Sonntag, 22. April 2012

Polarlicht in der Ionosphäre, ohne die Wellen nicht zurück gebrochen würden auf die Erde
Man kann das Leben kaputt denken, sich abkapseln in einen Kokon und brüten und warten und spinnen und hoffen auf die Metamorphose, die vielleicht nie kommt.

Ich erlebe gerade den Irrsinn, das alles in jenen Tag kulminiert, wo man aufbricht und in "See sticht":  Ein komisches Wort, das ins Herz sticht. Ich mache mir die gleichen Gedanken wie ein alter Mensch, ob noch dieser oder jener Gegenstand bis zu dem Tag hält, der Telefonakku noch durchhält, ob mein Klappbett noch die Tage übersteht, das Auto usw.  Das hat etwas von der Einbahnstraße, dem Irrsinn, dem alte Menschen oft aufgesessen sind, wenn sie wie hypnotisiert auf ihre letzte Reise starren, sich kein Auto mehr kaufen, weil es sie vielleicht überleben könnte, alles keinen "Sinn mehr macht". Ich bin wirklich glücklich darüber, dass mein Vater sich gerade einen schönen iMac gekauft hat. Lohnt es sich noch, ein Bäumchen zu pflanzen? Ja. Meine Frau lebt mir das täglich vor. Sie ist zwar auch aufgeregt vor unserer großen Reise, aber sie lebt jetzt und hier in unserem Wald, als würde es immer so bleiben. Meine Seele ist schon auf dem Meer, fühlt sich aber nicht wohl, ist zerrissen zwischen dem Jetzt, und dem Wissen, dass ich von vielem Abschied nehmen werde und muss. Um etwas Neues in die Hand zu nehmen, muss ich altes loslassen. Es ist mir alles klar, aber das Herz hängt an dem alten, während die Seele los will. Ich will meinen Frieden finden, Einheit von Herz und Seele, Menschen ihr eigenes Leben leben lassen, sie und mich in Ruhe lassen. Ich verstehe immer weniger den Antrieb, aus dem Menschen um mich herum leben oder auch nicht leben. Und oft weiß ich nicht, aus welchem Antrieb heraus ich das jetzt alles tue. Es ist nicht nur Neugier, es ist auch eine kleine Flucht nach vorne, weg vor der Angst vor Leere, in die ich stürzen würde, wenn ich nur irgendwo im Eckchen sitze und denke und schreibe (weil ich keine Musik mehr spielen kann und will), euch schreibe, Wellen in den Äther sende in der Hoffnung, sie würden auf Antennen treffen, die in der richtigen Länge in Resonanz mit den Wellen meine empfangen können und vielleicht Antworten zurück senden. Aber ich will gleichzeitig nicht mehr diese Intensität, diese anstrengende Tiefe von Antworten auf die brennenden Fragen. Ich schreibe hier niemandem direkt, sondern ziellos den Voyeuren dieses Blogs, die vielleicht selber auf der Suche sind, hier zwischen den technischen, materiellen Dingen sich ein wenig in demjenigen wieder finden, der sich gerade aufmacht, weg aus dem Gewohnten, ins Unbekannte aufbricht, auf der Suche zu sich und seiner Beziehung zur Welt, zur Liebsten. Das ist alles, was nach einem aufgabenreichen Leben übrig bleibt, die Beziehung zu dem oder den Menschen, und die Liebe, die man gibt und die man vielleicht nehmen darf. Es macht mich immer wieder unruhig, dass ich weglaufe, wegfahre, meine Antennen so weit vom Land wegbringe, dass sie nur noch (Meeres)rauschen empfangen. Seltsame Parallelen zu den letzten Tagen, in denen ich mich bis auf den Grund mit Kurzwellenempfang auseinander gesetzt habe. Es ist Anachronismus in dieser Welt von Internet und email, wieder einen 24 m langen Draht auf dem Dach zu spannen, und wie ein kleines Kind zu staunen, dass man da deutsch gesprochene Kommentare aus China hören kann, die nicht im (zensierten) Internet zu finden sind. Und Wetter Hieroglyphen aufzufangen, die die Software anschließend zu verständlichen Wetterkarten umbauen kann. Ich hörte tagelang nicht mehr die Vögel zwitschern, sondern nur noch diese Faxtöne, RTTY-Signale. Wenn da draußen auf dem Atlantik der Satelliten-Datenempfang mit nur 2400 Baud uns in die Steinzeit zurück katapultiert, der Empfang von 80 Kb ein paar Euro kostet, besinnt mann sich auf die gute alte Kurzwelle. Und das ist eine Welt für sich. Ein Haufen Unerklärliches, Ringkerne, Mantelwellen, Abschirmung und ja, sogar eine Seele im abgeschirmten Kabel. Es gibt da männliche Stecker und weibliche Buchsen. So viel menschliche Begriffe für die Hardware.  Jeder Funker schwört auf seine eigenen, selbstgebauten Antennen. Und wenn die am Sonntag morgen losziehen irgendwo auf einen Berg, ihr kleines Empfangswunder aus dem Rucksack nehmen und in den Äther lauschen, hat das etwas von einer heiligen Zeremonie, mit der da unten im Tal in den Kirchen die Menschen ebenso auf eine Antwort aus dem gleichen All bitten.
Ach ja, es ist Sonntag heute. Ich werde jetzt meinen Schreibtisch von Aktivantennen, Drähten, Kabeln und den kleinen Wunderboxen (WIBE, Radiojet, Comar) endlich befreien,  alles in Kisten und Koffer verstauen, und dann erst wieder auf dem Schiff lauschen, was da ankommt, vielleicht gelegentlich auch aus einer Funkrunde in der Karibik, wo es sogar deutsche ("Sauerkraut"-)Runden morgens und abends gibt. Vielleicht ist eine gute Info mal dabei. Aber was ist schon interessant ausser dem Wetter. Wo das Bier billig ist, wo wer beklaut wurde?  Für mich ist vielleicht gar nichts dabei...  ausser dem Wetter... 

Freitag, 20. April 2012

Flaggenalphabet

 Haben wir eigentlich alle wichtigen Flaggen an Bord?  Ok, die gelbe Q-Flagge ist natürlich vorhanden, aber was bedeuten doch noch diese komischen Flaggen? Wo sind die Bändchen zum Befestigen... Wenn ihr es nicht mehr wisst, schaut unten auf der Tafel nach. Die A,-F und W Flagge werd ich noch besorgen. An Gastlandflaggen fehlt noch Montenegro und Albanien.
Vielleicht hat jemand von euch noch was übrig :-)



Freitag, 13. April 2012

Kurzwellenempfänger RadioJET von Bonito

Für 599,- Euro Kurzwelle in Spitzentechnologie
Ich habe in Kroatien 4 Wochen lang den neuen Kurzwellen Empfänger von Bonito , den RADIOJET 1102S ausprobiert. Vorweg gesagt: ich bin so begeistert, dass wir nun den Vertrieb für Kanada übernehmen. Wenn (wie vom Hersteller angekündigt) in Kürze der Dongel noch entfällt, dann passt die Philsophie ganz in unser Konzept: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
In der heutigen Zeit ist eine Kurzwellen-Anlage nur noch sinnvoll, wenn man aktiv funken möchte, an den KW-Funkrunden teilnehmen will, sowie email über Pactor versenden will. Dies erfordert aber eine Installation für insgesamt rund 6000 Euro und monatl. Gebühren für die Einspeisung der Daten von Kurzwelle ins Internet. Wer über Kurzwelle nur Wetterdaten (Bodendruck-Karten, Wetterfaxe, RTTY, Navtex empfangen möchte, und Funkrunden vielleicht nur mithören möchte, ansonsten den email-Verkehr über Satelliten-Telefonie abwickelt, der ist mit diesem kleinen techn. Wunder bestens bedient. Selbst die Amateurfunker bestellen reihenweise dieses Kästchen, weil die Empfindlichkeit einzigartig ist.
Der RadioJet 1102S verbindet innovative Architektur mit den Vorzügen der modernen Computertechnik. Der Frequenzbereich reicht von 0,04MHz bis 30 MHz bei einer exzellenten Empfindlichkeit von 0.03µVolt auf einem -137dBm Rauschflur mit einer sensationellen Auflösung von 144dB bei 24kHz Abtastrate (und Kaskadierung der ADCs).
Im Moment die konsequenteste Anwendung der modernen Radiotechnik.
Das Herzstück dieses IF-Receivers (ZF-Empfängers) ist seine mitgelieferte Software. Diese ermöglicht erst die verschiedenen Anwendungen. Im RadioJet ist ein IF-Input-Device eingebaut, wodurch sich das Gerät wie ein externes USB- Audio Aufnahmegerät verhält und ein problemloser Anschluss, ohne komplizierte Treiberinstallation gewährleistet ist. Einfach einstecken und die mitgelieferte Software installieren … fertig – Einfach Plug and Play
Der Empfänger wird mit Software ausgeliefert, die folgende Features enthält:
Wiedergabe und Aufnahme von Sendungen in USB, LSB, CW, AM, FM und DRM. Alle Filter sind vollständig variabel und können auch per Equalizer von Hand gezeichnete Welligkeit und Notches haben. S-Meter- und Spektrumswiedergabe haben messtechnisch hochgenaue dBm- Skalierung und sind kalibrierbar.

meteojet_box
Komplettpaket für 1199,-
Ich habe das komplette Bonito MeteoJet Paket getestet.
Dieses Paket beinhaltet die Software MeteoCom 6 Marine Edition, den neuen Bonito MeteoJet Empfänger und die notwendigen Kabelverbindungen. Diese Software/Hardware Kombination zeichnet sich durch problemlose Inbetriebnahme aus und bietet zusätzlich ein Jahr Zugang zu allen für Segler wichtigen Wetterdaten von Internet-Server. Das Signal des Kurzwellen-Empfängers wird direkt im Computer mit der Bonito Software verarbeitet. Durch direkte ZF-Decodierung werden Wetterfax, Navtex und RTTY in dieser Kombination in viel besserer Qualität decodiert, als bei herkömmlichen SSB-Radios üblich. Teure Filter, Anzeigen und Schalter sind beim Einsatz an Bord überhaupt nicht  Gegenstand einer Überlegung.  Kleinste Abmaße und beliebige Unterbringung, sowie geringer Stromverbrauch sind viel mehr gefragt. An Bord zählen ausschließlich Funktionalität, Zuverlässigkeit und geringe Kosten. Die Steuerung zum Beispiel wurde  komplett in MeteoCom 6 integriert und erfolgt direkt über die USB-Schnittstelle. Durch das ebenfalls integrierte Zeitmanagement ist ein vollautomatisierter Betrieb möglich, der auf Wunsch sogar Ihren Computer ausschaltet.
359,- Euro incl. Stromversorgung über Antennenkabel
Sie können das Gerät versteckt im Boot einbauen. Vom Gerät  kommt nur 1 USB-Kabel zum Computer, die das Gerät auch gleich mit Strom versorgt. Eine extra Stromversorgung entfällt somit. Zwischen 40 kHz und 30 MHz kann der Empfang mit 1 Hz Genauigkeit abgestimmt werden.  Mit diesem  Paket erhält man eine eine Lösung, die geeignet ist, weltweit Wetternachrichten vollautomatisch im Hintergrund zu empfangen. Nur eine Kurzwellen-Antenne ist noch notwendig. Da reichen aber einfach ein 12m Kupfer (Klingel-)Draht, den man an einem Fall in den Mast hochzieht, oder eine komfortablere Aktiv-Antenne wie z.B. die 1 Meter lange, wasserdichte BCL1KA mit einem Empfangsbereich von 10kHz bis 110 MHz. Somit deckt die Antenne sowohl den Kurzwellen- als auch den UKW-Bereich ab. Ich habe auch gute Erfahrung gemacht mit der
ca. 109 Euro mit 12V
Aktiv-Antenne 20kHz-60(160)MHz ADDX-AT-5
von Charly Hardt, die ich hier auf unserem Antennen-Mast montiert habe.

Technische Daten:
Bonito MeteoJet Receiver
EmpfängertypIF-Receiver
Frequenzbereich40 kHz - 30 MHz
Abstimmungsgenauigkeit 1 Hz
Modulationsarten AM, LSB, USB, CW, DRM,
Dynamikbereich~96.32 dB
Empfindlichkeit 0,03µV
Trennschärfe regelbar zwischen 100 und 15000 Hz
Antennenanschluss50 Ohm BNC
PC-Anschluss und Treiber InstallationUSB 2.0 selbst installierend mit HID- und Audio-Interface
Arbeitsstrommax. 220mA vom Computer gespeist < per USB-Port >
Größe / Gewicht 112 x 103 x 31mm / 0.22kg

Donnerstag, 12. April 2012

Seeventile Rotguss oder Marelon?

Das sieht nicht so gut aus...
Da das Schiff nun eine Weile an Land liegt, habe ich beschlossen, alle Seeventile vorsichtshalber auszutauschen. Einige sahen doch stark korrodiert aus. Vielleicht würde neu eindichten auch schon helfen, aber da die Sicherheit entscheident davon abhängt, ob das Boot schwimmt, also dicht ist und nicht voll Wasser läuft, ist die Entscheidung eigentlich klar. 
Aber welche Ventile sind zu empfehlen?   
Rotguss
Rotguss - hoher Kupferantei - geht aus Korrosionsschutzgründen bei Stahl- und Alubooten nicht, sind aber für GFK empfohlen und seewasserbeständig. Oder nimmt man V4A Ventile. Die Werkstoffnummer 1.4571 stellt einen Chrom-Nickel-Titan legierten Edelstahl dar, der sehr salzwasser- und säurebeständig ist. Preislich sind diese Ventile auch nicht teurer als Gute aus Marelon. Hierzu liest man allerdings, dass Kunststoff im UW-Bereich nicht zu empfehlen ist, da nach ein paar Jahren die Weichmacher heraus diffundiert sind schnell spröde werden. Andere schwören auf Marelon. 
Was habt ihr für Erfahrungen?

Eindichten der Gewinde mit Loctite....  ?




Mittwoch, 11. April 2012

ARC 2012 ausgebucht

Wer noch mit der ARC über den Atlantik segeln will, muss bereits auf die Warteliste. Die Teilnehmer-Zahl ist seit ein paar Jahren auf 230 Yachten beschränkt. 260 sind jetzt für den 25. Nov. eingeschrieben, so früh wie nie zuvor. Mit 23 Katamaranen sind wieder fast so viele Mehrrumpf-Boote dabei wie im Rekordjahr 2011 (29 Katamarane)

Wir werden wie geplant eine Woche vor der ARC zusammen mit Ludger und Christel (Lagoon 380 GREEN DUCK) starten , zu viert mit Thomas und Enrico an Bord unserer Lagoon 380 LIZA.

Abschied

Es ist schon ein unbeschreibliches Gefühl: 2009 lag LIZA (Pfeil) hier noch alleine, dann haben wir letztes Jahr die Lagoon AQUA von Barcelona nach Rovinj geholt und daneben gelegt. Es war eine wunderbare Zeit, und es ist schon Wehmut dabei, diese zur dritten Heimat gewordene Marina in Istrien zu verlassen. Peter wird hier noch schöne Zeiten verbringen und ich bin sicher, dass wir uns irgendwo an Bord wiedersehen, vielleicht sogar beide Schiffe noch einmal nebeneinander liegen werden. Wir haben uns gegenseitig auf den Weg gebracht, viel voneinander gelernt und werden uns nicht aus den Augen verlieren, wie jeder seinen Traum verwirklicht.



Bis Juli wird LIZA nun an Land in der Bucht oben hinter der Kirche bei Nauticar warten und die letzten Arbeiten werden Monika und ich Anfang Juli gemeinsam ausführen.


Verschiedenes zusammengefasst


Das neue Caribe-Dingi hängt sonnengeschützt unter den Solar-Panels

Die Facnor SD 200 Fockrolle haben wir erneuert

Ludgers selbst gedrehte neue Umlenkrollen am Fockschot-Schlitten, die härteren aussen.

alle Navigationslampen wurden gegen LED ausgetauscht.


Der Antennenmast um aktiven Radarreflektor, akt. UKW-Antenne und AIS-Antenne erweitert



in allen 4 Kojen gibt es eine USB Ladesteckdose (ausschaltbar, weil sie auch inaktiv etwas Strom verbraucht)
Gurte zum Lagern des Kajaks zwischen Heck und den Solar-Panels

Hier sieht man das Kajak links neben den Solar-Panels

Sonnensegel als Klimaanlage

Monikas selbst genähte Sonnensegel haben sich bewährt und alle Anforderungen erfüllt.
Wir wollten einen größeren und einen kleineren Sonnenschutz den Gegebenheiten flexibel anpassen können, also variabel den Trampolin-Liegeplatz beschatten (wo meistens ein angenehmer Wind geht) oder auch die Panorama-Fenster des Salons.


Der Sonnenschutz sollte im Wind nicht schlagen bzw. auch bei stärkerem Wind stehen bleiben können vor Anker.

Nach einem karibischen Platzregen soll er schnell wieder trocknen und nicht schimmeln. Eine oft diskutierte Folie als Regensammler haben wir verworfen,  da die Biopartikel aus der Luft im gesammelten Regenwasser den Trinkwassertank schnell zum Verderben bringen würden.
Das Materieal des Sonnensegels sollte winddurchlässig sein und keinen Hitzestau darunter erzeugen wie z.B. ein Markisen-Stoff.

Die Lösung ist ein ganz feinmaschiges Mesh-Gewebe, das ca. 80% der UV-Strahlung abhält, und über die zum Mast gespannten Fock-Schoten ausgerollt wird. In der Mitte wurde der Rand mit Rollo-Band verstärkt, und am Ende eine Lasche zur Aufnahme von Segellatten genäht. Diese werden mit jeweils 2 Gummibändern und Edelstahl-Haken zur Reling hin abgespannt.


Bei Bedarf kann eins der Sonnensegel auch in der Plicht am Heck verwendet werden, um seitlich unter dem Bimini-Dach aufgespannt für Schatten zu sorgen, dabei aber gleichzeitig den Wind noch durchzulassen.




Dienstag, 10. April 2012

Trampolin Netz neu

Ja, den Post hatten wir letztes Jahr schon mal, aber das Netz hatte nicht lang gehalten. Daher habe ich gesucht, bis ich den Hersteller der original Lagoon Netze herausgefunden habe. Und dann lange verhandelt, um die Händler-Legitimierung dort zu bekommen. Das bedeutete einen erheblichen Preisvorteil.
Die Montage des Netzes ist nicht ganz einfach, eine französische Anleitung wurde von Enrico wochenlang vor der Montage schon durchgearbeitet und Spannzangen gekauft.  So haben Thomas und Enrico hinbekommen, wofür Lgoon extra einen Mann als Netzspanner eingestellt hat. Mit einigen Blasen an meinen Händen habe ich dann ein paar Tage später die Spannung hinbekommen, die ein sehr komfortables Liegen und übrigens ohne Knoten im Rücken (wie bei vielen anderen Herstellern ) ermöglicht. Erst jetzt merke ich, wie wichtig sicheres Gehen (ohne Rutschgefahr wie auf Mesh-Netzen) und Arbeiten beim Ankern und Parasailor-Setzen da vorne ist.

Ebenfalls neu und hier sichtbar vorne die Facnor SD 200 Rolle und (nicht sichtbar oben) dazugehörig die C46 Rolle zum Aufwickeln der Fock. Beide waren mir nicht mehr 100% vertrauenswürdig. Das Austauschen bedeutete den Mast mit allen verfügbaren Fallen nach vorne abzuspannen, damit das Vorstag aufgeschraubt werden konnte.

Sonntag, 8. April 2012

neue Matratzen mit Air Lift Luftmatte darunter


Nach 10 Jahren hat die Bordfrau entschieden, dass die Matratzen alle ausgetauscht werden. Damit sich in der Karibik keine Feuchtigkeit darunter bildet, wurden auf der Messe bei Kähne für alle 4 Kojen ca. 1 cm dicke Matten als Abstandhalter Boden-Matratze gekauft. Wir konnten mit zwei konfektionierten 200x200cm und einer 160x200 Matte(n) für insgesamt 260 Euro genau das benötigte Maß zurecht schneiden.


Wassermacher (watermaker) eingebaut und in Betrieb genommen

Das umfangreichste und aufwändigste Projekt des vergangenen Monats war der Einbau des ECHO TEC 260-DML1 (12 Volt) Wassermachers an Bord der Lagoon 380. Ich bin insbesondere Peter (Lagoon 420 "AQUA") sehr dankbar, dass er sich tagelang unermüdlich im wahrsten Sinne des Wortes da hinein gekniet hat, nach dem besten Platz, den kürzesten Schlauchwegen etc. gesucht hat, bis die optimale Lösung gefunden war. Ich hatte den Wunsch, keine zusätzlichen Seeventile einzubauen (10 Stück sind schon genug!) und wollte nicht das zusätzliche Gewicht der schweren Hochdruckpumpe auf die Backbordseite einbauen, wo schon die schweren Servicebatterien für Ungleichgewicht stehen.
Deshalb haben wir uns für die vordere Steuerbord-Kabine entschieden und dort die Filter in das vorhandene GFK-Regal unter den Betten von vorn leicht zugänglich eingebaut. Vorteil: dieser Bereich ist wasserdicht und beim Wechseln der Filterpatronen sowie dem Ansaugen der 10 Ltr. Biocid Konservierungs - Flüssigkeit kann ruhig mal etwas daneben gehen. Dieses Regal hat sogar einen kleinen Ablauf am Boden. Das lange Osmosemembran - Rohr konnte links daneben versteckt werden und ist durch ein Loch von vorne zugänglich, falls die Membran, das Herzstück der Anlage, mal getauscht werden muss. Ansonsten braucht die Membran keine Wartung von aussen. Gut sichtbar rechts in dem kleinen schmalen Schapp wurde  das Bedien-Panel mit Manometer und Durchflussanzeige untergebracht. Letztere war leider sofort bei Inbetriebnahme undicht, wird aber von ECHO-Marine LTD umgehend ausgetauscht. Ersatzteil ist unterwegs. Die Montage der ganzen Anlage auf der Kühlschrank-Seite (Stb) hatte den zusätzlichen Vorteil, dass wir das Reject Water, also das überschüssige Wasser, das beim Produzieren des Süsswassers entsteht, in das vorhandene Seeventil "ICE BOX DRAIN" einleiten konnten. Dieses leitet das Tauwasser des Kühlschranks ausser Bord. Ferner konnte zum Ansaugen des Seewassers für den Wassermacher das vorhandene Seeventil der Salzwasser-Fusspumpe verwendet werden, die bei Strom-oder Pumpenausfall bzw. zum Geschirr-Abwaschen mit Salzwasser nach wie vor benutzt werden kann.
Da die Haltbarkeit und Funktionsfähigkeit des Watermakers davon abhängt, ob nach jedem Betrieb die Membran noch mal mit Süsswasser gespült wird, sollte dies sehr einfach zu bewerkstelligen sein. Deshalb haben wir uns entschieden, diesen Spülvorgang nicht mit separatem Kanister zu erledigen (wie ursprünglich geplant und auf der Zeichnung unten in der Mitte bei "Sample Outlet" noch eingezeichnet, sondern haben zwei Leitungen zum bordseigenen Trinkwassertank verlegt, eine für das gewonnene Trinkwasser, die andere als Rücklauf wieder zum Wassermacher. Das Rückspülwasser darf auf keinen Fall Chlor enthalten, das die Osmose-Membrane zerstören würde. Daher eignet sich ein kleiner Teil des selbst produzierten Trinkwassers zum Spülen am besten. Den Druck für den Spülvorgang baut die bordeigene Wasserpumpe auf. Somit braucht man nur 2 Hebel umlegen, ein Seeventil öffnen und hat wenig Aufwand mit der Spülerei.
 
Es ist schon unglaublich, dass man (in der Vorsaison) das Wasser im Hafen von Rovinj so gefiltert trinken kann, und der Geschmack im Unterschied zum Stadtwasser (gechlort) richtig gut ist. Die Pumpe war beim ersten Eindruck relativ laut, etwa so wie ein Motor im Leerlauf, wenn jedoch der ungeheure Druck von 60 BAR (das ist eine 600m hohe Wassersäule!) am Hochdruckventil eingestellt wird, dann läuft sie unter Last leiser, und mit geschlossener Kojentür ist das auch für unmittelbare Nachbar-Schiffe keine Zumutung. Man hört draußen nicht mehr viel.
Der von mir gemessene Stromverbrauch bei Voll-Last (35 Liter pro Stunde Trinkwasserproduktion) lag wie vom Hersteller angegeben bei 35-38 Ah und konnte zur Mittagszeit im Mittelmeer im März immerhin zur Hälfte von den 5 Solarpanels gleichzeitig wieder in die Batterien eingespeist werden. Das war der entscheidende Schritt zur Unabhängigkeit von den Marinas und ich freue mich auf die Zeit, wo wir nicht mehr auf die teuren Liegegebühren angewiesen sind. Danke noch mal an Peter Härtner, der uns den Mut machte, das alles zu realisieren.  __________________________________________________________________________________________
Wassermacher im Detail:

  • Watermaker ECHOTec. 260-DML-1 12V 49 Ltr. / Stunde
    Kit, Pumpe (erforderlich, weil nicht 40 cm unter Wasserlinie einbaubar)
    Michael Bauza, Firma E C H O - M A R I N E L T D.
    Mariners Haven,
    1st. Ave. South, Chaguaramas, Trinidad, W.I.
    Tel: 1 (868) 634 2027 / 2015 Fax: 1 (868) 634 2026
    ca. 1 Std. pro Tag laufen lassen, deckt Tagesbedarf 2 Personen. Wenn Wassermacher für zwei Tage nicht benutzt wird, muss die Membrane mit Frischwasser gespült oder mit Biocide behandelt werden.  Die Frischwasserspülung konserviert die Membrane für eine Dauer von maximal 10 Tagen. 

Notfall Seminar, Medizin an Bord

Bevor ich von den Schiffs-Umbaumaßnahmen der letzen Wochen im Einzelnen berichte, möchte ich noch das letzte Event in richtiger Chronologie erwähnen: Zusammen mit der Crew vom Katamaran Green Duck haben wir uns von einem Freund und Arzt in die wichtigsten Grundlagen für erste Hilfe an Bord einweisen lassen, da wir uns notfalls weiter weg von med. Versorgung gegenseitig helfen können möchten.

Insbesondere das sterile Nähen von größeren Schnitten und Wunden sowie das Zuführen von Flüssigkeit und Blutersatz über die Venen war uns besonders wichtig. Dehydrierung und zu starker Blutverlust (mit Zusammenbruch des Kreislaufs) sind vermeidbar, wenn man einen peripheren Venenkatheter (für den klassischen Tropf) legen kann. 




Mit viel Geduld hat sich unser Arzt erst mal selber stechen lassen, bis wir uns gegenseitig getraut haben.

Am besten lest ihr im Blog von Ludger und Christel dazu hier....
Vielleicht komme ich noch dazu, ein paar Details zu schreiben. Generell kann man das aber nicht theoretisch begreifen, sondern muss das selber üben, üben...

Frohe Ostern

Nach einer längeren Schreib-Pause wegen umfangreicher, 4 Wochen dauernder Vorbereitungen unserer LIZA für die bevorstehende Langfahrt wünsche ich euch allen erst mal frohe Ostern.
Wenn mein  Kreativ-Osterei-Team in Solingen nicht ein wunderschönes Osternest gebastelt und per email geschickt und Gerlinde hier in Kroatien nicht einen kleinen Osterhasen ("Mindestanforderung") auf den Teller gestellt und die Kirchenglocken von Rovinj nicht lautstark daran erinnern würden, käme ich kaum auf die Idee, dass Ostern ist.
Aber nach all der Arbeit der letzten Wochen und der tatkräftigen Unterstützung durch Peter, Thomas, Enrico, Sven, Robert (2) liegt unser schönes, dickes, weißes Osterei nun an Land und ist seit 3 Tagen sozusagen wie aus dem Ei gepellt:
Die 8 alten Anstriche vom Rumpf sind runter bis auf das Gelcoat und die Oberfläche ist glatt wie eine Eischale. Nachdem die Unterwasserlandschaft (unten) mit dem Hochdruckreiniger noch zu entfernen war, ging bei den vielen verschiedenen Antifoulings nichts mehr ohne Sandstrahlen. Wir werden nach dem Austrocknen und einem Primer eine schöne Osterei-Kupferfarbe (Coppercoat) auftragen.

Wie von vielen Eignern bestätigt haben wir dann zumindest nicht nach einem Jahr wieder so viel Bewuchs, wie auf dem Bild rechts (ein Sommer in der Adria!) , sondern 7 - 10 Jahre lang keinen neuen Anstrich Antifouling mehr nötig. Nach 2-3 Jahren ist nur noch mal ein leichtes Anschleifen der Oberfläche nötig, damit die Kupfer-Reaktion mit dem Wasser wieder in Gang kommt. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, schreibt mir einfach.


Mittwoch, 7. März 2012

TDS-Meter Wassertester für Watermaker empfehlenswert?

Früher waren Wasser-Tester häufig in die Watermaker integriert. Mittlerweile kauft man sie bei Bedarf als mobile Geräte separat. Ein TDS-Meter kann einiges über die Qualität des Wasser sagen, wenn man die Fähigkeiten und (wahrscheinlich wichtiger) die Grenzen des Testers kennt. "TDS" ist die Abkürzung für "Total Dissolved Solids". Das ist erst einmal irreführend, denn der TDS Meter misst nicht den Gesamtgehalt von ungelöstem Materials in einer Wasserprobe, sondern er ist ist nichts weiter als ein Instrument zum Messen der Leitfähigkeit, wie viel Strom das Wasser bei einer bestimmten angelegten Spannung durchleiten kann. D.h. er misst den elektrischen Widerstand. Das Ergebnis wird bestimmt von der Menge der gelösten Stoffe, die die elektrische Leitfähigkeit beeinflussen, und das sind nicht alle Stoffe im Wasser. Vielmehr sind nur jene Stoffe messbar, die bei der Auflösung zu ionisieren beginnen. Typische Beispiele solcher Substanzen sind Salze, Säuren und Basen. Wenn solche Substanzen sich in Wasser lösen, trennen sich ihre Moleküle in positiv und negativ geladenen Teilchen, die. Das erst befähigt sie, Ladung durch das Wasser zu transportieren - je mehr in der Wasserprobe sind, desto größer wird die Leitfähigkeit, desto geringer ist der Widerstand. Der TDS-Tester gibt Aufschluss über die Wasserqualität, indem er die Gesamtanzahl der im Wasser gelösten Teilchen (TDS = Total Dissolved Solids) misst. Die Maßeinheit des TDS-Tester ist ppm (parts per Million). Sie zeigt an, wie viele Fremdmoleküle in jeweils einer Millionen Wassermoleküle vorhanden sind - 1 ppm entspricht etwa einem Milligramm pro Liter.
Die Bedienung ist sehr einfach: ein Glas mit Leitungswasser befüllen, den TDS-Wassertester eintauchen und im Display die Anzahl der Fremdmoleküle in Ihrem Wasser ablesen. Werte unter 50 ppm sind gut. Bei Messwerten über 50 ppm kann die Wasserqualität durch eine entsprechende Wasserfiltration verbessert werden bzw. müssen die Filter ausgetauscht werden. Bei Umkehr-Osmosefiltern schwanken die Werte trotz gleicher Ausgangsqualität des Salzwassers zum Teil um 100-200 ppm. Ein neuer Watermaker-Filter ist in Ordnung, wenn er Wasser im Bereich von 200-300 ppm produziert. Tatsächlich hängt die Messung von folgenden Faktoren ab:
    * Der tatsächliche Prozentsatz des Salzes in dem zu filternden Meerwasser
    * Die Temperatur des Meerwassers
    * Die Gleichspannung mit der die Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb ist.

Ich habe heute zu mehreren Anfragen auf diversen Yachten unterschiedliche Antworten erhalten (wie das immer so ist...). Offenbar funktionieren die billigen nicht schlechter als die teuren (eingebauten). Von der absoluten Genauigkeit der ppm-Angabe im (digitalen) Display sollte man nicht zu viel erwarten, aber für einen Vergleich des Wassers an verschiedenen Tagen sind die Angaben brauchbar. Manche (auch Hersteller) sagen, man könne sehr genau an der Leistung des Wassermachers erkennen, ob die Filter gereinigt/gewechselt werden müssen, vom optischen Eindruck mal abgesehen. Ich finde es nur in der Praxis nicht so angebracht, genau Buch zu führen, wie viel Süsswasser jetzt gerade heute produziert wurde, zumal der Behälterstand nicht so genau ist.

Rainer (SY JaJa) schrieb noch abschließend: Was Du evtl je nach Wassermacher und dessen Reinigungsprozedur noch kaufen solltest ist ein PH Meter. Ein Wassermacher wird immer mit Säuren und / oder Basen gereinigt, je nach Verschmutzung. Die Anleitungen beinhalten immer einen maximalen bzw minimalen PH Wert dafür. Ohne PH Meter geht da nichts, und sowas bekommt man bei ebay schnell und günstig, aber im Ausland ist das eine ewige Rennerei.

Dienstag, 6. März 2012

Dimensionierung des Kabelquerschnittes und Spannungsverlustes an Bord

Die häufigste Schadensursache an Bord sind Brände, verursacht durch falsch dimensionierte Kabel. Vielleicht hilft diese online-Berechnung, solche Fehler zu vermeiden. Je mehr Strom fliessen soll und je länger das Kabel sein muss, umso grösser muss der Querschnitt sein. Versuchen Sie mal das folgende Skript oder die Formel ganz unten.



Bordspannung
Volt
  Strom      Ampere Verbrauch
Watt
     Kabel
Länge  (Meter)*

Querschnitt
mm2
     Leitungswiderstand  Ohm Spannungsabfall Volt Verlust Watt Wirkungsgrad in %























* (bei zweiadrigen + / - Kabeln die doppelte Länge Hin-und Rückweg eintragen!)
Alle Werte werden automatisch berechnet. Sobald Sie für die Kabellänge einen Wert größer als 0.00 m (mit Dezimalpunkt) eingeben, wird der Leitungswiderstand und der daraus resultierende Spannungsabfall sowie der Verlust berechnet. Wählen Sie einen größeren Leitungsquerschnitt, wenn die Stromdichte zu groß ist, oder wenn der Wirkungsgrad unterhalb von 95 % sinkt. Wenn auch das graue Feld "OK" zeigt, ist der Querschnitt richtig dimensioniert. (die grauen Felder können nicht verändert werden)

Im Handel erhältliche Querschnitte in mm2
 0,5 - 0,75 - 1,0 - 1,5 - 2,5 - 4,0 - 6,0 - 10 - 16 - 25 - 35 - 50 - 70 - 95 - 120 


Beispiel 1:
Die maximale Länge eines Verlängerungskabels für 230 Volt bestimmen:
Geben Sie oben für Volt 230 ein. Sie können dann leicht nachweisen, dass eine Kabeltrommel mit einer Länge von 50 Metern Kabel mit einem Querschnitt von 1.5 mm2 bei einem Strom von 10 Ampere immerhin noch einen Wirkungsgrad von 94.84 % hat. Vergessen Sie bei der Eingabe der Länge nicht, dass 50 Meter Kabel einer Leiterlänge von 100 Meter entsprechen, weil die Hin und Rückleitung bei ZWEIADRIGEM Kabel berücksichtigt werden muss. Jetzt ergibt sich für den Verlustl ein Wert von 118.67 Watt. Deshalb soll man eine derart belastete Kabeltrommel nicht im aufgerollten Zustand betreiben!

Beispiel 2:
Verlust einer 10 Meter langen 1.5 mm2 Kupferleitung für einen 120 W Stromabnehmer (Pumpe) berechnen:
120 W Gesamtleistung erfordern einen Strom von 120 W / 12 V = 10.00 A.
Der Leitungswiderstand einer 10 Meter langen Kupferleitung mit einem Querschnitt von 1.5 mm2 beträgt 0.12 Ohm.
Bei einer Stromstärke von 10 A ergibt sich damit ein Spannungsabfall an der Leitung von 0.12 Ohm mal 10.00 A = 1.2 Volt.
Damit stehen der Pumpe tatsächlich nur 12 V - 1.2 V = 10.8 V zur Verfügung.
Damit kann die Pumpe auch nur 10.8 V mal 10 A = 108 Watt Leistung abgeben.
Es werden 12 Watt der wertvollen elektrischen Energie aus der Batterie beim Betrieb der Pumpe in der Zuleitung in ungewünschte Wärme umgewandelt und damit verschenkt. 12 Watt Verlustleistung sind 10 % der gesamten Leistung.
10 % Verluste sind gleichbedeutend mit einen Wirkungsgrad von 90 %. Dieser Wirkungsgrad wird bei Auslegung von elektrischen Kabeln zu Grunde gelegt. In der Regel ist das Ziel einen Wirkungsgrad von 95 % oder mehr erreichen.

Wer lieber die zugrunde liegende Formel wissen möchte:
Der erforderliche Leitungsquerschnitt, bei dem der zulässige Spannungsabfall nicht überschritten wird, errechnet sich nach folgender Gleichung mit der Konstante 56 = Leitwert von Kupfer. :

erforderlicher Leitungsquerschnitt (mm²) =

2x Kabellänge (m) x Stromaufnahme (A)
________________________________ (geteilt durch)
56 x zulässiger Spannungsabfall  

Beispiel 3:
Ankerwinde mit 70 A Stromaufnahme, Batterien 10 m entfernt:
Leitungsquerschnitt= (2x10mx70A)/(56x0,84V)= 29,76 ==> zu wählender Leitungsquerschnitt: 35 mm²
Das Ergebnis wird auf den nächst grösseren genormten Kabelquerschnitt aufgerundet.

Und zu guter Letzt noch die Berechnung des Kabelquerschnittes, wenn man mit der Schieblehre den Durchmesser bestimmt hat:
π (Pi) mal r2 (radius zum quadat)    
Beispiel: ein Kabel hat 12mm Kupferkern (Radius r = 6), dann ist der Querschnitt    π mal 62   =    3,1415 x 36 = 113






Montag, 5. März 2012

Zahnarzt nicht in Reichweite auf See - Cavit und Gewürznelke

Heute zum (vor)letzten Mal beim Zahnarzt habe ich ihn gefragt, was auf See zu empfehlen ist, wenn die Zahn-Plombe rausfällt oder Zahnschmerzen nerven, bis wieder ein Zahnarzt zur Stelle ist. Ich war überrascht, dass er nicht die bekannte Notfüllung CAVIT empfahl, sondern das altbewährte Hausmittel Gewüz-Nelke oder Nelkenöl. Das Kügelchen oben von möglichst frischen Fruchtständen abmachen und den gelartigen Brei darin auf den Zahn streichen. Oder das Zahnloch mit dem Kügelchen sogar füllen. Das hält er für besser, als Calvit, weil dies wieder entfernt werden muss und der Nerv u.U. neu gereizt wird, statt beruhigt, wie die ätherischen Öle dieses Hausmittels. Früher wurde es als Betäubungsmittel beim Zahn-Ziehen verwendet. Minz-Öl und Scharfgabe sollen übrigens auch helfen.
Anyway, ich nehme mal eine kleine Tube Cavit zusätzlich mit. Man sollte die Stelle, auf die man Cavit (nicht zu dick) aufschmiert, vorher mit der Zahnbürste säubern und kräftig spülen, auch wenn Cavit antibakteriell wirkt. Wenn man eine Krone verloren hat, sollte nichts ausser Zement oder Tembond im Zahnloch sein, was sonst mit Cavit eingeschlossen würde und weiter entzündet. Und wie gesagt, es ist ein provisorischer Verschluss.

Mittwoch, 29. Februar 2012

WLAN Antennen an Bord

Nach dem Blog vom 15.2. zu UMTS bzw. GSM-Antennen folgt hier der Vollständigkeit halber noch das oft beschriebene Thema WLAN an Bord, das trotzdem und wegen der unüberschaubaren Menge von Angeboten insbesondere aus China bei e Bay nicht frei ist von Mythen um DIE Wunderantenne, genährt durch den Wunsch jedes Seglers, weit draußen in der einsamen Bucht  noch WIFI empfangen zu können. Sozusagen im Einklang mit der Natur leben und trotzdem am Nabel der Welt - wireless...  Dafür nimmt man gern auch mal Illegalität in Kauf - die meist in Europa nicht mehr zugelassene Sendeleistung von extern angeschlossenen WIFI-Antennen.
Eingebaute Antennen im Laptop sind gesetzlich auf 30 Milliwatt beschränkt, Router (Access Points) bis max 100 Milliwatt. Es gibt zahlreiche WLAN High-Power USB-Geräte mit bis zu 2000 Milliwatt Sendeleistung auf dem Markt, mit denen sich innerhalb der EU der Betreiber strafbar macht. Tests haben erwiesen, dass eine Leistung über 1000 mW keine Verbesserung des WLAN in der Praxis bringt, weil die Gegenstellen nicht entsprechend ausgerüstet sind, oder weil die Empfangseigenschaften der High-Power Geräte nicht empfindlich genug sind, weil alle nur auf hohe Sendeleistung achten.

W-Lan-Systeme senden i.d.R. auf der Frequenz von Bluetooth und handelsüblichen Mikrowellengeräten 2,4 Gigahertz. Deshalb stören diese den Empfang massiv, zumal sie im Gegensatz zu den 100 Milliwatt eines Routers im Schnitt mit 600 000 Milliwatt = 600 Watt arbeiten.

Die Übertragungsverhältnisse verschlechtern sich bei Nebel oder Regen. Deshalb ist der Empfang z.B. in den Tropen bei hoher Luftfeuchtigkeit, wie bei schlechtem Wetter schlechter als bei klarer, trockener Luft.

Die Qualität des WLAN Netzes hängt sehr von der Gegenstelle ab. Die ist meist ein einfacher Router im Hafenbüro unter dem Schreibtisch.  Der Router an Bord kann das Netz im Hafen oft sehen, aber die Sendeleistung reicht nicht aus, um mit ihm zu kommunizieren. Da auch externe Antennen mit 8, 12, 18 und mehr dBi "Verstärkung" nicht mehr Energie abstrahlen können, als man ihnen über (passive) Kabel zuführt, wird die Verstärkung über die Änderung der Abstrahl-Charakteristik erreicht. Senden Ohmni- /Rundstrahl Antennen  mit 0dBi noch in alle Richtungen strahlt eine 10dBi Ommni mit 10-facher Stärke, aber auch nur noch mit 11° Strahlungsbreite. Gewinn und Strahlungsbreite sind voneinander abhängig.
Wird bei höherem Gewinn die Strahlungsbreite immer kleiner, müssen die "Gegenstellen", (die Router im Hafenbüro) umso exakter, ja möglichst auf gleicher Höhe angebracht sein. Befinden diese sich auf Hausdächern (was selten vorkommt), müsste die Bordantenne auch in den Masttop. Kabellänge bringt jedoch erhebliche Verluste (max 5 m Sind bei USB-Kabeln möglich oder 4x 5m mit aktiven USB-Kabeln) RG58-Kabel hat bei 2,4 GHz 1dB/m Verlust. Wenn die Antenne also 10m hoch im Mast sitzt, kommen nur noch 10% am Ende an.

Welche Lösung ist denn nun die richtige für schwojende Segelschiffe?
Die Kombination aus einer Antenne möglichst auf 3-5 m Höhe angebracht, mit einer nicht zu starken Richtwirkung (max 8 dBi) an einem möglichst kurzen Antennen-Kabel (z.B. 3 m) oder direkt mit eingebautem WLAN Modul  wasserdicht in einem Gehäuse verlötet. Der Anschluss erfolgt über kurze verlustfreie USB-Kabel direkt an den Bordcomputer oder in Kombination mit mobilen WLAN Routern, die das empfangene Signal nahe der Antenne abgreifen und von dort mit WIFI weiter übertragen. Vorteil: mehrere Geräte können auf das Wifi-Netz zugreifen, Nachteil: der Stromverbrauch und die Unzuverlässigkeit eines drahtlosen Netzwerkes. Ferner kostet dieser Komfort mehrere hundert Euro. Da ist die USB-Kabel - Lösung (wie bei den High-Power USB-Geräten üblich) doch zuverlässiger, lässt aber nur eine max. Kabellänge von 5 m zu, oder mit aktiven USB-Kabeln bis max. 20m.  Das reicht aber, weil die Gegenstellen der Router im Hafen oder offene Netze von Privatleuten meist auch nicht oben auf Dächern senden.

Ansonsten gibt es Konverter von USB auf Netzwerkkabel und wieder retour. Damit lassen sich Kabellängen von bis zu 60m bewältigen. Diese Technik verwenden diese Bullet Antennen links abgebildet, die es hier oder drei mal so teuer unter anderem Label bei Langfahrtausrüstern gibt.  Bei Montage im Masttop ist der Blitzschutz übrigens ein Problem.  Und dazu ist leider ist die Empfangsempfindlichkeit der Bullet Antenne nicht so gut wie die der Alfa Röhren (Tube U (G): -96dBm bei 11Mbps  IEEE 802.11b), die jedoch mit USB-Kabel nicht über 10 m verlängerbar sind.

Bei allen Lösungen sollte man sich Gedanken machen, wie sichtbar man das jeweilige Gerät innerhalb der EU auf dem Schiff montiert, weil die Grenzwerte von allen interessanten Geräten deutlich überschritten werden und darüber hinaus noch unterschiedlich limitierd sind (in Frankreich z.B. geringer!). Auf jeden Fall sollte die Sendeleistung über die Software regelbar sein, um sich nicht sofort strafbar zu machen.

Nicht zuletzt ist bei knapper Stromversorgung an Bord auch der Energieverbrauch der WLAN High-Power Geräte zu beachten.  Er kann bei USB-verkabelten Geräten zumindest nicht höher als 500 mA sein, weil mehr i.d.R. nicht vom USB Ausgang des Laptops zur Verfügung gestellt wird, aber die Stromaufnahme sollte dennoch nicht mehr als 300 mA übersteigen.

Dienstag, 28. Februar 2012

Wetterdaten, Gribfiles, Wetterfaxe, Textnachrichten per email anfordern

Ich gebe zu, der Eintrag heute ist "trocken", auf den ersten Blick kompliziert, obwohl viel Arbeit darin, steckt, das Thema nicht nur für mich selbst zu sortieren, sondern vielleicht etwas zur Sicherheit auf See beizutragen, denn das Wetter ist unsere größte Unbekannte. Dabei sind unzählige sehr gute Infos abrufbar, jederzeit verfügbar. Wir wissen nur nicht wo und wie sie mit Satphone oder GSM möglichst in kleinen Dateien zu bekommen sind. Von der Unübersichtlichkeit und Unwissenheit leben die kommerziellen Wetterfrösche und Törnberater.
Neben der Möglichkeit, Wetterinfos zu Wind und Welle als sogenannte Grib-Files herunter zu laden, gibt es insbesondere für Satelliten-Telephone den effizienten Weg, Wetter-Infos in Textform per email zu empfangen - also nicht per Pactor, RTTY etc sondern aufs Satphone.
Auf den Kurzwellen-Empfang gehe ich hier nicht weiter ein. Weise nur kurz darauf hin, dass sich beim beliebten amerikanischen Wetter-Dienst NOAA die Sendezeiten ab 28. März ändern werden. Siehe hier:
 Worldwide Marine Radiofacsimile Broadcast Schedules (PDF) is now available.

Um sich also bei dem (wie ich finde sehr komfortablen) NOAA National Weather Service kostenlos anzumelden, um regelmässig WetterInfos in Text-Form per email zu erhalten,  klicken sie hier.....


Einmal registriert, kann sehr detailliert ausgewählt werden, welche Art von Nachrichten man für welches Gebiet per email zu welchen Zeiten erhalten möchte. Über die Preferences nach dem Login kann online auch die eigene email-Adresse geändert werden, die wieder eine zusätzliche Weiterleitung an die Iridium-email kopiert, so dass zumindest 120 Zeichen (abzügl. Absenderbuchstaben) kostenlos auf dem Iridium Handy ankommen. Das reicht ggf. schon für Infos wie NO HURRICANE WARNING FOR .....    (Die vollständige email kann dann als Kopie mit WIFI im Hafen empfangen werden)
Der Vorteil vom automatischen, zeitgesteuerten Senden der Wetterdaten besteht darin, dass man sich für den Wetterdaten Download auf dem Server diverser Anbieter sich nicht erst per Satphone z.B. anmelden muss, dann das gewünschte Gebiet auswählen und herunterladen, sondern man bekommt sofort die einmal eingestellten Gebiete und Vorhersage Daten regelmässig zugestellt - ohne erneute Anforderung. So lasse ich mir täglich NHC Southwest Atlantic & Caribbean Sea Offshore Waters Forecast sowie die NHC Atlantic High Seas Forecast senden.
Weitere interessante Vorhersagen gibt es vom Storm Prediction Center (SPC), Tsunami , National Hurricane Centers etc. 

Eine sichere und wenig Daten-Traffic erfordernde Methode ist die gezielte Auslösung einer oder mehrerer bestimmter Text-Vorhersagen durch Versand einer Anforderungs-email an ftpmail@ftpmail.nws.noaa.gov  Der Betreff der email ist frei wählbar, und der Text der email muss immer mit jeweils 2 Zeilen wie folgt beginnen:
open
cd fax
dann folgt der der Schlüssel für die geforderte Info, z.B. die Übersicht kanadischer Stationen (weiter unten fett gelb gedruckt:
get canada.txt    
und abschließend der Befehl
quit

Probier es mal aus: also email an ftpmail@ftpmail.nws.noaa.gov
Betreff leer lassen, email text wie folgt formatieren in 4 Zeilen:
open
cd fax
get canada.txt
quit


weitere Wind und Wellen Vorhersagen werden angefordert, indem die "get... Zeile" mit einer (oder mehrerer) der folgenden ersetzt wird.
get ftpcmd.txt      (List of FTPMAIL commands)
get rfaxtif.txt     (TIFF suggestions)
get rfaxatl.txt     (Atlantic radiofax file directory)
get rfaxpac.txt     (Pacific radiofax file directory)
get rfaxmex.txt     (Gulf of Mexico and Trop Atl radiofax file dir)
get rfaxak.txt      (Alaska radiofax and ice file directory)
get rfaxhi.txt      (Hawaii radiofax file directory)
get otherfax.txt    (Foreign charts file directory)
get marine1.txt     (Highseas,Offshore,Open Lakes,NAVTEX text file dir)
get marine2.txt     (Hurricane text file directory)
get marine3.txt     (Coastal and nearshore forecasts text file dir)
get marine4.txt     (Offshore forecasts by zone directory)
get marine5.txt     (Atlantic coastal forecasts by zone directory)
get marine6.txt     (Pacific coastal forecasts by zone directory)
get marine7.txt     (Gulf of Mexico coastal forecasts by zone dir)
get marine8.txt     (Great Lakes nearshore forecasts by zone directory)
get marine9.txt     (Alaska coastal forecasts by zone directory)
get marine10.txt    (Hawaii&Trust coastal forecasts by zone directory)
get uk.txt          (UK marine forecasts from Bracknell directory)
get canada.txt      (Canadian marine text forecast directory)
get tsunami.txt     (Tsunami products directory)
get buoydata.txt    (Buoy and C-MAN station observations directory)
get robots.txt      (Marine forecasts and info via e-mail systems)
quit


Ein Anbieter von Gribfiles eines anderen Wettermodells (GFS) auf Anforderung ist SAILDOCS.com
auch hier gibt es mit einer Anforderungs-email (Betreff beliebig wählbar, aber nicht leer) an query@saildocs.com 
Einzel-Bestellung oder Serienbestellung, abhängig vom Text, der mit gesendet wird.
Beispiel Einzelbestellung:
send gfs:20N,5N,50W,80W/1,1/24,36,48,60,72,96,120/PRMSL,WIND,WAVES
bedeutet: 20N,5N,50W,80W  Begrenzung des Seegebietes, 1,1 Genauigkeit (Auflösung) der Prognose. Achtung das macht viel aus bei der Dateigrösse:1,1 ist 4x grösser als 2,2 Mögliche Werte: 0,5 bis 2,5  (ohne Angaben ist der Defaultwert 1,0)
4,36,48,60,72,96,120 Intervalle in Stunden (min. Abstand 3 Stunden) Auch möglich ist die Definition:   6,12..96 würde bedeuten von  6 bis 96 Std. im Abstand von 6 Std.  Mögliche Zeiten sind bei 0,5 (Auflösung) von  0,3..180

Beispiel Serienbestellung:
Betreff egal, Text der email wie oben, jedoch statt "send gfs" jetzt
sub gfs:20N,5N,50W,80W/1,1/24,36,48,60,72,96,120/PRMSL,WIND,WAVES 
Bedeutung: email mit grib-files Anhang kommt automatisch, jeweils nach 06:00 UTC, 30 Tage lang.
Serien-Ab-Bestellen: Gleiche E-Mail nochmals senden aber sub mit cancel ersetzen.

Wichtig: keine zusätzlichen Leerzeichen einfügen und Text in einer Zeile (keinen Umbruch, keinen anderen Text)
Zum Betrachten der Gribfiles gibt es eine ganze Reihe kostenloser Programme:
mein Favorit für Windows: ViewFax , für Macintosh: Grib View oder auch direkt in die Seekarten von OpenCPN.org importieren und als Overlay ortsgenau betrachten. Diese Software kann auch die kostenlosen BSB-Karten von NOAA öffnen.

Als wenn das noch nicht reicht: es gibt noch einen Anbieter www.MAILASAIL.com  der noch andere Wetter Modelle zu Grunde legt für seine Vorhersagen.  Jedes Wetter-Modell hat seine eigene Berechtigung und führt teilweise zu unterschiedlichen Vorhersagen. Mit dem NWW3 Model z.B. lassen sich neben wind auch Wellenhöhe abfragen. Beispiel:
Für Gribfiles mit Wellenhöhe für den Nordatlantik in 24 Std Intervallen über die nächsten drei Tage, von einem selbst definierten Punkt aus im Umkreis von 2400 Meilen schicke eine email an weather@mailasail.com  mit folgendem Betreff:
grib nww3 25N:35W:2400 24,48,72 GRD,WAVE
oder wenn das zu schwer zu verstehen ist, zum Üben einfach hier klicken.....
Schau mal in die Betreffzeile deiner durch Klick erstellten email, dort findest du die Definition des Punktes (25N:35W), um den der Radius 2400 Meilen im Abstand 24,48,72 Stunden die Gribfiles anfordert.

Ok, ich gebe zu, das ist harte Kost. Warum so umständlich? Du kannst Dich mit einem SatPhone zwar auf einem Server einloggen, diesem durch Software den Befehl geben, Gibfiles für einen aufgezogenen Rahmen herunter zu laden, aber schon diese komplexe Übermittlung dauert länger und ist teurer, als nur eine email mit wenigen Zeichen zu senden, mit der du sofort z.B. die gewünschte Bodendruck-Karte bekommst, mit dem bevorzugten Wetter-Modell, komprimiert als Tiff oder Gribfiles, Tsunami Vorhersagen, lokale genaue Vorhersagen und vieles mehr.

Ein Inahltsverzeichnis der verschiedenen "On Demand" Vorhersagen findet ihr hier auf unserer website ...
in einigen Unterseiten, für mich die wichtigsten:
(Atlantic radiofax file directory)
 (Foreign charts file directory)
 (Highseas,Offshore, Lakes, NAVTEX)
 (Hurricane text file directory)
 (COASTAL NEARSHORE FORECASTS)
 (OFFSHORE OPEN LAKE FORECASTS )
 (Atlantic coastal forecasts by zone)
 (UK marine forecasts from Bracknell)
 (Canadian marine text forecast)
 (Tsunami products directory)
 (Marine forecasts info via e-mail) 
MailASAIL Gribs

Sonntag, 26. Februar 2012

Warum in Abenteuer stürzen?

Ich hatte nicht den Anspruch, alle "kleinen" Atlantik-Überquerer aufzulisten, als ich diesen Blog am 14. Janura schrieb.... Und ich möchte auch nicht weiter die Erlebnisse verfolgen, die Abenteurer mit noch viel kleineren Segel-Booten gemacht haben - oder gerudert sind, wie Janice, die gerade nach 90 Tagen auf See in Barbados angekommen ist und am liebsten wieder aufs Meer in ihre "sichere Koje" flüchten möchte, weil die Welt darin nicht so rasant und gefährlich ist, wie an Land, oder über den Atlantik surfen wie die 28-jährige Sarah Hebert, die am 22. Febr. 2012 mit Herzschrittmacher auf dem Surfbrett rüber segelt und hoffentlich gut ankommt. Warum machen das immer öfter auch immer jüngere Frauen, die sich gar nicht mal etwas beweisen müssen, sondern einfach das tun, was sie tun möchten.

So auch der beeindruckende Yrvind aus Schweden, der diesen Medien-Hype nicht mitmacht, sondern fast unbemerkt in seiner 4m-Nussschale letzten November rüber gesegelt ist. Er schreibt nicht viel auf seiner Seite, "The sea has to be experinced to be be able to make a true impression, experienced through a long time, not just raced through" - die Bilder und Erlebnisse wirken ohnehin nur auf denjenigen wirklich, die es selbst erlebt hat. Und denen braucht man nicht mehr zu schreiben. Was sie alle antreibt, ist der Wunsch, sich zu erfahren, die Angst zu überwinden. Das Glücksgefühl, wenn das gelungen ist, kann man nicht teilen, nicht kaufen, eigentlich auch nicht authentisch in Werbe-Kampagnen oder Blogs verkaufen. Diese Blogs sind für diejenigen, die noch dabei sind, ihr Schiff auszurüsten, oder für die Daheim-Gebliebenen, die den Mut vielleicht nicht haben, ihr Hab-und-Gut in ein Schiff zu stecken, oder Verantwortung für Menschen übernommen haben, die sie (noch nicht) zurück lassen können.
Tom Williams
 So unterschiedlich, wie die Menschen Jäger oder Ackerbauern - Typen sind, so unterschiedlich ist ihre Selbsterfahrung. Und wieder muss es jeder für sich selbst heraus finden, ob er oder sie mit den Haifischen auf Augenhöhe, oder Einhand gegen den Wind nonstop um die Welt, oder einfach verantwortungsvoll aus einer Familienbeziehung heraus die "kleine Weltumsegelung", die Atlantikroute wagt, oder sich dem größten Abenteuer stellt, für Mitmenschen dazusein. Es gibt kein objektives Abendteuer, jeder hat seine Vor- und Nachgeschichte, viel oder wenig zu verlieren, altersabhängig den Blick nach vorn oder nach hinten gerichtet. Warum schauen wir im Alter immer öfter zurück in die Vergangenheit? Weil in der Zukunft das nahe Ende wartet.
Wir haben alle Angst zu sterben, wie Tom Williams mit seinem engl. Humor beim Loswerfen der Leinen sagte, noch mehr Angst habe er aber davor, nicht zu leben. Er hat es allein und single handed über den Atlantik geschafft und will direkt weiter die Nordroute über die Azoren zurück, wenn es ihm die Auszeit von seinem Rettungssanitäter-Job erlaubt.

Montag, 20. Februar 2012

GPS-Fix Probleme bei Tablets , iPads ohne GSM?

Den (preiswerteren) iPads oder Tablets ohne GSM (also ohne 3G) wird nachgesagt, sie bräuchten viel länger, um ihre Position zu finden, als die gleichen Geräte mit Mobilfunkanbindung, also mit SIM-Karte, egal ob iOS oder Android.
Vorweg gesagt, das stimmt leider. Aber , ja aber,   nur dann, wenn Sendemasten oder WIFI in Reichweite sind - und das ist nach GSM Standard (Global System for Mobile Communications) nur bis 5 Meilen Entfernung gegeben. Es gibt Ausnahmen, in Kroatien z.B. deckt eins der modernsten GSM-Netze mit speziell auf die Adria gerichteten Antennen fast alle Seegebiete zwischen den Inseln ab, aber durchschnittlich beträgt die Reichweite einer Funkzelle  3-4 Meilen,  bei großen Zellen in ländlichen Gegenden auch bis zu 10 Meilen. Diese sogenannten Global-Zellen lassen jedoch weniger Nutzer gleichzeitig zu, sind also bei höherem Kommunikationsaufkommen schlecht erreichbar.

Wenn also auf hoher See keine Möglichkeit für ein GPS Empfänger besteht, die Informationen dieser Funkzellen oder Internetstandorte mit zu verwenden, kann es eine ganze Weile dauern, bis eine GPS - Bestimmung allein aus den Informationen der GPS-Satelliten möglich ist.
Für Interessierte:
(Quelle: http://www.navigadget.com/index.php/gps-knowledge/ttff-time-to-first-fix).
Man unterscheidet vier Typen von Startzeiten eines GPS-Receivers (TTFF oder “Time to First Fix” – Zeit bis zur Bestimmung der aktuellen Position), abhängig von den sogenannten Almanach (GNSS) und Ephemeriden – Daten, die aktuell im Receiver gespeichert sind: Factory, Cold, Warm und Hot .
Als Almanach bezeichnet man eine Liste mit im Vergleich zu den Ephemeriden weniger genauen, aber dafür länger (bis zu mehreren Monaten) gültigen Bahndaten der Satelliten (auch im Internet verfügbar). Sie sind nicht zwingend notwendig, aber hilfreich bzgl. einer ersten, ungefähren Positionsbestimmung des Satelliten. Ephemeriden – Daten beschreiben die exakte Umlaufbahn des jeweiligen Satelliten im Orbit (sowie einen Zeitkorrekturfaktor), werden vom Satelliten selbst über eine Zeitspanne (Zyklus) von 30 Sekunden gesendet und sind für bis zu 5 Stunden gültig. Verliert der GPS – Receiver das Signal während dieser 30 Sekunden, kann er die nächste Synchronisierung erst wieder mit Beginn des nächsten 30 Sekunden – Zyklus starten. Diese Zeit kann ein A-GPS Chip in Küstennähe verkürzen, indem er die Standort-Informationen aus Mobilfunkzellen und Internet für die Erstellung des o.g. Almanachs mit einbezieht, denn diese Infos lassen schon eine Positionsbestimmung auf ca. 100-200m genau zu. Die auf wenige Meter genaue Position hingegen können diese Chips letztlich auch nur mit den von GPS-Satelliten gesendeten und Infos bestimmen.