Dienstag, 9. Oktober 2012

In Benalmadena angekommen

Ich habe vergessen, wie diese Glücksbringer heissen.....
Das ist mal erst das wichtigste, alle sind gesund und munter. Ich hatte gestern keine Ruhe für einen ausführlichen Bericht. Und schon vorab auf dem iPhone vorschreiben, dass wir gut angekommen sind, bevor ich physisch da bin, kann ich nicht. Ich muss erst wirklich hier die Leinen fest gemacht haben - dann schreib ich, wenn das Organisatorische erledigt ist. 

 
Kurz vor dem Ablegen am "schönsten Karibikstrand der Balearen" Es Trenc hatte ich den Glücksbringer zu den anderen an den Bunker gehängt (im Hintergrund meterdicke Seegrassschichten), mit verschiedenen Wünschen, z.B. dass ich mit Monika schönere Strände in der Karibik finde, und dass wir vier die ca. 500 SM Richtung Gibraltar gut überstehen. Immerhin war Raphael noch nie an Bord eines Segelschiffes und keiner wusste, wie es den beiden bekommt.

Fast am Ziel angekommen,  noch etwa eine Meile bis in den Hafen, gab dicker Nebel nur für Sekunden einen gespenstischen Blick frei auf ein paar Bergspitzen über der Suppe. Gut dass es Radar gibt. Ein Kreuzfahrtschiff war eben erst aus einem Kilometer Entfernung zu sehen. Ein Anruf per Funk ergab die beruhigende Auskunft, das die uns auf der Brücke mit einem deutlichen Echo (Dank aktivem Echoax-Radarreflektor) schon aus 4 Meilen Entfernug sehen konnten.
Mittlerweile ist die ganze Crew heute morgen bei Nacht und Nebel abgereist mit dem Leihwagen nach Gibraltar, und ich kann allein an Bord jetzt nachholen, was ich gestern nicht geschafft habe.
Es folgen ein paar nicht chronologische Eindrücke und der Versuch, nach einem stundenlangen Hickhack mit der Vodafone Hotline und einem neuen Provider HOLA, (der offenbar besser funktioniert) ein paar Bilder hochzuladen. Es ist so bezeichnend, dass mir das Internet so wichtig ist (für Wetter und Nabelschnur zu Euch) und ausgerechnet das so viel Kopfzerbrechen bereitet. In Spanien ist es bisher die Kröung was Preis und Zuverlässigkeit angeht. Die meisten Provider verlangen 30 Euro pro Monat/SIM und pro Tag 3,50 Euro. Da kann ich ja ab übermorgen mit meiner Ersatz-Simyo und Europatarif bald billiger an meine Infos und Mails kommen. Enrico bringt sie mit und dann bin ich vielleicht auch wieder unter meiner alten dtsch. Handynummer erreichbar. Naja, langsam wird es auch egal, es ruft eh keiner an, weil ich ja auch unkalkulierbar in Landnähe oft nicht erreichbar bin. Ich werde auch noch unabhängiger von der Ansicht, ich müsse alles tun, um erreichbar zu sein. Z.Zt. belastet es mich fast, die ganze Kommunikation "am Laufen" zu halten. Aber ich brauche es noch....  Es tut mir gut, hier einfach reinzuschreiben und wer will kann es lesen oder lassen....oder antworten ;-)
Dicker Nebel beim Einlaufen rollt auf uns zu, nach wenigen Minuten war nichts mehr ums Schiff herum zu sehen

Füer Sekunden lässt der Nebel kurz die Berge von Malaga erblicken



Die beiden freuen sich über immer wieder "vorbeischauenede" Delpine



Gelegentlich müssen wir bei Flaute etwas nachhelfen.
Raphael


Freya






















Bojan, immer gut gelaunt, verteilt seine leckere slowenische Salami

Zum Abschied haben Raphael und Freya uns in eine typische Tapas-Bar eingeladen, wo es flambierte Wurst und lauter leckere Sachen gab, nur nicht das, was wir bestellt haben. Spielte aber keine Rolle, weil es alles lecker war.

Hier liegt LIZA nun, bis morgen Enrico an Bord kommt. Im Hintergrund ein originaler Mississippi-Raddampfer, wie ich sie vor rund 25 Jahren bei meinem "Auslandsjahr" in Louisiana/Baton Rouge täglich gehört habe. Seltsamer Zufall....





Sonntag, 7. Oktober 2012

Noch eine vierte Nacht auf See - bin erreichbar ueber spanische Handynummer

Heute haben wir zusammen die letzte Nacht an Bord von Liza. Hier beim Abendessen mit Parasailor. Ich habe es sehr genossen, mal mit Bojan, DEM Fachmann fuer dieses tolle Segel weiter herum zu probieren. Ich wusste nicht, dass er wirklich bis Halbwindkurs fahrbar ist. 
Tja, morgen werden wir irgendwann in Benalmedena einlaufen und dann muessen die beiden am Dienstag morgen zur Autovermietung. Freya und Raphael werden mit Bojan dann nach Gibraltar mit dem Leihwagen mitfahren. Das passt alles wunderbar.  Nun will ich aber Bojans Datenstick nicht weiter strapazieren. Morgen muss ich zuerst einen Vodafone Shop finden, um dann wieder selber Internet zu haben. Bis dahin bin ich aber ueber die spanische Rufnummer +34 637 185 520 weiterhin erreichbar. 




noch 24 Std. motoren bis Malaga

Der Wind ist nun genau gegen uns. Um im Zeitplan zu bleiben für die drei müssen wir nun motoren. Aber wir sind sehr viel und schön gesegelt in den letzten drei Tagen und deshalb kommen wir schon klar damit.

Ich kann leider immer noch nicht über meinen Datenstick ins Internet, halte mich deshalb kurz.
Wir werden übrigens 7 NM westlich von Malaga die Marina Benalmadena anlaufen, weil Malaga keine Transitplätze frei hat. Es fahren aber alle 10 Min. Busse
Gruß vom Südostzipfel Spaniens bei Sonne, 22 Grad Luft - und Wassertemperatur, Delphine vor dem Bug. Es geht uns allen prima!

Samstag, 6. Oktober 2012

Wir segeln weiter

19.45 Uhr. Es sieht zwar so aus dass wir am Festland anlegen, aber das liegt daran , dass wir gegen den Wind nach suedwest kreuzen müssen , wir fahren weiter bis Málaga. Wir sind unter Aufsicht der Küstenwache, die hier in der Gegend ein Flüchtlingsboot mit 28 Afrikanern suchen.

Von meinem iPhone gesendet

Zufrieden

Wir sind die zweite Nacht unterwegs und zu einer guten Crew zusammengewachsen. Ich bin dankbar dass ich die drei um mich habe und wir uns fuer diese 450 Seemeilen (ohne Unterbrechung) gut verstehen. Es gab heute mehrere lange Phasen wo ich absolut gluecklich war und nichts anderes wollte als auf diesem Schiff zu sein. Solche positiven Phasen sind so wichtig, um die negativen Erlebnisse zu überspielen, auszulöschen. Das geht nicht nur mit dem Kopf und Analyse warum was wie passiert ist. Ich konnte jetzt endlich den Widerstand gegen jene Umstände aufgeben, die ich nicht ändern kann, das JETZT annehmen, mich hingeben, nur das Naheliegende tun, den Verstand mal abschalten und keine Probleme haben. Auch jetzt bin ich eins mit dem Rauschen des Meeres unter mir im Trampolin, in der tiefschwarzen Nacht ohne Mond und Sterne einfach nur zufrieden mit mir und dem Wind und wie die Segel stehen so dass die anderen auf einem schönen Kurs gut schlafen können. Es tut mir nicht weh, das ich diesen Moment mit niemand teilen kann. Er ist nur für mich da. Nichts mehr brauche ich als das was jetzt ist. Nicht mal Schlaf um drei Uhr morgens. Der Mond ist aufgegangen, der Nachtnebel lichtet sich. Nirgendwo sonst ist ein wenig Glanz auf den Wellen so beruhigend wie hier draußen über hundert Kilometer vom Land entfernt. Ich roll mich nun auf dem Netz zusammen und lasse mich alle 15 Minuten vom iPhone wecken für einen Rundumblick. Es ist aber außer einem manövrierunfähigen Frachtschiff die ganze Nacht nichts zu sehen.
Um vier Uhr haben wir den Greenwich 0 Grad überschritten; nun sind wir auf der westlichen Hälfte der Erdkugel.
Freya und Raphael haben sich nach der 2. Nacht auf See schon an dieses Leben gewöhnt, gut geschlafen. Mir geht es gut, wenn es der Crew gut geht. Besser wäre ich davon ganz unabhängig, aber diese von meinem Vater geerbte, vielleicht übertriebene Eigenschaft kann ich nur schwer ablegen. Da ist er wieder, der (ver)urteilende Verstand. Nein, ich bin hier im Jetzt und bin so wie ich bin, ein Fisch von Millionen, bedeutungslos glücklich. Im spiegelglatten Meer jagen Delphine einen Fischschwarm, der in der Luft zu entkommen versucht. Kein Wind, 0,5 Knoten Geschwindigkeit, das ist wohl die Strömung. Egal, ob wir noch ein oder zwei Nächte hier auf See verbringen. Zeit fuer ein Morgenbad in der 23 Grad warmen riesengrossen Badewanne. Soweit das Auge blickt habe ich sie erst für mich allein, und dann kommt Raphael dazu, genießt es offensichtlich. Er hatte vorgestern Geburtstag und hat sich so gefreut über die Glückwünsche der Familie via Satelliten-Telefon. Auf dem Meer zu sein war sein grösstes Geschenk.
Meine Gedanken schweifen schon wieder ueber den Horizont, statt einfach mal hier zu bleiben. Ist Thomas gut in der Schweiz angekommen? Seiner Spontanität verdanke ich, dass es überhaupt weitergegangen ist. Er wird uns nun auf dem Atlantik fehlen. Immer hat alles seinen Preis sagt der Kopf schon wieder laut und verdirbt mir die positive Energie. So sehr habe ich die positiven Erlebnisse auch Monika gewünscht, so wie sie mir die Zufriedenheit in unserem Garten in der Waldstille gewünscht hat. Alles hat seine Zeit. Und alles seinen Sinn - wie die Schmetterlinge, die seit Tagen mitfliegen und doch keine Blumen an Bord finden. Sie werden aber einen Grund dafür haben. Traurig macht mich wieder nur der Verstand, der meint, ihnen müssten die Blumen doch fehlen. Versteht ihr? Ich habe ihn erwischt , entlarvt, und schon entkommt mir der Verstand wieder, macht sich auf den Weg, nach Malaga/Gibraltar. Was werde ich dort vorfinden, was kostet welche Marina - Alternative Ankern? Kann ich den Internetstick wieder reanimieren, um Infos für die Strasse von Gibraltar zu holen Und so weiter usw.... Klar, alles wichtiger als der Moment jetzt und hier , oder? Der Verstand hat immer "Recht" . Aber diesmal lasse ich nicht zu dass er mich aus meiner Zufriedenheit entführt oder mich warnt, hey, das ist alles Bullshit den du da gegen mich auffährst und dann auch noch im Blog, das will doch keiner wissen so'n Schwachsinn. Mag sein... Mir ist es wichtig, sehr sogar, lebenswichtig. Jeden Tag werde ich auf meiner Reise beobachten, wo er mich manipuliert, Übermacht gewinnt und Lebensfreude frisst. Ich bin mitten im Paradies und doch hält er mich immer wieder fest im Griff, gefangen im Unterbewusstsein, spielt gut getarnt sein Spiel mit mir, getarnt im Mantel der Vernunft, der Verantwortung für meine Liebsten, Haus, Boot, Finanzen usw. bis ich mich ohnmächtig ergebe. Er wechselt sein Gewand wenn ich ihn wieder erkannt habe. Fragt mich dann, was ich Sinnvolles tue, für wen ich wichtig bin, ob mich überhaupt jemand braucht. Ich bin was ich bin, ob brauchbar oder nicht für wen - das spielt hier jetzt keine Rolle. Ich tue was hier jetzt zu tun ist, ohne Internet und die ganzen "Aufgaben", die kleinen Manipulationen an meinem Zufriedenheitszustand. Das ist Freiheit - frei vom Verstanddenken ! Verstanden? Ich denke, also bin ich - falsch! Wenn ich denke bin ich NICHT. Gerade höre ich Vogelzwitschern, Singvögel, ich BIN in der Nähe von Land, auch wenn es noch unsichtbar ist. Laute quirlige Menschen werden dort wie die Ameisen irgendetwas tun, weil es ihre Königin so will. Mit allen Mitteln des Verstandes werden sie davon abgehalten, sich der Manipulation durch Medien, vernünftige Investments, Altersvorsorge zu entziehen, frei zu sein, jetzt zu leben. Ein Mensch der vernünftig denkt, ist kalkulierbar, brauchbar für die Ziele der Mächtigen.
Jetzt kommen neben den Stubenfliegen die weiteren Vorbooten der Landnähe in Sicht: riesige Frachter mit Aufbauten wie kleine Städte. Ich habe jetzt zu tun und Drücke einfach auf "senden"

Donnerstag, 4. Oktober 2012

La Rapita - die Karibik der Balearen?

Vorweg: Vodafone funktioniert plötzlich nicht mehr, obwohl 2 GB vor ca einer Woche gekauft. Normall sagen die hier und zucken die Schulter. Zum Glück habe ich noch andere Verbindungsmoeglichkeiten - nur teuer und langsam. Werde mich erst in Málaga wieder darum kümmern können . Aber kurz noch zu der schönsten Gegend der Balearen, so die Revierfuehrer, das kann nicht wahr sein. Zehn Meter breiter, halber Meter hoher stinkender Seegrasstreifen, schlimmer als an der Ostsee. Wenn das hier das Paradies sein soll, dann waren die wohl alle noch nicht in Kroatien. Rückwirkend kann ich nur noch mal erwähnen wie schien es dort war. Dafuer hatte sich alles gelohnt, danach war sehr viel Frust. Hoffe sehr dass die Kanaren und Karibik wieder Auftrieb bringen. Ich will mich wirklich gern am kleinen Glueck freuen und nicht alles runtermachen. Ich suche weiter.... Heute aber erst mal auf in großen Schritten weg hier - direkt nach Málaga wenn's geht

Dienstag, 2. Oktober 2012

zu dritt weiter

Gerade sind wir losgefahren zur Südspitze von Mallorca, bzw. noch um die Ecke herum geplant nach Colònia Sant Jordi (Puerto de Campos).  Vielleicht kann ich Freya und Raphael noch eine der schönsten Buchten und Strände der Balearen zeigen , den Es Trenc. Nur Pinien und weisser Sand - die Karibik der Balearen. Der Wind sollte mitspielen, so dass wir dort evtl. ankern können. Mal schauen....
Bojan wird dort zusteigen im Hafen Do abend.

Tropfsteinhöhle

Die Tage in Porto Cristo tun mir gut. Wenn wir segeln, habe ich immer Verantwortung für Crew und Schiff, kann mich nicht wirklich zurück ziehen und etwas lesen oder schreiben, sondern ich bin mit den Sinnen draußen beim Schiff und Wetter. Da bleibt mir nur Nachdenken - und das tue ich eh schon viel. Irgendwann muss es aber auch raus, wenigstens aufgeschrieben werden. In einem kleinen beschaulichen Hafen kann ich schreiben und das Leben auf mich wirken lassen. Es kommt auch wieder ein normaler Rhythmus in den Tag. Alltag wie Wäsche waschen, kleine Reparaturen, "Büroarbeit", vielleicht mal skypen mit kostenlosem Hafennetz. Dann sehe ich meine Skype-Kontakte "online" und denke, ich könnte mal anrufen. Aber ihr habt ja irgendwie alle morgens nicht wirklich Zeit, wenn ich gerade Zeit habe, weil die Crew noch in den Kojen liegt. Ich bin mir schon darüber bewusst, dass es so ein anderes Leben ist, obwohl ich auch einiges um die Ohren habe. Aber es ist kaum nachvollziehbar. Ich habe zwischendurch manchmal so einen komischen Wunsch nach normalem "sinnvollen" Arbeitsalltag. Wie sähe der für mich aus? Spontan würde ich sagen, ein Bürojob mit geregelten Arbeitszeiten ist es sicher nicht mehr. Ich meine, welche Arbeit macht mich glücklich. Nicht das große Glück, das es ja eh nicht gibt, sondern im Kleinen. So wie der Bauer säht und sich freut wenn nach Wochen die Blättchen sprießen. Ich habe nur so vage Vorstellungen, dass es eine wunderbare Arbeit wäre, die Menschen ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert. Egal wie, ob mit Musik, mit einem Gespräch. Segeln kann das auch, aber es zaubert leider auch Angst in die Gesichter, wenn es nicht das Bilderbuchsegeln ist. Dafür kann ich im Mittelmeer leider nicht garantieren. Ich muss Sicherheitseinweisungen machen, die erstmal den Ernst des Unternehmens verdeutlichen. Das ist keine Kaffee-Fahrt. So und nun muss ich wohl mal Frühstück machen. Es kommt Leben in den Salon und die Neuen wissen noch nicht, wie das Bordleben so organisiert ist.

Die Drachenhöhlen: Fotografieren verboten, daher schlechte Qualität "aus der Hüfte"
Nach dem Frühstück sind Thomas und ich zu seinem Abschied in den berühmten Coves Del Drach (Drachenhöhlen) gewesen mit einem der grössten unterirdischen Seen der Welt (177 meter lang und 30 Meter breit), wo täglich Konzerte mit klassischer Musik aufgeführt werden. Die Streichquartett-Musik war richtig berührend. Hunderte Menschen waren plötzlich still, als in der spärlich beleuchteten Höhle ein Boot in der Ecke auftauchte und Stücke von Caballero, Chopin, Offenbach erklangen. Die Menschen mal von ihrem Aktivismus, dem Lautsein für einen Moment erlösen ist etwas Schönes. Tja, ich bezieh das im Augenblick alles auf mich, wie es auf mich wirkt. Ist egoistisch, aber wenn man allein durch die Welt tingelt ist das halt so. Es tut mir weh, wenn da im Halbdunkel vor mir die Pärchen knutschen und sich gemeinsam von der Romantik ergreifen lassen. Kann ich es auch allein genießen? Und wenn nicht warum nicht? Gehören diese Fragen nicht in diesen Blog? Ich schreibe für mich, und es ist kein Reisebericht, Montag war ich da, Dienstag dort, denn ich habe keine Zeit, mir viel anzusehen. Es ist für mich zunehmend eine Reise nach Drinnen, Auseinandersetzung mit mir, meinen Träumen, die in der Realität immer anders sind, als vor der Realisierung.

Sonntag, 30. September 2012

Mallorca - Porto Cristo

Der Wind aus der richtigen Richtung kam um 17 Uhr - dann allerdings mit 3m hohen Wellen und 35 Knoten und sehr sehr viel Regen. Thomas hat die Chance genutzt und das Deck geschrubbt mit dem Süsswasser von oben. Und dann ging die Post ab. Kaum Segel oben musste schon das erste und zweite Reff rein. Wir wollten segeln und sind trotz Reffs mit 10-12 Knoten nach Mallorca gerauscht. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir in Landnähe und um 21 Uhr waren wir in dem vielleicht schönsten Naturhafen (zumindest der Ostküste) Mallorcas, Porto Cristo. Wir haben uns einen Hafen gegönnt, damit morgen der Crew-Wechsel einfacher ist und weil wir froh sind, dass wir den Tramontana (so heisst der gefürchtete NW-Wind in der Düse zwischen Mallorca und Menorca) gut überstanden haben. Zur Belohnung (man muss sich auch mal verwöhnen, wenn etwas gut gelungen ist) waren wir in einem Fischlokal am Stadthafen und haben erstaunlich gut und preiswert gegessen, ein wenig auch schon wieder zum Abschied, denn Thomas ist gedanklich schon wieder in St. Moritz bei seinem Hotel. Jetzt sind wir gerade richtig gut eingespielt, und nun ist die Zeit mit ihm schon wieder um. Morgen werden Raphael und Freya zu uns an Bord kommen, und ich freue mich besonders, dass Bojan, ein erfahrener Berufs-Skipper (www.bomarine.nl) vom 4.-8. Okt. von Mallorca via Ibiza bis nach Malaga mitsegelt, wo er einen Kunden-Termin hat. Wir haben uns beim Ausprobieren des Parasailor-Segels kennen gelernt (für die er der holländische Händler ist) und spontan gut verstanden. Evtl. in Malaga kann dann Enrico am 10. zusteigen. Also, das Schicksal meint es gut und alles passt zusammen. Ich bin darüber sehr glücklich, wie ihr euch denken könnt. Mittlerweile traue ich mir zwar auch Einhandsegeln zu, aber es ist sehr stressig und unnötig riskant.
Mallorca in Sicht bei Sonnenuntergang

Die Wellen knallten gegen den Rumpf und wir wurden nicht nur einmal klatschnass


Es ist immer spannend, bei Dunkelheit in einen unbekannten Hafen einzulaufen.

Was ist los mit dem Wetter?


Na, wir werden wohl heute nur die Nordostspitze von Mallorca evtl. (Cala Rajada) erreichen. Auf der Karte unten ist der rote Kringel in der Mitte die Position von  LIZA um 14 Uhr. Man sieht, wie wir kreuzen mussten (gegen den Wind), später mit Maschine zur Unterstützung mitlaufen lassen, um noch höher am Wind gegenan zu kommen.

oben rechts Menorca, links Mallorca, dazwischen sind wir.


Bonito
Ich weiss, es nervt langsam, dass ich mich immer übbeer das Mittelmeerwetter beklage. Mich nervt es selber auch. Wir sind losgefahren, weil 2-3 Bft von NO, also von HINTEN vorhergesagt  dank meiner Antenne für GSM Empfang, die ich Richtung Mallorca ausgerichtet habe), sind einfach verkehrt. Zygrib (NOAA-Daten GFS Modell) komplett daneben, 180 Grad verkehrt, einen halben Tag lang. Bonito ebenfalls komplett verkehrt (generell habe ich seit Verlassen der Adria beobachtet, dass man bei deren Daten fast immer 50% mehr Wind dazu kalkulieren muss. Wetterwelt (ganz unten) zeigt als Einziger richtig an. Nein, ich bin kein Vertreter von deren Wetterdaten, nur die Kurzwellensoftware MeteoCom zum Empfang von Wetterfaxen macht mir nach wie vor Vergnügen und die vermittle ich auch gern. Ausserdem lag Wetterwelt auch oft genug daneben, wenn Bonito etwas näher an der Wirklichkeit lag. Jedenfalls werden offensichtlich verschiedene Daten als Voraussetzung genommen. Nur wer ist wann richtig? Ich habe ja immerhin den Luxus, die beiden großen kostenpflichtigen Anbieter vergleichen zu können.


Wetterwelt zeigt als Einziger heute die richtige Windrichtung jetzt mit der ger: ade geladenen neuen Datei. Heute morgen war auch vekehrt. Deren Wetterfrösche scheinen am Sonntag jedenfalls zu arbeiten...

Update 14.30 Uhr   Die Gewitter scheinen durch zu sein, es kommt die Sonne raus. Und ich werde mich jetzt nackt ins Netz vorne legen. Thomas schläft, es ist ein Segen, er kann jederzeit sich hinlegen und schlafen. Bei mir dauert das ewig, aber wenn ich sehr müde bin kann ich auch das Nötigste am Tag nachholen. Also, aufwärmen, Sonne. Das wollte ich ja immer und bin froh, dass sie gerade da ist. Denn jetzt freut man sich mittlerweile über die Wärme. Morgens ist es 20 Grad i.d.Regel, und da zieht man schon Pullover an. Ja, wirklich. Ich habe immer über die Südländer gelacht, wenn die im April mit Wintermänteln rumliefen und wiir in einem Frühjahrs-Urlaub natürlich in der Badehose am Strand lagen. Nun friere ich selbst bei unter 20 Grad. Es ist erstaunlich, wie der Körper sich anpasst. Zuhause bräuchte ich wohl auch schon Kamin....
Ihr seht, ich habe Langeweile... Nein, bin froh, dass der Nabel zur Welt, das Internet, wieder geht in Spanien...   Ich hab jedenfalls das Gefühl, ich rede nicht nur mit mir allein. Wir wechseln uns zu Zweit an Bord oft so ab, dass wir gar nicht viel reden. Jeder schläft vor oder nach für die letzte oder die nächste Nacht. Wir wissen ja auch heute nicht , ob der Wind noch dreht oder wir auf dem Meer bleiben.
Also schreibt mir, ich freue mich über jede email, wirklich! Und sonst lese ich in Monikas und meinem z.Zt vlt wichtigsten Buch von Eckahrt Tolle "JETZT": Die Kraft der Gegenwart.

Adiós Menorca

Aufbruch aus der Taulera-Bucht
Die Taulera-Bucht. Das rote Schiff lief beimSturm gestern auf Grund trotz zweier Anker, aber die Segler halten zusammen und haben mit 3 Dingis wieder ins freie Wasser ziehen können.
Wir haben entgegen aller Vorhersagen eine total ruhige Nacht gehabt und brechen bei Regen aus der sehr geschützten Bucht auf. Draussen ist die Welle natürlich gleich wieder höher, aber es klart auf und wir können die imposante Küste noch genießen. Es ist schon ein Vagabundenleben, so ins Blaue (oder Graue) hinein aufzubrechen, nicht zu wissen, wie weit man kommt, wo man ankommt, heimatlos und doch sein Schneckenhaus immer dabei. Ich weiss gar nicht mehr, wie es in 4 geschlossenen Wänden sich so anfühlt. Monika genießt es und das macht mich froh. Ich kann es in meiner Koje nachvollziehen, sie ist auch so ein Rückzugsort. Nur wackeliger....   Ich genieße ein paar sehr intensive Augenblicke - für mich. Und so lange ich es will. ICH es will.   Wir werden übrigens doch eher nur bis Porto Pedro (Ostseite im Süden von Mallorca) kommen heute, der Wind ist nicht so wie angesagt. Jetzt regnet es erst mal wieder cats and dogs. Muss mal Radar anmachen, ist nichts mehr zu sehen nach ca. 20 Metern....  also, an die Arbeit und absenden...






Samstag, 29. September 2012

Morgen, Sonntag auf nach Mallorca

Mein Neffe und Freundin konnten heute nicht nach Menorca zu uns an Bord kommen, also fahren wir Raphael und Freya entgegen.
Die kaputten Relais für beide Volvo-Diesel konnte ich von Bosch baugleich nach 2 Stunden Suchen mit dem Fahrrad im Industriegebiet im Autozubehör finden. Volvo-Penta hatte sie nicht vor Ort. Bestellen - ca. 5 Tage und 20 Euro Fracht. Enrico bringt die Originalteile noch mal mit. Aber ich wollte nicht so lange warten. Nun springen die Motoren wieder sofort an, was bei Sturm und Ankerauf-Manövern nachts sehr beruhigend ist. Es ist schon mühsam, ohne Auto auch das Einkaufen zu bewerkstelligen, aber es geht
Irgendwo etwas nordwestlich des südlichen Zipfels von Mallorca würde ich gern in einer Bucht ankern, z.B. Es Trenc. Sollte mit dem Wind auch klappen. Wenn das angesagte Gewitter (natürlich wieder mit Sturm) uns heute nacht weckt, fahren wir direkt los, statt im Ankerfeld auf slippende Schiffe zu wachen. Ohne Segel, ablaufen vor dem Wind geht fast immer. Aber vielleicht kommt es gar nicht so. Also bis Malle, melden uns von dort wieder.

Menorca - Mahon

Das Leben könnte an Land so einfach sein..... und doch ist es eine gute Erfahrung

Seit Stunden warte ich genervt auf einen spanischen Internetstick. Eigentlich wollte ich nur kurz weg von LIZA, aber nun komme ich stundenlang nicht zurück, weil es so stürmt, das ich nicht mal das kleine Bordfahrrad wieder einladen könnte. Ich bin seit Monaten mal ganz allein. Mit aller Kraft vergesse ich die anstrengeden Stunden der letzten 2 Nächte zwischen Sardinien und Menorca, lache bei dem Gedanken an den ersten fliegenden Fisch meines Lebens, der ein paar mal neben mir aus dem Meer sprang, als wollte er mir sagen: Hey, du kannst auch als Fisch fliegen, es ist ganz leicht, musst nur kräftig abspringen.



Und als ich darüber nachdenke, kommt ein spanisches Paar mit einem Kind aus derTür auf dem unteren Foto und sagt,, ich brauch  mir keine Sorgen machen um das Dingi in den Wellen, sie passen auf. Dann gibt mir die Kleine etwas zu trinken und zu essen.. es ist so irreal, als würde ich es träumen, aber es ist wahr. Wieso passiert das gerade wo ich mich so allein fühle. Egal, ich nehme es als gutes Zeichen.. Was bleibt, ist etwas Wehmut, das das Leben an Land in dieser kleinen Bucht als Familie etwas bezauberndes hat.  Das habe ich auch haben dürfen und noch immer ist Familie das Wichtigste.

So, auf zum Internet, damit ich wieder Kontakt haben kann --- und Wetter

Mittlerweile habe ich den Stick, kann also wieder normal meine emails abrufen. Ich bin ja doch nicht ganz raus aus einem gewissen Pensum Arbeit, es gibt noch einiges nebenbei zu regeln. Das "erdet" auch, man bleibt mit der Welt ausserhalb des Bordlebens verbunden. Ich brauche das mehr, als ich dachte. Prompt kann ich auch Kontakt mit meinem Cousin Raphael und Freundin Freya halten, die versuchen, heute an Bord zu kommen oder wenn wir morgen nach Mallorca aufbrechen, wo Thomas am 2. wieder abfliegen muss. Die Zeit vergeht so schnell...

Heute Nacht hies es wieder im Dunkeln Anker hoch. Der Wind hatte 180 Grad gedreht. Weil der Anker dann in der Regel nicht mehr gut liegt, sondern sich ausgegraben hat, haben wir lieber gleich neu geankert, auf der anderen Seite der Bucht. Wenige Minuten nach dem Entschluss ging wieder ein Gewittersturm mit 34 Knoten max. los, und alle, ja ALLE Schiffe in der Bucht fingen an zu slippen, mussten umankern, und zwei liefen auf Grund. Sie kamen erst im Hellen mit der Hilfe anderer Segler wieder frei.



Donnerstag, 27. September 2012

20 SM vor Menorca

Wir haben es geschafft, Details später, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. I-Verbindung über BGAN Sabre  hergestellt (auf offener See kein Problem mit dem Schaukeln!). Isatphone Gribfile Download funktioniert bei mir auch nicht mit Windows 7. Ludger.
Werde in Menorca nach einr Daten-Sim Ausschau halten und melde mich dann "normal"

Dienstag, 25. September 2012

Kurs West

Wir sind um 21 Uhr gestartet nach Menorca mit gutem 4-5er Wind und einem Reff, damit wir es etwas ruhiger haben in der Nacht.

Morgen nach Menorca?

Das Wetter klarte sich wieder etwas auf, nach kräftigem Wind und Regen und zwei erholsamen Nächten in Calasetta wollen wir morgen aufbrechen. Jetzt gerade regnet es aber wieder heftig. Das Grau erinnert an Holland früher mit unserem Holzboot in Koudum. Nur ist es hier wärmer. Zwei defekte Startrelais von den Motoren konnten wir zwar ebensowenig besorgen, wie die Risse in der Fog nähen lassen, aber die Maschinen starten widerwillig auch ohne Vorglühen, bzw. Thomas hat eine Idee, die Relais zu überbrücken, und wir haben das alte Vorsegel wieder drauf, um das drei Jahre alte "Neue" bei nächster Gelegenheit nähen zu lassen. Ich habe es nie im Wind schlagen lassen, aber die letzten Stürme haben an der Fock ebenso gezerrt, wie an unseren Nerven...
Der Hafen Calasetta ist ein kleiner Kreis von "harten Männern", die fast alle ohne Frauen seit Ewigkeiten auf Ihren Schiffen leben und sich durch die Welt reparieren. Ich habe ja schon damit gerechnet, dass es bei uns auch nicht ohne geht (ich meine ohne Reparieren). Ich stelle fest, dass es mir wie vielen anderen Seglern auch keinen Spass macht, sich im Internet auf die Suche zu begeben, wer einem welche Ersatzteile wohin liefern könnte. Naja, das ist halt alles Teil der Erfahrung, die dazu gehört. Hofferntlich ist vor allem der Wind ok. Stabil ist das Wetter ja immer noch nicht wirklich. Eigentlich habe ich noch keinen Segler getroffen, der sich positiv über das Mittelmeer geäußert hat. Seltsam, dass ich das so falsch eingeschätzt hatte vor dem Losfahren, obwohl ich ja letztes Jahr bereits die Erfahrung gemacht habe, dass wir sehr viel motoren mussten mit AQUA von Barcelona nach Rovinj, oder auch gelegentlich mal Wind hatten, dann aber auch schnell zu viel. Aber das war noch die andere Richtung. Bei vorhersschendem Westwind ist es Richtung Gibraltar halt oft gegenan..Ob das Spaß macht, kann ich noch nicht sagen. Will darüber auch jetzt nicht nachdenken, wo erstmal wieder gut 200 Seemeilen in den nächsten Tagen anstehen. Ich will mal versuchen, überhaupt nicht mehr zu beurteilen, ob dieser Teil der Langfahrt meine Erwartungen erfüllt oder nur ein Transfer des Schiffes ist. Ich möchte halt gern den Augenblick genießen, also "Der Weg ist das Ziel". Das ist aber leichter gesagt, als getan. It is all part of my experience... 
Gestern interessierte sich ein Hotelier aus Calasetta sehr für LIZA, sucht einen Katamaran....   Nein, ich denke nicht wirklich darüber nach ! Aber seltsam sind all die Prüfungen des Schicksals schon, oder? Bilde ich mir das nur ein?

Sonntag, 23. September 2012

Sardinien erreicht

Thomas und im Hintergrund Sardiniens Südwestspitze
Nach einer guten und schnellen Überfahrt haben wir Sardinien schon in Sicht und Internet-Emfangsnähe ;-) Wir möchten noch um die Südwestspitze herzum nach Calasetta, weil es morgen wieder 5 Bft von West geben soll. Da möchten wir lieber im schon bekannten Hafen sein statt in sehr offenen, exponierten Buchten,  und auf das vielleicht sich bald öffnende Wetterfenster nach Mallorca warten. Wir sind bis etwa 3 Uhr sehr gut voran gekommen, aber jetzt ist der Wind erst mal weg und wir motoren. Heute morgen hatte ich ein erzählenswertes Erlebnis: Mit Sardinien in Sichtweite sah ich einige flaschenähnliche Teile im Wasser schwimmen und ärgerte mich schon über den Müll in Landnähe. Erst als ich in die Nähe mehrerer dieser Treibstücke kam, waren ein paar plötzlich weg und dann sah ich aus nächster Nähe, dass es ungefährt 50cm große Schildkröten waren, die offenbar an der Oberfläche schliefen. Tja, tut mir leid, dass ich erst mal an Müll gedacht habe, aber es sah wirklich so aus und ist auch nicht so selten, oder wahrscheinlicher sogar als lauter Meeres-Schildkröten.
Thomas und ich haben viel Spaß an Bord, ein paar schöne Gespräche und halt abwechselnd Wache und Schlafen. 

 (Nachtrag: es wird etwas später heute mit der Ankunft, wir rechnen 22 Uhr in Calasetta)

Freitag, 21. September 2012

Auf nach Sardinien

Morgen, Samstag, um 5 Uhr gehen die Drei von Bord und Thomas und ich brechen gleichzeitig auf nach Sardinien. Alle ist gut so und auch der Wind versprich gut zu werden, fast von hinten. Der Tracker wird ein paar mal die Position melden, und ansonsten wird es etwas ruhiger hier im Blog, bis wir uns aus Landnähe wieder melden.

Mittwoch, 19. September 2012

Sciacca - Marsala

Der Hafen Sciacca war zum Schlafen völlig unbrauchbar. Die ganze Nacht kamen grooße Trawler rein und raus und jeder machte eine Welle, dass der ganze Steg einen halben Meter hin und her schlug. Jede Stunde auf die Uhr schauen - da ist mir klar geworden, dass die dauernde Müdigkeit (über die ja auch die Jugend "klagt") mit dafür verantwortlich ist, dass wir manchmal keinen Antrieb mehr haben, weil sozusagen die menschl. Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind. Dann nützt ein toller Anblick z.B. auch nichts mehr, man will nur noch schlafen. Trotzdem sind wir gestern abend in die Stadt gegangen und haben die Altstadt Sciacca genossen, die vom ersten Eindruck vom Meer aus gar nicht so schön war. Aber überall gab es Kermaik-Werkstätten (die Stadt muss berühmt sein dafür) und ein herrschaftlichen Platz mit Blick über die Marina. Wir waren auch erfreut, dass die Gassen viel sauberer war, als alles bisher auf Sizilien Gesehene. Also, es geht schon...   Dafür stank der Hafen so abartig nach Fisch und Müll, dass wir heute früh gleich wieder aufgebrochen sind und knapp zwei wunderbare Stunden mit Parasailor gesegelt sind. Der Wetterbericht sagte zwar Wind von der Seite und später von vorn voraus, aber wie ihr auf den Bildern seht, kommt er von hinten und treibt trieb uns bis nach Marsala. Es war so ein wunderbares Segeln heute. Die ganze Strecke mit Parasailor, schneller als mit Motor so dahinrauschen. Ich nehme es dankbar auf, ohne mich zu fragen, warum der letzte Segeltag für die drei so schön sein sollte, warum nicht früher...  Ich selbst habe es auch so gebraucht, mal wieder richtig zu segeln. Das ist es, was ich so gern wollte. Es war einfach zu viel anderes dazwischen in den letzten Wochen, was die Laune gündlich verhagelt hatte, aber heute bin ich drüber weg, dass ich das noch mit meiner Capitana erlebt habe.


Dienstag, 18. September 2012

Aufbruch - Sciacca

Marina Sciacca,  Circolo Nautico Il Corallo, nur  35,- /Nacht, aber viel Schwell
Trotz aller Warnungen der "alten" Langfahrtsegler haben wir uns (mit schlechtem Gewissen) heute früh auf den Weg gemacht, um Monika, Corinna und Florian Richtung Trapani zum Flughafen zu bringen und Thomas dort aufzunehmen, der mich glücklicherweise die nächsten Wochen unterstützt. Immerhin haben wir 50 Seemeilen geschafft. Es war für kurze Zeit richtig schönes Segeln, und anschließend Motoren, aber fast ohne Welle (statt der von gestern angekommenen Seglern berichteten 1,5 Meter und für heute prophezeit,  weil sich das Meer so schnell niemals beruhigt.... Man muss sich wirklich letztlich allein entscheiden und nicht zu sehr verrückt machen lassen. 
Ja, es geht weiter und so ist es gut. Mit etwas Glück und viel viel segeln kann ich mit Thomas und später ab der 2. Oktoberwoche mit Enrico einige Meilen aufholen und Monika im Atlantik wieder an Bord nehmen. Ich hatte keine Lust, das Mittelmeer noch einmal 2013 eine Sommersaison lang ab April mit seinen Wind-Launen und Hitzeperioden zu besegeln und dann erst ein Jahr verspätet über den Teich zu kommen. Wir verstehen jetzt, warum so viele Segler jahrelang unterwegs sind. Man muss in ganz anderen Dimensionen denken.