Donnerstag, 3. Februar 2011

Atlantik-Überquerung

Da machen wir uns "jahrelang" Gedanken, wie wir mit unseren 12 und mehr Meter- Kats über den Teich kommen und während dessen ist nicht nur der 84 jährige Anthony Smith mit seinem Floss An Tiki aus Kunststoff-Röhren in die Karibik aufgebrochen (hier die Live - Position), sondern seit gestern noch ein Abenteurer, der Kanadier Ole Eimer (rechts) und zwar im Ruderboot. Mehr hier in seinem Blog
Seine aktuelle Position ist hier zu sehen...


Montag, 31. Januar 2011

Wettersatellitenempfänger

Auf der Bootsmesse war das Wetter wieder ein oft diskutiertes Thema. Was aber die Meterologen und Verkäufer ausgezeichneter Wettersoftware dort (z.B. Wetterwelt.de) nicht wissen oder nicht zugeben wollten: es ist möglich, ohne Datentransfer-Abo (via teurer Iridium oder SSB-Kurzwellen-Pactor Downloads) live Wetterbilder von derzeit 5 Satelliten kostenlos zu empfangen. Um es deutlich vorweg zu sagen: das sind keine Wettervorhersagen, sondern Live-Bilder von Wolken, Wassertemperatur, Infrarotbilder, die aber weitgehende Vorhersagen wie Zugrichtung von Stürmen, Wolken, Regen etc. anhand der vorherigen Verläufe ermöglichen. Diese farbigen Bilder können die Vorhersage Grib-Files von Wetterwelt hervorragend ergänzen und zeigen unglaubliche Details.

 Die Hardware dafür kostet unter 200 Euro, die Software für Dekodierung der (Audio-)Signale ist  Freeware,  für MAC und WINDOWS hier...

Zwar ist der Empfang von Satellitenbildern nicht ganz so einfach wie Fernsehempfang, aber mit etwas Geduld kein Hexenwerk. Man kann sogar die vorhandene UKW Antenne verwenden. Sie ist für den Satellitenempfang sehr gut geeignet, da die Seefunk- und die Satellitenfrequenzen nicht so weit auseinander liegen. Man installiert entweder einen Koax-Umschalter (direkt parallel schalten kann man den Empfänger mit dem Funkgerät nicht) oder macht an der Reling, oder wo Platz ist, eine zweite Antenne fest, die dem Empfänger fest zugeordnet ist. Hier gibt es teure verstärkende Antennen für 300-500 Euro , oder sogar Antennen mit der Empfangshardware direkt in der Antenne verbaut vom neuseeländischen Hersteller SkyEye Systems Ltd, New Zealand  www.xaxero.com  für 1998 US$, aber ich habe mich vorerst für den deutschen und zudem preiswerten separaten Empfänger entschieden, den oben rechts abgebildeten Wettersatellitenempfänger mit Antennendiversity R2FX. Die Stromversorgung erfolgt über ein Steckernetzteil. Es ist aber auch möglich, den Empfänger direkt aus dem PC zu speisen, falls dieser eine Soundkarte mit Joystick-Anschluss.
Eine abschaltbare Fernspeisung ermöglicht die Versorgung eines Meteosatkonverters oder eines Vorverstärkers über das Antennenkabel. Ein HF-dichtes Alugehäuse hält lokale Störungen (z.B. des PCs) vom Empfangsteil fern.  Mehr dazu hier und im deutschen Handbuch hier...

Ein anderer Empfänger (optisch ähnlich dem o.g.) ist hier erhältlich, der APT-06 im Bundle mit links abgebildeten Aktiv-Antenne MX-137 für 495 Euro oder ohne Antenne für 215 Euro.

Es gibt derzeit 5 Satelliten, die regelmäßig zu empfangen sind: NOAA12, NOAA14, NOAA15, NOAA17 und Meteor 3/5. Dazu kommen noch etliche, die nur ab und zu eingeschaltet werden. Die Bahnen der Satelliten führen allesamt über die Pole. Während sich die Erde unter ihnen hinweg dreht überstreichen sie somit Bahn für Bahn immer ein neues Segment der Erdoberfläche. Innerhalb von 24 Stunden überfliegen sie so jeden Punkt der Erde zwei mal. Da sich die Segmente überlappen bedeutet dies für den Beobachter auf der Erde, dass er von jedem Satelliten sechs bis acht Überflüge pro Tag empfängt. 
Die Bilder werden wie bei Wetterfaxen (RTTY) als Audiosignal gesendet, das mit geeigneter Software zur Dekodierung von Satellitenbildern über den Audio-Eingang der Soundkarte in sichtbare Wetterbilder umgewandelt wird. WXSAT ist ein sehr gutes Programm zur APT Dekodierung, ermöglicht Falschfarbendarstellung durch Kombination von des sichtbaren und des Infrarotbildes von NOAA.
Man kann animierte Wetterfilme erstellen, die so auch im Internet aktuell bei NOAA angesehen werden können, z.B. hier vom NOAA12

Was kann man auf den Satbildern sehen und was bedeuten die Abkürzungen im Dateinamen?

MSA Multispectral analysis: (z.B. noaa-12-06041454-msa.jpg) 
Multispektral-Analyse. Benutzt ein NOAA Kanal-2-4 Bild und ermittelt aufgrund einer Analyse der beiden Bilder, welche Regionen am wahrscheinlichsten Wolken, Land oder Meer sind. Produziert wird ein klares eingefärbtes Bild als Ergebnis. Diese Konvertierung verwendet keine Farbpalette und ist nicht Temperaturnormalisiert.








MCIR map colour IR: (z.B.noaa-12-06041454-mcir.jpg) 
Färbt das NOAA-Sensor-4-IR-Bild mittels einer Karte, so dass das Meer blau und das Land grün werden. Hohe Wolken erscheinen weiss, niedrige grau oder in den Farben des Meeres/Landes, wobei die Wolken etwas heller aussehen, jedoch die Unterscheidung zwischen Meer/Land und niedrigen Wolken zuweilen schwierig ist. Dunklere Farben zeigen wärmere Regionen an.








NO colour IR Konvertierung: (z.B. noaa-12-06041454-no.jpg)
NOAA Farb IR Kontrast Konvertierung. Erhöht den Kontrast ganz erheblich in den dunkleren Regionen des Landes/Meeres und färbt die kalten Wolkengipfel. Zeigt genaue Details an Land und auf dem Meer und liefert klare Aussagen zu den Wolkengipfel-Temperaturen. Diese Konvertierung ist Termperatur normalisiert.

HVCT with precipitation: (z.B.noaa-12-06041454-hvct-precip.jpg) 
Es werden hohe kalte Wolken wie unter der NO Konvertierung eingefärbt, um ungefähr die Wahrscheinlichkeit und Stärke von Niederschlägen anzuzeigen.

Daylight sea surface temp: (z.B..noaa-12-06041454-sea-day.jpg)
Erzeugt ein Falsch-Farben-Bild aus NOAA-APT-Bildern basiered auf den Temperaturen der Meeresoberfläche. Es wird nicht versucht Wolken oder Landfläche vom Meer zu unterscheiden. Die Temperatur der Meeresoberfläche ist möglicherweise nicht ganz korrekt durch dünne oder kleine Wolken im ausgewerteten Bereich oder durch Rauschen im Signal.







HVC false-colour: (z.B.noaa-12-06041454-hvc.jpg) 
Erzeugt ein falsch-Farben-Bild aus NOAA-APT-Bildern basierend auf Temperaturen unter Benutzung des HVC-Farb-Modells. Verwendet die vom Sensor-4-Bild gelieferten Temperaturen zur Bestimmung des Farbtons und die Helligkeit vom Histogramm-Ausbalancierten Kanal-A-Bild (oder Kanal-B-Bild wenn die Use other sensor Option ausgewählt ist) zur Bestimmung der Ausprägung und Farbart. Das HVC-Farb-Modell versucht sicherzustellen, dass die unterschiedlichen Farben mit der gleichen Intensität erscheinen und der Farbübergang, der die Temperaturdifferenz markiert für jedes Grad möglichst gleich dargestellt wird. Helle Bereiche sind ungesättigt in diesem Modell.


Cobb Grill

 Am Wochenende haben wir die Grillsaison eingeläutet. Monika hat dieses kleine Grillwunder entdeckt, und kaum wärmten die ersten Sonnenstrahlen unsere Süd-Terasse, hat sie einen Braten und Brot-Teig vorbereitet und gleich ausprobiert.

 
Neben dem Brikett ist ein Ring (alles aus Edelstahl), in den Monika eine Wein-Zwiebel-Gemüse-Brühe hinein gefüllt hat. Das machte den Braten so richtig knusprig und würzig. Darin kann man sogar gleichzeitig Gemüse dünsten.
Der Grill wird auf Backofen-Temperatur innerhalb weniger Miuten erhitzt durch einen aus Kokusraspel gepressten Grillbrikett (wasserdicht verschweisst, ca. 1,60 €, Brenndauer 1,5-2 Stunden). Verschiedene Einsätze ermöglichen Grillen, Dünsten, Räuchern, Pizza, Brot und Brötchen backen. Ok, das können viele Grills. Aber dieser bleibt von aussen so kalt, dass man ihn einfach von Hand versetzen kann an windstillere Orte, weg von Bootsnachbarn usw. Auch der Untergrund bleibt kühl. Somit ist er auch als Tischgrill hervorragend geeignet.

Dieser Grill ist perfekt geeignet für Boot, Camping und Picknick. Der Cobb Grill ist mit normalen Grillbriketts nach etwa 15-20 Minuten, mit einem Quick BBQ Brikett schon nach ca. 2 Minuten einsatzbereit. Der Cobb Grill Premier ist einfach zu zerlegen und zu reinigen.

Abmessungen: Ø 32 cm x H 30 cm , Gewicht: 3,8 kg.
Lieferung incl. Grillplatte und einer praktischen Trage- und Schutztasche. Weitere Infos hier.......

Sonntag, 30. Januar 2011

Wetterwelt

Software zur Visualisierung der Wettervorhersage , dargestellt in Grib-Files, gibt es mittlerweile für alle Betriebs-Systeme, teilweise kostenlos, wie beispielsweise die Software „zygrib“ oder für Mac die GribView, die hier im Internet downloadbar ist.

Wer etwas mehr Service, genauere Wetterdaten und vor allem auf einen Ansprechpartner zurückgreifen möchte, kann die Wetterdaten inkl. Software auch von einem kostenpflichtigen Anbieter beziehen. Die von mir bevorzugte Software von „WetterWelt“, „Grib-view 2“ ist  in der Versione Cruising-Premium Plus für Blauwasser-Segler die richtige Wahl


Gegenüber den kostenlosen Grib-Files von NOAA bietet diese Software eine genauere räumliche Auflösung an (20 - 60 sm je nach Seegebiet),
und zusätzliche wichtige Parameter:
Mittlerer Wind, Böen, Luftdruck, Wettererscheinungen, Temperatur, Wellenhöhe, Wellenrichtung, Wellenperiode
Diese Informationen (bis 120 h voraus) sind zudem erheblich kleiner gepackt (nach Auskunft von Herrn Schrader auf ein Zehntel der üblichen Gribfiles) und somit kostengünstiger via Sateliten Telefon oder Daten-Stick oder SSB Kurzwelle mit Pactor zu empfangen.
Die unten abgebildeten Wettersymbole sehen in dieser kleinen Auflösung etwas unübersichtlich aus, zeigen aber sehr leicht verständlich die Wetterentwicklung anhand von Wolken-/Sonne-/Regen-/Gewittersymbolen an.


Die Software kostet 138 Euro und ist auf 2 Rechnern mit einer Lizenz installierbar.
Der Zugang zum Datenserver kostet pro Jahr 125,60 Euro. Es gibt auch günstigere 2- und 3 Jahres Abos.

Die Seegebiete weltweit sind aufgeteilt in einzelne Abschnitte, wie z.B. Mediterranean West, NE-Atlantic oder Ionian-Sea. Ist man nun beispielsweise im Nordatlantik unterwegs, benötigt man zunächst die Karte für dieses Gebiet. Diese ist hier auf der Website von Wetterwelt z.B. gegen Gebühr von 29,80 € downloadbar.

Ein ausführlicher Test in der "Palstek" ist hier downloadbar (9 MB)

Donnerstag, 20. Januar 2011

iPhone

Diejenigen, die mich kennen oder mit mir unterwegs waren, wissen das schon zur Genüge.... ich bin Apple Fan, aber nicht nur als solcher begeistert vom iPhone für Navigation an Bord.

Kein Smartphone oder Hand-GPS Gerät hat solch ein scharfes Display. Im Grunde macht das iPhone mit dem eingebauten GPS genau das, was mein fest eingebauter Plotter auch tut, nur erheblich preiswerter und unabhänig vom Bord-Stromnetz. Somit ist es ein Backup für sichere Navigation und immer dabei, sogar im Dingi. Selbst durch eine schwimmfähige Schutzhülle aus klarem Kunststoff hindurch kann es problemlos bedient werden und hat z.B. im gesamten kroatischen Seegebiet Empfang zum Telefonieren oder Wetterdaten-Abruf.
Die Navionics Karten z.B. für gesamt Europa kosten unschlagbare 9,99 Euro und sind ausgezeichnet ! Karibik und USA kosten 11,99

Und das iPhone kann noch mehr: über die See-Karten ein Overlay von Satellitenbildern aus Google legen. Der Traum jedes Skippers, in einem Display diese beiden Quellen übereinander zu vergleichen und entscheiden, welche Buchten zum Ankern geeignet sind von der Küstenstruktur her. Sogar Windvorhersagen (Grib-Darstellung), Panoramabilder von Häfen, Ebbe und Flut für unzählige Orte der Welt, die größßte Datenbank mariner POI`s und vieles mehr! Und das letzte Highlight: die Karten werden so häufig wie kein anderes Kartensystem automatisch bei jedem Programmupdate auf den neuesten Stand gebracht. Einfacher geht`s nicht! 

Wenn es euch interessiert (schreibt es unten als Kommentar) dann berichte ich noch mehr über weitere sinnvolle Navigationsprogramme wie iTrim (endlich mal eine clevere Anleitung zum richtigen Segeltrimm, ob Traveller im Lee oder Luv abhängig vom Wind), Kompass, elektronisches Logbuch YourSail, das Fotos mit GPS geocoaching mit den Wetterdaten und den eigenen gefahrenen Wegepunkten zu einem  exakten Törnbericht zusammenstellt (per email versendbar), oder der perfekte Funkzeugniss Trainer, der die nicht gekonnten Antworten immer wieder vorlegt, bis sie sitzen. Echt schade, dass ich das noch nicht zu meiner SRC, LRC und UBI Prüfung hatte. Nun ist es immerhin noch ein Nachschlagewerk.
Und nun ist noch gereade rechtzeitig zur BOOT 2011 ein Progrämmchen erschienen, dass sehr ansprechend über alles Wissenswertes auf der Messe berichtet. Es zeigt aktuell laufende Veranstaltungen, und wenn man auf einen (stufenlos heranzoombaren Stand klickt) erfährt man alle Informatinen des Ausstellers sowie die von ihm angebotenen Produkte.

Die schönsten Inseln der Welt...

Die Saison hat noch nicht begonnen, da eilen ihr schon die Awards voraus:
Das bekannte US-Reisemagazin Travel+Leisure hat die kroatische Insel Hvar zur fünft schönsten Insel der Welt ausgezeichnet.   Mehr darüber (in Englisch) hier zu lesen... Dann müssen wir wohl mal im Mai mit Thomas und Christine dort hin....Das bedeutet ein paar Nachtfahrten, liegt immerhin auf der Höhe von Split ;-)

Ist ja mal ganz interessant, was die Amerikaner zu den schönsten Inseln der Welt zählen, wo sie doch die Bahamas, BVIs, Antillen, ja die ganze Karibik vor der Tür haben.
Unser geliebtes Nova Scotia, insbesondere die Halbinsel Cape Breton, war ja 2004 auch schon zweitschönste Insel der Welt und ist unter den Amerikanischen und Kanadischen Inseln immerhin zur Zeit wieder auf Platz 2 der Top Islands, sowie "nebenan" in einem Halb-Tagestörn von uns erreichbar die Prince Edward Island auf Platz 5. Ja, das ist schon ein sehr schönes Fleckchen auf dieser Erde. Mehr auch zur Top-Insel Nr. 1 Mount Desert Island, Maine (95 sm von Nova Scotia entfernt) auf unserer geplanten Route 2012/13 von Kanada in die Karibik hier zu lesen...

Samstag, 15. Januar 2011

Reinigung Gelcoat, Alu, Edelstahl, Dingi

Wenn ich nicht so viele begeisterte Camper und Segler (Blue Liner, Katamaran Mupfel etc.) gehört hätte, würde ich es ja nicht glauben, aber es gibt das Wundermittel jetzt seit 60 Jahren (nein, ich bekomme keine Provision vom Hersteller, mache nur auf die Sonderaktion für 2 Wochen aufmerksam) und wenn ihr wollt, bestellen wir zusammen, um Porto zu sparen. Leider ist die Obenland GmbH aus 74635 Kupferzell  nicht auf der Bootsmesse vertreten. Statt des u.g. Sonderangebots würde ich lieber einen 4 KG - Eimer für 55 Euro bestellen (Versand immer 4,95 €)  für  und wir teilen ihn auf. Genug Tuppa-Dosen habe ich.... Also, wenn ihr an den Frühjahrsputz denkt Erwin, Jan, Ludger und interessiert seid, dann bekommen wir die große Menge für die Hälfte und sparen 3-4 x Porto. Meldet euch...  Tja, vermutlich wird meine Frau mich jetzt zum Testen auffordern - im Haushalt....


Säubert, poliert und konserviert in einem Arbeitsgang. Hervorragend geeignet für Chrom, Aluminium, Edelstahl, Kupfer, Zinn, Silber, Gold, Messing, Kunststoff, lackiertes Holz usw. Unentbehrlich im Haushalt, in Hotels und Gaststätten, im Handwerk, am Auto, beim Camping, im Sport- und Freizeitbereich. Einsatzgebiete: Badezimmer, Toilette, Wanne, Waschbecken, Fliesen, Armaturen, Spülen, Herdplatten, Glaskeramikkochfelder, Kunststoffbehälter für Mikrowelle, Silberbesteck, Cromargangeschirr, Kunststofffenster, Rollläden, Wohnwagen, Boote, Surfbretter, Skier, Tennisschuhe, Musikinstrumente, Pokale usw. Nicht geeignet für: weiche, klare und transparente Kunststoffe. 

Batterie-Tester Batteriebelastungsprüfer

Bei parallel geschalteten Batteriebänken kommt es immer wieder vor, dass sich einzelne Batterien verabschieden.
Auch eine defekte Batterie (vorausgesetzt sie hat noch keinen Plattenkurzschluss) gaukelt einem am Voltmeter ohne Belastung vor, sie sei immer noch intakt. Mit Belastung jedoch sinkt die Spannung dann allerdings rapide ab und das oben beschriebene Phänomen, woran es der User zuerst merkt, tritt ein.
Sind jetzt aber beim anschließenden Ladevorgang noch intakte Batterien in der Bank, kann die defekte Batterie die Ladeleistung nicht mehr aufnehmen und fängt an zu kochen! Damit beginnt dann der Zerstörungsprozess in der gesamten Batteriebank.  

Funktionsweise:
Die zu prüfende Batterie muss als erstes elektrisch aus der Bank heraus genommen - also vom Rest getrennt - werden.
Dann wird am Gerät der "hohe" AH-Wert eingestellt, der üblicherweise neben der Kapazitätsangabe auf der Batterie aufgeduckt ist, also z.B.: (12V - 100AH - 720AH). Uns interessieren beim Kauf von Batterien zwar in erster Linie die 100AH, zum Test ist allerdings der 2te Wert (hier die 720AH) entscheidend.
Jetzt legt das Testgerät für einen genau definierten Zeitraum (wenige Millisekunden) eine sehr hohe Belastung (über 100A) an die Batterie, und misst dabei, wie weit die Spannung (V) jetzt "zusammenbricht". 
Aus dieser Differenz errechnet das Testgerät, was wirklich noch in dem Akku steckt.
Dieses Gerät fand ich bei Linocat und Blue Liner. Danke für Euren Tip. Habe es mir gerade auch gekauft. Conrad Elektronik 55 Euro
Beschreibung vom Hersteller Voltcraft:
Ideales Testgerät zum schnellen und einfachen Ermitteln der Leistungsfähigkeit von 12 V Auto-/Solarbatterien. Der Batterietester belastet die Batterie mit einem hohen Strom und misst die Batteriespannung unter Last. Schlechte Batterien brechen bei Messungen unter Last zusammen und können somit in sekundenschnelle entlarvt werden. Der komplette Testvorgang wird automatisch gesteuert, d.h. Sie müssen diesen nur Starten und der Batterietester zeigt Ihnen nach ca. 10 Sekunden das Ergebnis der Messung im digital Display an. Eine Überlastung der Batterie durch zu lange Messdauer wird dadurch verhindert. Zur genauen Analyse ist der Kaltstart-Stromwert der Batterie einstellbar. Als Zusatzfunktion können Sie die Funktion der Lichtmaschine und des Anlassers überprüfen. Das tragbare Gerät ist ein unentbehrlicher Helfer u.a. für Werkstätten, im Solaranlagenbau, im Campingbereich uvm.

Samstag, 8. Januar 2011

Ein bewegendes Buch: Wellenzeit (natürlich auf einem Katamaran)

Ihr wisst ja, Segelbücher gibt es wie Sand am Meer. Was bleibt den Weltenbummlern auch schon anderes übrig, als nach Jahren da draußen über diese Erlebnisse zu schreiben. Für ein normales Arbeitsleben sind sie verloren, einen Wiedereinstieg in den alten Beruf gibt es nach einer Weltumsegelung selten - oder man hört halt nichts davon. Anyway, das o.g. Buch hat mich berührt, weil Alexandra Schöler-Haring nicht nur wunderbar schreiben kann, sondern lebendig bewiesen hat, dass es auch mit Kind an Bord fantastisch funktionieren kann (Michael, Jan ich kann es euch nur empfehlen, auch wenn ihr euch gerade um eure kleinen Matrosen kümmern müsst...) und weil sie aus der Welt von Theater und Musik kommt, die mir aus 23 Berufsjahren so vertraut war. Gerade deshalb habe ich mir das Buch gekauft, weil es schon besonderen Mut verlangt, diese Bühne zu verlassen und sich in einen See-Nomaden zu verwandeln.

Vor einem Jahr saßen wir dort am Strand in Tropenwärme und aßen Curry. Die Sonne versank pink im Indischen Ozean und das Leben war leicht. Sicher hab ich das Bauchweh vor dem Roten Meer nicht vergessen. Aber es war dennoch leicht.
Werde jetzt nicht anfangen herumzusudern, aber, ehrlich gesagt, die Kälte und die Dunkelheit hierzulande macht uns ordentlich zu schaffen. Früher, vor der Reise, war das auch nervig, aber jetzt, mit dem Wissen dass da irgendwo draußen die Sonne scheint und man barfuß unterwegs ist, nein ich darf nicht daran denken. Weihnachten in den Tropen... wie herrlich das war. Da sieht man wieder: so eine Reise verändert einen schon sehr!
Aber ich sollte wirklich die positiven Seiten hervorheben....
Manchmal denke ich heute, dass uns das Universum oder der Herr der Abenteurer zeigen wollte, dass selbst an den gefürchteten Plätzen und den harten Tagen diese Reise ihren Zweck erfüllte. Offen zu sein für das Neue, neugierig zu sein, tapfer, stark, dankbar. ..Dieses Taumleben, das sich zu Hause in unserer Heimat niemand vorstellen konnte oder wollte. Wo Hektik, Stress, Karriere, Habenwollen keine Bedeutung hatte. Das verschüttet war in uns allen, irgendwo. Und nur wenige würden den Mut haben, es zu wagen, die Leinen loszuwerfen und den Passatwind einzufangen oder einen anderen, neuen Weg zu finden. Viele meinten, nicht das Geld für solch eine Reise zu haben. Fuhren dabei schicke, teure Autos, zahlten ihr Einfamilienhaus ab, kauften das neueste Handy, suchten die besten Ganztagsschulen, Computer, Internetverbindungen. Viele schienen uns für Millionäre zu halten. Dabei gab es hier draußen weit weniger wohlhabende Menschen als zu Hause. Viele haben nur mehr ihr Schiff. Keine Absicherung mehr. Manche sogar Schulden. Haben nur sich und wissen, dass dies hier näher am Leben ist als alles andere.
Peter hatte das schon immer gewusst. Für mich war nie klar gewesen, was Segeln mit Freiheit zu tun haben sollte. Diese elende Abhängigkeit vom Wetter, die Sorge, etwas könnte schiefgehen. Aber war ich je mir, meinem Mann und meinem Sohn so nah gewesen? War ich je so für mich ohne Ablenkungen? Ich fühle mich so klar und rein gewaschen wie nie zuvor. Ich fing noch einmal von vorn an... (Seite 270 im Buch Wellenzeit, z.B. hier erhältlich ) oder lest  im Logbuch oder auf der offiziellen Website http://www.rishomaru.com/

Dienstag, 4. Januar 2011

Rescue Laser Flare® Magnum

Ein erstaunliches, empfehlenswertes Teil: 
Der Rescue Laser Flare®  Magnum ist ein auch in Europa zugelassener Laserstrahler, der leicht zu handhaben ist und effektiv eingesetzt werden kann, um in Notsituationen auf sich aufmerksam zu machen. Er ist wasserfest und und hat ein solides Gehäuse. Inzwischen wird er zunehmend auch von Rettungsdiensten eingesetzt, wie z.B. von der DLRG. Es gibt mehrere Tests, z.B. Yachting oder von der USA Navy O-Ton: "This Signal Laser is perhaps one of the best night signals invented".
Im Gegensatz zu Seenotsignalmitteln wie Raketen oder Handfackeln ist der Rescue Laser Flare® Magnum nicht entflammbar, muß nicht alle 3 Jahre ersetzt werden, ist schonend für die Umwelt und kann  mit zwei ersetzbaren AA Batterien (inklusive) durchgehend 72Std. betrieben werden.
Der Hauptvorteil ist jedoch, dass er so handlich und klein ist, dass man ihn sozusagen in der Badehose  ins Dingi oder auch in die Rettungsinsel im Notkoffer mitnehmen kann. Im Gegensatz zu dort schwer aktivierbaren Seenotsignalmitteln ist er nicht nach wenigen Minuten abgebrannt, sondern man kann durch Blinken (was aus der Entfernung wie eine rote Rakete flackert) u.U. mehrere Tage lang auf sich aufmerksam machen. Der Rescue-Laserstrahl ist nicht punktförmig, sondern strichförmig. Daher ist es leicht, Schiffe am Horizont zu "treffen", zumal deren Metallteile ggf. den Strahl zurück reflektieren.
Im Gegensatz zu Leuchtkugeln, die bei Wind hunderte Meter abtreiben können, zeigt der Rescue Laser immer die wahre Position am MOB oder Schiff an.

Produktdetails:
Sichtbare Reichweite bei Nacht: bis zu 32 km
Sichtbare Reichweite bei Tag: 1.6 bis 4.8 km
Wasserfest: bis zu 24 m Tiefe
Betriebszeit pro Batterie: 72 Stunden
Batterie: 2 AA Batterien
Haltbarkeit des Lasers: 10.000 Std.
Ich habe meinen in Holland bei Bomarine gekauft (89€). Wenn Ihr Interesse habt, sehe ich Bojan auf der Boot in Düsseldorf, er könnte dahin (portofrei) welche mitbringen.


Montag, 3. Januar 2011

Auf ein Neues

Ich hoffe, ihr hattet alle eine schöne Zeit.
Den Weihnachtsblues hab ich dieses Jahr öfter gehört, als sonst. Ganz ohne ging es auch bei mir nicht, obwohl ich es sehr genossen habe, im Kreis der Familie und Eltern bewegende Tage erlebt zu haben. Das Wetter und die damit verbundenen Umstände, das Chaos auf Strassen und Schienen haben ihre Wirkung hinterlassen. Nächstes Jahr Weihnachten werden wir anders verbringen. Auf jeden Fall mit Mee(h)r Sonne!  Ja, das ist das Positive am Jahreswechsel, der mich sonst schon mal trübsinnig macht, weil schon wieder ein Jahr rum ist: Ab nun kann ich sagen: nächstes Jahr geht`s los !  Und bis dahin gibt es noch viel zu erledigen. Also gut, dass noch nicht diesen Sommer alles fertig sein muss.

Über die Feiertage haben wir den Watermaker bestellt (siehe To Do) bzw im Blog von Ludger (denn noch ist er unterwegs aus Trinidad) sowie die Solarpanels bzw. deren Befestigung weiter geplant. Ich werde das Gestell aus Edelstahl mit neigbaren Panels demnächst in Auftrag geben. Ich bin nur noch nicht ganz sicher, welche Module ich nehme. Mehr dazu unter ToDo. Das Gestell ist anpassbar für verschiedene Davitrohre. Schade, dass man es nicht gleich in Serie bauen lassen kann. Ich habe beim Hersteller alle Ideen einfließen lassen, aber die Konstruktionspläne will mir das Werk leider nicht aushändigen. Nur Mengenrabatt einräumen...

Dienstag, 21. Dezember 2010

Heute Kinder wirds was geben

Also Zeit, Euch allen für die vielen schönen Gespräche zu danken. Genießt die besinnliche Zeit, den Schnee, manch ein Karibik- oder Südsee-"Fernfahrer" hat wenn überhaupt jetzt mal Sehnsucht nach heimatlicher Winter-Romantik. Kommt gut ins neue Jahr - und allzeit Wasser unterm Kiel!

Elektronische Seekarten

Dazu steht im Bundesministeriums-"Leitfaden für Wassersportler" : Freizeitskipper können auch mit nichtamtlichen Papierierseekarten oder Elektronischen Seekarten auf Fahrt ge­hen. Weiter heisst es:
Bitte bedenken Sie immer, dass Seekarten ständig ergänzt und berichtigt werden. Wenn ihre Seekarten – egal ob Sie amtliche, nichtamtliche oder elektronische Karten nutzen – nicht aktuell oder sonst mangelhaft sind und es dadurch zu einem Seeunfall kommt oder ein solcher mit verursacht wird, kann das von der Bundesstelle für Seeunfalluntersu­chung (BSU) oder vom Seeamt als grobe Fahrlässigkeit und Verstoß gegen die Regeln der Guten Seemannschaft gewer­tet werden. Das hat nicht nur Verlust des Bootsführerscheins zur Folge, sondern kann auch versicherungsrechtliche Kon­sequenzen haben.
Ich habe nichts darüber gefunden, dass Papierkarten zusätzlich zu Elektronischen Seekarten an Bord sein müssen.  Es bleibt jedoch die Frage, was im Sinne des Gesetzes "aktuell" bedeutet. Jährlich alle Kartensätze neu kaufen? Meine Adria-Karten erschienen dieses Jahr im Mai, ich musste also Ostern die "alten" 2009er nehmen. Also ich denke, auch hier "mit gesundem Menschenverstand" entscheiden. Gut dass wenigstens die USA ihre kostenlosen Elektronischen Karten vom NOAA Server permanent aktualisieren. Die lassen sich auch prima mit meiner Lieblings-Software OpenCPN laden.

Blitzschutz

So, das ist aber nun vorerst das letzte Thema der Abteilung "Katastrophen". Ich werde öfter gefragt, was ist eigentlich, wenn mal ein Blitz ins Schiff einschlägt. Vorweg die gute Nachricht: die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, viel seltener übrigens, als Zerstörung durch Kollision mit Treibgut. Der Ausschuss für Blitzschutz und Blitzforschung (ABB) des VERBAND DER ELEKTROTECHNIK hat dazu ein umfassendes Dokument herausgegeben: Nur ein fest montierter Blitzschutz verhindert zuverlässig Schäden. Ein unter dem Kiel gezogenes starkes Kupferseil, das mit Klemmen an Mast und Stagen stramm befestigt ist, kann nur als Provisorium angesehen werden.

Dazu sagt Universitäts-Professor Dr. Peter Knoll auf der website von Bobby Schenk jedoch: Einziger Haken an der Angelegenheit: wenn man all diese Maßnahmen versucht in eine Yacht einzubauen, dann kann es sehr aufwendig und teuer werden. Es gibt Berichte von Eignern, die weitgehend die Maßnahmen umgesetzt haben und trotzdem Totalschaden hatten.
(Einige Skipper schwören auf ein Starthilfekabel : ein Ende an die Want, das andere ins Wasser hängen lassen).

Tja, ich schließe diesen Post ohne Lösung, aber mit Ironie frei nach dem Motto eines schwedischen Möbelhauses: Schraubst Du noch oder segelst Du schon...

Montag, 20. Dezember 2010

Logbuch Pflicht

Angeregt durch den gewissenhaften "Copiloten" Thomas, der vorbildlich Logbuch geführt hat beim letzten Törn, habe ich mich noch mal nach den Pflichten erkundigt.
Tatsächlich besteht für die Sportschifffahrt die Pflicht zum Führen eines so genannten Schiffstagebuches, das der Führer an Bord haben muss in gebundener Form, ohne herausgerissen Seiten und "Radierungen" laut Dokument hier . Auch nach internationalem Recht (SOLAS) müssen darin Aufzeichnungen ausführlich geführt werden, die für sichere Schiffsführung von Bedeutung sind und ein vollständiges Bild der Reise wiedergeben. Dazu gehört auch die Eintragung des geplanten Tagesziels vor dem Ablegen. Also, ich gelobe Besserung, habe ein gebundenes Buch bestellt auch wenn sich das Bundesministerium für Verkehr, Bau usw an anderer Stelle wie so oft schon widerspricht im "Leitfaden für Wassersportler" : Das Führen eines Schiffstagebuches kann von der Wasserschutzpolizei überprüft werden. Auf Sportbooten müssen keine vorgedruckten Bücher verwendet werden. Es ist auch nicht erforderlich, für die Eintragungen bestimmte Formvorschriften einzuhalten. Der beste Maßstab für die In­terpretation der Tagebuchführungspflicht ist das vernünf­tige Urteil eines verantwortlichen Verkehrsteilnehmers, der die seemännischen Sorgfaltspflichten einhält. Der Eigentümer und der an Bord Verantwortliche müssen also selbst entscheiden, wie sie die erforderlichen Eintragungen vor­nehmen.
Das Nichtführen (eines Logbuches wie die Skipper sagen) gilt als Ordnungswidrigkeit.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Kollision mit Walen, Containern etc

Ein Thema, das mich seit einer 75-seitigen Studie im Jahr 2001 beschäftigt, ist die Kollision von Segelschiffen mit unsichtbaren Hindernissen wie unbeleuchtete Fischerboote ohne Radar-Reflektor, aber auch zunehmend Unfälle mit (schlafenden) Walen, die im Gegensatz zu großen Objekten wie z.B. treibenden Containern von Radargeräten nicht gesehen werden können.
Diskussionen darüber gibt es in mehreren Foren und Google findet über 150.000 Ergebnisse

Quelle: http://www.m-e-e-r.org/
Zusammenstöße zwischen Segelyachten und Walen oder Delfinen nehmen derzeit offenbar erheblich zu. Verletzte Segler, verwundete odergar getötete Wale, beschädigte, mitunter sogar gesunkene Yachten gehören zu den Folgen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des Wal- und Delfinschutzvereins Meer e.V., die erstmals Zahlen zu derartigen Unfällen weltweit auswertet. 123 Berichte über Kollisionen oder Fast-Kollisionen hat der Autor und Meeresbiologe Fabian Ritter dafür zwischen 2006 und 2008 sowohl in der Presse als auch per Onlineumfrage von Seglern auf allen Weltmeeren gesammelt und in seinem Bericht veröffentlicht.
Tatsächlich kam denn auch kaum eine der großen Hochseeregatten der letzten Zeit über die Runden, ohne dass Yachten mit Walen kollidierten, oder dies zumindest vermuteten.
Ritter fand Zusammenhänge, die den Trend untermauern: In den letzten Jahren gab es immer mehr Hochseesegler und Hochseeregatten, und die Geschwindigkeiten moderner Rennyachten haben  deutlich zugenommen. Aus dem Datenmaterial geht deutlich hervor, dass Segeln oberhalb der Rumpfgeschwindigkeit überproportional häufig zu Kollisionen führt: 26 Prozent der berichteten Fälle spielten sich im Bereich zwischen 10 und 25 Knoten ab. Das bedeutet nicht, dass die relativ kleine Anzahl schneller Hochleistungsyachten auf den Weltmeeren im Verhältnis häufiger betroffen ist als geruhsame Fahrtensegler, bedeutet laut Studie indes nicht, dass die Gefahr eines Zusammenstoßes für diese zu vernachlässigen wäre. So fanden insgesammt immerhin drei von vier berichteten Kollisionen bei bis zu 10 Knoten statt. Auch die meisten Crew-Verletzungen ereigneten sich auf langsameren Yachten.
Nicht bestätigen konnte Ritter zudem die Ergebnisse früherer Untersuchungen, wonach Schäden an der Yacht vermehrt bei Zusammenstößen mit großer Geschwindigkeit auftraten. Stattdessen ließen die ausgewerteten Berichte darauf schließen, dass Eigenbewegung und heftige Schreckreaktionen des getroffenen Tieres eine weit größere Rolle für Schäden am Schiff spielen, als bisher vermutet. Die wesentlich höhere Zahl von Fast-Kollisionen und teils gelungenen Ausweichmanövern bei niedrigeren Geschwindigkeiten legt andererseits auch die wohl wirkungsvollste Gegenmaßnahme nahe: vorher genau informieren, wo auf dem Kurs sich vermehrt Meeressäuger aufhalten, etwa an den Rändern der Kontinentalsockel. Schutzgebiete nach Möglichkeit meiden. Und: die See voraus immer genau im Auge behalten. Dazu auch ein Bericht von der Zeitschrift Palstek
Das Melden von Wal-Unfällen hier ist die Voraussetzung für die Erfassung von besonders auffälligen Gebieten. Zusätzlich werden Mikrofone installiert, die Wal-Aktivität aufzeichnen. Aus diesen Informationen werden z.B. im Großraum Boston Karten mit real-time Walbewegungen veröffentlicht.

Aber was können wir mit unseren kleinen und besonders gefährdeten Segelbooten tun in Gebieten, wo es solche Frühwarnsysteme nicht gibt?

Sonare scheiden aus, weil sich Wale an die Schallsignale gewöhnen bzw. in viel befahrenen Schifffahrtsstraßen wie z.B. Gibraltar überhaupt nicht mehr auf die Frequenzen solcher Sonare z.B. von AquatecGroup reagieren.

Mein Vater machte mich vor ca. einem Jahr schon auf die Firma FLIR aufmerksam. Die haben jetzt eine kleine Revolution heraus gebracht: den First Mate Handheld Thermal Imager:
Damit lassen sich Bilder darstellen, die aufgrund der unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeit von verschiedenen Materialien sogar aus großer Entfernung erheblich mehr Details zeigen, als Infrarotkameras.

Wärmebildsysteme arbeiten äußerst effizient auf See. Sie können Gegenstände entdecken, die im Wasser treiben und ein Schiff beschädigen, oder noch schlimmer, versenken könnten. Andere Schiffe, Verkehr auf Schifffahrtsstraßen, Bojen, Brücken ... sogar Gegenstände, die nicht mit einem Radarsystem entdeckt werden können, wie kleine Boote (aus Holz), Schwimmer, Treibgut etc. Das Bild lässt sich zusätzlich über einen Video-Ausgang auf einen Plotter-oder PC-Monitor ausgeben.
Einzige Nachteile: die Cam arbeitet nicht durch Glas hindurch und der Preis 2500 USD, aber USA darf Nicht Vision Geräte nicht aus den Staaten rausschicken. In Canada ist der Preis 2900 CAN$ plus Versand, das sind z.Zt. 2170 Euro. In D. gibt es nur einen Händler, der offiziell importiert für 2591,- Vorauskasse und frei Haus für die HM-224
 
Die Bewertungen sind durchweg gut bis euphorisch. Sunseeker-Yachten können schon optional mit FLIR-Kameras bestellt werden. Sie ersetzen übrigens nicht den RADAR, sondern ergänzen ihn in idealer Weise.
Mehr zum First Mate Handheld Thermal Imager von FLIR  hier....

Die Geräte der HS Serie (für Strafverfolgung) sind spritzwassergeschützt, aber nicht schwimmfähig, ansonsten baugleich. 
Für uns ist die Marine-Version aber interessanter. Mit einem zoombaren 24°-18° Sichtwinkels ist die HM-224 mit 240x180 Pixel genau richtig. Die 800,- teureren Modelle HM-324 mit 320x240 Pixel können aus noch weiterer Distanz (aus 790 m ein Schwimmer) erkennen, aber 315 m reichen da wohl vollkommen, ebenso die Erkundung eines Bootes 2,3x2,3m-Boot aus 900 m (die teurere HM-324 kann das aus 2150 m).

Freitag, 17. Dezember 2010

Watermaker

Heute ist noch ein Glückstag. Erst haben wir mit unserer Tochter in Neuseeland via Skype telefoniert und freuen uns mit daran, was sie dort alles erlebt...
Dann kam eine Steuererstattung für 2009 , die uns die Entscheidung erleichtert, nach wochenlangem Zögern nun doch in Trinidad einen Wassermacher zu bestellen, den Ludger (Lagoon Green Duck) uns freundlicherweise vermittelt hat. Da nächstes Jahr die Preise für den ECHOTec 260-DML-1 um 15% erhöht werden, "mussten" wir uns geradezu der günstigen Mengenbestellung anschließen. Es gibt natürlich immer Fachleute mit zig Gegenargumenten (wartungsintensiv, anfällig, stromfressend etc.), aber die Technik hat sich wohl in den letzten Jahren sehr verbessert, der Stromverbrauch (38 A) ist zwar 4 x so hoch wie vom Kühlschrank, aber der Wassermacher läuft auch nur max 1 Std. am Tag ( in der er fast 50 Liter bestes Trinkwasser produziert). Das Wasser ist mit der Qualität des Marina-Trinkwassers z.B. in der Karibik nicht vergleichbar. Es wird dort zu warm und oft weiter weg vom Hafen aufbewahrt, muss evtl. per Dingi heran geholt werden. Liegeplätze in den Marinas sind sowohl im Mittelmeer wie auch in der Karibik sehr teuer, besonders für Katamarane (75 - 100% Aufschlag). Das Leben in ruhigen Buchten ist ohnehin unser Wunsch, und somit der Wassermacher konsequent. Als mich der Chef der Vertriebsfirma gestern noch auf die Idee brachte, statt eines Wassereinlaufs in den Rumpf zu bohren, doch einen vorhandenen Einlauf der beiden Seewasserhähne unter dem Spülbecken zu verwenden, sprach alles dafür..

Es ist wie Weihnachten:

Trotz des unglaublichen Schnees hat sich die Post zu Fuss zu uns durch den Wald gekämpft und - ich mag es kaum erzählen - einen in der "eBucht" ersteigerten Sextanten gebracht.


Ja, er sieht tatsächlich trotz der 10 Jahre wie neu aus.

Ich habe lange überlegt, ob ich es mit der Sicherheit übertreibe. Inzwischen vertrete ich den Standpunkt, dass ich den Preis wohl 10x zahlen würde, wenn ein fiktiver Blitzeinschlag irgendwo draußen auf dem Meer die Elektronik ausser Gefecht gesetzt hat, inklusive der batteriebetriebenen Handgeräte, die bei den Spannungen nämlich im Umkreis von ein paar Metern gleich mit zerstört werden können, und ich dann mit einem jahrhundertealten Mittel weiter navigieren könnte. Ich finde es faszinierend, dass schon Kolumbus übrigens in ca. 30 Tagen über den Atlantik gesegelt ist mit diesen Mitteln. Ok, wir haben 1 GPS-Maus, 1 Epirb (zur Erklärung: automatischer Notruf per Satellit für die Nichtsegler) mit GPS, ein Garmin 60 CSx, ein iPhone mit den hervorragenden Navionics-Karten für Mittelmeer, Karibik, Nordamerika und Kanada, ein Horizon Kartenplotter am Steuerstand und einen Raymarine-Plotter am Navitisch, und ein Handsprechfunkgerät mit DSC und GPS an Bord, also 7 Geräte, in der Hoffnung, dass die USA ihre Satelliten schön weiter betreiben. Aber es ist etwas anderes, die Navigation nach Sonne Mond und Sternen. Ja, zur See fahren hat auch mit Mystik zu tun. Es ist aber auch meine Neugier, trotz all der statements "moderner" Skipper diese alte Technik weiter zu lernen, zu üben (zu überprüfen mit GPS-Infos) und diese Tradition vielleicht auch weiterzugeben. Wenn ich hier in den tief verschneiten Bergen einen Horizont hätte (den man zum ermitteln des Winkels zwischen Sonne und Horizont benötigt), würde ich schon stundenlang mit Monika zusammen lernen...

Also widmen wir unsere nächste Arbeit am Kamin bei Tiefschnee dem Schleppanker Jordan Drogue.

Die 150 "Brems-Fallschirme" sind nämlich aus Australien eingetroffen, ohne Leine wegen Porto und Zoll. Dank guter Anleitung ist es kein Problem, den Rest selber zusammen zu bauen, und übrigens spart das ca. 1200 Euro, von denen man allerdings noch die folgenden Schleppleinen für die Lagoon 380 dazu kaufen muss:
  • 38 Meter à 13mm mit 75 Bremsschirmen
  • 30 Meter à 19mm mit 60 Bremsschirmen
  • 31 Meter à 22mm mit 12 Bremsschirmen
    Es ist eher eine Frage der Motivation, dieses für mich unverzichtbare und vielleicht wichtigste Utensil für Sturm- und Schwerwettersegeln in vielleicht 2 Tagen zusammen zu basteln. Die "Häkelarbeit" hat sogar etwas entspannendes, mit dem speziellen Haken die Bändchen durch die Schleppleine zu fädeln.
    Die einzige Lagoon 380, die in den letzen 10 Jahren auf See bekanntermaßen aufgegeben werden musste, weil sie sich wegen zu hoher Geschwindigkeit in den Wellen nach vorne überschlug, hatte jedenfalls keinen Drogue an Bord und konnte die 20-25 Knoten Geschwindigkeit nicht abbremsen beim Ablaufen vor dem Wind, obwohl das Groß schon geborgen und die Fock auf ein Drittel gerefft war.
Mehr dazu hier .....

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Freiheit

Nimmt man sein Schicksal in die Hand, ist man frei.
Man hat aber plötzlich auch die alleinige Verantwortung für sich selbst. Genau das ist das Schöne, zugleich Schwierige, vor allem aber Ehrliche am Langfahrtsegeln: Es lehrt einen, Angefangenes zu beenden. Die Mitte des Ozeans lässt keine Wahl - wie die Mitte des Lebens auch nicht.... Angefangenes erst beenden vor dem Aufbruch zu neuen Ufern.