Mittwoch, 11. Juli 2012

eine Woche unterwegs

Wir sind auf IST , Insel IST angekommen.(Das IST kein Schreibfehler, sondern eine Insel, wie ihr hier sehen könnt auf der Karte oder oben der Reiter "Position".
"braun", gelb rot, passend zur neuen Flagge..    Foto: Capitana
 Das war ein richtig schöner Wellenritt. Wieder mal innerhalb von Sekunden kam ordentlicher Wind auf, als wir schon überlegten, wie wir den windstillen, heissen Tag überleben können. Monika hatte gerade den idealen Platz zwischen den Rümpfen unter dem Dingi entdeckt, dort geht immer noch ein leises Lüftchen und es ist zu jeder Tageszeit Schatten. Fehlt nur der aufblasbare Beach-Sessel mit Palme und Kaffeehalter. Ich will ja nicht immer nur über die Temperatur schreiben, aber gerade zeigt das Thermometer 40,5 Grad - das sind wir einfach nicht gewöhnt. Von Mittag bis etwa 17 oder 18 Uhr geht nichts mehr. Wir dösen, schlafen, machen uns ein wenig Rohkost mit dem Thermomix (der ein Segen ist an Bord, auch wenn er leider nicht wiegen kann, weil zu wackelig...). Heute abend werden wir uns IST anschauen. Nun haben wir bisher jeden Tag volle Möhre Sonne gehabt (wie unser Sohn zu sagen pflegt), und wie der Mensch so ist, hat er jetzt Sehnsucht nach Wolken und Regen. Das soll auch endlich kommen - am Wochenende. Wir freuen uns echt darauf! Gerade kam die Fähre von ZADAR hier an, es ist also schon möglich, dass Sohn und Freundin von Zadar aus hier in die Bucht kommen können, aber wir werden noch etwas "entgegen kommen". Zum ersten Mal habe ich überlegt, wie das wohl wäre, wenn jetzt ein Jahr lang dieses hochsommerliche Wetter bleiben würde. Ja, da fällt schon mal öfter der Spruch, das Kanada das richtige Land für uns ist.. Nein, wir sind nicht undankbar, nur konnten wir uns vor 10 Tagen bei Abfahrt in Deutschland noch nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Wir sind nun genau eine Woche unterwegs und haben nicht einmal unsere Füsse an Land gesetzt. Bisher haben wir es nicht vermisst. Oder- wie die Zeit vergeht.

Montag, 9. Juli 2012

Traumzeit

Es ist so traumhaft. Wir liegen in den schönsten Buchten und fast ist es kitschig wie die Zikaden nachts ihr Dauerkonzert zum Sternhimmel geben. Und beim nächtlichen Schwimmen glitzert das Meer wie die Sterne. Von mir aus könnte es immer so weiter gehen. Wir sind unabhängig, der Wassermacher funktioniert gut, und die Solaranlage schafft so viel, dass wir ganz faul mit dem Thermomix mit 220 V kochen, statt Gas zu verbrauchen. Wir haben jetzt Zeit für einander und genießen das sehr. Es macht Freude, alles so zu optimieren, dass wir nicht mehr viel nachdenken müssen. Das ist nämlich wichtig, weil wir bei den Temperaturen vielleicht höchstens noch 30% unserer Leistungsfähigkeit haben :-) Ist schon eine gute Vorbereitung auf die Karibik. Morgens um neun schon 29 Grad, und Wassertemperatur ebenfalls. Tagsüber im Schatten noch 32-33. Aber mittlerweile ist es angenehm. Ich glaube nicht, dass ihr euch in D. die Temperaturen vorstellen könnt. Unsere Bewegungen werden immer langsamer, auch relaxter. Wir haben endlich mal viel Zeit, nach den letzten Wochen ein unvorstellbarer Luxus. Hier draußen auf den Inseln ist es auch nicht so voll, so dass gar kein Stress aufkommt um die guten Liegeplätze. Auch an die Ernährung, vor allem kaum noch Kaffee, haben wir uns inzwischen gewöhnt. Nur die Entwöhnung vom Internet klappt noch nicht so gut. Monika macht Überweisungen, was aus dieser wunderbaren Bucht schon unbegreiflich ist. Es geht nur sehr langsam, was aber am 2G Edge Netz liegt, nicht an der Hitze. Bilder können wir daher kaum laden, nur das Wichtigste, die Scans unserer lieben Tochter, die zu Hause über die Post wacht. Die Reklamation des leider schon defekten KINDLE via Amazon ist eine Geduldsprobe. Aber wir sind schon so runtergekommen, dass uns das nicht mehr ärgert.

Samstag, 7. Juli 2012

Ausschlafen auf SUSAK

Wir hatten uns gerade so richtig eingelebt, unser Schiff eingerichtet,
einen ersten faulen Nachmittag in der Banjole Bucht genossen, und die
Prozedur beim Zoll in Pula abgeschüttelt, eine schöne Dingi
Sonnenuntegangstour (zum Motoreinfahren) gehabt, als uns gestern Nacht
wirklich aus heiterem Himmel ein Gewittersturm überfiel, der uns
innerhalb von Sekunden zum sofortigen Ankerauf- und weg - Manöver zwang.
Es war nicht mal Zeit, die Ankerkralle von der Kette abzumachen, so
schnell slipten wir bei 40 Kn und Dunkelheit mit den anderen Schiffen
ins hintere seichte Ende der sonst geschützen Bucht. Wir sind nur noch
raus aufs Meer, wo die Wellen natürlich noch höher und kabbeliger waren,
aber lieber wetterten wir so das Gröbste ab bis Mitternacht und gegen
drei Uhr heute morgen konnte ich dann einschlafen, aber mit
Ankeralarm... So schnell hab ich noch nie bei sonst "langweiligem"
Wetterbericht (5-6 kn Wind aus geschützter Rictung) ein Unwetter aus 180
Grad "verkehrter Richtung" aufziehen sehen. Es bleibt uns also nichts
erspart, aber wir hatten das Gefühl, mal von Übelkeit abgesehen, die
Situation im Griff zu haben, das Richtige gut gemacht zu haben - im
Dunkeln. Aber das brauchen wir nicht noch mal... Wenigstens hat es sich
jetzt "abgekühlt" auf 28 Grad am Morgen. Nun sind wir (Samstag) auf der
Insel SUSAK angekommen, holen Schlaf nach und es ist so schön hier, wir
kennen den Hafenmeister und hatten schon wieder Spaß mit ihm. Nur
Internet ist so langsam, dass ich nur eine email, aber keine Bilder an
den Blog senden kann.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Wir sind endlich unterwegs

Bei 29 Grad Wassertemperatur sind wir auf dem weg zum Zoll nach Pula. Alle neuen Seeventile sind dicht! Nur kein Internet, deshalb nur diese SMS via iPhone.

Dienstag, 3. Juli 2012

ENDLICH Wasser!

Wir sind bei 39 Grad gut angekommen in Rovinj, alles geht sehr langsam bei der hitze, auch für die locals hier sehr anstrengend. Gleich geht das schiff ins wasser.

Angekommen bei 39 Grad im Schatten

Gleich wird das schiff endlich ins wasser gekrant. JEDE Bewegung ist anstrengend in der hitzewelle hier, wir freuen uns soooo endlich ins wasser zu kommen. Aber wir wollten ja sonne, nur nicht sooo extrem, dass auch die einheimischen NICHT länger als bis 12 uhr etwa arbeiten.

Sonntag, 1. Juli 2012

Auf dem Weg

Wir sind normalerweise nach 14 stunden sonst schon in kroatien angekommen. Es war so schlechtes wetter in Süddeutschland, dass wir froh sind , eine unterkunft in österreich zu haben. Müde aber so erfüllt von den letzten tagen fallen wir in tiefen schlaf und sind gespannt auf alles was in kroatien auf uns zukommt. Das auto ist beladen bis auf den letzten quadrat cm. Mal sehen, wohin das alles verstaut werden kann an Bord.

Samstag, 30. Juni 2012

"zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust"


Auf ins Abenteuer
Es war ein bewegender Augenblick, alle zusammen den Abi-Abschluß-Ball unserer Jüngsten zu feiern. Unser Sohn war von der Schule beauftragt, die Bilder zu machen. Ich kann es alles nicht mehr fassen. Der fröhliche Schein auf den Bildern trügt. Nein, wir waren fröhlich, sehr sogar. Mir fehlen die Worte. Alle sind noch hier auf der Terrasse mit Freunden und Freundin - bei schönstem Wetter. Ich hab einen dicken Kloß im Hals und frage mich, warum dass so sein muss dass wir jetzt fahren, oder warum es einfach nicht so bleiben kann. Augenblick verweile doch, du bist so schön. Goethes Faust hilft mir jetzt nicht weiter. Es ist doch freiwillig, niemand hat uns gezwungen. Warum Abschied nehmen, wenn es am Schönsten ist. Wir sind uns sehr nah, und wo so viel Licht ist, ist halt auch Schatten. Wir werden alle drüber hinweg kommen. Wenn wir uns doch einfach einfach immer mal zwischendurch sehen könnten. Auf jetzt - sonst wird es nicht mehr gehen. Ihr könnt es euch vorstellen. Ich weiß, dass ihr an uns denkt. Ich seh nichts mehr - liegt sicher an der billigen Ersatz-Fielmann Brille.

Mittwoch, 27. Juni 2012

5. Beethoven - Schicksalssymphonie

(Zitat Peter, gefunden von Monika)
In diesen Tagen habe ich zum letzten Mal oft an meine Berufsmusiker-Vergangenheit gedacht - und mit lieben Kollegen über die traurige Situation der Kulturlandschaft nicht nur in NRW, sondern Deutschland weit gesprochen. Ich habe mich dabei erwischt, doch noch von "meinem Orchester" gesprochen zu haben, wenn es morgen am 28. Juni um Leben und Tod geht, die finale politische Entscheidung, ob das "Kunst ist oder weg kann" - die Auflösung der Ber gischen Symphoniker. Ich bin seit 2009 nicht mehr dabei, aber es lässt mich nicht kalt, obwohl ich oft gedacht habe, dass sich diese Kunst-Form überholt hat, ein überaltertes Publikum dahin stirbt und der Nachwuchs nur noch temporär mit spielt, schon in jungen Jahren entmystifiziert . Ich habe damit abgeschlossen, und es ist gut so. - Bis ich heute von meiner Schwester das Video des 3-Jährigen Jonathan gezeigt bekam (s.u.). Mit einem Mal wurde mir bewusst, dass ich mir einen solchen fantastischen Dirigenten seit ewiger Zeit gewünscht habe. Dieser kleine Kerl hat mich in seinen Bann gezogen - das ist Musik durch und durch und ein fulminanter Abschluss meines Berufsmusiker-Lebens. So macht mir die 5. Beethoven-Sinfonie wieder Freude. Ja, ihr bornierten Generalmusikdirektoren und Kulturschaffenden, hört und seht euch das an. Ich habe diesen Enthusiasmus, die Urfreude an Klang, Dynamik, Tempo, Farbe in keinem Konzert mehr erlebt in den letzen Jahren,  - auch nicht bei großen Orchestern. Mag sein, dass ich übertreibe. Es ist ein Schlüsselerlebnis für mich und ich bin froh, dass ich die Freude und Begeisterung an der Musik in mein neues Leben retten konnte. Kurz vor dem Überdruss und der Verstümmelung durch den Musiker-Alltag. Ich werde mir diesen kleinen Jonathan noch öfter anhören - auf den Wellen der Meere. Danke Birgit!

Montag, 25. Juni 2012

Countdown - Leere - Ausfahrt freihalten

In 6 Tagen schlagen wir ein neues Buch auf und das alte ist so voll, dass es überquillt, kaum noch zu schliessen ist. Ist es eine Mentalitätsfrage, dass immer jenes Gefühl sich durchsetzt, nicht alles getan oder bedacht zu haben? Ja ja, man könnte alles mit gutem Gewissen mal hinter sich lassen, aber es zieht und zerrt an allen Ecken, statt uns frei zu geben. Ausfahrt freihalten !!!  Es war vor jedem Urlaub so - insbesondere in der Selbständigkeit des Einmann-Unternehmens, ohne Urlaubsvertretung: Immer kurz vor der Abfahrt kamen lauter Anfragen und Bitten. Und jezt ist es noch extremer, weil wir nicht nur mal 2-3 Wochen weg sind. Es ist ein Feuerwerk, das sich von Tag zu Tag steigert und am Freitag mit  dem Abschlussball unserer Jüngsten Tochter endet. (Hier im Tal geht gerade ein großes Feuerwerk mit einem Kanonenschuss zu Ende).  Wir fahren nächstes Wochenende nicht NONSTOP nach Kroatien, aber auch nicht zu Freunden übernachten, sondern recht bald in eine kl. Pension, abschalten, nicht noch mehr Abschiede. Darin bin ich nie gut gewesen. Jetzt muss ich die Traurigkeit akzeptieren und kann nur hoffen, dass ihr versteht, wenn wir für alle(s) zu wenig Zeit haben.
Die lezten Monate - wenn nicht noch länger - waren ein dauerndes Loslassen, um Neues zu (be)greifen.
                        Leere-----
Vieles was lieb und wichtig war, lange überlegt und zusammengespart, gemischt mit schönen Erinnerungen, ist nun abgegeben, oder in Travellerchecks gewandelt. - Übrigens eine gute Sache, weil max. 5,- Bearbeitungskosten, keine Gebühren beim Einlösen in der Jeweiligen Landeswährung - und wertlos bei Diebstahl. Anyway - Es bleibt trotz aller Anspannung eine Leere, die sich in ein paar Wochen sicher wieder (er)füllt. Das materielle Auflösen ist nicht soo schwer, aber wir lassen unsere 3 Kinder und die Eltern hier. Und es ist für alle nicht einfach möglich, mal in die Karibik zu fliegen. Ich denke an meine Tochter, die vor zwei Jahren für ein Jahr nach Neuseeland aufbrach - wir wussten alle, dass wir nicht einfach mal hinterherfliegen können, wie die Zugvögel, die zeitgleich unser Haus überflogen. Sie hatte den Mut schon vor uns, nur diesmal brechen wir selber auf - das ist etwas anderes. Wir sind nicht mehr die "secure base" at home. Es kommt alles zusammen: Die Verabschiedung von unserem bürgerlichen/beruflichen Leben und die Auflösung des bisherigen Familienlebens, eines 5-köpfigen Rudels. Erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr das alles unser Leben beeinflusst, bestimmt und ausgemacht hat. Es ist der Lauf der Dinge, den unsere Eltern ebenso aushalten mussten, wie deren Eltern. Und oft war deren Anlass für Aufbruch nicht so grundsätzlich erfreulich wie unserer. Also, ALLES IST GUT ! Da ist unser täglicher Leitspruch. Wenn wir es schaffen, den Kontakt zu euch zu halten. Ich möchte glauben, dass es NICHT so ist: "aus dem Auge aus dem Sinn".  WIR SIND ERREICHBAR!  Während mancher Nachtfahrt und Nachtwache wird viel Zeit sein, auch über Freundschaft nachzudenken. Ich freu mich auch darauf - und auf Wärme. Es ist seit Wochen Herbst in Deutschland. Und das ist wirklich so, nicht nur gefühlt.  11 Grad heute morgen.

Freitag, 1. Juni 2012

Die Geschichte geht weiter

Unesco Weltkulturerbe Lunenburg, Foto ww.hicker.de
Nach ein paar Tagen voller Behördengänge sind wir nun überglücklich im Besitz der Permanent Residence und haben sogar schon die Zollformalitäten für unsere LIZA geregelt. Nun verschnaufen wir erst mal in einem kleinen Städtchen Lunenburg, das aussergewöhnlichen Charme hat. Und das sicher auch, weil es von Lüneburgern im Jahr 1753 gegründet wurde  Die gepflegten viktorianischen Wohnhäuser mit ihren liebevoll gestalteten Vorgärten und ihren geschmackvollen Fassaden zeugen davon, dass diese Stadt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann. Und diese begann im Jahr 1753.
1453 neue Siedler, die vor allem aus den Regionen im Südwesten Deutschlands, dem Montbeliard Distrikt in Frankreich und aus der Schweiz stammten, wurden ins Land gebracht. Die meisten von ihnen sprachen Deutsch und sollten dem Einfluss der katholischen Franzosen in Nova Scotia entgegen wirken. Jeder Siedler erhielt ein kostenloses Grundstück für Haus und Garten und zusätzliches Land zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Die neu entstandene Siedlung erhielt den Namen Lunenburg nach dem damaligen englischen König George I., der aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg stammte.
Von daher stammt auch meine liebe Mutter, die wir gestern zum Geburtstag per Satelliten-Handy angerufen haben und dann in Lunenburg vor der webcam von unserem Freund Ralf Pickart     zugewunken und geskyped haben. Das wiederum hat Vater  mit seinem neuen iMac festgehalten (siehe Bild links)  Es ist so ein seltsames Gefühl, dass unsere Geschichte nun hier weiter geht. Wir besichtigen heute das berühmte Schiff BLUENOSE, das vor 12 Jahrem unserem neuen Zuhause den Namen gab. Damals ahnten wir nicht dass wir einwandern würden, zudem mit einem eigenen Schiff.  Wir werden uns heute mal das Fischerei-Museum anschauen und den Fortgang der Restaurierung der geliebten Bluenose, die ihr hier auf der webcam sehen könnt.. 
Wie die Geschichte der Lunenburger hier weiter ging:
Lunenburg entwickelte sich von der landwirtschaftlichen Produktion hin zur Fischerei
Ursprünglich war geplant, dass die neuen Siedler Landwirtschaft betreiben sollten, um die neue britische Hauptstadt Nova Scotias - Halifax - mit Lebensmitteln zu versorgen. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass dies nicht so einfach war, wie sich das die Obrigkeit vorgestellt hatte. Und obwohl Ende des 18. Jahrhunderts landwirtschaftliche Produkte nach Halifax geliefert wurden, war bald klar, dass die Zukunft der Stadt anderswo lag.
Die Lunenburger Bürger wandten sich dem Meer zu und widmeten sich dem Fischfang, der bis vor wenigen Jahren der Haupterwerbszweig der Stadt war. Die ersten von ihnen fischten vor der Küste Labradors, wo sie riesige Kabeljauschwärme vorfanden. Als dann Ende der 1860er Jahre neue Trawler Techniken eingeführt wurden, wandten sich die Fischer von Lunenburg den Grand Banks vor Neufundland zu und der Western Bank südwestlich von Sable Island - einer berüchtigten Sandbank südlich der Küste von Nova Scotia.
Von dort brachten sie Kabeljau nach Hause, den sie im Laderaum ihrer Schoner einsalzten und an Land brachten. Dort wurde er auf Trockengestellen ausgelegt und getrocknet, bevor er zu den Märkten in aller Welt weiter verschifft wurde.
Der Niedergang der Atlantikfischerei und Lunenburgs Entwicklung zum Touristenziel
Bis in die frühen 90er Jahre des 20. Jahrhunderts bestand die Fischereiflotte Lunenburgs aus modernen Fisch Trawlern und Muschelschleppern, die weit entfernt waren von den früher üblichen ungemütlichen und beengten Schonern.
Seit jedoch die Kabeljauschwärme des Atlantiks immer weniger werden, hatte auch die Stadt Lunenburg ums Überleben zu kämpfen. Aufgrund ihres gut erhaltenen Stadtbilds mit schönen Kapitänsvillen, die sich oberhalb des Hafens den Berg hinauf erstrecken, den alten Lagerhäusern am Hafen und den Tante Emma Läden, die heute Souvenirs für Touristen verkaufen, hat sich das Schicksal Lunenburg gegenüber als gnädig erwiesen.
Lunenburg lebt heute hauptsächlich vom Fremdenverkehr, und die Werften am Hafen, die ehemals Gaffelschoner und Trawler bauten, stellen heute historische Segelschiffe und exklusive Yachten für zahlungskräftige Kunden her. Die Vergangenheit Lunenburgs als Fischereizentrum Nova Scotias wird romantisiert und zelebriert im Stadtzentrum und vor allem entlang des Hafens der Stadt.
Quelle: http://monika-fuchs.suite101.de/, Professor Marian Brinkley, From Fishing Centre to Tourist Destination, The Restructuring of Lunenburg, Nova Scotia, Faculty of Arts and Social Sciences, Dalhousie University, Halifax, 2000 und eigene Recherchen vor Ort

Dienstag, 29. Mai 2012

JUST LANDET

Wir sind eingewandert und ÜBERGLÜCKLICH, dass alles doch noch geklappt hat. Beinahe wäres es schief gegangen, denn obwohl wir 5,5 Std. vor Abflug mit dem Zug nach Frankfurt losgefahren sind, hätten wir fast den Flieger nach Kanada verpasst. Grund: Triebwerksschaden vom ICE 16 km vor dem Flughafen. Eine Stunde verging ohne Ansage, woran es denn nun liegt. Im Zug überwiegend Fahrgäste, die einer nach dem anderen ihre Flüge verpassten und demenstrechend durchdrehten. Die Türen durften aus Versicherungsgründen nicht geöffnet werden, obwohl die Hochgeschwindigkeits-Strecke komplett gesperrt war. Eine Frau fragte andere Gäste, ob man sich zusammen tun sollte, eine Scheibe einzuschlagen. Eine Straße in der Nähe - Taxi usw.   Nach zwei Stunden ging es dann endlich weiter mit äusserst notdürftigen Entschuldigungen der Bahn, man könne sich Formulare abholen, 25 % Fahrpreiserstattung verlangen. Wir wunderten uns nur, warum es nicht möglich war, eine Rangier-Lok von Frankfurt loszuschicken auf dem besetzen Gleis und die paar Kilometer in den Bahnhof reinzuschleppen. Stattdessen stellte sich heraus, dass die Zusammenkopplung der beiden ICEs in Köln das Problem verursacht hatte. Entkoppelt fuhren beide Teile reibungslos, aber es hat zwei Stunden gedauert, einen zweiten Lokführer herbeizurufen, um den zweiten Teil zu fahren. Sind wir eigentlich wirklich so gut im Management in Deutschland? Ich möchte nicht wissen, wie größere Zwischenfälle geregelt werden, wenn solche kleinen Pannen schon solche Probleme bereiten. Ein Anruf bei Condor ließ jede Hoffnung schwinden, eine Stunde vor Abflug noch eingecheckt zu werden, denn man kann nicht ein paar Hundert Leute im Flieger dafür warten lassen. Wir nahmen dennoch alle Kraft zusammen und rannten um unser Leben - wir wollten raus aus D und rein nach Canada. - Und es hat geklappt. Die Freundlichkeit der Behörden in C hat uns wieder so glücklich gestimmt, und dazu noch die 81 jährige Witwe eines kanad. Diplomaten, die schon zum 77sten Mal den Atlantik überquerte. Sie war so fröhlich und entspannt, reiste allein durch die Welt und gab uns noch noch Ihre Adresse in Truro. Wir werden sie besuchen - nächstes Jahr.
So, nun müssen wir aber noch eine Menge paperwork erledigen.

Montag, 28. Mai 2012

Hochzeit auf der Green Duck

Die letzten Tage waren geprägt von Hochzeit feiern, viel Freude und zuletzt Abschied von Ludger und Christel, die wir erst in etwa einem halben Jahr im Atlantik wieder sehen werden. Alle paar Tage hatten wir miteinander telefoniert, viel miteinander ausgetauscht, um uns für die gemeinsame Fahrt in die Karibik vorzubereiten. Nun sind die beiden ein Paar. Wir durften sie nicht nur auf ihrem vertrauten Katamaran in den Hafen in Wismar zur historischen Kogge Wissemara skippern, sondern gestern abend noch einen schönen Sonnenuntergang zum Abschied auf Green Duck genießen. Es kam uns manches bekannt vor im Familienkreis der beiden, denn kurz vorher hatten wir unsere Eltern auf dem Weg besucht. Es ist für alle Beteiligten nicht einfach, sich loszulassen. Wir sind trotz aller Sorgen so dankbar, dass wir mit einem guten Gefühl losziehen können.
Während der letzten Tage erreichten uns die Nachrichten der beiden Crews aus unserer kleinen Segler-Gemeinde auf Lagoon Magic Cloud und Sibina, die schon mit Kurs auf Portugal losgefahren sind. Peter (AQUA) rief soeben noch an, er ist mit Gerlinde bei Travemünde, später Richtung Bornholm, vielleicht Schweden. Schade dass wir uns nicht noch mal sehen konnten, waren ja nicht so weit voneinander entfernt.  Es ist wie mit den Zugvögeln, ...  Wir sind auch bald dran... Aber morgen geht es erst noch mal mit dem Flugzeug 5800 km über den Teich zu unserem vorläufigen Endziel Canada, um unsere  Immigration Visas entgegen zu nehmen. Dort treffen wir Thomas und Christine, die diese Pläne mit uns teilen und sicher auch in den letzten Wochen einiges erlebt bzw. an ihrem Haus gearbeitet haben. Ihre Eltern sind dabei und können so an den (Immigrations-)Plänen der beiden teilhaben. Es sind einige große Veränderungen im Gange und es tut gut, wenn wir uns gegenseitig Mut machen können, jeder auf seine Weise. In der 2. Juniwoche sind wir noch mal für 3 Wochen in Deutschland und dann geht es mit unserer LIZA aufs Mittelmeer.

Montag, 21. Mai 2012

Check-in/OK message from Nachricht vonCrew LIZA Position SPOT SPOT Nachrichtenübermittler/Kurier.

Solche Nachrichten unten  "Crew LIZA Position" werden von unserem SPOT CONNECT auf Knopfdruck versendet.
Dabei können wir aus 14 vorgeschriebenen 140_Zeichen_messages auswählen, welche wir übermitteln. Auch individuelle Nachrichten können mit dem iPhone/ Tab geschrieben werden, kosten ca. 25 Cent, während die vorgeschriebenen im Abo (99 USD/Jahr) unbegrenzt enthalten sind.
Die Position ist mit den Links in jeder message (s.u.) sowie auf der Positionsseite oben im Menü zu finden.

Die Zeitangabe ist ebenfalls in der message zu finden, unten in der Zeile GPS location (11:20:31 PDT)
PDT  = Pacific Daylight Time = UTC - 7 Stunden oder in Deutschland 9 Stunden zur PDT dazu zählen, um lokale Sommerzeit zu errechnen. Übrigens sind auch die einzelnen Logbucheinträge hier  unten Links am Ende mit PDT Zeit versehen.
Auf den beiden letzten Links unten wird die Zeit schon für den Betrachter auf seine Lokalzeit umgerechnet.
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Crew LIZA Position
Latitude:Breitengrad51.13214
Longitude:Längengrad7.0699
GPS location Date/Time:GPS-Aufenthaltsort Datum/Uhrzeit05/21/2012 11:20:31 PDT

Message:Message/ NachrichtWir sind unterwegs. Positionsupdates mehrmals am Tag. Antwort nur via www.catamaran-yachtcharter.blogspot.de/p/kontakt.html

Klicken Sie auf den untenstehenden Link um zu sehen, wo ich gerade bin.
http://fms.ws/7zQEY/51.13214N/7.0699E

Wenn der obige Link nicht funktioniert, versuchen Sie diesen Link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=51.13214,7.0699&ll=51.13214,7.0699&ie=UTF8&z=12&om=1

Crew LIZA Position

Sie haben diese Nachricht erhalten, weilCrew LIZA Position hat Sie zu seiner/ihrer SPOT-Kontaktliste.

. Share Yours.Jeder Tag ist ein Abenteuer. Erzählen Sie uns Ihrs.{0} http://www.findmespot.com
______________________________________________________________

Und hier noch mal eine Kurzübersicht aller Zeiten:
UTC  = Universal Time Coordinated (Koordinierte Weltzeit)
CET  = Central European Time (MEZ = Mitteleuropaeische Zeit)
EST  = Eastern Standard Time
PST  = Pacific Standard Time
CEDT = Central European Daylight Time (MESZ = Mitteleuropaeische Sommerzeit)
EDT  = Eastern Daylight Time
PDT  = Pacific Daylight Time

CET  = UTC + 1 Stunden
EST  = UTC - 5 Stunden
CST  = UTC - 6 Stunden
PST  = UTC - 8 Stunden

Sommerzeit:
CEDT = UTC + 2 Stunden
EDT  = UTC - 4 Stunden
PDT  = UTC - 7 Stunden



Samstag, 19. Mai 2012

Rumpfstärke

So dick ist übrigens der Rumpf von einer Lagoon 380. Ja, und wenn der durchbricht oder Wasser durchlässt, gibt es ja noch den zweiten Rumpf. Ausserdem hat jeder Rumpf drei geschlossene Kammern - wie bei Kreuzfahrtschiffen. Trotzdem - besser passt man auf.
Gestern ist übrigens ein Skipper frei gesprochen worden, den ein Crewmitglied verklagt hatte, weil er im rechten Winkel zum Schiff mit dem Dingi an der achterlichen Plattform temporär festgemacht hatte und das Crewmitglied beim Aussteigen über den Dingi-Bug ins Wasser gefallen ist (sich dabei die Schulter gebrochen hat..). Man haftet ja schon für ziemlich viel an Bord als Schiffsführer, aber zum Glück gibt es doch noch den gesunden Menschenverstand...

DP07 Seefunk sendet in Kürze wieder auf Kurzwelle

Es lebe die Kurzwelle... Das passt ja gut mit dem Kurzwellenempfänger-Vertrieb zusammen, den wir für Kanada i.A. von Bonito übernehmen.

Der liebenswerte Hamburger DeltaPapa07 hat die Frequenzzuteilung für zwei Frequenzpaare auf Kurzwelle für „den mobilen Seefunkdienst für den öffentlichen Nachrichtenaustausch“ erhalten und darf im Jahre 2012 auf den Seefunkkanälen 1224 und 1212 senden.

Die Senderdaten für die Kurzwelle:
Primärkanal/ Rufzeichen: 1224/ DAJ
DP07 sendet auf: 13.146 kHz (USB)
DP07 empfängt auf: 12.299 kHz (USB)
Ausweichkanal/ Rufzeichen: 1212/ DAH
DP07 sendet auf: 13.110 kHz (USB)
DP07 empfängt auf: 12.263 kHz (USB)

Die Technik wird in der ersten Maihälfte installiert und dann werden Testsendungen ausgestrahlt.
Bedingt durch die vorgegebenen Frequenzen und um die Zielgebiete optimal zu erreichen, wird DP07 Seefunk zwischen 14:00 und 17:00 UTC (16:00 und 19:00 LT) auf Sendung gehen. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.
Die Sendungen sollen vornehmlich die Gebiete Mittelmeer, Schwarzes Meer und Atlantik im Bereich Spanien, Portugal, Frankreich, Ärmelkanal, Azoren, Madeira und Kanaren erfassen.
Es darf ausschließlich Funkverkehr mit Seefunkstellen durchgeführt werden.
DP07 Seefunk wird Seewetterberichte, Informationen für Schifffahrt und Wassersport, Seefunktelegramme, Sammelanrufe und Sammeltelegramme an alle Seefunkstellen aussenden, Telefonate See-Land/ Land-See vermitteln und TR’s (travel report) entgegennehmen. Selbstverständlich steht der Betreiber nach den Aussendungen für Rückmeldungen und Fragen der Seefunkstellen zur Verfügung (wie bereits in der Großen Konferenz von Borkum bis Bornholm im UKW-Bereich bekannt).
Nach erfolgreichem Testbetrieb beabsichtigt DP07 Seefunk die Beantragung einer Frequenzzuteilung für den Dauerbetrieb im Kurzwellenverkehr und freut sich über das neue Sendegebiet. Ihre Rückmeldungen und Anregungen per Funk, E-mail oder anderen Kommunikationsmitteln sind sehr willkommen. Helfen Sie durch aktive Teilnahme beim Ausbau der Dienstleistungen im Kurzwellenbereich.
Ihr DP07 Seefunkteam Hamburg, den 06. Mai 2012
Weitere Presseinformationen hier....

V.i.S.d.P.: Kapitän Reiner Dietzel
DP07 Seefunk
Estedeich 84
21129 Hamburg
www.dp07.com 

Sonntag, 13. Mai 2012

Coppercoat Antifouling letzte Tipps

So, nun strahlt die Liza im Kupferkleid. Wir sind wieder in Deutschland, die nächste Fahrt nach Kroatien wird der Anfang unseres Abenteuers.




Die erste Schicht deckt noch nicht, ist erst der Haftgrund für die nächsten 3 Schichten
Was wir zur Verarbeitung des Coppercoats noch anmerken möchten: Die erste Schicht hält wirklich auch auf Primer relativ schlecht. Man macht sich Sorgen, wenn es so aussieht, wie unten auf dem Foto. Die Qualität der Rolle ist ein entscheidender Faktor für den Anstrich. Wenn schon Fellrolle, dann ganz kurze Haare, Schaumstoff geht gar nicht. Und was auch nicht geht, ist später noch mal überstreichen, wenn die Farbe schon trocken ist. Also, nicht versuchen, noch unschöne Stellen zu retuschieren, es wird nur schlimmer. Was wir ferner gar nicht bedacht hatten: Man braucht ein paar Tage TROCKENHEIT. Allein das Tauwasser, das morgens vom Deck lief, hat Streifen hinterlassen, die nicht mehr weg zu kriegen waren. Die Farbe ist lösungsmittelfrei und entsprechend wasserlöslich vor der totalen Austrocknung (72 Stunden). Das hat aber auch den Vorteil, dass man sie selbst als Allergiker "gut riechen" kann. Sie ist eigentlich fast geruchlos, ganz im Gegensatz zu den Ein-Komponenten Antifoulings, die von den Nachbarschiffen noch bis zu uns herüber stanken.Vor dem Zu-Wasser-Lassen im Juli wird die glatte Oberfläche ja eh noch einmal kurz angeschliffen, damit die chemische Reaktion in Gang kommt, dann sieht man die kleinen Fehler nicht mehr

Mittwoch, 9. Mai 2012

Coppercoat fast fertig

Es ist viel Arbeit, aber morgen werden wir fertig, haben dann sozusagen acht Einrumpfschiffe mit Antifouling gestrichen (4 x pro Rumpf) , nur anstrengender, weil der Kat nicht so hoch aufgebockt ist, wie ein Monohull mit Kiel. Die Farbe lässt sich aber gut streichen. Es ist pro Rumpf ein Tag zu rechnen mit zwei Personen. Unschlüssig rätseln die Werftarbeiter, warum die hübsche Frau an meiner Seite solche Drecksarbeit mitmacht. Ich bin stolz, auch wenn ich mich frage, ob man reich wäre, wenn man all das machen lassen könnte. Neben Aqua, auf der wir wohnen dürfen, legt die 100 Millionen Yacht Quinta Essentia an und versperrt uns den Blick auf Rovinj. Ein Heer von Schiffsjungen poliert sofort jedes Geländer. Ich freue mich auf die Freiheit, demnächst nicht mehr auf Marinas angewiesen zu sein. Wirklicher Reichtum ist wernn man weis, dass man genug hat, sagt Peter. Danke dass wir auf Eurem schönen Schiff diese Woche wohnen dürfen. So sparen wir viel Geld , weil wir nicht die Werft beauftragen. Und wir können selbst erfahren , wie sich Coppercoat verarbeiten lässt.

Freitag, 4. Mai 2012

Kanada wir kommen

... warum ich so viel über Technik, Technik etc...  schreibe in letzter Zeit, werde ich gefragt, wo es doch "bald los geht". Wie es uns denn geht..?  Ich gebe zu, dass ich mich ein wenig verstecke, denn es ist leichter, Technik zu testen, als Persönliches zu schreiben. Da es nun gemeinsam noch mal für eine Woche nach Kroatien geht, um dem Unterwasserschiff einen schönen Kupferanstrich (Coppercoat) zu verpassen, werde ich kaum zum Schreiben kommen. Denn es geht Schlag auf Schlag.
Wir haben die VISAS für die Einwanderung nach Kanada bekommen. Das bedeutet, dass wir nicht ins Ungewisse aufbrechen, sondern sozusagen "nach Hause" segeln. Wir werden nicht als Touries auf der anderen Seite des Atlantiks ankommen, sondern als Kanadier. Das klingt verrückt. Ist es auch. Es bedeutet, dass wir vorher zum Monatsende für eine Woche nach Kanada fliegen, einreisen. Und davor noch Hochzeit feiern auf der Green Duck in Wissmar und Abitur von unserer Jüngsten. Die Welt dreht sich gerade etwas schneller....  Ich komme kaum noch mit, und deshalb nicht zum Schreiben. Dabei gibt es Einiges, das mich sehr bewegt. Z.B. die Tatsache, dass ich mit zwei Gesichtern meine Vergangenheit betrachte. Ich bin dankbar, dass jetzt alles so kommt, wenngleich zu früh - wie immer, wenn etwas wahr wird, das man lange geträumt hat. Ich bin froh, dass es nun los geht, wo die ganze Kulturwelt in Deutschland den Bach runter geht - die Welt, für die ich bislang gelebt und hart gearbeitet hatte. Ein Orchester nach dem anderen stirbt ab, heute steht in der Zeitung hier.....  dass selbst die großen Häuser Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg, alles was Rang und Namen hat - mit dem Rücken zur Wand stehen. Und mein Orchester kämpft ums Überleben. Ich könnte mit dem Gefühl nicht mehr leben, dass Kultur in NRW nicht mehr gewünscht ist. Jedenfalls klassische Musik, Oper und Theater. Ich bin tief traurig darüber, dass z.B. eine Petition der Remscheider Orchesterfreunde nötig ist, um den Politikern zu zeigen, dass es doch eine Gegenbewegung gibt. Tragt euch hier ..... ein, wenn ihr mithelfen wollt. Und doch ist es ein Gefühl von Ohnmacht gegenüber dem politischen Willen der Staatsmacht, das ich nicht mehr aushalte, mich deshalb auf den Weg mache. Ich bin gespannt, was in das Vakuum hinein strömt, das entsteht, wenn Kultur auf der Strecke bleibt. Den Blick nach vorne gerichtet schaffe ich es, mich davon nicht herunter ziehen zu lassen. Ich bin sehr sehr dankbar, dass es für uns einen Silberstreif am Horizont gibt, den wir mit vielen Menschen teilen können. LICHT und Sonne statt dunkler Orchestergräben und verstaubter Requisiten. Nein, wir sind nicht einfach weg. Wir werden zwischen den Welten leben und nie kann ich meine Herkunft vergessen oder verleugnen. Und die Musik, für die ich gelebt hatte, nehme ich mit im Herzen, wie manches andere auch. Es sind Abschiede, insbesondere von Menschen, worüber ich (noch nicht) schreiben kann. Wir haben auch beschlossen, keine Leinen - Los - Party zu veranstalten. Wer uns sehen will, kann uns an Bord erleben, unsere Freude, unsere leuchtenden Augen. Das ist besser, als jetzt die Ringe unter den Augen bei einem letzten Blick nach hinten. Also auf zu neuen Ufern. Keine Angst.

Glück gehabt

Ich bin unendlich dankbar, dass wir ein iSatPro für die große Fahrt bekommen haben, ohne es selber bezahlen zu müssen. Wir sind mit Ausrüstungskosten jetzt am Limit und sehr sehr dankbar, dass wir  nur noch die Prepaid Einheiten (500 Minuten = 350 Euro) kaufen müssen. Der Datendownload funktioniert prima. Auch hat es damit funktioniert, kleine Datenmengen vom Bonito oder Wetterwelt Server herunter zu laden. (50 KB ca. 8 Min. incl. Aufbau der Verbindung zum Satelliten, also 5,60 Euro). Der Verbindungsaufbau dauert länger als bei Iridium (und ist mit zu bezahlen), ist dann aber stabiler als beim Iridium. Ferner funktioniert der Email-Versand direkt vom Telefon reibungslos, ebenso SMS auf Mobilfunk (Zumindest EPLUS und Telekom ausprobiert) . Das iSatPro kann direkt Positionsmeldungen auf das Inmarsat von Ludger und Christel senden, damit wir uns wiederfinden, wenn eine windige Nacht uns mal auseinander getrieben haben sollte. Auch das Telefonieren im selben Netz miteinander ist erheblich preiswerter. Details dazu findet ihr in diesem Vergleich.....
Ob es wahr ist, dass bei Sturm und starkem Seegang die Verbindung zum geostationären Inmarsat-Satelliten nicht mehr so stabil sein soll, wie zu den tiefer fliegenden, erdumkreisenden Iridium Satelliten, wird ein Test demnächst in der PALSTEK erläutern. Wir haben glücklicherweise mit Schräglage auf dem Kat nicht so viel zu tun, wie auf Einrumpf-Schiffen. Trotzdem hat Inmarsat das Wackeln der Antenne nicht so gerne. Da würde dann nur eine ext. Antenne helfen, die aber teurer ist, als das iSatPro Telefon selber.
Eine Lösung müssen wir auch noch finden für die Tatsache, dass Inmarsat auf US Hoheitsgebiet nicht funktioniert. Diese Sperrzone reicht leider ziemlich weit bis zu unserem Ziel Kanada herüber, wie man auf der Karte unten sehen kann. Für dieses Gebiet werden wir dann noch einen Postpaid Kartenvertrag abschließen müssen, der demnächst auf 40 USD/Monat angehoben wird und ca. 1,28 USD pro Einheit, also ziemlich teuer verglichen mit Prepaid z.Zeit. Diese Info ist für alle interessant, die sich jetzt noch mit Prepaid Gesprächszeit für die Langfahrt eindecken wollen: auch diese Preise steigen ab 1. Juni, und die Gültigkeit der Einheiten wird nicht mehr erst nach 2 Jahren verfallen, sondern deutlich früher. Mehr hat Inmarsat allerdings noch nicht angekündigt, ausser die Erhöhung um ca. 30%. Achtung jedoch, die Prepaid-Einheiten sind nicht von jedem Anbieter in jedem Telefon verwendbar oder aufladbar. Es hängt vom Provider ab, ob Otelsat oder SATCOM usw. Übrigens erhöht auch Inmarsat. Die Grundverträge ebenfalls auf 40 USD/Monat.
Puerto Rico und die Virgins Islands sind für Inmarsat ausgeschlossen, immerhin fast 200 SM nord wie süd und 100 Sm nord und westl. Ausdehnung