Samstag, 25. August 2012

Zeit zum Nachdenken

Heute haben wir uns in der Bucht eingelebt. Es brauchte etwas länger, weil wir wegen Nachtfahren erschöpft waren und dann auch noch anderer Frust dazu kam. Nun habe ich aber endlich ein WIFI Netz gefunden, das ich von Bord aus mit der WLAN Antenne nutzen kann. Ist zwar auch sehr langsam, aber ok und kostenlos. Wir kaufen in dem dazu gehörigen Markt auch kräftig ein. Frische Feigen aus Korfu, Oliven uvm. Das tat der Seele gut, ebenso eine Nacht im Freien auf dem Trampolin unter dem Mückennetz geschlafen. Besser als in der Koje schwitzen und wach herum liegen. An die Geräusche musste ich mich zwar auch gewöhnen, aber die griechische (Volks-) Musik geht nicht so auf die Nerven, wie die basslastige Diskodröhnung in vielen kroatischen Häfen. Wir liegen bewusst ziemlich weit draussen mit dem Kat, sind seltsamerweise seitzwei Tagen das einzige Schiff in der ganzen großen Bucht.

Die Wahrnehmung von sich selbst wie auch der Umgebung schwankt stärker auf dem Schiff, als an Land. Ich reagiere auf alles sensibler, auf Glück wie auch auf Ärger. Ob das gut ist oder nicht, ich kann es (noch) nicht ändern. Dinge, die ich zu Hause gar nicht bemerkt habe, können ein dickes Problem sein: z.B. dass es fast unmöglich ist, die automatischen Updates aller Windows-Programme zu verhindern. Es ist verrückt, was da immer noch im Hintergrund abgeht und ein ohnehin Schnecken-Netz dann zum erliegen bringt.
Während wir hier auf den am Montag günstig vorhergesagten Wind nach Italien warten (Le Castella Marina ist avisiert und reserviert in der Marina für die Nacht von Di auf Mi), komme ich natürlich auch zum Nachdenken. Da sind sie wieder, die ganzen Fragen. Was ist Glück, Warum mache ich das eigentlich, das Leben könnte so viel bequemer sein an Land. Warum habe ich immer noch eine Ungeduld in mir, die natürlich auch durch Angst vor Unvorhersehbarem genährt wird. Wir liegen gut hier mit Sandgrund und 50m Kette, aber der Kat dreht stündlich,Strömung und nach Westen offenes Meer. Aber es ist ja ruhig, kaum ein Wind. Und sobald der am Montag Nacht aufwacht, heisst es Anker auf und los. Kann also nichts passieren, sagt der Kopf. Glück sagt Monika kann eigentlich erst in absoluter Geborgenheit und Sicherheit entstehen. Das ist an Bord fast nie der Fall...  Es sind tausend kleine Dinge, die erst nach einer Weile auffallen und bewältigt werden müssen. Das enorm viele Salz im Mittelmeer macht nicht nur der Haut zu schaffen, sondern auch dem gesamten Material. LKW-Spanngurte sind schon verrottet (beinahe wäre uns der Aussenbord-Motor vom Kran gefallen, weil der Riemen einfach morsch und gerissen ist. Die schön blank geputzen Edelstahl-Teile rosten alle. Die teuersten Edelstahlsorten sind voll von (Flug-)rost und müssen immer wieder geputzt werden. Das ist so gar nicht mein Ding. Alles was man tut oder nicht hat sofort gewünschte oder unerwünschte Folgen. Das hat es bisher in meinem Leben so nicht gegeben. Auch die eigene Laune kann (muss) allein ich positiv oder negativ steuern. Den einzigen und zweiten Skipper an Bord will man nicht unnötig belasten (beiderseits), jeder hat mit sich selbst genug zu tun und doch sind wir ganz voneinander abhängig. Das gelingt uns bisher sehr gut. Das Einstellen auf dauernd neue Situationen dafür nicht so gut. Insbesondere das extreme Wetter (Hitze), die Windsituation (von der Bobby Schenk sagte, das Mittelmeer sei Sch...e, entweder zuviel oder zu wenig Wind, zu heiss oder zu kalt). Auch die Fischer beschreiben die Extreme deutlich. Und dann sagen wir uns wieder, wir müssen halt weiter, auch wenn der Wind dann gleich wieder heftig mit 6 Bft nächste Woche bläst. Ohne ist auch doof. Ja, man hätte gern immer die goldene Mitte. Wo gibt es dieses Paradies? Wie lange bin ich dem unbequemen Leben an Bord gewachsen? Na, zu viel Nachdenken ist jedenfalls auch ungesund. Man braucht schon ziehmlich innere Stärke. Auch an bestimmten Riten festzuhalten, wie Essen, auch wenn man keinen Hunger in der Hitze hat, usw.
Es ist nicht immer so viel Genuss und Hochgefühl, wie man sich in den kühnen Träumen vorgestellt hat. Und wenn wir manchmal gar keine Lust mehr haben, wieder irgend eine in den Führern "karibikähnliche" "Traumbucht" anzusteuern, sondern einfach bleiben wollen, wo der Anker hält, wo man vielleicht mal etwas Heimat findet, oder auch nur Ruhe (weil allmählich daran gewöhnt) , dann sagen wir uns, dass wir nicht alle schönen Ecken gesehen haben müssen. Wir haben ein Ziel, Kanada, das uns motiviert. Das Leben im Jetzt gelingt halt nicht immer. Es steht der ein oder andere Crewwechsel Termin an, wir freuen uns auf Besuch, auch wenn das wieder neue Situationen gibt, Befindlichkeiten der Gäste (unsere eigenen reichen manchmal schon...). Das sind dann auch die Antriebe. Nicht immer die Neugier auf Neues. Auch daran muss ich mich gewöhnen, dass die Sinne manchmal fast überreizt sind - bei so viel Neuem was auf uns einwirkt - und von der übrigen Welt ausserhalb des Schiffes sind wir ja auch nicht abgenabelt. Jedes Mal Internetzugang bringt einen Berg von Dingen zu regeln. Auch das muss ich annehmen. Es ist gut, dass es noch ein anderes Leben gibt für die Zeit nach dem Törn. Ich begreife auch, dass es gut ist, dass wir noch unsere Heimat in Solingen haben. Es ist nicht nur so, dass der Kopf auch dort immer noch zusätzlich Entscheidungen treffen muss, sondern es ist auch Wurzel, Halt, Perspektive. Genau wie das zweite Bein Kanada. Es nimmt uns tatsächlich auch den Druck, dass alles Glück nur noch an Bord stattfinden kann. Das heisst nicht, dass wir abbrechen könnten. Manchmal ist uns zwar danach, und es wäre so leicht, nach "Hause" zu fliegen. Aber das stand bisher nicht zur Debatte. Doch, einmal war ich nah dran, und bin dankbar, dass Monika mich fest gehalten hat.
So, jetzt wird es einfach wieder zu heiss zum Schreiben und das Boot schwankt heftig in DünungsWellen, die weit draussen vom Meer kommen. Ich lad jetzt mal hoch ohne zu lesen, bevor ich es lösche... vorausgesetzt, das Internet geht überhaupt noch.. 
In Italien müssen wir uns unbedingt eine SIM-Card kaufen, am besten mit 1 GB Datentransfer....
Anfahrt Korfu in der Abendsonne nach ca. 50 Std. / 200 SM seit Dubrovnik.

So kann ich endlich auf dem Trampolin schlafen trotz der Hitze

Freitag, 24. August 2012

Wir werden Griechenland überspringen

Es ist brüllend heiß auf Korfu, 40 Grad im Schatten ist definitiv zu viel für uns. Wir liegen ziemlich apathisch herum, haben noch einen Bruchteil unserer sonstigen Energie. Es ist so heiß, dass ich von der Internet Bar auf dem RÜckweg gestern einfach mit Hose und T-Shirt ins Wasser gegangen bin, damit die Sachen feucht sind und besser kühlen. Was ich mit dem erweichten Gehirn vergessen hatte: mein iPhone war in der Hosentasche, was ich sonst nie mache ohne wasserdichte Hülle, aber es ist das einzige eigene Gerät gewesen, mit dem ich mich ins Bar-Netz einloggen konnte und nicht mit den komischen griechischen Tastaturen herumschlagen musste (Z-Y vertauscht etc). Tja, das hat es nicht überlebt. Ich war echt nochmal "am Ende". Eigentlich war es noch der iTupf... Also ich werde NIE wieder jammern, dass es in Deutschland immer nur regnet. Ich schreib vom Handyverlust aber vor allem, weil ich deshalb z.Zt. keine SMS auf dem Mobilphone empfangen kann, bzw. nur noch einmal am Tag meine Sim-Karte in Monikas iPhone stecke, falls Buchungsanfragen dabei sind. Ihr könnt euch die Hitze hier nicht vorstellen.
Wir werden deshalb so bald wie möglich Griechenland verlassen. Uns war klar, dass es im August überall heiß sein würde, aber das ist einfach zu viel. Da hält man es nur draußen auf dem Meer aus, wo es dann wenigstens keine Mücken gibt und die Luken nachts Wind herein lassen. Montag sind 8 Bft Maestral angesagt, das ist wieder Sturm , dann sind wir spätestens hier weg aus der Bucht und fahren evtl. nach Castello, am Fussballen von Italien. Dann ist dort der August zu Ende, in dem nichts offen hat in diesem Land und wie hoffen, dass es im September etwas kühler wird. Ja, es ist nicht einfach nur schön. Es hat alles seinen Preis. Wir lassen uns aber nicht unterkriegen, geben aber zu, dass wir gerade gern wo anders wären, im Wald oder in Kanada. Nein, wir spinnen nicht, aber warum soll ich nicht schreiben, wie es ist. Macht euch keine Sorgen, it is wat it is. Ich bin unsagbar dankbar, dass Monika gerade einen recht kühlen Kopf bewahrt. Sie schlug vor, jetzt nicht noch den Druck zu machen, lauter weitere schöne Buchten der Ionischen Inseln genießen zu "müssen" (wir können nichts mehr aufnehmen), sondern jetzt unseren "Auftrag" abzuarbeiten, das Schiff nach Kanada zu bringen. Das gibt wieder Auftrieb. Aber irgendetwas unternehmen (Einkaufen etc.) definitiv erst heute abend, wenn die Sonne untergegangen ist.      
Gerade habe ich noch Wetterinfos bekommen: Der Wind wird erst nächste Woche auf Halbwind Kurs (Nord) für uns brauchbar drehen. Aber es wird wohl wenigstens etwas kühler (1-2 Grad :-)


Donnerstag, 23. August 2012

Ausklarieren aus Kroatien

dieser eintrag ging vor ein paar tagen nicht online. keine ahnung warum....  ja, das liebe internet......

Unsere Gäste sind heute morgen von Bord gegangen. Marcus, Steffi, Marc und Marie haben gesagt, es sei einer der schönsten Urlaube mit der Familie gewesen. Wir freuen uns sehr darüber, denn wir haben auch viel gelacht.
Nun ist das Schiff wieder geputzt, wäsche gewaschen uvm, was man in einer Marina so erledigen kann bei 35 Grad im Schatten.
Gestern haben wir uns noch die wunderbare Stadt Dubrovnik angeschaut. Die Busfahrt war fast ein Schock, nachdem wir 5 Wochen lang in keinem Auto oder Bus mehr gesessen haben. Diese vielen Menschen und die damit verbundenen Gerüche waren genug für die nächsten Wochen. Wir sind reif für ein paar Tage nichts als Horizont. Vielleicht gibt es beim Zoll in Cavtat noch Internet, ansonsten müsst ihr euch etwas gedulden, wir müssen nun mal Strecke machen.

Welcome Greece

ganz kurz habe ich internet... wir sind nach mehr als 200 SM und 50 Stunden angekommen auf Korfu, in der Bucht , wo wir vor 16 Jahren mit unseren kids einen schoenen Urlaub in der von ihnen so genannten Zwillingsbucht verbracht haben. Damals hatte ich mir geschworen, irgnewann noch mal wieder hier her zu kommen. Nun sind wir aber erst mal muede und sehr bewegt zugleich , viele Familienerinnerungen und in den letzten Tagen viele neue Erfahrungen zugleich. Darueber denke ich jetzt und hier aber nicht nach, versuche erst mal irgendwie internet zu bekommen. Dann kann ich mal ausfuehrlicher schreiben. Wir koennen die naechsten Tage SMS auf Mobilfunk empfangen. Und wir segeln wohl morgen auf die Ostseite nach Corfu Stadt zum einklarieren. Dort gibt es sicherlich SIM Cards zu kaufen. Hier sind nur zwei total ueberlastete Bars in der Bucht...  Aber dafuer ein grosser Sandstrand. Unsere Kids kennen ihn.... Wir denken viel an euch

Montag, 20. August 2012

Alles wird (ist) gut

Dass wir erst mal wieder in ein Loch fallen, wenn wir allein an Bord
sind, darauf hatten wir uns eingestellt. Dass uns das Schicksal dann
allerdings sofort mit einer ganzen Nacht Sturm empfängt, hat uns erst
mal an die Grenzen gebracht.

Abgesehen davon, dass der Wetterbericht darauf nicht hingewiesen
hatte, dass es so über die hohen Berge hier bei Cavtat blasen würde, hatte uns abends die Hafen-
Capitaneria darauf hingewiesen, besser auf der anderen Seite der Bucht
zu ankern.
Wir gaben deshalb unseren schön eingefahrenen Ankerplatz auf und
versuchten es im
Seegras auf der anderen Seite. Und dann ging es los mit dem Sturm, ziemlich
schnell auf 35 Knoten. Der Anker hielt nicht, auch 2 weitere Versuche
scheiterten.
Also raus aus der Bucht an teils unbeleuchteten Fischer-Booten und
ohne Navigationslichtern fahrenden Ausflugsschiffen vorbei, selber
kaum noch
manövrierbar wenn der Wind seitlich auf den Kat drückte. Abwettern auf
See, ablaufen vor Topp und Takel, ohne Motor vor dem Wind weg Richtung
Italien treiben,
und morgens bei nachlassendem Wind wieder zurück gegenan nach Cavtat
zum erforderlichen Ausklarieren war unser Plan. Wir mussten zurück,
denn ohne Ausklarieren gibt es beim Einreisen im folgenden Land
Probleme, also eine Nacht um
die Ohren hauen und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Klar ist das frustrierend.
Vor dem Wind raus ohne Motor mit 5,5-6 Knoten ging prima, sogar der Autopilot
konnte die bald hohen Wellen von hinten sauber steuern und wir konnten kurze
Schläfchen wagen, abwechselnd und mit Radar-Wächter. Um 5 Uhr morgens
beschlossen wir dann umzukehren. Leider blies es mittlerweile 18 SM
weg von den Bergen auf dem offenen Meer immer noch mit 25-28 Knoten.
Allerdings mit ziemlicher Welle. Tja, und dagegen an kamen wir nur mit
3 Knoten.
Ich will es nicht dramatischer beschreiben, als es war, aber wir waren
fix und fertig, und der Tag danach eigentlich nur Abhängen und Schlaf
nachholen. Ich wusste, dass der Tag kommen würde, wo man alles
verflucht, aber nicht ausgerechnet
im Grenzhafen, wo man stark motiviert sein sollte, zu neuen Ufern/Ländern
aufzubrechen. Ich kann mich auf solche Frust-Tage nicht mental einstellen.
Natürlich hat man die Freiheit, einfach abzubrechen. War es denn sooo
schlimm? Am nächsten Tag nicht mehr...
Aber wird jetzt mit dem Zoll/Ausklarieren alles gutgehen? Das Gerangel und
Gerempel beim Anlegen mit Anker vorne und ohne Hilfe mit den Leinen zu
zweit gegen die drängelnden High-Tech Megayachten mit 10-Mann
Skipper-Crew und Kaffee trinkenden Eignern am Zollkai macht Angst
schon beim Zuschauen. Ich habe keine
Ahnung, ob ich das hier schreiben soll, es ist mehr ein innerer
Reisebericht, der
nicht nur aus Traumbuchten besteht, sondern auch mit Überwindung etc.
zu tun hat.

Wir wachsen daran, aber ihr dürft auch ruhig denken, das wär nichts
für euch. Ich denke es manchmal auch - zugegeben. Warum nicht einfach
auf eine nicht schwankende Terasse im stillen Wald in Solingen setzen,
und in Ruhe genießen, was sich jeden Tag ähnlich dort abspielt.
Abenteuer können sich auch in absoluter äusserer
Sicherheit im Kopf abspielen. So wie Sehnsüchte auch. Muss es wirklich
physisch erlebt werden? Die Frage beantwortet jeder anders für sich
selbst. So wie mir klar ist, dass die Dauer-Hitze nicht gut für uns
beide ist, (ebenso wie der Dauer-Regen im Bergischen Land ;-) habe ich
eine innere Ahnung, dass es auch nicht gut ist, sich in den besten
Jahren "zur Ruhe zu setzen". Das Glück liegt für uns letztlich
vielleicht im Wechsel zwischen Kanada und Deutschland. Kroatien ist
(war für uns) wunderschön, wie ihr gelesen habt, auch wenn in bald
jeder Bucht sogar nur fürs Ankern ohne jeden Service Geld kassiert
wird. Die große Freiheit gibt es nicht, bzw. wenn überhaupt liegt sie
nur in einem selbst - in der Entscheidung, die äusseren Bedingungen zu
aktzeptieren, wenn man darin seine Träume leben will.

Also, auf in den Behördenkampf, ins Dorf, in die Hitze, einkaufen für
ein paar Tage nonstop segeln, Suche nach Internet. Ja, wir können
nicht einfach den Rechner anmachen, und sind online... Der Stick ist
abgelaufen, ein neuer ist sinnlos kurz vor der Ausreise. Ein paar MB
sind noch fürs Wetter drauf - auch wenn wir der Vorhersage nicht mehr
trauen...

Nachtrag 16 Uhr: Haben soeben ausklariert, alles ok, verlassen gerade
auf dem direkten Weg die kroatischen Gewässer guter Dinge. Stimmung an
Bord ist gut, haben die letzten KUNA für viel Obst ausgegeben und
freuen uns auf nichts als Horizont. Rechnen mit 2 Nächten, 2 Tagen,
sind solange nur über unser Satphone erreichbar (siehe oben
"Kontakt")Und... PS: legt bitte nicht jedes Wort auf die Waagschale,
ich schreibe, wie es gerade in die Tastatur kommt!

Donnerstag, 16. August 2012

Bilderbuch - Kroatien

Eigentlich hatte ich mich eben so geärgert, dass Vodafone trotz bestätigter Kündigung des Telefonanschlusses nun unserer Tochter ein Inkasso-Unternehmen auf den Hals schickt. Ich bin aber sicher, dass Constanze die geeigneten Juristen-Worte findet, denen den Kopf zu waschen. Und dann bin ich losgegangen, mir von oben unsere Bucht anzuschauen, wieder bewusst zu machen, dass nur ich mich selbst ärgern kann, niemand sonst. Ist der Ausblick auf unsere Bucht nicht wie im Bilderbuch? Das Internet (auch Vodafone :-(  ist sooo langsam, dass ich nur ein Bild hochladen kann. Aber das zeigt, mit welchem Eindruck unsere Gäste nun abreisen und irgendwie wir auch ein wenig in Abschied-Stimmung sind.

Check-in/OK message from Nachricht vonSy-LIZA SPOT SPOT Nachrichtenübermittler/Kurier.

Sy-LIZA
Latitude:Breitengrad42.70412
Longitude:Längengrad17.74404
GPS location Date/Time:GPS-Aufenthaltsort Datum/Uhrzeit08/16/2012 07:40:18 PDT

Message:Message/ NachrichtCrew von LIZA gut angekommen! Antwort auf Satphone hier: www.catamaran-yachtcharter.blogspot.de/p/kontakt.html

Klicken Sie auf den untenstehenden Link um zu sehen, wo ich gerade bin.
http://fms.ws/9BOu9/42.70412N/17.74404E

Wenn der obige Link nicht funktioniert, versuchen Sie diesen Link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=42.70412,17.74404&ll=42.70412,17.74404&ie=UTF8&z=12&om=1

Sy-LIZA

Sie haben diese Nachricht erhalten, weilSy-LIZA hat Sie zu seiner/ihrer SPOT-Kontaktliste.

. Share Yours.Jeder Tag ist ein Abenteuer. Erzählen Sie uns Ihrs.{0} http://www.findmespot.com

Neuer SpotConnect Tracker aktiviert

Nach einer sehr umständlichen Prozedur und vorab erforderlichem Firmware Update ist nun das Anzeigen unserer Position hier im Blog wieder möglich und aktuell. Ich bin vom Service des Herstellers sehr enttäuscht. Eine Übertragung der mit dem verloren gegangenen Spot Connect schon für ein Jahr voraus bezahlten Servicegebühr ist mir bislang nicht gelungen. Anyway, Hauptsache, Ihr wisst wieder, wo wir sind. Zur Zeit noch am Ostzipfel von Miljet, der für uns schönsten Insel Kroatiens, die wir auch mit unseren Gästen ausgiebig genossen haben. Morgen geht es nach Dubrovnik, Abreise der 4. Für uns beginnt dann wieder eine neue Erfahrung zu Zweit, nonstop 180 Sm bis Griechenland. Wir sind aufgeregt und freuen uns zugleich. Mit dem Blog wird es dann etwas dauern, bis wir ggf eine neue Simcard gekauft haben. Naja, kurze Info geht immer, nur vlt erst mal keine Bilder.

Sonntag, 12. August 2012

Höhepunkt - Montekuc auf MILJET

Ausblick vom MonteKuc
Heute morgen haben wir uns überwunden, früh aufzustehen, die Gäste ausschlafen zu lassen und selbst die Hufe zu schwingen, damit uns nicht die berüchtigten gackeligen Seglerbeine wachsen. Ok, eigentlich hat Monika wieder den Wander-Ansporn gegeben, hier im Nationalpark im Nordwesten von MILJET auf einen Berg zu klettern, der tatsächlich MonteKuc heisst. Und es gab wirklich etwas zu gucken. Wir waren beide tief bewegt, nach dem anstrengenden Weg solch einen Ausblick zu erleben. Natürlich kam uns Kanada in den Sinn mit den Coastal Trails, die vielleicht unseren Wohlfühltemperaturen näher kommen. Aber dieser Frieden, nur die Zikaden tief unter uns. Und das alte Kloster auf der Insel . Unbeschreiblich. Hier braucht man eigentlich kein Kloster, um der Schöpfung näher zu kommen. Wie gesagt: tief bewegt, und ich danke Monika, dass Sie nicht locker lies, mich auf Wege zu führen, die ich für Nirvana, Eselswege hielt, die niemals auf den AusKuc führen. So ergänzen wir uns prima.


Wir kommen wie gesagt z.Zt. nicht so viel zum Schreiben, teilen stattdessen viele schöne Augenblicke mit unseren Gästen an Bord. Hier haben wir direkt vor dem Restaurant Maran festgemacht und einen der besten Fische Kroatiens gegessen. Danke für die Einladung, die ich auch nicht vergessen werde. Wir haben viel gelacht zusammen und Sprüche gekloppt. Easy Going, nichts "Tiefschürfendes". Überhaupt ist es manchmal gut, nicht immer nach dem Warum zu fragen. Warum gerade jetzt dieses Leben, welchen Sinn, wie lange wir das noch so genießen können. Aber muss man das denn immer alles wissen? Unsere Gäste genießen es sehr, vom Wind bewegt zu werden, nicht wie im Berufs-Alltag managen und planen zu müssen.

Dienstag, 7. August 2012

LOPUD

Wir sind nach 5 Std. mit Parasailor auf der Insel LOPUD, 6,7 SM westlich von Dubrovnik angekommen.  Morgen früh geht es dann in die ACI-Marina. Es ist sehr heiss, ein 35 Grad heisser trockener Wind, ein Gefühl wie unter dem Föhn. Zum ersten Mal fühlt es sich im Wind (auch im Schatten) heisser an, als im Windschatten. Sonst erfrischt Wind ja eigentlich. Es ist nur dank des immer erfrischenden Wasser zu ertragen. Gleich werden wir nach Sonnenuntergang zu Dritt das Schiff putzen für unsere Gäste, und dann gibt es einiges zu tun in Dubrovnik. Tanken, (wir haben bisher ab Rovinj weniger als 80 Ltd. Diesel verbraucht), Hafenamt Crewliste mit den Gästenamen morgen aktualisieren (das ist echt lästig in Kroatien, aber ohne gibt es salzige Strafen etc. Bilder gibt es heute mal keine, obwohl die Nordseite der Insel Miljet unglaublich schön war, insbesondere bei Prozura und Okuklje. Wie Südsee, ehrlich. Bilder folgen noch.

Montag, 6. August 2012

Miljet

Als wir heute morgen in Korcula ablegten, hatte sich über nacht heimlich eine Megayacht neben uns gelegt. Wir waren wie erwartet abends noch allein in der Lagune, aber heute morgen musste ich mir dann doch erst mal die Augen reiben. Hubschrauber hinten drauf, Bug bald so hoch wie unser Mast. Es ist schon irre, was man hier jeden Tag in unmittelbarer Nähe zu sehen bekommt. Der Eigner, der schottischen Milliardärs Lord Irvine Laidlawvon "Lady Christine", einer der reichsten Männer Englands, stürzte 2009 auf einer Kreuzfahrt entlang der US Ostküste mit drei Gästen bei einen Rundflug ab, überlebte als sehr erfahrener Pilot. Danach stand die 62m- Yacht für 39 Millionen zum Verkauf. Keine Ahnung, wem sie jetzt gehört. Ist auch egal,

wir sind nach ein paar Paparazzi-Fotos sofort mit dem ersten Wind aufgebrochen und mussten voll gegen eine unangenhme Welle und ziemlich starken Wind auf die Nase zur Insel Miljet aufkreuzen. Dort sind wir im Nationalpark im Nordwesten bei Polace wieder an einem Höhepunkt angekommen. Es duftet fast betäubend nach Pinien, die groß und schön bis ans Ufer stehen, weshalb Miljet auch die Honiginsel genannt wird. Für unsere Landleinen sind die Bäume am Ufer auch sehr geeignet..

Türkisfarbene Lagune, Korallen, und Artenvielfalt an Fischen

Das sieht nicht nach Kroatien im August aus... ist es aber

Hier könnte ich wieder mindestens eine Woche bleiben. Im Städtchen gibt es einen kleinen Laden mit frischem Obst. Da habe ich mit dem Kajak noch mal die Vorräte etwas aufgestockt. Ist schon toll mit dem Kajak direkt am Markt anzulegen und in Badehose einzukaufen. Manchmal macht es mich fast ein wenig traurig, dass ich das alles nicht mit allen Freunden teilen kann. Könnte schreien vor Freude, aber es bleibt im Hals stecken. Ich kann es nicht beschreiben. Ich teile eigentlich Freude so gern, aber manchmal "muss" man sich ganz allein freuen lernen. Es sind so viele Eindrücke, dass man auch nicht immer von der ganzen Crew die Begeisterungsausbrüche erwarten kann, oder ein miteinander freuen. Jeder hat seine Aufnahmekapazität und manchmal ist einfach VOLL. Dann ist es ganz gut, wenn mich z.B. die Arbeit wieder auf den Boden zurück holt, die über das Internet immer wieder hereinbricht. Klar, ich könnte einfach die emails nicht mehr abrufen... Aber dann wären die schönen mails von euch z.B. auch nicht mehr zu lesen. Ist schon gut so. Nur ab übermorgen bis etwa 20. August werd ich weniger zum Schreiben kommen, weil wir mit neuer Crew viel beschäftigt sein werden.

Sonntag, 5. August 2012

Korcula die Zweite

Anfahrt auf Korcula (rechts)

Jan geniesst die Woche, diesmal ohne Übelkeit...


Die Kulisse von Korcula
Korcula ist einfach zu schön, um nur daran vorbei zu fahren. Wir haben uns heute in einer Art Lagune östlich von der Stadt, südlich der Kloster-Insel Badija noch einen Tag faulenzen und Abends Stadtbesichtigung gegönnt.






Badija, die Klosterinsel, ca. 15 Min mit den Dingi von Korcula entfernt

 Trotz August und der weit bekannten mittelalterlichen Touristenattraktion ist es nicht so voll, dass man um Liegeplätze kämpfen muss. Im Gegenteil, wie man auf den Bildern sehen kann. Die Ausflugsboote sind abends alle wieder weg und es wird wieder richtig gemütlich. Die Klosterkirche bimmelt von gegenüber jede viertel Stunde und wir denken nicht, wie schnell die Zeit vergeht, sondern genießen das Leben. Die knapp 35 Grad sind bei dem glasklaren und 25 Grad kühlen Wasser gut zu "ertragen", wenn man sich in der Zeit von 14-17 Uhr nichts vornimmt, was körperlich anstrengend ist. Jan hat eine 2 stündige Paddeltour gemacht, Monika während dessen Brot gebacken, nach dem Motto, ob es nun noch ein zwei Grad heisser im Salon wird, spielt dann auch keine Rolle mehr ;-)

Samstag, 4. August 2012

Korcula

Das beste, was wir nach einem bewegenden Abschied von Matthias und Vani heute tun konnten, war segeln. Segeln den ganzen Tag, über 40 Seemeilen bis Korcula. Da haben wir in einer kleinen Bucht 3 SM westlich von der Stadt Korcula den Anker fallen lassen und erst mal gebadet und lecker gekocht. Morgen schauen wir uns vielleicht das Städtchen an. Aber erst mal ausschlafen - heute morgen waren die beiden um halb sechs wach und wir haben sie mit dem Dingi zur Fähre gebracht. Es war eine wunderbare Zeit mit den beiden. Wir trinken jetzt die letzten Bierchen, die sie uns zurück gelassen haben. Habe schon lange nicht mehr so gern mal ein kühles Bierchen abends getrunken, wie zusammen mit den beiden.. 

Freitag, 3. August 2012

auf VIS angekommen

Wir liegen im Hafen vom sehr hübschen, beschaulichen Inselchen VIS, das vor gar nicht langer Zeit (ich glaube 1989) überhaupt erst "geöffnet" wurde für den Tourismus. Davor war es milit. Aussenposten und dementsprechend verschlafen ist es heute immer noch. Nur ein paar Rucksacktouristen und Yachties verirren sich hierher, aber es geht eine Fähre morgens früh, mit der Matthias und Vani dann den Heimweg antreten, via Split, Pula, Rovinj, wo sie unser Auto abholen und Freunden nach Deutschland bringen. Es ist immer eine seltsame Stimmung an Bord "am Tag davor", aber so langsam müssen wir uns daran gewöhnt haben. 
Was die Positionsangaben betrifft: Dank meiner lieben Eltern wird uns mit den nächsten Gästen wieder ein Spot Connect zur Verfügung stehen. Danke Euch sehr dafür, ich hätte mir jetzt keinen mehr gekauft. - vorerst.


Donnerstag, 2. August 2012

Positionseintrag z.Zt. unmöglich

Wir sind mit Jan unterwegs, waren heute im SW von Hvar, morgen nach
VIS, wo uns Matthias und Vani dann am Sa. verlassen werden. Wir
genießen die letzten Tage noch, auch wenn ich heute ziemlich
verzweifelt darüber bin, dass ich den Tracker nicht mehr finde, der
unsere Position auf Knopfdruck hier in den Blog einträgt. Wir haben
schon alles auf den Kopf gestellt, aber vermutlich ist er über Bord
gegangen bei einer der paar heftigen Wellen letzte nacht von den
Fähren in der Einfahrt des Fährhafens um Jan abzuholen. Solchen
Schwell kannten wir noch nicht. Tja, und was man nicht festbindet an
Bord, ist dann eben weg. Bilder kann ich heute auch nicht hochladen,
Wir sind wieder auf Ausseninseln zu weit weg vom Land-Internet. Mal
schauen, was ich jetzt mache, vielleicht schreiben wir nur noch im
Text, wo wir gerade sind. Noch mal 180 Euro für einen neuen SPOT
Connect fallen jetzt schwer, obwohl das Jahresabo für die
Datenübertragung schon bezahlt ist und ohne tracker verfällt. Jetzt
schlaf ich erst mal darüber... Wir liegen wieder ganz allein in einer
großen Bucht. Wenn man etwas abseits der Routen ankert, findet man
noch leere Buchten sogar im August... Allerdings auch nicht sehr
geschützt zum Meer, was aber heute nacht laut Wetterbericht kein
Problem ist. Nur hin und wieder rollte eine größere Welle hier herein
und schaukelt uns für einen Moment durcheinander. Aber diesmal ist
alles verstaut, Tauchflossen, Paddel und was man sonst gern so draußen
herumliegen lässt.

Dienstag, 31. Juli 2012

Trogir - Kulturschock - Solta Naturbucht




Gestern musste mal Kultur sein - meinte jedenfalls die ganze Crew ausser dem Skipper. Aber ich sah auch ein, dass nach über 3 Wochen die Vorräte aufgebraucht waren und neugierig auf die Welt Unesco Stadt Trogir war ich auch. Was dann jedoch in der Marina als Hitzewelle auf uns einschlug, wieder 38 Grad und keine Möglichkeit, mal eben ins Wasser zu springen - das war sozusagen der Hammer. Wir machten uns sofort auf in die Stadt - und das war ein Fehler. Mittags mit dem Fahrrad los - nie wieder. Erst mal macht einen die Autoverkehr - Hektik am Festland ganz verrückt - und zur Siesta-Zeit geht in der Stadt auch gar nichts. Ich weiss nicht, wie viele Cappucini, Espressi, Eiskaffee wir getrunken haben - der Kreislauf war im Keller. Erst die liebe Einladung von Mattes und Vani in ein ganz uriges Lokal in einem historischen Innenhof hat uns wieder aufgemöbelt. Ich habe nicht viel von der Historie 900 n. Chr. und meistens dem 13.-15. Jhd. mitbekommen, habe mich einfach in einen kleinen Park am Meer gelegt und geschlafen, Kräfte gesammelt für den nötigen Einkauf. Den haben wir dann mit Rädchen, Trolli etc. gemacht. Yachtie-Leben ist nicht nur Urlaub und Easy-Going. Jaja, ich brauche jetzt kein Mitleid, Ihr könnt euch die lähmende Hitze sowieso nicht vorstellen.
www.sy-hemisphere.com/
Das ist der größte Katamaran der Welt 145 Fuss, 44 Meter, 250000 Dollar pro Woche Chartergebühr (wenn ihrs nicht glaubt, siehe hier...)
Wie die den so glänzend bekommen... ?  Ich spiegle mich im Rumpf des Mega-Kats "Hemisphere" beim Fotografieren
Anyway, so komfortabel wie auf dem größten Katamaran, den ich je gesehen habe, mit 10 Pers. Crew/Personal für die 12 Chartergäste - geht es bei uns sowieso nicht zu. Wir lagen auch nicht direkt im Stadthafen, sondern mussten unsere Einkaufstaschen ziemlich weit tragen. Aber die Cruising Speed 11 Kn. war ja fast mit uns vergleichbar. Er hat uns auch noch mal überholt, aber das hat ziemlich lange gedauert ;-)

Heute ist wieder Natur Pur angesagt - Wind, kleine Bucht mit Landleinen für uns alleine. Da bin ich wieder glücklich! Und hier passt Hemisphere nicht hinein, die Bucht passt gerade für uns. (Könnt ihr oben bei "Position" sehen. Für die Position von Trogir habe ich übrigens schlicht vergessen, den Tracker einzuschalten, so "fertig" waren wir alle). Und ne Kapitäns-Mütze muss ich auf LIZA auch nicht den ganzen Tag tragen wie der Skipper von Hemisphere, der einsam oben auf seiner flybridge stand und die Crew mit Funkgeräten anwies. Ich hab meine Lieben direkt um mich...  Also der glücklichste Mensch, wenn ich nicht in berühmte Städte zur brüllenden Mittagshitze "muss".

Samstag, 28. Juli 2012

Wir sind in der Karibik - oder?

Wir sind in der Karibik - oder? Nachdem wir den Anker heute morgen aus dem Schiffswrack ausbrechen konnten, sind wir neugierig gewesen auf die berühmte Bucht Krknjas mit Karibik-Flair. Und wir sind nicht enttäuscht worden. Unglaublich. Wie aus dem Bilderbuch... Da machen uns die 31 Grad im Schatten doch gar nichts aus. Alle halbe Stunde reinspringen und abkühlen - dann geht das schon.
Da in 4 Tagen Jan zusteigt bzw.in Split landet, bleiben wir nun in der Nähe von Trogir, einer Stadt westl. von Split, voller Altertümchen, die besonders Matthias und Monika reizen. Also ist eine Nacht Marina reserviert, weil es im Umkreis dieser wunderschönen Stadt keine Ankerbuchten gibt. Da wir nur 1,15 m Tiefgang haben, können wir ziemlich nahe der kleinen Atoll-ähnlichen Inselchen ankern, während die Einrumpf-Segelschiffe weiter hinten im tieferen Wasser ankern müssen. Wie ihr seht, liegen wir ziemlich großzügig, nur ein Ausflugs-Badedampfer hatte sich kurzzeitig ziemlich dreist direkt vor unsere Nase gelegt. Aber so hatten wir mal ganz großes Kino direkt vor unserem Trampolin. Nach einer Stunde war der Spuk vorbei und es ist wieder Ruhe eingekehrt - gut für unser Mittagsschläfchen unter dem Sonnensegel.



Von mir aus könnte es immer so bleiben. Tut es aber nicht. Das nächste Tief ist im Anmarsch laut Wetterfax, die ich zum Üben schon mal einfrig mit Kurzwelle empfange, interpretiere und dann schaue, was passiert. Meistens kam es doch noch anders als vorher gesagt. Auch der DWD kann die vielen kleinen lokalen Ereignisse nicht vorhersagen. Es bleibt ziemlich unkalkulierbar. Man kann halt nur versuchen, sich anzupassen. Das ist allerdings mit einem Anker, den man nur für EINE Zugrichtung vernünftig einfahren kann, ziemlich frustrierend, wenn sich in wenigen Stunden der Wind wieder um 180 Grad dreht. Oft versucht man es hier mit Landleinen, aber wenn es beim Katamaran dann hinten in den Salon stürmt mit der großen Angriffsfläche für den Wind, ist das auch nicht lustig. Und bei den scharfen Steinen scheuert jede Leine mit irgendwelchen Stoffresten gepolstert in einer Nacht durch. Ich bin froh, dass er Ankeralarm auf dem Pad gut funktioniert. Na, jetzt genießen wir erst mal Ankern auf 2 m Sand-Grund mit 40 m Kette. Das sollte halten für heute Nacht - auch wenn der Nordwind auf SW drehen soll mit 10-16 Kn. dann bläst es wieder auf die Nase und gibt eine ordentliche Welle vom Offenen Meer. Aber schaun wir mal...

Freitag, 27. Juli 2012

Mit dem Parasailor nonstop zur Insel DRVENIK

Heute waren mal nur 15-25 Knoten Wind und da hat der Apfel nicht weit vom Birnenbaum fällt, mein Sohn also die gleichen dummen Ideen hat wie sein Vater, war schnell entschieden, der Parasailor muss drauf. Wie war das noch mit den 4 Leinen, wo die Rollen, etc? Aber wir haben es hinbekommen zu zweit und sind stolz, bei 25 Knoten auch wieder ohne Probleme geborgen. Maschine kräftig mitlaufen lassen, ca. 30 Grad angeluvt, Windpilot, Lee-Leinen gelöst und einer sammelt das Segel ein, der andere zieht den easy-snuffer herunter. Hat richtig Spaß gemacht. Ja ich gebe zu, es ist in wenig Stolz dabei, das mit Sohnemann wie immer ohne viele Worte einfach zu machen. Er hat es ja nur bei mir abgeguckt, aber sieht auch sofort, was nötig ist. Mit dem Turbo sind wir schon nachmittags in Drvenik angekommen, haben eine kleine gemütliche Bucht gefunden, Anker geworfen. Hielt sofort. Seltsam, das hatten wir noch nie. Der Blick durch die Taucherbrille offenbarte dann auch gleich den Grund: Wir haben ein versunkenes Fischerboot "getroffen". Da es wieder ziemlich pfeift (in Böen 30 Kn) und die Bucht recht klein ist, bin ich froh, dass für die Nacht sicher ein guter Halt gegeben ist. Nur werden wir morgen oder übermorgen sehen, wie wir die Ankerflunke wieder aus dem mit Steinen beschwerten Holzschiff rausbekommen. Aber das interessiert heute noch nicht...

Was ich noch sagen wollte: seid bitte nicht enttäuscht, wenn ich zwar hier in den Blog schreibe, aber manchmal nicht zeitnah auf eure emails antworte. Ich schreibe öfter über das Mobilfunk GSM-Netz direkt per email in den Blog, wenn ich z.B. kein W-Lan habe. Manchmal habe ich aber auch einfach noch keine Ruhe für meine Gedanken. Zu viel Neues gibt es noch auf dem Schiff zu organisieren und zu überdenken. Es kommt aber immer mehr Routine rein, und dann habe ich auch mal "frei".

Hier ein paar weitere Sternstunden, für die sich alle Mühe schon gelohnt hat...




Donnerstag, 26. Juli 2012

ZIERJE- wieder zu viert

"Synchronspringen" Vater und Tochter.
Unsere Jüngste ist wieder auf der Heimreise. Es war eine kurze und sehr intensive Zeit. Sie hat wichtige Entscheidungen für Ihre kommende Zeit getroffen, die sie in Kanada verbringen wird. Im Kopf weiss ich, dass alles gut ist, und dass sie ihren Weg macht. Wir sind nicht gut im Abschiednehmen, und überhaupt war mir klar, dass dies eine meiner vorrangigen Aufgaben sein würde auf der Langfahrt, das Abschiednehmen nicht so schwer zu nehmen. Wir haben unterwegs einige sehr nette Paare/Familien kennen gelernt, Adressen ausgetauscht und man kam sich erstaunlich schnell näher. Aber mit den eigenen Kindern ist es noch etwas ganz anderes...
Matthias will immer hoch hinaus   www.creative-shooting.de


Nach einem strammen Törn bei 25-30 kn Wind sind wir noch weit in den Süden gekommen, bis ZIRJE den "Rückenwind" von schräg hinten ausgenutzt, auch wenn der Autopilot auf diesen Kursen bei höherer Welle vor dem Wind nicht mehr zu gebrauchen ist. Für heute reichts, haben in drei Buchten keinen guten Ankergrund gefunden und alle Bojen waren belegt. Nun haben wir wieder auf 20 m Tiefe mitten in der Bucht alle Kette rausgeworfen und ich hatte für heute wieder genug Wind um die Ohren. Mache jetzt die Luken zu, die übrige Crew schläft schon seit 21 Uhr. Es geht mir offenbar nicht nur allein so, dass die Sonne, der Wind und die Seeluft müde macht. Übrigens hat Vani sich super geschlagen heute auf diesem Eierkurs. Sie besteht auf dem Prädikat "segeltauglich", das ist sie wirklich.

Dienstag, 24. Juli 2012

Der Fluch Kroatiens


Matthias und Vani


Hier lässt sich schon erkennen, dass es keine ruhige Nacht wird..
So viel am Anker herumgedriftet
Mit einigem Mut und gutem Wind haben wir uns doch noch aus Sali heraus getraut und sind in eine nach dem Segel-Papst Herrn Beständig "borasichere" Bucht gefahren. Tja, aber leider hats dort so gnadenlos gepfiffen, dass wir auf der Stelle gedreht haben und in eine kleine Bucht davor zurück gefahren sind, in der schon ein Segler lag. Und kaum lag der Anker, drehte der Wind, also Anker wieder hoch (da sind wir jetzt nicht mehr so zimperlich, sondern sagen eher lieber gleich, als später, wenn die Felsen direkt hinter dem Schiff auftauchen. Und genau diese Aktion war gut, im Gegensatz zum dem anderen Segler hielt unser Anker einem ekelhaften Gewittersturm stand. Auf dem Programm Ankerwache könnt ihr sehen, wie wir im 90m Kreis herumgetrieben sind, nah am Auslösen des Ankeralarms (der äussere Kreis). Es ist ja nachts um 1 Uhr schon beängstigender, wenn das ganze Rigg heult und man wegen der schlechten Sicht nur auf dem GPS sehen kann, ob man sich dem Land nähert. Hören ist nicht mehr möglich. Auf dem Radar sahen wir, dass sich die Distanz zum 2. Schiff deutlich veränderte, was letztlich daran lag, dass deren Anker nicht hielt, vermutlich wegen zu wenig Kette. Wir haben bei 10m Sandgrund jetzt immer 50 bis 60 m Kette draußen. Das ist wichtiger als die alte Religion, welcher Anker denn nun wofür der beste sei. Unser Bügelanker hat sich ja auch schon herausgeschraubt, aber bei den drehenden Winden ist das auch kein Wunder, wenn sie dann immer wieder plötzlich sehr stark aus ganz anderer Richtung wehen. Es dauert dann, bis sich die Flunke wieder eingegraben hat.
Aber noch mal zur letzten Nacht: Wir hatten gerade so viel mit Sturm etc. hinter uns, dass wir echt nicht noch eine weitere Blitz- und Donner-Nacht brauchten. Natürlich waren wir alle wach um ein Uhr als es losging, und ich habe zum ersten Mal die Segelei echt verflucht, die Leute beneidet, die sich in einem Häuschen am Ufer einfach ins Bett legen. (Dass die kein Wasser und Strom haben wie wir, kam mir erst heute morgen in den Sinn). Um drei hab ich mich dann hingelegt, nachdem Monika meinte, das Schlimmste sei doch vorbei, und bis jetzt hat der Anker doch gehalten. Heute morgen war dannn fast alles vergessen, wunderschöner Ausblick, baden mit den Kids und gleich wieder ein schöner blauer Himmel mit 20 Kn Wind. Also auf nach Osten, wo Mareikes Freund mit anderen Jungs Urlaub macht und ein Treffen geplant ist, bzw. sie sogar mit denen wieder zurück nach Deutschland reist. Kaum waren wir auf dem Wasser, wurde der Himmel schwarz, Blitz u Donner - aber am Tag ist das alles nicht so unheimlich. Wir sind jetzt in einer hübschen Ankerbucht mit großen Pinien ganz grün bewaldet (nicht so kahl wie die Kornaten, die mich immer gleichermaßen faszinieren und abstoßen, weil halt von Menschenhand zu Zeiten der Römer und Venezianer für Schiffsbau abgeholzt und jetzt als besonderer Naturpark vermarktet). Der Regen gefällt uns richtig gut, das Schiff wird wieder entsalzt und sauber, nur die Kids sind nicht soo begeistert. Aber wenn man nur ein paar Tage an Bord hat wie Mareike, dann ist es auch nicht so toll. Na, jetzt hört es mal auf und wir werden in das Dörfchen von VRGADA hoch laufen, sieht nett aus.