Mittwoch, 2. November 2011

Überwintern auf dem Schiff im Mittelmeer ? - Saison-Ende

Indian Summer in Istrien
Es war eine interessante Erfahrung, wie es sich im Mittelmeer im Herbst auf dem Schiff lebt, oder gar überwintern lässt. Es war tagsüber so warm, dass ich beim Arbeiten im T-Shirt noch schwitzte, aber sobald die Sonne schon früh um halb fünf untergegangen war und es dann auch sehr schnell dunkel wurde, mussten wir die Heizung anmachen. Es kühlte auf einstellige Celsius-Werte ab und die Koje wurde nachts sehr feucht. Die Lagoon 380 ist nicht für kühle Gebiete gebaut und isoliert. Hinter den Holzverkleidungen ist der nackte Glasfaser-Rumpf unisoliert erkennbar. Unsere Webasto hat aber den Salon und 3 der vier Kojen gut warm gekriegt (die vierte hinter dem Kühlschrank konnten wir mit den Warmluftrohren nicht erreichen. Und wenn eine angenehme Wärme erreicht ist, schaltet sie auch in den fast unhörbaren Eco-Modus herunter, der kaum noch Strom und Diesel benötigt. Somit wäre Überwintern im Mittelmeer schon möglich, aber es ist schon sehr unwirtlich bei schlechtem Wetter bzw. ohne Sonne. So sind wir dann wieder in unser Waldhaus nach Hause gefahren, vorbei an INDIAN SUMMER Wäldern, die sich vor unseren geliebten kanadischen bunten Herbstwäldern nicht verstecken brauchten, und genießen jetzt in Deutschland den Kamin.
Nun hat der Kopf mit allem Planen und Bauen erst mal dringend benötigte Winterpause - bis zur Messe im Januar ;-) Auch die Bevölkerung in Rovinj ist geradezu in einen Winterschlaf verfallen, fast alle Restaurants sind geschlossen und niemand hat mehr Lust zu arbeiten, genug verdient.... Die Sommermonate sind für alle hart gewesen, die Kellner z.B. hatten 7-Tage-16-Stunden Schichten.

Unser Schiff bleibt noch bis Anfang April in Rovinj im Wasser, wird dann in einer Marina ein paar Kilometer nördlich von Rovinj gekrant , Unterwasserschiff gestrichen, und bleibt danach 2 Monate an Land, bis wir gemeinsam zu Hause alles geregelt haben unsere Reise im Juli beginnen können. Parallel dazu ist noch einiges zu organisieren mit den kroatischen Behörden, Zoll, Versicherung, Ausflaggen usw. Es ist eine Menge Aufwand, und es gab jetzt schon ein paar Überraschungen. Der Zoll benötigt 1-2 Monate um zu prüfen, ob der Kat wirklich im Charter gelaufen ist (wollen mind. 6 Charter-Rechnungen pro Saison sehen), dann erst kann das Schiff notariell aus der Charterfirma raus, ausgeflaggt werden (als Voraussetzung, um unter neuer Landesflagge zu fahren). Nach dem Umflaggen hat man nur 4 (vier!) Wochen Zeit, um kroatische Gewässer zu verlassen. Das heisst, die neue Flagge und neue Registrierung (u.U. USA, wo wir hinwollen) hat dann nur noch wenige Tage Zeit. In Ruhe noch Dalmatien anschauen wird wohl auf ein paar Übernachtungen in Dubrovnik beschränkt sein. Naja, dann haben wir halt mehr Zeit für die griechischen Inseln. Wir werden sehen, das lässt sich nun nicht mehr genau timen und planen. Gut so.

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