzt läufts.
Was war inzwischen? Nach einer mal wieder traumhaften Rauschefahrt (3 Std. für 28 SM)  von Anegada nach Jost van Dyke haben wir an meiner absoluten Trauminsel "Sandy Spit" einen Ankerplatz gefunden und dort morgens und ab nachmittags Spaziergänge um die Inseln machen können, im Schatten der 2 Palmen relaxen, ein Gefühl wie Robinson Crusoe. Vor ein paar Tagen waren wir schon mal in der Nähe dieser Insel, aber es war so rauh, dass die hohen Wellen ein Anlegen in der Nähe der Insel unmöglich machten. Aber diesmal haben wir zwei Nächte dort verbracht und uns alle sehr sehr wohl gefühlt. Tagsüber waren zwar einige Tagesauflügler dort, aber nachmittags fuhren sie alle wieder weg und trauten sich  offenbar nicht, die Nacht dort vor Anker zu verbringen. Nur Ein amerikanisches Pärchen kam bei uns vorbei gerudert, sahen sehr sympathisch aus, hatten früh am Morgen die Stille auf dem winzigen Eiland genossen und wir luden sie spontan ein, bei uns ein Päuschen zu machen auf dem RÜckweg zu ihrem Schiff. Es wurde länger, Monikas selbst gebackenes Brot aufgegessen, und eine Menge Tipps ausgetauscht für die US-Virgin-Islands. Die beiden haben uns auch eingeladen nach Boston, an einem Fluss, eigener Liegeplatz. Tja, mal schauen, was sich die nächsten Jahre ergibt.  
das ist Sandy Spit im Osten von Jost van Dyke.

Aus den Resten angeschwemmter Leinen gemacht.

lange vermisst....  photo: Monika

der einzige Supermarkt auf Anegada!!

Ein Grillfass aus der Nähe betrachtet. Ist doch Kunst, oder? photo: Corinna


vorne links die Ölfässer zu Grills umfunktioniert. Hier wird der Hummer gegrillt


eigentlich passen die Farben nicht, aber hier passt alles


ein paar Mangroven halten sich tapfer im Salzsee im Inneren der Insel

photo: Corinna

Ankerplatz an Sandy Spit


und ein letzter Abendspaziergang allein auf Sandy Spit  photo: Monika

Dienstag, 19. März 2013

Anegada

Diese Insel ist wieder ganz anders als alle anderen Inseln. Bei der Annäherung von See sieht man sie erst wenn man kurz davor ist, so flach erhebt sie sich auf einem riesigen Riff. Eine lange völlig falsch betonnte Fahrrinne führt in die einzige Bucht im Südwesten. Die Tonnen stimmten mit allen meinen drei Seekarten nicht überein. Da fährt man dann sehr vorsichtig , zumal Augapfelnavigation wegen der aufgewühlten See auch nicht möglich war.
Auf den ersten Blick erinnern die langen Sandstrände mit Seetang an eine Nordseeinsel , wenn da nicht ein paar Palmen und das warme Wasser wären. Der Himmel war bedeckt, was gut ist, denn es gibt kaum Schattenbäume. Am Strand toben Kinder vor den wenigen sehr primitiven aber bunt angemalten Strandhütten, in denen man vorzüglich Fisch und den speziellen Lobster der Insel essen kann. Er hat hier keine Scheren, sieht also eher wie eine große Languste aus. Er wird auf ehemaligen aufgeschnittenen Ölfässern gegrillt. Überraschend ist der Preis von 55 USD pro Person. Für diesen Betrag haben wir vorgezogen, mit einem Mietwagen die Insel zu erkunden, weil zu viert die Bordfahrräder nicht reichen und die Strassen doch lang und heiß sind . Kurz gesagt : der einzige Jeep ist eine Katastrophe, der Tacho geht nicht, alles mögliche fehlt, aber er fährt uns über die Korallensandpisten. Die Strände sind wunderbar, die Häuser auf dem Inselhinterland total verkommen. Hier scheint GB nichts zu subventionieren in seine Kolonie. Wahrscheinlich zu arm und zu schwer erreichbar. Das sind Kontraste zum nur 20 SM entfernten Tortola! Auf dem Foto die einzige Zapfsäule der Insel und die beiden einzigen gepflegten Plätzchen. Da haben sogar die Grillölfässer etwas attraktives.
Ich denke oft darüber nach, warum die Menschen so unterschiedlich leben, so wunderbare Natur haben und nichts daraus machen bzw im Chaos, Bauruinen und Müll leben. Sicher fehlt es an Geld, und es lohnt nicht , etwas anderes zu tun, als zu improvisieren bis zum nächsten Sturm. Die Insel würde von einer einzigen paar Meter hohen Welle überspült werden. So ist es dem Resort am Westende ergangen. Träume Plätzen so schnell. Schönheit und Karastrophe liegen hier sehr nah beieinander. Die Natur gibt es und sie nimmt es. Man wird sehr demütig und die Einheimischen hoffen , dass wenigstens die Kirchen stehen bleiben
Immer wieder berühren mich kleine Details, Wege von Muscheln gesäumt, Zäune total bunt gemalt manchmal nur aus Treibholz. Aber immer wieder fröhliche und schick angezogene Menschen. Das macht diese Gegend so anziehend.
Als wir abends wieder bei Liza ankamen, lag sie zu unserer Überraschung nicht mehr da, wo wir sie morgens verlassen hatten. Es war sehr windig, 25kn und mehr, ein paar Regen Squalls, aber deshalb hatte ich den 2. Anker ausgebracht, und das auf Super haltendem Korallensandgrund. Irgendwas stimmte nicht , also im Halbdunkel noch mal schnell mit Flossen und Tauchbrille. nachgeschaut: da sah ich in der Leine des Zweitankers Fetzen und Ölspuren, es ist jemand hineingefahren trotz Kennzeichnung mit unserer Boje am Anker und einem Fender zwischendrin. Ich wundere mich so oft , dass die Charterschiffe hier über die Riffs brettern und dabei im Durchschnitt noch 20-40 cm unter dem Kiel haben, und halt immer in wenigen Metern Abstand an den Ankerliegern vorbeifahren, egal wie viel Schwell das verursacht, nur ihre Boje im Visier. Aber das sie unsere Markierung übersehen haben... Also wir hatten den Eindruck, dass die Crew vom Nachbarkat so seltsam besorgt zu uns herüberschaute und erleichtert schien, als ich durch das Tauchen sicher war , dass beide Anker sich gut wieder eingegraben hatten. Ein abschließender Blick auf den Ankeralarm, der schon angeschlagen hatte, zeigte dann, dass wir etwa 25 Meter versetzt waren und dadurch nur noch 80 cm unter dem Kiel statt 2 m. Man muss echt mit allem rechnen und das macht das Seglerleben auch immer etwas anstrengend, eine leichte Unruhe, ob alles "gut geht".
So nun bring ich mal das Auto zurück und hoffe, dort in der Hütte diesen Eintrag hochladen zu können.

Leider hat der Upload der Bilder nicht funktioniert. Muss ich später nachholen





Sonntag, 17. März 2013

auf nach Anageda

Wir haben gerade beschlossen, nach Anageda rüber zu segeln. Werden dort
2-3 Tage bleiben. Ist eine besondere Insel, recht alternativ und einfach.

Samstag, 16. März 2013

Tauchen am Rhone Wrack

die war wirklich groß, aber ohne Tauchausrüstung kam ich nicht näher heran
Wir haben uns für 2 Wochen den BVI Naturpark Zugang gegönnt und können nun an den besonders exponierten Bojen tagsüber festmachen und Schnorcheln, Tauchen, wandern.
Da haben wir in der Lee Bay auf Salt Island am Wrack der Rhone geschnorchelt, dem berühmtesten Schiffswrack der Karibik. Kinogänger auf der ganzen Welt haben das Wrack der RMS Rhône bereits in dem Film The Deep kennengelernt, aber es selber zu sehen ist doch bewegender. Ich kann leider keine hohe Qualität hochladen, aber mein Videozusammenschnitt zeigt einige sehr schöne Riff-Fische, bishin zu einem Barakuda auf der Lauer und einem riesigen Putzerfisch, der sich an der LIZA zu schaffen machte.
Aber noch mal zu dem Wrack der Rhone:
Der 95 Meter lange Dampfer sank 1867 in einem Sturm vor Salt Island auf den BVI’s und liegt heute zerbrochen in zwei Teile auf dem sandigen Boden. Die stählernen Wrackteile sind inzwischen mit Korallen bewachsen. Taucher können in den Bug, der sich ungefähr 23 Meter unter der Wasseroberfläche befindet, hinein schwimmen, wo sie von bunten Fischschwärmen empfangen werden. Die Heckhälfte liegt in 9 Meter Tiefe, wobei das Ruder des Schiffs bis zu 4,50 Meter unter der Wasseroberfläche aufragt. Vor lauter Ergriffenheit beim Anblick einer wirklich ca. 1m großen Wasserschildkröte habe ich auf den Photo- statt Filmknopf meiner UW-Gopro-Kamera gedrückt. Deshalb folgt hier nur ein Foto der Schildkröte. Die Video Szenen sind zur Hälfte auch an den Dog Islands entstanden. Dies waren bisher die schönsten Riffe für mich, Naturpark halt, da lohnt sich das BVI Permit für 50 USD/Woche für vier Personen.
Heute So bis etwa Dienstag bleibt das Wetter etwas unbeständig. Wir schauen mal, was wir machen, haben ja erst mal wieder einen guten Ankerplatz.