Mein Post mit der unverschämten Lady beim Custom war etwas zu emotional
aus meinem Ärger heraus geschrieben. Ich wollte nicht pauschalisieren,
dass Unfreundlichkeit und Gewicht bei allen Menschen hier und woanders
auf der Welt in einem direkten Zusammenhang steht. Nach weiteren
Kontakten mit Einheimischen in Läden, Wäschereien etc. bleibe ich jedoch
bei der Feststellung, dass die schlanken schwarzen Frauen oft sehr
hübsch und selbstbewusst fröhlich wirken, während die leider vielen sehr
sehr Übergewichtigen wirklich darunter leiden und offensichtlich ihre
Unfreude im eigenen Leben dann an Anderen auslassen, wo sie es können.
Heute regnet es Kübel weise. Ob wir trotzdem nach St. Thomas fahren,
müssen wir mal abwarten. Erst mal schrubben wir das Schiff mit
kostenlosem Süsswasser von oben. Ansonsten heist es wieder Geduld
Geduld. Das Tief über Bermudas nächstes Wochenende mit Gegenwind ab
Mittwoch ist gar keine gute Voraussetzung. Aber es geht uns ja gut hier
und wir können das Warten auch genießen. Ist mehr so eine Sache, dass
wir jetzt motiviert sind und die Energie aufbringen, den langen Weg auf
uns zu nehmen, dann soll es halt auch losgehen.
Ich habe noch zwei schöne Bilder von St. John hochgeladen, siehe vor 2 Blogs "St. John" Titel
Donnerstag, 9. Mai 2013
Mittwoch, 8. Mai 2013
Alles wieder gut....
... die Maschine läuft wieder. War das ein Mist mit dem schlechten
Diesel. Tatsächlich waren alle Ventile, Filter, Diesel-Schlauch
(Zuleitung) so sehr mit dem schwarzen Schlamm verstopft, dass nichts
mehr zum Motor gelangte. Sogar die Leitung vom Tank zum Motor musste
erneuert werden. In die andere Maschine (nicht so verdreckt) haben wir
Chemie gekippt, dreifache Menge vom Hersteller empfohlen, bzw. das
sind Bakterien, die den Algenschlamm im Diesel auffressen. Die Insider
(Charterboote) hier machen das regelmässig vorbeugend, auch wenn es
pro Tankfüllung hier fast 10 Dollar kostet.
Diese ganze Aktion hatte einen sehr schönen Nebeneffekt. Als das
Motor-Problem auftrat, waren wir gerade an einer kleinen Insel mitten
zwischen St.John und Tortola. Dort ankerte ein Katamaran mit der
Aufschrift www.stjohndiveadventures.com , an einem kleinen aber feinen
Riff, das in keinem Führer stand. Etwas gewagt haben wir in der
kleinen Minibucht noch dahinter geankert, mit einer nicht
funktionierenden Maschine. Ok, besser als in einen Hafen einlaufen
müssen. Ich bin dann zu dem Katamaran rüber geschnorchelt und dachte,
ein Skipper von dieser Insel wird einen guten Rat wissen, wer sich mit
Dieselmotoren auskennt. Ja, und er hat sich sofort trotz der auf ihn
wartenden Tauchgruppe um Hilfe gekümmert, einen Bekannten in
erreichbarer Nähe angerufen, er solle ein Auge auf uns werfen, wenn
wir in Coral Bay einfahren. Was sich daraus entwickelte ist wieder
eines dieser kleinen Wunder, Menschen zu treffen, die einfach
selbstlos helfen, weil sie sich auskennen, und irgendwie Sympathie
füreinander da ist. Ray und Brenda leben seit Jahren hier auf ihrem
Kat und machen eigentlich genau das, was ich so interessant finde:
sail and dive
Sie haben uns heute spontan zu einer Inselrundtour mit ihrem Jeep
eingeladen, auf dem Weg noch an einer Laundry angehalten, um ihre und
unsere Wäsche zu waschen und abends dann in ein Restaurant eingeladen,
wo nicht nur ein sehr guter Sänger/Gitarrist live ausgezeichnete Musik
spielte, sondern super leckere Muscheln aus PEI serviert wurden, ja,
frisch aus Kanada eingeflogen, um die Ecke von Nova Scotia. Und als
der Sänger dann zu uns an den Tisch kam und erzählte, er habe in Nova
Scotia sein Segelschiff gekauft und ist damit die Küste runter bis
hier her gesegelt, fragte ich mich, ob das wieder nur Zufälle waren.
Morgen fahren wir mit Ray und Brenda nach St. Thomas, mit Auto und
Fähre, was viel einfacher sein soll, als mit dem Schiff in die
Hauptstadt der Nachbarinsel zu segeln, wo wir noch ein Ersatzteil
kaufen wollen (Motor-Seewasserfilter lässt sich nicht mehr zum
Reinigen öffnen), aber vor allem für den letzten Abschnitt bis Kanada
noch proviantieren wollen. Auf den Bermudas sind Lebensmittel extrem
teuer. Die beiden müssen auch für ihre nächsten Gäste einkaufen, und
so werden wir den Jeep bis unters Dach voll laden, an einem Supermarkt
im Inselinneren, der vom Hafen (Schiff) aus nicht für uns erreichbar
wäre. Aber mit dem Auto ist das natürlich Luxus.
Es ist so phantastisch, dass es diese Hilfsbereitschaft noch gibt. Zu
Hause hilft man sich auch, Nachbarn, Freunden. Aber so ganz
wildfremden Menschen, die einfach zur großen Seglerfamilie gehören?
Innerhalb von wenigen Stunden wie Freunde zur Seite stehen. Wir können
es beide noch nicht richtig fassen.
Nun schauen wir, wie sich das Tief in den nächsten 5-6 Tagen im NW von
Bermudas entwickelt.
Diesel. Tatsächlich waren alle Ventile, Filter, Diesel-Schlauch
(Zuleitung) so sehr mit dem schwarzen Schlamm verstopft, dass nichts
mehr zum Motor gelangte. Sogar die Leitung vom Tank zum Motor musste
erneuert werden. In die andere Maschine (nicht so verdreckt) haben wir
Chemie gekippt, dreifache Menge vom Hersteller empfohlen, bzw. das
sind Bakterien, die den Algenschlamm im Diesel auffressen. Die Insider
(Charterboote) hier machen das regelmässig vorbeugend, auch wenn es
pro Tankfüllung hier fast 10 Dollar kostet.
Diese ganze Aktion hatte einen sehr schönen Nebeneffekt. Als das
Motor-Problem auftrat, waren wir gerade an einer kleinen Insel mitten
zwischen St.John und Tortola. Dort ankerte ein Katamaran mit der
Aufschrift www.stjohndiveadventures.com , an einem kleinen aber feinen
Riff, das in keinem Führer stand. Etwas gewagt haben wir in der
kleinen Minibucht noch dahinter geankert, mit einer nicht
funktionierenden Maschine. Ok, besser als in einen Hafen einlaufen
müssen. Ich bin dann zu dem Katamaran rüber geschnorchelt und dachte,
ein Skipper von dieser Insel wird einen guten Rat wissen, wer sich mit
Dieselmotoren auskennt. Ja, und er hat sich sofort trotz der auf ihn
wartenden Tauchgruppe um Hilfe gekümmert, einen Bekannten in
erreichbarer Nähe angerufen, er solle ein Auge auf uns werfen, wenn
wir in Coral Bay einfahren. Was sich daraus entwickelte ist wieder
eines dieser kleinen Wunder, Menschen zu treffen, die einfach
selbstlos helfen, weil sie sich auskennen, und irgendwie Sympathie
füreinander da ist. Ray und Brenda leben seit Jahren hier auf ihrem
Kat und machen eigentlich genau das, was ich so interessant finde:
sail and dive
Sie haben uns heute spontan zu einer Inselrundtour mit ihrem Jeep
eingeladen, auf dem Weg noch an einer Laundry angehalten, um ihre und
unsere Wäsche zu waschen und abends dann in ein Restaurant eingeladen,
wo nicht nur ein sehr guter Sänger/Gitarrist live ausgezeichnete Musik
spielte, sondern super leckere Muscheln aus PEI serviert wurden, ja,
frisch aus Kanada eingeflogen, um die Ecke von Nova Scotia. Und als
der Sänger dann zu uns an den Tisch kam und erzählte, er habe in Nova
Scotia sein Segelschiff gekauft und ist damit die Küste runter bis
hier her gesegelt, fragte ich mich, ob das wieder nur Zufälle waren.
Morgen fahren wir mit Ray und Brenda nach St. Thomas, mit Auto und
Fähre, was viel einfacher sein soll, als mit dem Schiff in die
Hauptstadt der Nachbarinsel zu segeln, wo wir noch ein Ersatzteil
kaufen wollen (Motor-Seewasserfilter lässt sich nicht mehr zum
Reinigen öffnen), aber vor allem für den letzten Abschnitt bis Kanada
noch proviantieren wollen. Auf den Bermudas sind Lebensmittel extrem
teuer. Die beiden müssen auch für ihre nächsten Gäste einkaufen, und
so werden wir den Jeep bis unters Dach voll laden, an einem Supermarkt
im Inselinneren, der vom Hafen (Schiff) aus nicht für uns erreichbar
wäre. Aber mit dem Auto ist das natürlich Luxus.
Es ist so phantastisch, dass es diese Hilfsbereitschaft noch gibt. Zu
Hause hilft man sich auch, Nachbarn, Freunden. Aber so ganz
wildfremden Menschen, die einfach zur großen Seglerfamilie gehören?
Innerhalb von wenigen Stunden wie Freunde zur Seite stehen. Wir können
es beide noch nicht richtig fassen.
Nun schauen wir, wie sich das Tief in den nächsten 5-6 Tagen im NW von
Bermudas entwickelt.
Dienstag, 7. Mai 2013
Kraftstoffproblem
Was nützt eine lizensierte, Garantie gebende Volvo-Werkstatt, wenn man
wegen unterlassener Arbeit (Kraftstoff-Filter nicht erneuert) eine
weitere Garantiewerkstatt weit und breit nicht findet. Wir müssten
dafür wieder nach BVI einklarieren, mit z.Zt. nur einer Maschine im
quirligen Tortola Kreuzfahrt-Hafen. Nein, wir sind hier in Coral Bay
gut vor Anker und morgen wird sich hoffentlich jemand drum kümmern,
der hier mehrfach empfohlen wurde, sich aber leider einen Arm
gebrochen hatte. Damit kann ich ja aushelfen, aber ich habe nicht die
Spezialwerzeuge, mit denen man auch festgefressene Filter abschrauben
kann. Wir versuchen es positiv zu sehen: gut, dass es nicht später auf
See passiert ist. Hoffentlich sind aber nicht noch zusätzliche Teile
nötig, z.B. Halterung für Kraftstoff-filter. Ich fürchte, die
Volvo-Werkstatt in St. Martin hatte den Filter nicht aufschrauben
können, und deshalb gelassen, statt auftragsgemäss zu wechseln. Man
kann nicht genug prüfen, aber immer ist Zeitdruck im Spiel. Diesmal
wollen wir uns keinen Stress machen, ausser der feuchten Hitze, die
wir sowieso schon haben. Es sieht zwar nach einem guten Wetter-Fenster
ab Mittwoch auf die Bermudas aus, aber es wird auch noch eins für uns
aufgehen...
wegen unterlassener Arbeit (Kraftstoff-Filter nicht erneuert) eine
weitere Garantiewerkstatt weit und breit nicht findet. Wir müssten
dafür wieder nach BVI einklarieren, mit z.Zt. nur einer Maschine im
quirligen Tortola Kreuzfahrt-Hafen. Nein, wir sind hier in Coral Bay
gut vor Anker und morgen wird sich hoffentlich jemand drum kümmern,
der hier mehrfach empfohlen wurde, sich aber leider einen Arm
gebrochen hatte. Damit kann ich ja aushelfen, aber ich habe nicht die
Spezialwerzeuge, mit denen man auch festgefressene Filter abschrauben
kann. Wir versuchen es positiv zu sehen: gut, dass es nicht später auf
See passiert ist. Hoffentlich sind aber nicht noch zusätzliche Teile
nötig, z.B. Halterung für Kraftstoff-filter. Ich fürchte, die
Volvo-Werkstatt in St. Martin hatte den Filter nicht aufschrauben
können, und deshalb gelassen, statt auftragsgemäss zu wechseln. Man
kann nicht genug prüfen, aber immer ist Zeitdruck im Spiel. Diesmal
wollen wir uns keinen Stress machen, ausser der feuchten Hitze, die
wir sowieso schon haben. Es sieht zwar nach einem guten Wetter-Fenster
ab Mittwoch auf die Bermudas aus, aber es wird auch noch eins für uns
aufgehen...
St John
Inzwischen haben wir auch hier wunderbare Ecken gefunden. Die Riffs muss man gezielt aufsuchen, dann sind sie auch phantastisch. Halt lokaler beschränkt. Sehr schwierig ist die Internetsituation. Mal ganz schwacher Mobilfunkempfang mit AT&T, dann wieder Digicell BVI. Wir sind gerade mal in BVI Nähe gefahren, um dort Daten zu laden, was mit AT&T auf einem Smartphone tatsaechlich geblockt ist.
Ich muss mich jetzt aber um ein Motorproblem kümmern. Der Diesel ist so schlecht hier, dass Bakterien im Tank ihn zersetzen bzw auch die gerade erst erneuerten Filter zusetzen. Wir fahren deshalb heute in die Coral Bay (im SO von St John) wo es einem Diesel Spezi gibt.
Dort gibt es auch ein Internetcafe, ich brauche Wetterdaten, Surface Karten, nicht nur Grib.
Ich muss mich jetzt aber um ein Motorproblem kümmern. Der Diesel ist so schlecht hier, dass Bakterien im Tank ihn zersetzen bzw auch die gerade erst erneuerten Filter zusetzen. Wir fahren deshalb heute in die Coral Bay (im SO von St John) wo es einem Diesel Spezi gibt.
Dort gibt es auch ein Internetcafe, ich brauche Wetterdaten, Surface Karten, nicht nur Grib.
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| rechts im Hintergrund ist schon Tortola zu sehen. Die Bucht hier auf St. John ist die Salt Bay |
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| Da liegt die LIZA links. Diese Trails auf St. John sind schön angelegt. Nur die Hitze..... |
Sonntag, 5. Mai 2013
US Virgin Islands - St. John USA Einreise mit privaten Schiff problematisch
Um 6 Uhr morgens vor Sonnenaufgang haben wir unsere kleine Sandy Spit Insel und die BVI verlassen , um nach einer schönen Überfahrt (Segeln ist so viel angenehmer als Fähre!) die US Behörden beim Customs so richtig Klischee entsprechend abweisend , fast unverschämt zu erleben. Und immer sehen wir, dass die weiblichen Officer die unfreundlichsten sind, und zwar proportional zur Körperfülle. Wirklich! Ich versuche inzwischen wenn möglich zu Männern zu gehen. Die zunehmende Hitze, 32-34 Grad, die mit dem beginnenden Sommer (bzw. Hurricane-Season sagen sie hier dazu) einher geht mit 90% Luftfeuchtigkeit, hat das Einkäufen ganz schön erschwert. Da fast nichts in die USA an Lebensmitteln eingeführt werden darf, blieb uns nichts anderes übrig, als auf St John wieder einzukaufen. Leider liegt der Supermarkt weit oben über den Berg. Zu allem Übel war dann in Cruz bay auch kein Laden zu finden, der eine prepaid SIM Card verkaufen konnte ohne 2-Jahres-Vertrag. AT&T blockt für Smartphones wie das iPhone den Internetzugang. Die BVI Sim geht nur 7 Meilen Luftlinie entfernt von Jost an Dyke auch nicht mehr. Nur meine gute alte deutsche Simyo (eplus) roamt für 2,49€/MB. Daher mal keine Bilder. Ja das sind die Nebeneffekte des Reisens in so vielen verschiedenen Ländern. Wir waren heute ziemlich "am Anschlag" , sind dann noch in ein ruhiges Naturschutz - Gebiet an der Südküste gefahren. Eine wunderbare Entschädigung gab es dort zur Begrüßung : zwei ca ein Meter große Schildkröten paarten sich direkt neben dem Schiff. Wir waren zu fasziniert, um die Kamera zu holen. Ui, das sah auch sehr anstrengend aus. Das wenigstens haben wir einfacher... Das so gelobte Riff ansonsten war ziemlich enttäuschend. Wir sind vielleicht mittlerweile verwöhnt, hatten wegen des viel beschriebenen Naturschutzes und der 80% Erlös der Bojengebühren für den Naturschutz mehr erwartet. Der ganze Tamtam internet.eplus.deder Amerikaner PRO Umwelt passte ins Bild. Viel Polizei und Regeln, hohe Strafen und Gebühren für letztlich weniger Lebensqualität und mehr Unfreundlichkeit. Naja, wir bleiben offen für hoffentlich auch gute Erlebnisse. Erstmal sind wir stolz und froh dass alles geregelt zu haben, denn wir hätten jetzt noch nicht aufbrechen können zu den Bermudas. Kaltfront, Gewitter, Gegenwind ist zusammen nicht so ideal. Aber wir wollen los bei nächster Gelegenheit. Gut im Nachhinein , dass wir die Britischen Jungferninseln so ausgiebig genossen haben, die Verlängerung des Visums bekommen hatten.
Heute morgen haben wir dann einen der Trails entdeckt und sind ein Stück gewandert, begleitet von Rehen in den Kakteen, reimt sich, und sieht komisch aus. Meine Birkenstock Sandalen auch. Die Sohle ist abgeschmolzen.
Heute morgen haben wir dann einen der Trails entdeckt und sind ein Stück gewandert, begleitet von Rehen in den Kakteen, reimt sich, und sieht komisch aus. Meine Birkenstock Sandalen auch. Die Sohle ist abgeschmolzen.
Freitag, 3. Mai 2013
Einfach gibts nicht
Als wir heute morgen problemlos in BVI ausklariert haben (obwohl einen Tag überfällig) und übrigens für die zwei Monate nur 40 USD bezahlt haben, sagte uns die Dame beim Custom & Immigration , dass wir nicht einfach mit unserem privaten Schiff in die USA einreisen können. auch wenn wir vorher schon elektronisch online (ESTA) unser US Visum beantragt und bezahlt hatten. Nein, wir müssen mit einem öffentlichen Verkehrsmittel rüber, und erst mit Stempel im Reisepass können wir mit unserem Schiff dann wieder Einklarieren in den USA. Da die einzige Fähre von Jost van Dyke nach St John in 10 Minuten abfahren sollte, haben wir gerade noch die Tickets fuer uns beide (140 USD) kaufen koennen und dann mit Höllenlärm in 20 Min rüber in die USA. Wir konnten nicht glauben, dass dies der einzige legale Weg ist, aber die US Beamten haben es bestätigt. Ohne Stempel (Visum) im Pass hätten sie uns eine Strafe aufdrücken können und auf jeden Fall wieder zurück in die BVI geschickt. Dort hätte man uns allerdings den Aufenthalt nicht noch mal verlängert. Ja, nun haben wir den Stempel und sitzen auf der Fähre zurück zu LIZA und müssen dann heute die selbe Strecke mit dem eigenen Schiff wieder in die USA segeln, um dort morgen früh um 7 SOFORT einzuklarieren . Unsere 8 Fingerabdrücke und Fotos sind dann wenigstens schon im System. Meine Greencard hat da übrigens auch nichts genützt. Die spinnen einfach, jawohl.
St. John hat uns aber ansonsten gut gefallen, die Cruez Bay ist Puppenstuben-Karibik, bunt und aufgeräumter, als BVI, amerikanischer. Trotzdem fahren die Autos links und die Amerikaner auf dieser Insel dürfen nicht den US-Präsidenten wählen. Versteht das alles Jemand?
Egal, wir können noch nicht direkt auf die Bermudas wegen des Wetters, also müssen wir die Prozedur über uns ergehen lassen.
Der "Dinosaurier" auf dem Bild unten fiel übrigens einfach vom Baum auf den Weg neben mir, als ich gerade freies Internet entdeckte im Park auf dem anderen Bild.
Inzwischen sind wir wieder auf BVI Jost van Dyke angekommen und die freundliche Dame vom Immigration Office hat uns noch einen Tag verlängert. Wir sind dann noch zu meiner Sandy Spit Insel gefahren, von der ich mich gern verabschieden wollte. Mann war das ein Tag. Morgen gehts dann offiziell nach USA, aber erst mal schlafen wir die letzte Nacht hier hoffentlich gut. Der Wind hat auf völlig ungewöhnlichen SW gedreht. Somit liegen wir ganz offen zum Meer, aber es ist ganz wenig Wind fuer die Nacht angesagt.
Das BVI Handy funktioniert übrigens mit Roaming auch noch in den USA bis auf Weiteres. Nur das Internet mal wieder nicht. Werde mir da fuer die Tage noch was besorgen.
St. John hat uns aber ansonsten gut gefallen, die Cruez Bay ist Puppenstuben-Karibik, bunt und aufgeräumter, als BVI, amerikanischer. Trotzdem fahren die Autos links und die Amerikaner auf dieser Insel dürfen nicht den US-Präsidenten wählen. Versteht das alles Jemand?
Egal, wir können noch nicht direkt auf die Bermudas wegen des Wetters, also müssen wir die Prozedur über uns ergehen lassen.
Der "Dinosaurier" auf dem Bild unten fiel übrigens einfach vom Baum auf den Weg neben mir, als ich gerade freies Internet entdeckte im Park auf dem anderen Bild.
Inzwischen sind wir wieder auf BVI Jost van Dyke angekommen und die freundliche Dame vom Immigration Office hat uns noch einen Tag verlängert. Wir sind dann noch zu meiner Sandy Spit Insel gefahren, von der ich mich gern verabschieden wollte. Mann war das ein Tag. Morgen gehts dann offiziell nach USA, aber erst mal schlafen wir die letzte Nacht hier hoffentlich gut. Der Wind hat auf völlig ungewöhnlichen SW gedreht. Somit liegen wir ganz offen zum Meer, aber es ist ganz wenig Wind fuer die Nacht angesagt.
Das BVI Handy funktioniert übrigens mit Roaming auch noch in den USA bis auf Weiteres. Nur das Internet mal wieder nicht. Werde mir da fuer die Tage noch was besorgen.
Donnerstag, 2. Mai 2013
BVI-ade
Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Soeben stellen wir fest, dass unser Visum heute ausgelaufen ist. Man hatte uns einen Verlängerungs-Monat versprochen, aber ok, der Stempel im Reisepass ist eindeutig. Also werden wir morgen in aller Frühe nach Jost van Dyke zum Ausklarieren rüberfahren und dann in die USA. Und jetzt gibt`s zum Abschied noch mal karibische Musik vom Lokal-Matador Quito`s.
Cane Garden war heute wie ausgestorben. Der kräftige Regen und die Nebel verhangenen Berge sowie die Regenwald-Vegetation erinnerten stark an Dominica. Am Ende des Dörfchens durch Gassen so dunkel, dass die nostalgische Strassenbeleuchtung automatisch anging, haben wir die Callwood Destillery der seit über 200 Jahren kontinuierlich darin arbeitenden Familie Callwood gefunden und den beiden Jungs beim Rum destillieren zugeschaut. Abenteuerlich, wie sie das eigens mit einem Ein-Zylinder Dieselmotor gepresste Zuckerrohr (cane, daher das Dorf: Cane Garden) aufkochen in einem selbst gelöteten Ofen mit Pech gedichtetem Überlauf abkühlen und in 200 Jahre alten Eichen-Fässern 4-10 Jahre reifen lassen. Natürlich haben wir die verschiedenen Sorten probiert und uns zwei Flaschen mitgenommen - nur cash zahlbar und ohne Rechnung. Eine der beiden Sorten, speziell für women, ist mit Zuckerrohr-Stücken in der Flasche sehr dekorativ, nur das nackte Pinup-girl auf der Etikette nicht so wirklich. Auf die Frage, warum nackt (was ja hier eigentlich eher verpönt ist, oben ohne baden sogar in der Öffentlich verboten), erklärte uns der Blacky süffisant lächelnd: This one is sweeter, women like that, and if they drink more you get them naked). Ok, schaun wir mal... Das Bargeld-Abheben (weshalb wir ja auch hier her gekommen sind) gestaltete sich dann schwieriger: Der Geldautomat war schlicht leer. Ganz normal, wie uns die nette Bedienung nebenan aus Jamaika erklärte. Dort möchten wir beide übrigigens auch noch mal hin. Alle Menschen, die uns besonders nett und offen begegneten, kamen ursprünglich aus Jamaika. Das muss ein nettes Volk sein. Die Schwarzen auf BVI sind ja ansonsten nicht so offen, wie wir es noch auf Dominica erlebten. Sie schauen tatsächlich sehr ungern in die Augen, sondern eher auf den Boden, worauf auch Reiseführer hinweisen. Da fallen die Jamaikaner halt direkt auf, wenn sie einen mit offenen Augen anlächeln. Das soll wohl noch mit der Sklaven-Geschichte zusammen hängen. Heute muss übrigens jeder weiße Geschäftsführer hier mindestens 50% der Belegschaft aus Schwarzen einstellen. Umgekehrt gilt das nicht. Der Supermarkt war auch ziemlich spärlich gefüllt. Die Fleischtheke war ganz leer. Ob morgen etwas kommt? "May be, may be not" Aber sehr leckere lokale Avokados konnten wir bekommen.
Cane Garden war heute wie ausgestorben. Der kräftige Regen und die Nebel verhangenen Berge sowie die Regenwald-Vegetation erinnerten stark an Dominica. Am Ende des Dörfchens durch Gassen so dunkel, dass die nostalgische Strassenbeleuchtung automatisch anging, haben wir die Callwood Destillery der seit über 200 Jahren kontinuierlich darin arbeitenden Familie Callwood gefunden und den beiden Jungs beim Rum destillieren zugeschaut. Abenteuerlich, wie sie das eigens mit einem Ein-Zylinder Dieselmotor gepresste Zuckerrohr (cane, daher das Dorf: Cane Garden) aufkochen in einem selbst gelöteten Ofen mit Pech gedichtetem Überlauf abkühlen und in 200 Jahre alten Eichen-Fässern 4-10 Jahre reifen lassen. Natürlich haben wir die verschiedenen Sorten probiert und uns zwei Flaschen mitgenommen - nur cash zahlbar und ohne Rechnung. Eine der beiden Sorten, speziell für women, ist mit Zuckerrohr-Stücken in der Flasche sehr dekorativ, nur das nackte Pinup-girl auf der Etikette nicht so wirklich. Auf die Frage, warum nackt (was ja hier eigentlich eher verpönt ist, oben ohne baden sogar in der Öffentlich verboten), erklärte uns der Blacky süffisant lächelnd: This one is sweeter, women like that, and if they drink more you get them naked). Ok, schaun wir mal... Das Bargeld-Abheben (weshalb wir ja auch hier her gekommen sind) gestaltete sich dann schwieriger: Der Geldautomat war schlicht leer. Ganz normal, wie uns die nette Bedienung nebenan aus Jamaika erklärte. Dort möchten wir beide übrigigens auch noch mal hin. Alle Menschen, die uns besonders nett und offen begegneten, kamen ursprünglich aus Jamaika. Das muss ein nettes Volk sein. Die Schwarzen auf BVI sind ja ansonsten nicht so offen, wie wir es noch auf Dominica erlebten. Sie schauen tatsächlich sehr ungern in die Augen, sondern eher auf den Boden, worauf auch Reiseführer hinweisen. Da fallen die Jamaikaner halt direkt auf, wenn sie einen mit offenen Augen anlächeln. Das soll wohl noch mit der Sklaven-Geschichte zusammen hängen. Heute muss übrigens jeder weiße Geschäftsführer hier mindestens 50% der Belegschaft aus Schwarzen einstellen. Umgekehrt gilt das nicht. Der Supermarkt war auch ziemlich spärlich gefüllt. Die Fleischtheke war ganz leer. Ob morgen etwas kommt? "May be, may be not" Aber sehr leckere lokale Avokados konnten wir bekommen.
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| riesige Fächerpalme im Dorf |
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| am hellichten Tag wirds immer dunkler.... |
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| ....als wir an der Destillerie ankommen |
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| wir probieren ordentlich.... |
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| das ist urig, seit 400 Jahren laut Schild auf der Huaswand wird kontinuierlich auf die gleiche Art hier Rum destilliert |
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| sehr freundlich: Keep your Ass out |
Mittwoch, 1. Mai 2013
Zivilisation - Cane Garden
Wenn das Paradies keine Stacheln hätte, würden wir nie mehr aufbrechen. Die Kakteen haben überall ihre kleinen stacheligen Ableger hinterlassen, die sich mit Widerhaken ganz schön ins Fleisch verhaken. Also wir waren genug angestachelt, uns mal wieder unter Menschen zu wagen. Nach Cane Garden, mit Internet, Geldautomat und kleinem Supermarkt. Auf dem Weg haben wir schon mal einen Blick in die Watermelon Bay von St. John geworfen. Da das Wetter auf dem Nordwestatlantik noch recht chaotisch ist und wir am 5. Mai auf BVI ausklarieren müssen, werden wir auf St. John auf das Wetterfenster zu den Bermudas warten. Es war ein guter kurzer Einblick auf die USVI (US-Virgin-Islands) und wir freuen uns darauf, auch wenn wieder aus-/einklarieren, Visum USA, Handy SIM Card besorgen (zum Wetter beobachten). Egal, heute am Tag der Arbeit gehen wir das mal an :-) Hier können wir die Anträge ausdrucken. Ganz seltsam wieder so in der Zivilisation angekommen zu sein. Autogehupe, Hähne krähen, Restaurant-Geräusche und Geruch. Wir raffen uns jetzt mal auf ins Getümmel.
Ich mache eben vorher mit einer neuen iPhone Panorama App mal einen Abendschnapps-Schuss von Bord und schicke das mit dem Blogeintrag direkt vom iPhone app ;-).
Ich mache eben vorher mit einer neuen iPhone Panorama App mal einen Abendschnapps-Schuss von Bord und schicke das mit dem Blogeintrag direkt vom iPhone app ;-).Dienstag, 30. April 2013
Auch die Stacheln sind gut
Den 30.4. werde ich im Leben nicht vergessen. Ein Rausch von morgens bis abends. Dank meiner Kapitana, die einen 7. Sinn dafür hat, wo es schön ist und vor Wind und Welle geschützt. Ich wollte eigentlich wieder in die "Zivilisation", aber Monika hat mich überredet, noch mal zu segeln, dann den Anker in einer noch verrückteren Bucht fallen zu lassen. Damit wir nicht hungern müssen, hat sie zwei Brote gebacken und ein Glas eingekochtes Fleisch geöffnet, das sich ohne Kühlung 4 Wochen gehalten hat. Diese alte Methode von Muttern öffnet ganz neue Möglichkeiten der Vorratshaltung. Ich bin dann noch mal mit dem Kajak los und mühsam durch die Kakteen auf den Berg gestiegen. Der Ausblick hat mich schier umgehauen. Ich hätte da oben vor Freude schreien können inmitten der Kakteen, Raubvögel und Kolibries, bei diesem Ausblick, weit und breit kein Schiff, nur LIZA. Es ist nicht zu fassen, wie ein Stromschlag, den ich zum Aufwachen brauchte. Es gab einige Dämpfer in den letzten Wochen, die nicht gerade dazu ermunterten, nach Kanada aufzubrechen. Aber jetzt ist die Entscheidung gefallen, es gibt kein Zurück, kein Hierlassen des Schiffes, wie die meisten Kanadier es machen: bis zum nächsten Winter an Land stellen und mit Gurten gegen Hurricanes sichern. In Kanada wird es schwer, einen Liegeplatz zu bekommen. Avisierte Marinas sind geschlossen, andere demzufolge übervoll. Auch ist unsere für die Einreise nach Kanada für Immigranten notwendige Permanent Resident Card nicht angekommen. Wir regeln gerade mit Anwalt-Hilfe, wer schuld daran ist und ob wir trotzdem einreisen können. Auch wenn es alles schwieriger sein sollte mit Schiff & Co, wir gehören dort dieses Jahr mit unserer LIZA erst einmal hin, möchten zu zweit den Anker im River Inhabitants Basin vor dem Haus fallen lassen, und alles wird irgendwie zu schaffen sein. Punkt.
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| ist das nicht berauschend? (zum Vergößern anklicken) |
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| gut geschützt, hier gehen auch die Ziegen nicht dran |
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| dafür aber die Kolibries "ohne anfassen" |
Schützt die Riffe
Nun sind wir doch wieder in einer wunderschönen Bucht "hängen geblieben". Wir müssten dringend einkaufen, aber da kann man doch nicht dran vorbei fahren. Einen ganzen Tag waren wir allein, konnten schnorcheln bis zum Abwinken. Monika hat gesagt, schon allein wegen dieser wunderschönen Riffe möchte Sie wieder in die Karibik kommen. Tja, und dann gegen Abend fielen die Charterchiffe ein. Ein Moorings- und Sunsail Schiff nach dem anderen. Und - es tut einem in der Seele weh: statt wie wir die Bucht immer nach großen Sandstellen absuchen oder tauchen, kümmern sie sich einen Dreck um die in jeder See-Karte eingetragenen Riffe, die man sogar von Bord aus bestens sehen kann. Der Anker wird mitten in die Korallen geworfen, als ob sie nicht schon genug unter der Klima- und Wassererwärmung und den zunehmenden tropischen Stürmen leiden. Anfangs schwimme ich noch rüber oder rufe, dass da ein Riff ist. Manche drehen ab, aber irgendwann kann und will ich mich nicht mehr darum kümmern.
Es sind auch nicht nur Chartercrews, aber sehr oft Franzosen. Ich sag dazu nichts mehr. Früher, als ich meine Tauchscheine gemacht habe, wurde von den Prüfern darüber gelästert, woran man eine französische Tauchgruppe im Riff erkennt. Es gibt wohl doch ein paar Grundwahrheiten. Ich bin so traurig über dieses Verhalten und will jetzt doch noch auf der nächsten Insel St. John sehen, wie die Amerikaner damit umgehen. Es soll schmerzhafte Strafen geben, wenn man dort in Riffen ankert, bzw. es ist sowieso fast überall verboten, weil es überall Anker-Bojen gibt. Das ist dann die Kehrseite, aber vielleicht tut es den Riffen gut. Der Mensch ist einfach dumm, ignorant. Ich kann davor die Augen einfach nicht zumachen. Man kann es den Seglern ja sogar sagen, manche machen es trotzdem. Es steht in allen Führern, die kostenlos ausgegeben werden. Ich habe noch Hoffnung, dass das Bewusstsein sich doch ändert, wenn oft genug darüber gesprochen wird. Menschen wachen auf, verbinden sich mit den letzten Schönheiten der Erde, werden Leuchttürme, die so hell leuchten, dass andere sie auch hinter geschlossenen Lidern nicht ignorieren können und beginnen sich an diesem Licht zu wärmen und zu erhellen. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Es klingt nur etwas zynisch, wenn ich sage, schaut euch die Riffe möglichst bald an, solange sie noch leben. Unseren Kindern wollen wir sie auf jedenfall noch allen dreien zeigen. Aber nicht nur ihnen, auch Euch am liebsten allen. Ich hätte nie gedacht, welche Energien frei werden, wenn man sich wirklich einem Traum verpflichtet und ihn lebt, sagte Janice, die für die Ruhe der Wale über den Atlantik ruderte und mächtig viel Medienrummel um die Wale machte. Sie will jetzt übrigens den Pazifik in aller Stille, in einem kleinen 7m Segelboot ersegeln, nicht mehr rudern und ohne Sponsoren. Es ist für jeden ein Ausbalancieren. Wie finde ich das, was ich suche, mit wem und wo. Wir haben es temporär gefunden und sind dankbar, dass es unseren background gibt, ein Zuhause. Ohne den hätten wir es nicht geschafft.
So, zum Abschluss für heute ein Bild von der Haulover Bucht, alle Charterschiffe sind schon wieder weg, wir haben die Stille wieder für uns.
Es sind auch nicht nur Chartercrews, aber sehr oft Franzosen. Ich sag dazu nichts mehr. Früher, als ich meine Tauchscheine gemacht habe, wurde von den Prüfern darüber gelästert, woran man eine französische Tauchgruppe im Riff erkennt. Es gibt wohl doch ein paar Grundwahrheiten. Ich bin so traurig über dieses Verhalten und will jetzt doch noch auf der nächsten Insel St. John sehen, wie die Amerikaner damit umgehen. Es soll schmerzhafte Strafen geben, wenn man dort in Riffen ankert, bzw. es ist sowieso fast überall verboten, weil es überall Anker-Bojen gibt. Das ist dann die Kehrseite, aber vielleicht tut es den Riffen gut. Der Mensch ist einfach dumm, ignorant. Ich kann davor die Augen einfach nicht zumachen. Man kann es den Seglern ja sogar sagen, manche machen es trotzdem. Es steht in allen Führern, die kostenlos ausgegeben werden. Ich habe noch Hoffnung, dass das Bewusstsein sich doch ändert, wenn oft genug darüber gesprochen wird. Menschen wachen auf, verbinden sich mit den letzten Schönheiten der Erde, werden Leuchttürme, die so hell leuchten, dass andere sie auch hinter geschlossenen Lidern nicht ignorieren können und beginnen sich an diesem Licht zu wärmen und zu erhellen. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Es klingt nur etwas zynisch, wenn ich sage, schaut euch die Riffe möglichst bald an, solange sie noch leben. Unseren Kindern wollen wir sie auf jedenfall noch allen dreien zeigen. Aber nicht nur ihnen, auch Euch am liebsten allen. Ich hätte nie gedacht, welche Energien frei werden, wenn man sich wirklich einem Traum verpflichtet und ihn lebt, sagte Janice, die für die Ruhe der Wale über den Atlantik ruderte und mächtig viel Medienrummel um die Wale machte. Sie will jetzt übrigens den Pazifik in aller Stille, in einem kleinen 7m Segelboot ersegeln, nicht mehr rudern und ohne Sponsoren. Es ist für jeden ein Ausbalancieren. Wie finde ich das, was ich suche, mit wem und wo. Wir haben es temporär gefunden und sind dankbar, dass es unseren background gibt, ein Zuhause. Ohne den hätten wir es nicht geschafft.
So, zum Abschluss für heute ein Bild von der Haulover Bucht, alle Charterschiffe sind schon wieder weg, wir haben die Stille wieder für uns.
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| Haulover Bay, 360 Grad Rundumsicht. Rechts der Mitte das Dunkle sind Riffe, links davon Sand. bitte anklicken |
Sonntag, 28. April 2013
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Der Mensch ist nicht dazu geschaffen, ewig im Paradies zu leben. Ich habe noch nicht den Zustand erreicht, dass mich das ewig blaue Wasser und die Palmen am Strand langweilen. Aber leer bin ich, wie unser Kühlschrank seit Tagen, und es ist gut, wenn man sich mal wieder unter Menschen aufmachen muss. Man benutzt landläufig den Ausdruck "von Glück erfüllt sein", und ich habe mich öfter gefragt, warum ich noch nicht platze. Nun weiß ich, dass es noch den Zustand gibt, von Leere erfüllt zu sein. Wir haben viel Zeit zum Nachdenken, auch über Dinge, die man lieber immer wieder schön in tiefere Schubladen packt, um sie nicht über Bord werfen zu müssen, statt sich damit auseinander setzen zu müssen. Aber hinter dem Denken gibt es noch dieses Zufrieden Sein, auch mit der eigenen Unvollkommenheit, sowie mit den Schlangen, die es in jedem Paradies gibt. Immer wieder will man sich über sinnvolle Tätigkeiten definieren. Herausforderungen bestehen. Selbst dieser Multimilliardär Sir Richard Branson , dem hier ein paar Traumimseln gehören, musste sich vor ein paar Wochen noch im hohen Alter beweisen , dass er von einer zur anderen seiner Inseln 12 Meilen übers offene Meer kitesurfen kann, statt einen seiner Hubschrauber zu nehmen.
Ich weiß nicht, was Flucht vor dem Altwerden ist, wenn man immer wieder weiter reisen möchte, immer neue Eindrücke mit immer neuen Menschen. Nun, diesen Antrieb habe ich gerade nicht, aber kann auch nicht sagen, dass es so einfacher ist. Warum wohl haben große Philosophen jahrelang in der Tonne gelebt oder auf der Parkbank (E. Tolle, der uns z.Zt. So viel bedeutet)?
Es ist eine irre Herausforderung, auf wenigen Quadratmetern seit 10 Monaten zusammen zu leben mit einem Menschen, den man nicht gerade frisch und jung entdeckt, sondern seit über 30 Jahren kennt. Das ist eigentlich das größte Abenteuer. Und ich bin dankbar, dass wir das soweit geschafft haben.
Gestern haben wir es uns mal richtig gut darauf gehen lassen und haben fürstlich gespeist im Saba Rock. Dort kamen dann 1 Meter grosse Tarpins fast an den Tisch zu Besuch. Wenn diese großen Fische lecker schmecken würden, wären sie wohl auf den Tellern des berühmten Restaurants gelandet. Ich habe mal den Anegada Hummer probiert, der keine Scheren hat, sehr lecker war, aber doch nicht vergleichbar ist mit dem lobster aus Nova Scotia. Ja, mann vergleicht immer alles, bewertet, erhebt das eine über das andere, aber gestern ist es mir gelungen, einfach dort in dem Ambietne das zu genießen , was dort war.
Ich weiß nicht, was Flucht vor dem Altwerden ist, wenn man immer wieder weiter reisen möchte, immer neue Eindrücke mit immer neuen Menschen. Nun, diesen Antrieb habe ich gerade nicht, aber kann auch nicht sagen, dass es so einfacher ist. Warum wohl haben große Philosophen jahrelang in der Tonne gelebt oder auf der Parkbank (E. Tolle, der uns z.Zt. So viel bedeutet)?
Es ist eine irre Herausforderung, auf wenigen Quadratmetern seit 10 Monaten zusammen zu leben mit einem Menschen, den man nicht gerade frisch und jung entdeckt, sondern seit über 30 Jahren kennt. Das ist eigentlich das größte Abenteuer. Und ich bin dankbar, dass wir das soweit geschafft haben.
Gestern haben wir es uns mal richtig gut darauf gehen lassen und haben fürstlich gespeist im Saba Rock. Dort kamen dann 1 Meter grosse Tarpins fast an den Tisch zu Besuch. Wenn diese großen Fische lecker schmecken würden, wären sie wohl auf den Tellern des berühmten Restaurants gelandet. Ich habe mal den Anegada Hummer probiert, der keine Scheren hat, sehr lecker war, aber doch nicht vergleichbar ist mit dem lobster aus Nova Scotia. Ja, mann vergleicht immer alles, bewertet, erhebt das eine über das andere, aber gestern ist es mir gelungen, einfach dort in dem Ambietne das zu genießen , was dort war.
Donnerstag, 25. April 2013
Vergänglichkeit
darüber könnte man philosophieren. Damit meine ich diesmal aber nicht den Materialschwund, der uns immer wieder in Atem hält. Wir haben gerade mal Inventur gemacht, die Vorräte sind ziemlich aufgebraucht. Und die paar Konserven auch, die wir vor zwei Wochen gekauft haben. Die wenigen übrig gebliebenen sind DURCHGEROSTET. Schlussfolgerung: es ist definitiv kein Problem, Konservendosen auf dem tiefen Meeresgrund zu entsorgen. Die sind in ein paar Tagen aufgelöst. So sehen sie im Schiff im Schapp nach 2 Wochen aus:
Mittwoch, 24. April 2013
Wandern
Das Internet ist ungeheuerlich. Es hat einen Klassenkamerad von meiner alten Penne vor 30 Jahren www.micha-neuhaus.de und mich zusammen gebracht, obwohl ich auf kein Klassentreffen kommen konnte, weil Konzerte nicht zu verschieben waren, oder wir schon auf dem Meer waren.. Micha war wohl mit mir der Einzige, der aus dem Jahrgang die Musik zum Beruf gemacht hat. Etwas andere Sparte, die ihn dann u.A. viele Jahre auf der Seacloud als Pianisten und Unterhalter in die Karibik geführt hat. Und nun verfolgt er von unserer gemeinsamen Heimatstadt aus unsere karibischen Wege, kennt fast jede Bucht und gab den Ratschlag, diesen Höhenweg mal zu laufen. Ja, Micha, wie du siehst haben wir den Einstieg gefunden und als Beweis der Ausblick auf unsere LIZA runter in die Long Bay. Danke für den Tip! Bevor der Regen im Hintergrund uns "erwischte" waren wir wieder am Schiff, aber weil es so bedeckt war, haben wir die Wanderung überhaupt ausgehalten. Bei praller Sonne ist es uns einfach z.Zt. zu heiss. Die Vegetation braucht dringend Regen - und wir haben ihn auch genossen. Haare waschen etc. schont den Wassermacher.
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| zum Vergrößern doppelklicken. Ausblick Virgin Gorda in die Richtung von Tortola, Beef Island und rechts daneben die Dog Islands |
Montag, 22. April 2013
Long Bay
Wir sind nicht weit gekommen, aber hier wollte Monika schon lange hin und nun sind wir überrascht, dass es hier so viel ruhiger ist, als "um die Ecke" in der Leverick Bay. Ich weiss es ja, Sonnenuntergänge sind stink langweilig für die, die sie nicht erlebt haben. Wir waren heute jedoch so froh, doch noch eine ruhige Bucht gefunden zu haben, nachdem wir schon bis Spanish Town runter gefahren sind und überall 30 Knoten Wind um die Ohren blusen :-( Dann sind wir zurück, und haben wieder mit Heckanker uns so tief in die Bucht und ans windgeschützte Lee-Ufer gelegt, bis der Wind über uns hinweg ging (von ein paar Fallböen abgesehen). Wegen des Windes ist das Meer wie leer gefegt, kein einziges Schiff zu sehen. Da war der Ausblick noch mal ein besonders schönes Erlebnis.
bizarre Formen
Von der Schärfe der GoPro Fotos unter Wasser bin ich etwas enttäuscht, auch wenn ich die (nicht für den Blog verkleinerten) Original-Bilder betrachte. Umso mehr begeistern uns die Korallenbänke, Köpfe, Geweihe und Tische in Natura. Heute waren wir wieder über eine Stunde "spazieren" im Unterwassergarten direkt am Schiff. Auf die BVIs möchten wir gern noch mal mit Crews hin, die aus Tauchern, Schnorchlern, Seglern und Kayakfahrern bestehen. Das ist für jede Interessenslage fantastisch. Auch die Schnorchler können schon so unglaublich viel sehen. Wir machen seit Wochen Kreuzchen im Fischbestimmungsbuch, was wir alles entdeckt haben. Es lässt sich alles so ideal kombinieren. Denn mal ehrlich: Wer hat denn Lust, im Urlaub 1-2 Tauchgänge am Tag zu machen und ansonsten herumzuhängen in der Tauchbasis, Dekompressionszeiten abwarten etc. Ist es nicht interessanter, zum nächsten tollen Tauchgrund (oder wenns sein muss auch Wrack für die Flaschentaucher) zu segeln, am Tauchrevier zu übernachten, in der Abendsonne noch ne Runde Kajak fahren. Gibt es eine idealere Abenteuerurlaub-Kombination, gerade auch für Familien, wo jeder etwas anderes möchte? Ich glaub, wir müssen uns im kommenden Herbst mal ganz genau überlegen, wie wir diese Idee weiterbringen können.
Samstag, 20. April 2013
Lever-Rick Ade
Da liegt die Grand Cru mitten in der Bucht und wir haben uns gestern Abend im Jumbies von Rick verabschiedet - Auf Wiedersehen in Nova Scotia. Die Musik war leider nicht live, umso lebendiger die Stelzentänzer, die unglaubliche Dinge in der schwindelerregenden Höhe vollbracht haben und mitten in der tanzenden Menge herum gelaufen sind. Man konnte gar nicht anders, als durch ihre Beine entwischen, was sie oft "da unten" gar nicht sahen. Als sie mit ihrer Tanzeinlage fertig waren, schauten sie meiner crazy Copilotin beim Tanz-Improvisieren mit Rick zu - und es dauerte nicht lange, bis die beiden Drinks von den Zuschauern spendiert bekamen. Als die Kommentare der Tänzer, they are amazing, the best dancers we ever had here etc etc zunahmen, hab ich mich mal zu den schwarzen Locals an den Tresen gesetzt und auch ihnen bei ihren komplett anders"artigen" Tänzen zugeschaut. Es ist eigentlich kein Tanzen mehr, sondern öffentlich vollzogene Kopulation, aus allen Richtungen, aber noch bekleidet. Manche Frauen reiben hemmungslos ihren Allerwertesten an allem was "rumsteht" und zur "Not" an Kokuspalmen. Herrlich, diese "Let it Go" Atmosphäre.
Freitag, 19. April 2013
Back to Jumbies
Auf der Flucht vor zuletzt 28 Knoten Wind haben wir uns ins letzte Eckchen noch zwischen Bojenfeld und Küste direkt vor das Leverick Resort gelegt. Dann müssen wir heute Abend zur Karibischen Musik mit den Jumbies nicht so weit mit dem Dingi fahren. Bei der Welle ist man dann naemlich klatsch nass. Das waren wir auch nach einem kleinen Spaziergang soeben auf die Berge, aber diesmal wegen der Hitze. Aber der "Landduft" der blühenden Sträucher war es wert.
So, nun lad ich mal hoch, habe hier gerade mal Netz.
So, nun lad ich mal hoch, habe hier gerade mal Netz.
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| an der linken Ecke des weissen Daches in der Bildmitte liegen wir |
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| Und das ist Moskito Island und rechts daneben das Riff der Sir F. Drake Anchorage, wo wir auch mit Corinna und Flo gelegen haben |
Donnerstag, 18. April 2013
Der Golfstrom
| aktueller Verlauf des Golfstroms (das links unten im Bild beginnende "Band") südlich von Nova Scotia, täglich upgedated hier..... |
Auf unserer bevorstehenden Passage nach Canada abseits der
Blauwassersegler-Barfußroute in den rauheren, unbeständigeren Norden
haben wir vor allem eine Hürde zu nehmen: den Golfstrom.
Der "gulf stream" ist eine warme, rasch fließende Meeresströmung im Atlantik nördlich der Bermudas. Er ist Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, des globalen Förderbands. In Richtung Europa wird der Golfstrom zum Nordatlantikstrom. Er ist Teil der westlichen Randströmung und beeinflusst das Klima in Nordeuropa.
Der "gulf stream" ist eine warme, rasch fließende Meeresströmung im Atlantik nördlich der Bermudas. Er ist Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, des globalen Förderbands. In Richtung Europa wird der Golfstrom zum Nordatlantikstrom. Er ist Teil der westlichen Randströmung und beeinflusst das Klima in Nordeuropa.
Je
nachdem, wo wir den Golfstrom kreuzen und unter Umständen gleichzeitig eine Kaltfront
erwischen, beeinflusst das unseren Törn erheblich.
Spezialisten sagen, dass Segel-Rallys von USA Richtung Osten allein dadurch zu gewinnen sind, dass man diesen Golfstrom richtig quert, u.U. auch an anderer Stelle, als auf dem direkten Weg. Es gibt in den USA kommerzielle Anbieter, die individuell für 40 USD pro Chart den tagesgenauen Verlauf versenden oder persönliche Törnberatung machen.
Ich lade mir die u.g. Karten als Overlay auf Google Earth, wo auch unsere reale Position eingetragen ist, und sehe dann, wann wir "hineinsegeln". Abgesehen davon merkt man es auch am Temperatursturz des Wassers, zumindest beim Rausfahren in den Nordatlantik ist es u.U. 15 Grad kälter..
Spezialisten sagen, dass Segel-Rallys von USA Richtung Osten allein dadurch zu gewinnen sind, dass man diesen Golfstrom richtig quert, u.U. auch an anderer Stelle, als auf dem direkten Weg. Es gibt in den USA kommerzielle Anbieter, die individuell für 40 USD pro Chart den tagesgenauen Verlauf versenden oder persönliche Törnberatung machen.
Ich lade mir die u.g. Karten als Overlay auf Google Earth, wo auch unsere reale Position eingetragen ist, und sehe dann, wann wir "hineinsegeln". Abgesehen davon merkt man es auch am Temperatursturz des Wassers, zumindest beim Rausfahren in den Nordatlantik ist es u.U. 15 Grad kälter..
Der Golfstrom befördert etwa 30∙106 m³ Wasser pro Sekunde am Floridastrom, bei einer Geschwindigkeit von 1,8 m/s, und bis zu maximal 1,5 ∙ 108 Kubikmeter Wasser (150 Sv) bei 55° West[1]. Das ist mehr als einhundertmal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Er transportiert etwa 1,5 Petawatt[2] Leistung. Dies entspricht der Nutzleistung von ungefähr zwei Millionen modernen großen Kernkraftwerken.
| oben: Newport to Bermuda, gesamter Verlauf bei Passageweather hier..... |
| Der gesamte Atlantik 48 Std. Vorhersage hier... |
Virgin Gorda: Eustatia Sound - mehr Einsamkeit brauchen wir nicht
Gestern haben wir uns in das Korallengebiet um den Eustatia Sound gewagt, weil wir hier fast allein sind. Da sind nicht mal mehr im Flachwasser Katamarane zu sehen. Dabei muss man einfach sehr vorsichtig und bei guter Sicht (Mittagssonne) durch die Corallenbänke hindurch navigieren. Das ist bei wenigen Metern Wasser unter dem Kiel nicht ganz so einfach, wie es auf der Luftaufnahme zu sein scheint, aber es geht, und wir wurden belohnt mit einem kilometer langen Sandstrand nur für uns allein.(siehe 180°Panoramabild von Prickly Pear bis Eustatia Island). Es war zudem wohltuend, dass nachmittags dann einige Wolken die Sonne verdeckten und die Augen sich mal fast erholen konnten, von dem vielen oft gleißenden Licht. Die Stimmung von dem "grauen" Bild machte mir zwar erst mal etwas zu schaffen, weil es mich an so viele Nordsee- oder Hollandeindrücke erinnerte, aber ich habe dann dank Monika die Pastelltöne im Grau entdeckt, das zarte Olivgrün und Kupferrot (hier gab es Kupferabbau), auf das meine Augen ansonsten nicht so anspringen. Heute Nacht fegte dann ein Squall nach dem anderen über uns hinweg, das Schiff ist wieder "entsalzt", die Scheiben klar, aber wir hatten die Nacht trotz der Riffe = Wellenbrecher um uns herum ziemlich Rock `n Roll, es war fast so wie unter Segeln, aber der Anker hielt im Sandgrund ausgezeichnet. Ja, man kann wieder nicht alles haben: Einsamkeit, Wind (zum Abkühlen) und eine windstille Bucht ohne Wellen, und bitte ohne Mücken. 23-25 Knoten am Ankerplatz sind ein bisschen viel zum ruhigen Schlafen, aber gut zum Gewöhnen an den bevorstehenden Hochseetörn. Trotzdem schauen wir mal, ob wir noch eine etwas weniger offene Bucht finden. So langsam kennen wir die BVIs wie unsere Hosentaschen (ähm, welche Hosen ?), und das nahende Ende drückt ein wenig auf die Stimmung. Es ist nicht mehr steigerbar... Was nun kommt, ist komplett anders. Gestern hat Rick sein Schiff für uns "entflaggt", uns seine Flaggen von Kanada und Nova Scotia mit auf den Weg dorthin gegeben. Wir haben nun beide unter der Backbordsaling und fühlen uns damit schon kanadischer.
Ich beschäftige mich seit Tagen mit dem Phänomen Golfstrom, den wir auf dem Weg nach Kanada durchqueren müssen. Er hat eine Strömung von bis zu 10 km/h, ist sehr warm, und dahinter gibt es einen Wassertemperatur-Sturz von fast 15 Grad. Wenn an dieser Stelle noch eine Kaltfront von USA eintrifft, wird es ungemütlich. Naja, wenn es interessiert, kann ich dazu mal einen extra Blog schreiben. Wichtig ist, dass der Golfstrom sich sehr stark verändert. Er ist nicht mit Gribfiles erkennbar. Wir müssen via Satelliten-Download Sea Surface Temperature Karten laden, auf denen er sichtbar ist.
Soviel zum Thema "im Jetzt leben". Die Gedanken sind doch immer mit Planung und Zukunft beschäftigt. Beim Segeln fast mehr als in vielen anderen Bereichen. An diese Unruhe, auch das permanente "Bewegtsein" wie heute nacht wieder, werde ich mich hoffentlich erinnern, wenn es mir irgendwann an Land mal wieder zu eintönig wird....
So, nun schnorchle ich noch etwas im Prickly Pear Riff und gegen Mittag suchen wir mal eine ruhigere Bucht.
Ich beschäftige mich seit Tagen mit dem Phänomen Golfstrom, den wir auf dem Weg nach Kanada durchqueren müssen. Er hat eine Strömung von bis zu 10 km/h, ist sehr warm, und dahinter gibt es einen Wassertemperatur-Sturz von fast 15 Grad. Wenn an dieser Stelle noch eine Kaltfront von USA eintrifft, wird es ungemütlich. Naja, wenn es interessiert, kann ich dazu mal einen extra Blog schreiben. Wichtig ist, dass der Golfstrom sich sehr stark verändert. Er ist nicht mit Gribfiles erkennbar. Wir müssen via Satelliten-Download Sea Surface Temperature Karten laden, auf denen er sichtbar ist.
Soviel zum Thema "im Jetzt leben". Die Gedanken sind doch immer mit Planung und Zukunft beschäftigt. Beim Segeln fast mehr als in vielen anderen Bereichen. An diese Unruhe, auch das permanente "Bewegtsein" wie heute nacht wieder, werde ich mich hoffentlich erinnern, wenn es mir irgendwann an Land mal wieder zu eintönig wird....
So, nun schnorchle ich noch etwas im Prickly Pear Riff und gegen Mittag suchen wir mal eine ruhigere Bucht.
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