Donnerstag, 26. Juli 2012

ZIERJE- wieder zu viert

"Synchronspringen" Vater und Tochter.
Unsere Jüngste ist wieder auf der Heimreise. Es war eine kurze und sehr intensive Zeit. Sie hat wichtige Entscheidungen für Ihre kommende Zeit getroffen, die sie in Kanada verbringen wird. Im Kopf weiss ich, dass alles gut ist, und dass sie ihren Weg macht. Wir sind nicht gut im Abschiednehmen, und überhaupt war mir klar, dass dies eine meiner vorrangigen Aufgaben sein würde auf der Langfahrt, das Abschiednehmen nicht so schwer zu nehmen. Wir haben unterwegs einige sehr nette Paare/Familien kennen gelernt, Adressen ausgetauscht und man kam sich erstaunlich schnell näher. Aber mit den eigenen Kindern ist es noch etwas ganz anderes...
Matthias will immer hoch hinaus   www.creative-shooting.de


Nach einem strammen Törn bei 25-30 kn Wind sind wir noch weit in den Süden gekommen, bis ZIRJE den "Rückenwind" von schräg hinten ausgenutzt, auch wenn der Autopilot auf diesen Kursen bei höherer Welle vor dem Wind nicht mehr zu gebrauchen ist. Für heute reichts, haben in drei Buchten keinen guten Ankergrund gefunden und alle Bojen waren belegt. Nun haben wir wieder auf 20 m Tiefe mitten in der Bucht alle Kette rausgeworfen und ich hatte für heute wieder genug Wind um die Ohren. Mache jetzt die Luken zu, die übrige Crew schläft schon seit 21 Uhr. Es geht mir offenbar nicht nur allein so, dass die Sonne, der Wind und die Seeluft müde macht. Übrigens hat Vani sich super geschlagen heute auf diesem Eierkurs. Sie besteht auf dem Prädikat "segeltauglich", das ist sie wirklich.

Dienstag, 24. Juli 2012

Der Fluch Kroatiens


Matthias und Vani


Hier lässt sich schon erkennen, dass es keine ruhige Nacht wird..
So viel am Anker herumgedriftet
Mit einigem Mut und gutem Wind haben wir uns doch noch aus Sali heraus getraut und sind in eine nach dem Segel-Papst Herrn Beständig "borasichere" Bucht gefahren. Tja, aber leider hats dort so gnadenlos gepfiffen, dass wir auf der Stelle gedreht haben und in eine kleine Bucht davor zurück gefahren sind, in der schon ein Segler lag. Und kaum lag der Anker, drehte der Wind, also Anker wieder hoch (da sind wir jetzt nicht mehr so zimperlich, sondern sagen eher lieber gleich, als später, wenn die Felsen direkt hinter dem Schiff auftauchen. Und genau diese Aktion war gut, im Gegensatz zum dem anderen Segler hielt unser Anker einem ekelhaften Gewittersturm stand. Auf dem Programm Ankerwache könnt ihr sehen, wie wir im 90m Kreis herumgetrieben sind, nah am Auslösen des Ankeralarms (der äussere Kreis). Es ist ja nachts um 1 Uhr schon beängstigender, wenn das ganze Rigg heult und man wegen der schlechten Sicht nur auf dem GPS sehen kann, ob man sich dem Land nähert. Hören ist nicht mehr möglich. Auf dem Radar sahen wir, dass sich die Distanz zum 2. Schiff deutlich veränderte, was letztlich daran lag, dass deren Anker nicht hielt, vermutlich wegen zu wenig Kette. Wir haben bei 10m Sandgrund jetzt immer 50 bis 60 m Kette draußen. Das ist wichtiger als die alte Religion, welcher Anker denn nun wofür der beste sei. Unser Bügelanker hat sich ja auch schon herausgeschraubt, aber bei den drehenden Winden ist das auch kein Wunder, wenn sie dann immer wieder plötzlich sehr stark aus ganz anderer Richtung wehen. Es dauert dann, bis sich die Flunke wieder eingegraben hat.
Aber noch mal zur letzten Nacht: Wir hatten gerade so viel mit Sturm etc. hinter uns, dass wir echt nicht noch eine weitere Blitz- und Donner-Nacht brauchten. Natürlich waren wir alle wach um ein Uhr als es losging, und ich habe zum ersten Mal die Segelei echt verflucht, die Leute beneidet, die sich in einem Häuschen am Ufer einfach ins Bett legen. (Dass die kein Wasser und Strom haben wie wir, kam mir erst heute morgen in den Sinn). Um drei hab ich mich dann hingelegt, nachdem Monika meinte, das Schlimmste sei doch vorbei, und bis jetzt hat der Anker doch gehalten. Heute morgen war dannn fast alles vergessen, wunderschöner Ausblick, baden mit den Kids und gleich wieder ein schöner blauer Himmel mit 20 Kn Wind. Also auf nach Osten, wo Mareikes Freund mit anderen Jungs Urlaub macht und ein Treffen geplant ist, bzw. sie sogar mit denen wieder zurück nach Deutschland reist. Kaum waren wir auf dem Wasser, wurde der Himmel schwarz, Blitz u Donner - aber am Tag ist das alles nicht so unheimlich. Wir sind jetzt in einer hübschen Ankerbucht mit großen Pinien ganz grün bewaldet (nicht so kahl wie die Kornaten, die mich immer gleichermaßen faszinieren und abstoßen, weil halt von Menschenhand zu Zeiten der Römer und Venezianer für Schiffsbau abgeholzt und jetzt als besonderer Naturpark vermarktet). Der Regen gefällt uns richtig gut, das Schiff wird wieder entsalzt und sauber, nur die Kids sind nicht soo begeistert. Aber wenn man nur ein paar Tage an Bord hat wie Mareike, dann ist es auch nicht so toll. Na, jetzt hört es mal auf und wir werden in das Dörfchen von VRGADA hoch laufen, sieht nett aus.

Montag, 23. Juli 2012

Abhängen , warten und Geburtstag feiern

Gut geschlafen haben wir bei dem Windgeheule und Gerappel im Hafen nicht, dementsprechend schlafen alle nach und faulenzen den Tag so herum. Aber Matthias strotzt vor Energie trotz Erkältung und freut sich mit dem Kajak die Bora-Wellen zu durchpflügen. Heute Abend werden wir Monikas Geburtstag feiern. Weiter oben im Dorf gibt es ein paar nette Konobas der Einheimischen. Morgen können wir hoffentlich wieder los, wollen alle wieder in einsame Badebuchten. Nur heute ist da draußen nicht ein Segelboot zu sehen. Es ist zu heftig. Mehr Gischt als Wellen...




Sonntag, 22. Juli 2012

Crew-Zuwachs

Begrüßung der Kids von uns an Land
Alle 5 an Bord sind guter Laune, obwohl wir noch eine Nacht im Hafen SALI bleiben "müssen". Für heute Nacht waren in Böen 60 Knoten Wind angesagt, ich glaubs ja nicht, aber zum ersten Mal ist die Wetterwarnung sogar für die ganze Schifffahrt auf Kanal 16 ausgerufen worden, mit Aufforderung, in die Häfen zu fahren. Kann ein "Trick" sein, die Wirtschaft in den Häfen anzukurbeln, aber wenn man sich den Wind ansieht bis Dalmatien runter, wird schon was dran sein. Uns gehts gut hier, und warum sollen wir da draußen was riskieren. Sind ja nicht auf der Flucht, und haben nette Nachbarn links und rechts. Nur die Musik abends in den Kneipen nervt. Die Wettereskapaden bereiten übrigens auch anderen Seglnern und den Behörden Kopfzerbrechen. So chaotisch wie dieses Jahr war es für manch einen Fischer noch nie. Muss doch was dran sein an der Klima-Erwärmung.




Der Himmel war hell von Blitzen, zum Glück kein Einschlag in unser Schiff hier auf dem Bild
 Gestern haben wir ein heftiges Gewitter auf dem Schiff erlebt. Unsere Blitzableiter kamen zum ersten Mal zum Einsatz.


Mareike, Vani, Matthes an Bord

Wieder BORA-Walze von SALI aus gesehen

Freitag, 20. Juli 2012

Ruhe vor dem nächsten Sturm

 Nach 2 Wochen Dauersonne soll das Wetter nun umschlagen. Leider gerade mit Ankunft der Kids. Naja, warm ist es sicher trotzdem immer noch und so lange wird es wohl nicht regnen. Aber ehrlich: wir freuen uns darauf. Endlich wird die Salzkruste vom Schiff gewaschen - hoffentlich. Morgen müssen wir zum ersten Mal nach 2 Wochen wieder in eine Marina, zum Einkaufen und zum Hafenamt: Crewliste abstempeln und Dingi anmelden (damit ich nicht noch ein "Knöllchen" bekomme). Uns graut schon vor dem Rummel im Hafen - und Einkaufen mal wieder für die family. Kennen wir gar nicht mehr. Also haben wir noch die Ruhe vor dem Sturm genossen (ja, es soll auch wieder Bora geben - ein Durcheinander mit dem Wind...) Heute abend war es traumhaft schön, wir sind fast allein in einer großen Bucht mit Blick auf die hohen Berge, über die es morgen wieder herüber rollen soll - die Borawalze
Es ist vielleicht gut, wenn der paradiesische Zustand nicht zu lange währt. Sonst verliert man die Bodenhaftung. 
Die Berge im Hintergrund sehen klein aus mit dem Superweitwinkel, sind aber über 1000m hoch.
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"Abendspaziergang"

Donnerstag, 19. Juli 2012

Kornaten - Insel ZUT

Gestern waren wir faul. Und haben wieder einmal Wind abgewettert. Von wegen, in Kroatien gäbe es im Sommer selten starken Wind. Da wir schon ziemlich gut voran gekommen sind, umd Matthias, Vanni und Mareike am Samstag abzuholen, haben wir mal einen Brotback (lecker!!)-Bade-Schnorchel-Bastel-Waschtag gemacht.

Das Backen war nicht so einfach, weil Gas in dem kleinen Bordofen schnell zu heiss ist und wir erst mal aus der Kofferwage eine Küchenwage basteln mussten.










 Monikas Wonderwash wurde mehrfach durchgedreht, und was bei heraus kam roch sehr gut und war bis auf Kaffeeflecken, weisse Hemdkragen etc. auch recht sauber. Allerdings nur mit Heisswasser (im Thermomix gekocht) war der Erfolg so gut.



Heute morgen ging es dann erst mal zum Tanken nach Sali, eine der weningen Tankstellen hier in der Umgebung, in den Kornaten kommt dann gar nichts mehr. Dementsprechend war das Gerangel davor, und wie immer im Leben gibt es Unverschämte (leider hier wirklich ohne Vorurteil aber fast immer Italiener), die sich einfach gnadenlos vordrängeln und damit auch noch Erfolg haben, obwohl alle schimpfen. Wir hatten übrigens ein echtes Probelm, der Tankdeckel ging nicht mehr auf, trotz schmieren, Gummihammer auf den Tankschlüssel etc. Ich war am Fluchen, wie man denn so ein Deckelchen sooo fest knallen kann. Irgendwann mit roher Gewalt und Aufhebeln mit Schraubenzieher ging es dann. Das Problem wie immer: Alu-Gewinde in Edelstahl. (Oder umgekehrt).
Anschließend hatten wir eine wunderschöne Rauschefahrt durch die Kornaten mit grandiosen Ausblicken und anspruchsvoller Navigation und Kreuzerei zwischen den vielen Inselchen. Monika wollte gar nicht mehr aufhören, und nun sind wir ziemlich weit in den Süden gelangt. Sie segelt so viel lieber, als irgendwo zu Ankern. Das Schiff will schwimmen, nicht wie ein Hund an der Leine gehalten werden....  In der Tat ist es am Schönsten unter Fahrt und Segel. Wir sind beide keine Hafen-Typen - das passt ja gut...

Montag, 16. Juli 2012

BORA


Es ist 28 Grad "kalt" geworden und trocken laut Barometer
Das ist die typische BORA Walze, wie sie über die Berge auf uns zu rollt
Und wieder Ruhe nach dem Sturm
Eigentlich ist die berüchtigte BORA im Sommer selten. Aber wir bekamen diesen stürmischen Wind heute so richtig auf die Mütze. Nachdem wir extra gestern eine borasichere Bucht aufgesucht hatten ging es heute früh planmässig los: die berüchtigte Wolken-Walze rollte über die Berge und dann dauerte es nicht mehr lang. Wir lagen gut geschützt hinter einem Berg und es trafen uns nur die Fallböen hinter dem Windschutz. Genau die verwirbelten aber so, dass die paar Boote um uns herum wild durcheinander kreisten. Es dauerte nicht lang, dann ging bei den anderen das Anker rauf - wieder runter - neu geankert, wieder rauf Theater los. Und während wir noch aus den Anker-Fehlern der anderen lernten, entfernten wir uns plötzlich auch vom Ufer und der Ankeralarm auf dem Pad schlug an. Tja, da hatten wir uns auch auf 18 m Wassertiefe aus dem Sandgrund herausgeschraubt. Zig mal hatte sich das Schiff in den Böen um den Anker gedreht, und da halfen dann auch 50m Kette nicht mehr. Also auf in die Bucht wo wir jetzt liegen, bekannt vom Törn 2011 mit Thomas und Christine. Hier bläst es zwar auch noch rein, aber es gibt Bojen und da wir in 2 Wochen bisher nur einmal "bezahlt" im Bojenfeld geankert hatten, ist wieder einiger Müll angefallen, den man in Bojenfeldern mit der 20 Euro Liegegebühr entsorgt bekommt. Mit dem Sturm kam die für BORA typische plötzliche Luftdruckänderung und Abkühlung um einige Grad. Wir haben jetzt nur noch 28 Grad, die Luft ist erheblich trockener geworden (38% Luftfeuchigkeit), und so empfinden wir es richtig "frisch", ja im Wind mit Gänsehaut. Monika hat direkt einen Schal rausgesucht und wir haben mal eine Weste an. Kaum zu glauben, aber nach der Hitzewelle friert man bei 28 Grad. Der Körper ist schon eigenartig..

Donnerstag, 12. Juli 2012

Molat

Monika zaubert was Leckeres im Thermomix
Der "Landfall" nach einer Woche war ein "Reinfall". Wir waren ziemlich wackelig auf den Beinen, jedenfalls kam es uns beiden seltsam vor, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Aber auch das Dorf hat uns nicht so gut gefallen am Abend. Viele ziemlich abgerissene Aussteiger, Bier- und Grillduft bleischwer in der Luft und der ungewohnte Lärm der spielenden Dorfjugend, den wir gar nicht mehr gewohnt waren. Ja, nach nur einer Woche ist man schon nicht mehr ganz Gesellschafts-kompatibel. Und so beschlossen wir heute morgen, nur kurz noch frisches Gemüse einzukaufen, was aber auch nicht wirklich toll war, der Supermarkt hatte eigentlich nur Dosen. Also nix wie weg nach Molat, bzw. gegenüber in die östliche, offene Natur-Bucht. Noch mal den Dingi-Motor ein wenig auf mittlere Touren gebracht (laut Einfahrvorschrift), geht gut ab das Caribe mit 9,8 PS - und dann gerade kurz vor dem Kat mit dem Einkauf weiter draußen in der IST-Bucht angekommen verfolgt mich doch so ein weiss-blaues Schnellboot - mein Freund und Helfer. Sprachen gut Deutsch, wollten alle Papiere haben - Hatte ich überhaupt schon alles richtig sortiert? Dann gings los, das Dingi müsse auch extra registriert werden, weil mehr als 5 PS (ich hatte vorher offiziell angefragt, was zum Boot gehört ist laut ADAC mit registriert (steht auch im Bootsschein), so auch die Auskunft der Charter-Basis. Pustekuchen, die Jungs wollten Geld sehen und setzten dann einen drauf: Ich war obendrein zu schnell gefahren. Innerhalb der 300m zur Küstenlinie nur 3-4 Knoten überall in Kroatien (ja, er sagte drei bis vier, also nix genaues). Das also war mein erstes Knöllchen auf dem Wasser, 140 Euro, Schluck. Aber dafür bekamen wir einen Kuli geschenkt und den neuesten Wetterbericht. Macht kein Sinn, dagegen anzugehen, andere hatte es auch erwischt, die kamen dann mit dem Dingi zu uns und erkundigten sich weshalb wir denn.. usw. Also hätten wir uns auf unser anfängliches "mulmiges Gefühl" im Bauch verlassen sollen, die zubetonierte Stadt gleich meiden, statt "schnell" noch einen Einkauf zu erledigen. Aber nun haben wir eine amtlich gecheckte Schiffsmappe, ohne Beanstandung. Das ist im ex-sozialistischen Jugoslawien gar nicht so einfach. Ich habe ganze 26 Dokumente dabei und muss die bis zur Vignette und Kurtaxe auch vorlegen.
Naja, dafür werden wir gerade wieder mehr als entschädigt mit Karibik-Feeling in der schönen JAZI-Bucht. Und weil offen nach NW, haben wir wunderbaren Wind um die Ohren. Der Anker liegt gut, werden Morgen noch bleiben in diesem kleinen Paradies. Den Ärger haben wir längst vergessen, dafür waren wir bislang noch nicht einmal in einer Marina, leben also bis auf das Knöllchen recht sparsam.

Mittwoch, 11. Juli 2012

eine Woche unterwegs

Wir sind auf IST , Insel IST angekommen.(Das IST kein Schreibfehler, sondern eine Insel, wie ihr hier sehen könnt auf der Karte oder oben der Reiter "Position".
"braun", gelb rot, passend zur neuen Flagge..    Foto: Capitana
 Das war ein richtig schöner Wellenritt. Wieder mal innerhalb von Sekunden kam ordentlicher Wind auf, als wir schon überlegten, wie wir den windstillen, heissen Tag überleben können. Monika hatte gerade den idealen Platz zwischen den Rümpfen unter dem Dingi entdeckt, dort geht immer noch ein leises Lüftchen und es ist zu jeder Tageszeit Schatten. Fehlt nur der aufblasbare Beach-Sessel mit Palme und Kaffeehalter. Ich will ja nicht immer nur über die Temperatur schreiben, aber gerade zeigt das Thermometer 40,5 Grad - das sind wir einfach nicht gewöhnt. Von Mittag bis etwa 17 oder 18 Uhr geht nichts mehr. Wir dösen, schlafen, machen uns ein wenig Rohkost mit dem Thermomix (der ein Segen ist an Bord, auch wenn er leider nicht wiegen kann, weil zu wackelig...). Heute abend werden wir uns IST anschauen. Nun haben wir bisher jeden Tag volle Möhre Sonne gehabt (wie unser Sohn zu sagen pflegt), und wie der Mensch so ist, hat er jetzt Sehnsucht nach Wolken und Regen. Das soll auch endlich kommen - am Wochenende. Wir freuen uns echt darauf! Gerade kam die Fähre von ZADAR hier an, es ist also schon möglich, dass Sohn und Freundin von Zadar aus hier in die Bucht kommen können, aber wir werden noch etwas "entgegen kommen". Zum ersten Mal habe ich überlegt, wie das wohl wäre, wenn jetzt ein Jahr lang dieses hochsommerliche Wetter bleiben würde. Ja, da fällt schon mal öfter der Spruch, das Kanada das richtige Land für uns ist.. Nein, wir sind nicht undankbar, nur konnten wir uns vor 10 Tagen bei Abfahrt in Deutschland noch nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Wir sind nun genau eine Woche unterwegs und haben nicht einmal unsere Füsse an Land gesetzt. Bisher haben wir es nicht vermisst. Oder- wie die Zeit vergeht.

Montag, 9. Juli 2012

Traumzeit

Es ist so traumhaft. Wir liegen in den schönsten Buchten und fast ist es kitschig wie die Zikaden nachts ihr Dauerkonzert zum Sternhimmel geben. Und beim nächtlichen Schwimmen glitzert das Meer wie die Sterne. Von mir aus könnte es immer so weiter gehen. Wir sind unabhängig, der Wassermacher funktioniert gut, und die Solaranlage schafft so viel, dass wir ganz faul mit dem Thermomix mit 220 V kochen, statt Gas zu verbrauchen. Wir haben jetzt Zeit für einander und genießen das sehr. Es macht Freude, alles so zu optimieren, dass wir nicht mehr viel nachdenken müssen. Das ist nämlich wichtig, weil wir bei den Temperaturen vielleicht höchstens noch 30% unserer Leistungsfähigkeit haben :-) Ist schon eine gute Vorbereitung auf die Karibik. Morgens um neun schon 29 Grad, und Wassertemperatur ebenfalls. Tagsüber im Schatten noch 32-33. Aber mittlerweile ist es angenehm. Ich glaube nicht, dass ihr euch in D. die Temperaturen vorstellen könnt. Unsere Bewegungen werden immer langsamer, auch relaxter. Wir haben endlich mal viel Zeit, nach den letzten Wochen ein unvorstellbarer Luxus. Hier draußen auf den Inseln ist es auch nicht so voll, so dass gar kein Stress aufkommt um die guten Liegeplätze. Auch an die Ernährung, vor allem kaum noch Kaffee, haben wir uns inzwischen gewöhnt. Nur die Entwöhnung vom Internet klappt noch nicht so gut. Monika macht Überweisungen, was aus dieser wunderbaren Bucht schon unbegreiflich ist. Es geht nur sehr langsam, was aber am 2G Edge Netz liegt, nicht an der Hitze. Bilder können wir daher kaum laden, nur das Wichtigste, die Scans unserer lieben Tochter, die zu Hause über die Post wacht. Die Reklamation des leider schon defekten KINDLE via Amazon ist eine Geduldsprobe. Aber wir sind schon so runtergekommen, dass uns das nicht mehr ärgert.

Samstag, 7. Juli 2012

Ausschlafen auf SUSAK

Wir hatten uns gerade so richtig eingelebt, unser Schiff eingerichtet,
einen ersten faulen Nachmittag in der Banjole Bucht genossen, und die
Prozedur beim Zoll in Pula abgeschüttelt, eine schöne Dingi
Sonnenuntegangstour (zum Motoreinfahren) gehabt, als uns gestern Nacht
wirklich aus heiterem Himmel ein Gewittersturm überfiel, der uns
innerhalb von Sekunden zum sofortigen Ankerauf- und weg - Manöver zwang.
Es war nicht mal Zeit, die Ankerkralle von der Kette abzumachen, so
schnell slipten wir bei 40 Kn und Dunkelheit mit den anderen Schiffen
ins hintere seichte Ende der sonst geschützen Bucht. Wir sind nur noch
raus aufs Meer, wo die Wellen natürlich noch höher und kabbeliger waren,
aber lieber wetterten wir so das Gröbste ab bis Mitternacht und gegen
drei Uhr heute morgen konnte ich dann einschlafen, aber mit
Ankeralarm... So schnell hab ich noch nie bei sonst "langweiligem"
Wetterbericht (5-6 kn Wind aus geschützter Rictung) ein Unwetter aus 180
Grad "verkehrter Richtung" aufziehen sehen. Es bleibt uns also nichts
erspart, aber wir hatten das Gefühl, mal von Übelkeit abgesehen, die
Situation im Griff zu haben, das Richtige gut gemacht zu haben - im
Dunkeln. Aber das brauchen wir nicht noch mal... Wenigstens hat es sich
jetzt "abgekühlt" auf 28 Grad am Morgen. Nun sind wir (Samstag) auf der
Insel SUSAK angekommen, holen Schlaf nach und es ist so schön hier, wir
kennen den Hafenmeister und hatten schon wieder Spaß mit ihm. Nur
Internet ist so langsam, dass ich nur eine email, aber keine Bilder an
den Blog senden kann.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Wir sind endlich unterwegs

Bei 29 Grad Wassertemperatur sind wir auf dem weg zum Zoll nach Pula. Alle neuen Seeventile sind dicht! Nur kein Internet, deshalb nur diese SMS via iPhone.

Dienstag, 3. Juli 2012

ENDLICH Wasser!

Wir sind bei 39 Grad gut angekommen in Rovinj, alles geht sehr langsam bei der hitze, auch für die locals hier sehr anstrengend. Gleich geht das schiff ins wasser.

Angekommen bei 39 Grad im Schatten

Gleich wird das schiff endlich ins wasser gekrant. JEDE Bewegung ist anstrengend in der hitzewelle hier, wir freuen uns soooo endlich ins wasser zu kommen. Aber wir wollten ja sonne, nur nicht sooo extrem, dass auch die einheimischen NICHT länger als bis 12 uhr etwa arbeiten.

Sonntag, 1. Juli 2012

Auf dem Weg

Wir sind normalerweise nach 14 stunden sonst schon in kroatien angekommen. Es war so schlechtes wetter in Süddeutschland, dass wir froh sind , eine unterkunft in österreich zu haben. Müde aber so erfüllt von den letzten tagen fallen wir in tiefen schlaf und sind gespannt auf alles was in kroatien auf uns zukommt. Das auto ist beladen bis auf den letzten quadrat cm. Mal sehen, wohin das alles verstaut werden kann an Bord.

Samstag, 30. Juni 2012

"zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust"


Auf ins Abenteuer
Es war ein bewegender Augenblick, alle zusammen den Abi-Abschluß-Ball unserer Jüngsten zu feiern. Unser Sohn war von der Schule beauftragt, die Bilder zu machen. Ich kann es alles nicht mehr fassen. Der fröhliche Schein auf den Bildern trügt. Nein, wir waren fröhlich, sehr sogar. Mir fehlen die Worte. Alle sind noch hier auf der Terrasse mit Freunden und Freundin - bei schönstem Wetter. Ich hab einen dicken Kloß im Hals und frage mich, warum dass so sein muss dass wir jetzt fahren, oder warum es einfach nicht so bleiben kann. Augenblick verweile doch, du bist so schön. Goethes Faust hilft mir jetzt nicht weiter. Es ist doch freiwillig, niemand hat uns gezwungen. Warum Abschied nehmen, wenn es am Schönsten ist. Wir sind uns sehr nah, und wo so viel Licht ist, ist halt auch Schatten. Wir werden alle drüber hinweg kommen. Wenn wir uns doch einfach einfach immer mal zwischendurch sehen könnten. Auf jetzt - sonst wird es nicht mehr gehen. Ihr könnt es euch vorstellen. Ich weiß, dass ihr an uns denkt. Ich seh nichts mehr - liegt sicher an der billigen Ersatz-Fielmann Brille.

Mittwoch, 27. Juni 2012

5. Beethoven - Schicksalssymphonie

(Zitat Peter, gefunden von Monika)
In diesen Tagen habe ich zum letzten Mal oft an meine Berufsmusiker-Vergangenheit gedacht - und mit lieben Kollegen über die traurige Situation der Kulturlandschaft nicht nur in NRW, sondern Deutschland weit gesprochen. Ich habe mich dabei erwischt, doch noch von "meinem Orchester" gesprochen zu haben, wenn es morgen am 28. Juni um Leben und Tod geht, die finale politische Entscheidung, ob das "Kunst ist oder weg kann" - die Auflösung der Ber gischen Symphoniker. Ich bin seit 2009 nicht mehr dabei, aber es lässt mich nicht kalt, obwohl ich oft gedacht habe, dass sich diese Kunst-Form überholt hat, ein überaltertes Publikum dahin stirbt und der Nachwuchs nur noch temporär mit spielt, schon in jungen Jahren entmystifiziert . Ich habe damit abgeschlossen, und es ist gut so. - Bis ich heute von meiner Schwester das Video des 3-Jährigen Jonathan gezeigt bekam (s.u.). Mit einem Mal wurde mir bewusst, dass ich mir einen solchen fantastischen Dirigenten seit ewiger Zeit gewünscht habe. Dieser kleine Kerl hat mich in seinen Bann gezogen - das ist Musik durch und durch und ein fulminanter Abschluss meines Berufsmusiker-Lebens. So macht mir die 5. Beethoven-Sinfonie wieder Freude. Ja, ihr bornierten Generalmusikdirektoren und Kulturschaffenden, hört und seht euch das an. Ich habe diesen Enthusiasmus, die Urfreude an Klang, Dynamik, Tempo, Farbe in keinem Konzert mehr erlebt in den letzen Jahren,  - auch nicht bei großen Orchestern. Mag sein, dass ich übertreibe. Es ist ein Schlüsselerlebnis für mich und ich bin froh, dass ich die Freude und Begeisterung an der Musik in mein neues Leben retten konnte. Kurz vor dem Überdruss und der Verstümmelung durch den Musiker-Alltag. Ich werde mir diesen kleinen Jonathan noch öfter anhören - auf den Wellen der Meere. Danke Birgit!

Montag, 25. Juni 2012

Countdown - Leere - Ausfahrt freihalten

In 6 Tagen schlagen wir ein neues Buch auf und das alte ist so voll, dass es überquillt, kaum noch zu schliessen ist. Ist es eine Mentalitätsfrage, dass immer jenes Gefühl sich durchsetzt, nicht alles getan oder bedacht zu haben? Ja ja, man könnte alles mit gutem Gewissen mal hinter sich lassen, aber es zieht und zerrt an allen Ecken, statt uns frei zu geben. Ausfahrt freihalten !!!  Es war vor jedem Urlaub so - insbesondere in der Selbständigkeit des Einmann-Unternehmens, ohne Urlaubsvertretung: Immer kurz vor der Abfahrt kamen lauter Anfragen und Bitten. Und jezt ist es noch extremer, weil wir nicht nur mal 2-3 Wochen weg sind. Es ist ein Feuerwerk, das sich von Tag zu Tag steigert und am Freitag mit  dem Abschlussball unserer Jüngsten Tochter endet. (Hier im Tal geht gerade ein großes Feuerwerk mit einem Kanonenschuss zu Ende).  Wir fahren nächstes Wochenende nicht NONSTOP nach Kroatien, aber auch nicht zu Freunden übernachten, sondern recht bald in eine kl. Pension, abschalten, nicht noch mehr Abschiede. Darin bin ich nie gut gewesen. Jetzt muss ich die Traurigkeit akzeptieren und kann nur hoffen, dass ihr versteht, wenn wir für alle(s) zu wenig Zeit haben.
Die lezten Monate - wenn nicht noch länger - waren ein dauerndes Loslassen, um Neues zu (be)greifen.
                        Leere-----
Vieles was lieb und wichtig war, lange überlegt und zusammengespart, gemischt mit schönen Erinnerungen, ist nun abgegeben, oder in Travellerchecks gewandelt. - Übrigens eine gute Sache, weil max. 5,- Bearbeitungskosten, keine Gebühren beim Einlösen in der Jeweiligen Landeswährung - und wertlos bei Diebstahl. Anyway - Es bleibt trotz aller Anspannung eine Leere, die sich in ein paar Wochen sicher wieder (er)füllt. Das materielle Auflösen ist nicht soo schwer, aber wir lassen unsere 3 Kinder und die Eltern hier. Und es ist für alle nicht einfach möglich, mal in die Karibik zu fliegen. Ich denke an meine Tochter, die vor zwei Jahren für ein Jahr nach Neuseeland aufbrach - wir wussten alle, dass wir nicht einfach mal hinterherfliegen können, wie die Zugvögel, die zeitgleich unser Haus überflogen. Sie hatte den Mut schon vor uns, nur diesmal brechen wir selber auf - das ist etwas anderes. Wir sind nicht mehr die "secure base" at home. Es kommt alles zusammen: Die Verabschiedung von unserem bürgerlichen/beruflichen Leben und die Auflösung des bisherigen Familienlebens, eines 5-köpfigen Rudels. Erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr das alles unser Leben beeinflusst, bestimmt und ausgemacht hat. Es ist der Lauf der Dinge, den unsere Eltern ebenso aushalten mussten, wie deren Eltern. Und oft war deren Anlass für Aufbruch nicht so grundsätzlich erfreulich wie unserer. Also, ALLES IST GUT ! Da ist unser täglicher Leitspruch. Wenn wir es schaffen, den Kontakt zu euch zu halten. Ich möchte glauben, dass es NICHT so ist: "aus dem Auge aus dem Sinn".  WIR SIND ERREICHBAR!  Während mancher Nachtfahrt und Nachtwache wird viel Zeit sein, auch über Freundschaft nachzudenken. Ich freu mich auch darauf - und auf Wärme. Es ist seit Wochen Herbst in Deutschland. Und das ist wirklich so, nicht nur gefühlt.  11 Grad heute morgen.

Freitag, 1. Juni 2012

Die Geschichte geht weiter

Unesco Weltkulturerbe Lunenburg, Foto ww.hicker.de
Nach ein paar Tagen voller Behördengänge sind wir nun überglücklich im Besitz der Permanent Residence und haben sogar schon die Zollformalitäten für unsere LIZA geregelt. Nun verschnaufen wir erst mal in einem kleinen Städtchen Lunenburg, das aussergewöhnlichen Charme hat. Und das sicher auch, weil es von Lüneburgern im Jahr 1753 gegründet wurde  Die gepflegten viktorianischen Wohnhäuser mit ihren liebevoll gestalteten Vorgärten und ihren geschmackvollen Fassaden zeugen davon, dass diese Stadt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann. Und diese begann im Jahr 1753.
1453 neue Siedler, die vor allem aus den Regionen im Südwesten Deutschlands, dem Montbeliard Distrikt in Frankreich und aus der Schweiz stammten, wurden ins Land gebracht. Die meisten von ihnen sprachen Deutsch und sollten dem Einfluss der katholischen Franzosen in Nova Scotia entgegen wirken. Jeder Siedler erhielt ein kostenloses Grundstück für Haus und Garten und zusätzliches Land zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Die neu entstandene Siedlung erhielt den Namen Lunenburg nach dem damaligen englischen König George I., der aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg stammte.
Von daher stammt auch meine liebe Mutter, die wir gestern zum Geburtstag per Satelliten-Handy angerufen haben und dann in Lunenburg vor der webcam von unserem Freund Ralf Pickart     zugewunken und geskyped haben. Das wiederum hat Vater  mit seinem neuen iMac festgehalten (siehe Bild links)  Es ist so ein seltsames Gefühl, dass unsere Geschichte nun hier weiter geht. Wir besichtigen heute das berühmte Schiff BLUENOSE, das vor 12 Jahrem unserem neuen Zuhause den Namen gab. Damals ahnten wir nicht dass wir einwandern würden, zudem mit einem eigenen Schiff.  Wir werden uns heute mal das Fischerei-Museum anschauen und den Fortgang der Restaurierung der geliebten Bluenose, die ihr hier auf der webcam sehen könnt.. 
Wie die Geschichte der Lunenburger hier weiter ging:
Lunenburg entwickelte sich von der landwirtschaftlichen Produktion hin zur Fischerei
Ursprünglich war geplant, dass die neuen Siedler Landwirtschaft betreiben sollten, um die neue britische Hauptstadt Nova Scotias - Halifax - mit Lebensmitteln zu versorgen. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass dies nicht so einfach war, wie sich das die Obrigkeit vorgestellt hatte. Und obwohl Ende des 18. Jahrhunderts landwirtschaftliche Produkte nach Halifax geliefert wurden, war bald klar, dass die Zukunft der Stadt anderswo lag.
Die Lunenburger Bürger wandten sich dem Meer zu und widmeten sich dem Fischfang, der bis vor wenigen Jahren der Haupterwerbszweig der Stadt war. Die ersten von ihnen fischten vor der Küste Labradors, wo sie riesige Kabeljauschwärme vorfanden. Als dann Ende der 1860er Jahre neue Trawler Techniken eingeführt wurden, wandten sich die Fischer von Lunenburg den Grand Banks vor Neufundland zu und der Western Bank südwestlich von Sable Island - einer berüchtigten Sandbank südlich der Küste von Nova Scotia.
Von dort brachten sie Kabeljau nach Hause, den sie im Laderaum ihrer Schoner einsalzten und an Land brachten. Dort wurde er auf Trockengestellen ausgelegt und getrocknet, bevor er zu den Märkten in aller Welt weiter verschifft wurde.
Der Niedergang der Atlantikfischerei und Lunenburgs Entwicklung zum Touristenziel
Bis in die frühen 90er Jahre des 20. Jahrhunderts bestand die Fischereiflotte Lunenburgs aus modernen Fisch Trawlern und Muschelschleppern, die weit entfernt waren von den früher üblichen ungemütlichen und beengten Schonern.
Seit jedoch die Kabeljauschwärme des Atlantiks immer weniger werden, hatte auch die Stadt Lunenburg ums Überleben zu kämpfen. Aufgrund ihres gut erhaltenen Stadtbilds mit schönen Kapitänsvillen, die sich oberhalb des Hafens den Berg hinauf erstrecken, den alten Lagerhäusern am Hafen und den Tante Emma Läden, die heute Souvenirs für Touristen verkaufen, hat sich das Schicksal Lunenburg gegenüber als gnädig erwiesen.
Lunenburg lebt heute hauptsächlich vom Fremdenverkehr, und die Werften am Hafen, die ehemals Gaffelschoner und Trawler bauten, stellen heute historische Segelschiffe und exklusive Yachten für zahlungskräftige Kunden her. Die Vergangenheit Lunenburgs als Fischereizentrum Nova Scotias wird romantisiert und zelebriert im Stadtzentrum und vor allem entlang des Hafens der Stadt.
Quelle: http://monika-fuchs.suite101.de/, Professor Marian Brinkley, From Fishing Centre to Tourist Destination, The Restructuring of Lunenburg, Nova Scotia, Faculty of Arts and Social Sciences, Dalhousie University, Halifax, 2000 und eigene Recherchen vor Ort

Dienstag, 29. Mai 2012

JUST LANDET

Wir sind eingewandert und ÜBERGLÜCKLICH, dass alles doch noch geklappt hat. Beinahe wäres es schief gegangen, denn obwohl wir 5,5 Std. vor Abflug mit dem Zug nach Frankfurt losgefahren sind, hätten wir fast den Flieger nach Kanada verpasst. Grund: Triebwerksschaden vom ICE 16 km vor dem Flughafen. Eine Stunde verging ohne Ansage, woran es denn nun liegt. Im Zug überwiegend Fahrgäste, die einer nach dem anderen ihre Flüge verpassten und demenstrechend durchdrehten. Die Türen durften aus Versicherungsgründen nicht geöffnet werden, obwohl die Hochgeschwindigkeits-Strecke komplett gesperrt war. Eine Frau fragte andere Gäste, ob man sich zusammen tun sollte, eine Scheibe einzuschlagen. Eine Straße in der Nähe - Taxi usw.   Nach zwei Stunden ging es dann endlich weiter mit äusserst notdürftigen Entschuldigungen der Bahn, man könne sich Formulare abholen, 25 % Fahrpreiserstattung verlangen. Wir wunderten uns nur, warum es nicht möglich war, eine Rangier-Lok von Frankfurt loszuschicken auf dem besetzen Gleis und die paar Kilometer in den Bahnhof reinzuschleppen. Stattdessen stellte sich heraus, dass die Zusammenkopplung der beiden ICEs in Köln das Problem verursacht hatte. Entkoppelt fuhren beide Teile reibungslos, aber es hat zwei Stunden gedauert, einen zweiten Lokführer herbeizurufen, um den zweiten Teil zu fahren. Sind wir eigentlich wirklich so gut im Management in Deutschland? Ich möchte nicht wissen, wie größere Zwischenfälle geregelt werden, wenn solche kleinen Pannen schon solche Probleme bereiten. Ein Anruf bei Condor ließ jede Hoffnung schwinden, eine Stunde vor Abflug noch eingecheckt zu werden, denn man kann nicht ein paar Hundert Leute im Flieger dafür warten lassen. Wir nahmen dennoch alle Kraft zusammen und rannten um unser Leben - wir wollten raus aus D und rein nach Canada. - Und es hat geklappt. Die Freundlichkeit der Behörden in C hat uns wieder so glücklich gestimmt, und dazu noch die 81 jährige Witwe eines kanad. Diplomaten, die schon zum 77sten Mal den Atlantik überquerte. Sie war so fröhlich und entspannt, reiste allein durch die Welt und gab uns noch noch Ihre Adresse in Truro. Wir werden sie besuchen - nächstes Jahr.
So, nun müssen wir aber noch eine Menge paperwork erledigen.