Freitag, 1. Juni 2012

Die Geschichte geht weiter

Unesco Weltkulturerbe Lunenburg, Foto ww.hicker.de
Nach ein paar Tagen voller Behördengänge sind wir nun überglücklich im Besitz der Permanent Residence und haben sogar schon die Zollformalitäten für unsere LIZA geregelt. Nun verschnaufen wir erst mal in einem kleinen Städtchen Lunenburg, das aussergewöhnlichen Charme hat. Und das sicher auch, weil es von Lüneburgern im Jahr 1753 gegründet wurde  Die gepflegten viktorianischen Wohnhäuser mit ihren liebevoll gestalteten Vorgärten und ihren geschmackvollen Fassaden zeugen davon, dass diese Stadt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann. Und diese begann im Jahr 1753.
1453 neue Siedler, die vor allem aus den Regionen im Südwesten Deutschlands, dem Montbeliard Distrikt in Frankreich und aus der Schweiz stammten, wurden ins Land gebracht. Die meisten von ihnen sprachen Deutsch und sollten dem Einfluss der katholischen Franzosen in Nova Scotia entgegen wirken. Jeder Siedler erhielt ein kostenloses Grundstück für Haus und Garten und zusätzliches Land zur landwirtschaftlichen Nutzung.
Die neu entstandene Siedlung erhielt den Namen Lunenburg nach dem damaligen englischen König George I., der aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg stammte.
Von daher stammt auch meine liebe Mutter, die wir gestern zum Geburtstag per Satelliten-Handy angerufen haben und dann in Lunenburg vor der webcam von unserem Freund Ralf Pickart     zugewunken und geskyped haben. Das wiederum hat Vater  mit seinem neuen iMac festgehalten (siehe Bild links)  Es ist so ein seltsames Gefühl, dass unsere Geschichte nun hier weiter geht. Wir besichtigen heute das berühmte Schiff BLUENOSE, das vor 12 Jahrem unserem neuen Zuhause den Namen gab. Damals ahnten wir nicht dass wir einwandern würden, zudem mit einem eigenen Schiff.  Wir werden uns heute mal das Fischerei-Museum anschauen und den Fortgang der Restaurierung der geliebten Bluenose, die ihr hier auf der webcam sehen könnt.. 
Wie die Geschichte der Lunenburger hier weiter ging:
Lunenburg entwickelte sich von der landwirtschaftlichen Produktion hin zur Fischerei
Ursprünglich war geplant, dass die neuen Siedler Landwirtschaft betreiben sollten, um die neue britische Hauptstadt Nova Scotias - Halifax - mit Lebensmitteln zu versorgen. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass dies nicht so einfach war, wie sich das die Obrigkeit vorgestellt hatte. Und obwohl Ende des 18. Jahrhunderts landwirtschaftliche Produkte nach Halifax geliefert wurden, war bald klar, dass die Zukunft der Stadt anderswo lag.
Die Lunenburger Bürger wandten sich dem Meer zu und widmeten sich dem Fischfang, der bis vor wenigen Jahren der Haupterwerbszweig der Stadt war. Die ersten von ihnen fischten vor der Küste Labradors, wo sie riesige Kabeljauschwärme vorfanden. Als dann Ende der 1860er Jahre neue Trawler Techniken eingeführt wurden, wandten sich die Fischer von Lunenburg den Grand Banks vor Neufundland zu und der Western Bank südwestlich von Sable Island - einer berüchtigten Sandbank südlich der Küste von Nova Scotia.
Von dort brachten sie Kabeljau nach Hause, den sie im Laderaum ihrer Schoner einsalzten und an Land brachten. Dort wurde er auf Trockengestellen ausgelegt und getrocknet, bevor er zu den Märkten in aller Welt weiter verschifft wurde.
Der Niedergang der Atlantikfischerei und Lunenburgs Entwicklung zum Touristenziel
Bis in die frühen 90er Jahre des 20. Jahrhunderts bestand die Fischereiflotte Lunenburgs aus modernen Fisch Trawlern und Muschelschleppern, die weit entfernt waren von den früher üblichen ungemütlichen und beengten Schonern.
Seit jedoch die Kabeljauschwärme des Atlantiks immer weniger werden, hatte auch die Stadt Lunenburg ums Überleben zu kämpfen. Aufgrund ihres gut erhaltenen Stadtbilds mit schönen Kapitänsvillen, die sich oberhalb des Hafens den Berg hinauf erstrecken, den alten Lagerhäusern am Hafen und den Tante Emma Läden, die heute Souvenirs für Touristen verkaufen, hat sich das Schicksal Lunenburg gegenüber als gnädig erwiesen.
Lunenburg lebt heute hauptsächlich vom Fremdenverkehr, und die Werften am Hafen, die ehemals Gaffelschoner und Trawler bauten, stellen heute historische Segelschiffe und exklusive Yachten für zahlungskräftige Kunden her. Die Vergangenheit Lunenburgs als Fischereizentrum Nova Scotias wird romantisiert und zelebriert im Stadtzentrum und vor allem entlang des Hafens der Stadt.
Quelle: http://monika-fuchs.suite101.de/, Professor Marian Brinkley, From Fishing Centre to Tourist Destination, The Restructuring of Lunenburg, Nova Scotia, Faculty of Arts and Social Sciences, Dalhousie University, Halifax, 2000 und eigene Recherchen vor Ort

Dienstag, 29. Mai 2012

JUST LANDET

Wir sind eingewandert und ÜBERGLÜCKLICH, dass alles doch noch geklappt hat. Beinahe wäres es schief gegangen, denn obwohl wir 5,5 Std. vor Abflug mit dem Zug nach Frankfurt losgefahren sind, hätten wir fast den Flieger nach Kanada verpasst. Grund: Triebwerksschaden vom ICE 16 km vor dem Flughafen. Eine Stunde verging ohne Ansage, woran es denn nun liegt. Im Zug überwiegend Fahrgäste, die einer nach dem anderen ihre Flüge verpassten und demenstrechend durchdrehten. Die Türen durften aus Versicherungsgründen nicht geöffnet werden, obwohl die Hochgeschwindigkeits-Strecke komplett gesperrt war. Eine Frau fragte andere Gäste, ob man sich zusammen tun sollte, eine Scheibe einzuschlagen. Eine Straße in der Nähe - Taxi usw.   Nach zwei Stunden ging es dann endlich weiter mit äusserst notdürftigen Entschuldigungen der Bahn, man könne sich Formulare abholen, 25 % Fahrpreiserstattung verlangen. Wir wunderten uns nur, warum es nicht möglich war, eine Rangier-Lok von Frankfurt loszuschicken auf dem besetzen Gleis und die paar Kilometer in den Bahnhof reinzuschleppen. Stattdessen stellte sich heraus, dass die Zusammenkopplung der beiden ICEs in Köln das Problem verursacht hatte. Entkoppelt fuhren beide Teile reibungslos, aber es hat zwei Stunden gedauert, einen zweiten Lokführer herbeizurufen, um den zweiten Teil zu fahren. Sind wir eigentlich wirklich so gut im Management in Deutschland? Ich möchte nicht wissen, wie größere Zwischenfälle geregelt werden, wenn solche kleinen Pannen schon solche Probleme bereiten. Ein Anruf bei Condor ließ jede Hoffnung schwinden, eine Stunde vor Abflug noch eingecheckt zu werden, denn man kann nicht ein paar Hundert Leute im Flieger dafür warten lassen. Wir nahmen dennoch alle Kraft zusammen und rannten um unser Leben - wir wollten raus aus D und rein nach Canada. - Und es hat geklappt. Die Freundlichkeit der Behörden in C hat uns wieder so glücklich gestimmt, und dazu noch die 81 jährige Witwe eines kanad. Diplomaten, die schon zum 77sten Mal den Atlantik überquerte. Sie war so fröhlich und entspannt, reiste allein durch die Welt und gab uns noch noch Ihre Adresse in Truro. Wir werden sie besuchen - nächstes Jahr.
So, nun müssen wir aber noch eine Menge paperwork erledigen.

Montag, 28. Mai 2012

Hochzeit auf der Green Duck

Die letzten Tage waren geprägt von Hochzeit feiern, viel Freude und zuletzt Abschied von Ludger und Christel, die wir erst in etwa einem halben Jahr im Atlantik wieder sehen werden. Alle paar Tage hatten wir miteinander telefoniert, viel miteinander ausgetauscht, um uns für die gemeinsame Fahrt in die Karibik vorzubereiten. Nun sind die beiden ein Paar. Wir durften sie nicht nur auf ihrem vertrauten Katamaran in den Hafen in Wismar zur historischen Kogge Wissemara skippern, sondern gestern abend noch einen schönen Sonnenuntergang zum Abschied auf Green Duck genießen. Es kam uns manches bekannt vor im Familienkreis der beiden, denn kurz vorher hatten wir unsere Eltern auf dem Weg besucht. Es ist für alle Beteiligten nicht einfach, sich loszulassen. Wir sind trotz aller Sorgen so dankbar, dass wir mit einem guten Gefühl losziehen können.
Während der letzten Tage erreichten uns die Nachrichten der beiden Crews aus unserer kleinen Segler-Gemeinde auf Lagoon Magic Cloud und Sibina, die schon mit Kurs auf Portugal losgefahren sind. Peter (AQUA) rief soeben noch an, er ist mit Gerlinde bei Travemünde, später Richtung Bornholm, vielleicht Schweden. Schade dass wir uns nicht noch mal sehen konnten, waren ja nicht so weit voneinander entfernt.  Es ist wie mit den Zugvögeln, ...  Wir sind auch bald dran... Aber morgen geht es erst noch mal mit dem Flugzeug 5800 km über den Teich zu unserem vorläufigen Endziel Canada, um unsere  Immigration Visas entgegen zu nehmen. Dort treffen wir Thomas und Christine, die diese Pläne mit uns teilen und sicher auch in den letzten Wochen einiges erlebt bzw. an ihrem Haus gearbeitet haben. Ihre Eltern sind dabei und können so an den (Immigrations-)Plänen der beiden teilhaben. Es sind einige große Veränderungen im Gange und es tut gut, wenn wir uns gegenseitig Mut machen können, jeder auf seine Weise. In der 2. Juniwoche sind wir noch mal für 3 Wochen in Deutschland und dann geht es mit unserer LIZA aufs Mittelmeer.

Montag, 21. Mai 2012

Check-in/OK message from Nachricht vonCrew LIZA Position SPOT SPOT Nachrichtenübermittler/Kurier.

Solche Nachrichten unten  "Crew LIZA Position" werden von unserem SPOT CONNECT auf Knopfdruck versendet.
Dabei können wir aus 14 vorgeschriebenen 140_Zeichen_messages auswählen, welche wir übermitteln. Auch individuelle Nachrichten können mit dem iPhone/ Tab geschrieben werden, kosten ca. 25 Cent, während die vorgeschriebenen im Abo (99 USD/Jahr) unbegrenzt enthalten sind.
Die Position ist mit den Links in jeder message (s.u.) sowie auf der Positionsseite oben im Menü zu finden.

Die Zeitangabe ist ebenfalls in der message zu finden, unten in der Zeile GPS location (11:20:31 PDT)
PDT  = Pacific Daylight Time = UTC - 7 Stunden oder in Deutschland 9 Stunden zur PDT dazu zählen, um lokale Sommerzeit zu errechnen. Übrigens sind auch die einzelnen Logbucheinträge hier  unten Links am Ende mit PDT Zeit versehen.
Auf den beiden letzten Links unten wird die Zeit schon für den Betrachter auf seine Lokalzeit umgerechnet.
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Crew LIZA Position
Latitude:Breitengrad51.13214
Longitude:Längengrad7.0699
GPS location Date/Time:GPS-Aufenthaltsort Datum/Uhrzeit05/21/2012 11:20:31 PDT

Message:Message/ NachrichtWir sind unterwegs. Positionsupdates mehrmals am Tag. Antwort nur via www.catamaran-yachtcharter.blogspot.de/p/kontakt.html

Klicken Sie auf den untenstehenden Link um zu sehen, wo ich gerade bin.
http://fms.ws/7zQEY/51.13214N/7.0699E

Wenn der obige Link nicht funktioniert, versuchen Sie diesen Link:
http://maps.google.com/maps?f=q&hl=en&geocode=&q=51.13214,7.0699&ll=51.13214,7.0699&ie=UTF8&z=12&om=1

Crew LIZA Position

Sie haben diese Nachricht erhalten, weilCrew LIZA Position hat Sie zu seiner/ihrer SPOT-Kontaktliste.

. Share Yours.Jeder Tag ist ein Abenteuer. Erzählen Sie uns Ihrs.{0} http://www.findmespot.com
______________________________________________________________

Und hier noch mal eine Kurzübersicht aller Zeiten:
UTC  = Universal Time Coordinated (Koordinierte Weltzeit)
CET  = Central European Time (MEZ = Mitteleuropaeische Zeit)
EST  = Eastern Standard Time
PST  = Pacific Standard Time
CEDT = Central European Daylight Time (MESZ = Mitteleuropaeische Sommerzeit)
EDT  = Eastern Daylight Time
PDT  = Pacific Daylight Time

CET  = UTC + 1 Stunden
EST  = UTC - 5 Stunden
CST  = UTC - 6 Stunden
PST  = UTC - 8 Stunden

Sommerzeit:
CEDT = UTC + 2 Stunden
EDT  = UTC - 4 Stunden
PDT  = UTC - 7 Stunden



Samstag, 19. Mai 2012

Rumpfstärke

So dick ist übrigens der Rumpf von einer Lagoon 380. Ja, und wenn der durchbricht oder Wasser durchlässt, gibt es ja noch den zweiten Rumpf. Ausserdem hat jeder Rumpf drei geschlossene Kammern - wie bei Kreuzfahrtschiffen. Trotzdem - besser passt man auf.
Gestern ist übrigens ein Skipper frei gesprochen worden, den ein Crewmitglied verklagt hatte, weil er im rechten Winkel zum Schiff mit dem Dingi an der achterlichen Plattform temporär festgemacht hatte und das Crewmitglied beim Aussteigen über den Dingi-Bug ins Wasser gefallen ist (sich dabei die Schulter gebrochen hat..). Man haftet ja schon für ziemlich viel an Bord als Schiffsführer, aber zum Glück gibt es doch noch den gesunden Menschenverstand...

DP07 Seefunk sendet in Kürze wieder auf Kurzwelle

Es lebe die Kurzwelle... Das passt ja gut mit dem Kurzwellenempfänger-Vertrieb zusammen, den wir für Kanada i.A. von Bonito übernehmen.

Der liebenswerte Hamburger DeltaPapa07 hat die Frequenzzuteilung für zwei Frequenzpaare auf Kurzwelle für „den mobilen Seefunkdienst für den öffentlichen Nachrichtenaustausch“ erhalten und darf im Jahre 2012 auf den Seefunkkanälen 1224 und 1212 senden.

Die Senderdaten für die Kurzwelle:
Primärkanal/ Rufzeichen: 1224/ DAJ
DP07 sendet auf: 13.146 kHz (USB)
DP07 empfängt auf: 12.299 kHz (USB)
Ausweichkanal/ Rufzeichen: 1212/ DAH
DP07 sendet auf: 13.110 kHz (USB)
DP07 empfängt auf: 12.263 kHz (USB)

Die Technik wird in der ersten Maihälfte installiert und dann werden Testsendungen ausgestrahlt.
Bedingt durch die vorgegebenen Frequenzen und um die Zielgebiete optimal zu erreichen, wird DP07 Seefunk zwischen 14:00 und 17:00 UTC (16:00 und 19:00 LT) auf Sendung gehen. Die genauen Zeiten werden noch bekannt gegeben.
Die Sendungen sollen vornehmlich die Gebiete Mittelmeer, Schwarzes Meer und Atlantik im Bereich Spanien, Portugal, Frankreich, Ärmelkanal, Azoren, Madeira und Kanaren erfassen.
Es darf ausschließlich Funkverkehr mit Seefunkstellen durchgeführt werden.
DP07 Seefunk wird Seewetterberichte, Informationen für Schifffahrt und Wassersport, Seefunktelegramme, Sammelanrufe und Sammeltelegramme an alle Seefunkstellen aussenden, Telefonate See-Land/ Land-See vermitteln und TR’s (travel report) entgegennehmen. Selbstverständlich steht der Betreiber nach den Aussendungen für Rückmeldungen und Fragen der Seefunkstellen zur Verfügung (wie bereits in der Großen Konferenz von Borkum bis Bornholm im UKW-Bereich bekannt).
Nach erfolgreichem Testbetrieb beabsichtigt DP07 Seefunk die Beantragung einer Frequenzzuteilung für den Dauerbetrieb im Kurzwellenverkehr und freut sich über das neue Sendegebiet. Ihre Rückmeldungen und Anregungen per Funk, E-mail oder anderen Kommunikationsmitteln sind sehr willkommen. Helfen Sie durch aktive Teilnahme beim Ausbau der Dienstleistungen im Kurzwellenbereich.
Ihr DP07 Seefunkteam Hamburg, den 06. Mai 2012
Weitere Presseinformationen hier....

V.i.S.d.P.: Kapitän Reiner Dietzel
DP07 Seefunk
Estedeich 84
21129 Hamburg
www.dp07.com 

Sonntag, 13. Mai 2012

Coppercoat Antifouling letzte Tipps

So, nun strahlt die Liza im Kupferkleid. Wir sind wieder in Deutschland, die nächste Fahrt nach Kroatien wird der Anfang unseres Abenteuers.




Die erste Schicht deckt noch nicht, ist erst der Haftgrund für die nächsten 3 Schichten
Was wir zur Verarbeitung des Coppercoats noch anmerken möchten: Die erste Schicht hält wirklich auch auf Primer relativ schlecht. Man macht sich Sorgen, wenn es so aussieht, wie unten auf dem Foto. Die Qualität der Rolle ist ein entscheidender Faktor für den Anstrich. Wenn schon Fellrolle, dann ganz kurze Haare, Schaumstoff geht gar nicht. Und was auch nicht geht, ist später noch mal überstreichen, wenn die Farbe schon trocken ist. Also, nicht versuchen, noch unschöne Stellen zu retuschieren, es wird nur schlimmer. Was wir ferner gar nicht bedacht hatten: Man braucht ein paar Tage TROCKENHEIT. Allein das Tauwasser, das morgens vom Deck lief, hat Streifen hinterlassen, die nicht mehr weg zu kriegen waren. Die Farbe ist lösungsmittelfrei und entsprechend wasserlöslich vor der totalen Austrocknung (72 Stunden). Das hat aber auch den Vorteil, dass man sie selbst als Allergiker "gut riechen" kann. Sie ist eigentlich fast geruchlos, ganz im Gegensatz zu den Ein-Komponenten Antifoulings, die von den Nachbarschiffen noch bis zu uns herüber stanken.Vor dem Zu-Wasser-Lassen im Juli wird die glatte Oberfläche ja eh noch einmal kurz angeschliffen, damit die chemische Reaktion in Gang kommt, dann sieht man die kleinen Fehler nicht mehr

Mittwoch, 9. Mai 2012

Coppercoat fast fertig

Es ist viel Arbeit, aber morgen werden wir fertig, haben dann sozusagen acht Einrumpfschiffe mit Antifouling gestrichen (4 x pro Rumpf) , nur anstrengender, weil der Kat nicht so hoch aufgebockt ist, wie ein Monohull mit Kiel. Die Farbe lässt sich aber gut streichen. Es ist pro Rumpf ein Tag zu rechnen mit zwei Personen. Unschlüssig rätseln die Werftarbeiter, warum die hübsche Frau an meiner Seite solche Drecksarbeit mitmacht. Ich bin stolz, auch wenn ich mich frage, ob man reich wäre, wenn man all das machen lassen könnte. Neben Aqua, auf der wir wohnen dürfen, legt die 100 Millionen Yacht Quinta Essentia an und versperrt uns den Blick auf Rovinj. Ein Heer von Schiffsjungen poliert sofort jedes Geländer. Ich freue mich auf die Freiheit, demnächst nicht mehr auf Marinas angewiesen zu sein. Wirklicher Reichtum ist wernn man weis, dass man genug hat, sagt Peter. Danke dass wir auf Eurem schönen Schiff diese Woche wohnen dürfen. So sparen wir viel Geld , weil wir nicht die Werft beauftragen. Und wir können selbst erfahren , wie sich Coppercoat verarbeiten lässt.

Freitag, 4. Mai 2012

Kanada wir kommen

... warum ich so viel über Technik, Technik etc...  schreibe in letzter Zeit, werde ich gefragt, wo es doch "bald los geht". Wie es uns denn geht..?  Ich gebe zu, dass ich mich ein wenig verstecke, denn es ist leichter, Technik zu testen, als Persönliches zu schreiben. Da es nun gemeinsam noch mal für eine Woche nach Kroatien geht, um dem Unterwasserschiff einen schönen Kupferanstrich (Coppercoat) zu verpassen, werde ich kaum zum Schreiben kommen. Denn es geht Schlag auf Schlag.
Wir haben die VISAS für die Einwanderung nach Kanada bekommen. Das bedeutet, dass wir nicht ins Ungewisse aufbrechen, sondern sozusagen "nach Hause" segeln. Wir werden nicht als Touries auf der anderen Seite des Atlantiks ankommen, sondern als Kanadier. Das klingt verrückt. Ist es auch. Es bedeutet, dass wir vorher zum Monatsende für eine Woche nach Kanada fliegen, einreisen. Und davor noch Hochzeit feiern auf der Green Duck in Wissmar und Abitur von unserer Jüngsten. Die Welt dreht sich gerade etwas schneller....  Ich komme kaum noch mit, und deshalb nicht zum Schreiben. Dabei gibt es Einiges, das mich sehr bewegt. Z.B. die Tatsache, dass ich mit zwei Gesichtern meine Vergangenheit betrachte. Ich bin dankbar, dass jetzt alles so kommt, wenngleich zu früh - wie immer, wenn etwas wahr wird, das man lange geträumt hat. Ich bin froh, dass es nun los geht, wo die ganze Kulturwelt in Deutschland den Bach runter geht - die Welt, für die ich bislang gelebt und hart gearbeitet hatte. Ein Orchester nach dem anderen stirbt ab, heute steht in der Zeitung hier.....  dass selbst die großen Häuser Bonn, Köln, Düsseldorf, Duisburg, alles was Rang und Namen hat - mit dem Rücken zur Wand stehen. Und mein Orchester kämpft ums Überleben. Ich könnte mit dem Gefühl nicht mehr leben, dass Kultur in NRW nicht mehr gewünscht ist. Jedenfalls klassische Musik, Oper und Theater. Ich bin tief traurig darüber, dass z.B. eine Petition der Remscheider Orchesterfreunde nötig ist, um den Politikern zu zeigen, dass es doch eine Gegenbewegung gibt. Tragt euch hier ..... ein, wenn ihr mithelfen wollt. Und doch ist es ein Gefühl von Ohnmacht gegenüber dem politischen Willen der Staatsmacht, das ich nicht mehr aushalte, mich deshalb auf den Weg mache. Ich bin gespannt, was in das Vakuum hinein strömt, das entsteht, wenn Kultur auf der Strecke bleibt. Den Blick nach vorne gerichtet schaffe ich es, mich davon nicht herunter ziehen zu lassen. Ich bin sehr sehr dankbar, dass es für uns einen Silberstreif am Horizont gibt, den wir mit vielen Menschen teilen können. LICHT und Sonne statt dunkler Orchestergräben und verstaubter Requisiten. Nein, wir sind nicht einfach weg. Wir werden zwischen den Welten leben und nie kann ich meine Herkunft vergessen oder verleugnen. Und die Musik, für die ich gelebt hatte, nehme ich mit im Herzen, wie manches andere auch. Es sind Abschiede, insbesondere von Menschen, worüber ich (noch nicht) schreiben kann. Wir haben auch beschlossen, keine Leinen - Los - Party zu veranstalten. Wer uns sehen will, kann uns an Bord erleben, unsere Freude, unsere leuchtenden Augen. Das ist besser, als jetzt die Ringe unter den Augen bei einem letzten Blick nach hinten. Also auf zu neuen Ufern. Keine Angst.

Glück gehabt

Ich bin unendlich dankbar, dass wir ein iSatPro für die große Fahrt bekommen haben, ohne es selber bezahlen zu müssen. Wir sind mit Ausrüstungskosten jetzt am Limit und sehr sehr dankbar, dass wir  nur noch die Prepaid Einheiten (500 Minuten = 350 Euro) kaufen müssen. Der Datendownload funktioniert prima. Auch hat es damit funktioniert, kleine Datenmengen vom Bonito oder Wetterwelt Server herunter zu laden. (50 KB ca. 8 Min. incl. Aufbau der Verbindung zum Satelliten, also 5,60 Euro). Der Verbindungsaufbau dauert länger als bei Iridium (und ist mit zu bezahlen), ist dann aber stabiler als beim Iridium. Ferner funktioniert der Email-Versand direkt vom Telefon reibungslos, ebenso SMS auf Mobilfunk (Zumindest EPLUS und Telekom ausprobiert) . Das iSatPro kann direkt Positionsmeldungen auf das Inmarsat von Ludger und Christel senden, damit wir uns wiederfinden, wenn eine windige Nacht uns mal auseinander getrieben haben sollte. Auch das Telefonieren im selben Netz miteinander ist erheblich preiswerter. Details dazu findet ihr in diesem Vergleich.....
Ob es wahr ist, dass bei Sturm und starkem Seegang die Verbindung zum geostationären Inmarsat-Satelliten nicht mehr so stabil sein soll, wie zu den tiefer fliegenden, erdumkreisenden Iridium Satelliten, wird ein Test demnächst in der PALSTEK erläutern. Wir haben glücklicherweise mit Schräglage auf dem Kat nicht so viel zu tun, wie auf Einrumpf-Schiffen. Trotzdem hat Inmarsat das Wackeln der Antenne nicht so gerne. Da würde dann nur eine ext. Antenne helfen, die aber teurer ist, als das iSatPro Telefon selber.
Eine Lösung müssen wir auch noch finden für die Tatsache, dass Inmarsat auf US Hoheitsgebiet nicht funktioniert. Diese Sperrzone reicht leider ziemlich weit bis zu unserem Ziel Kanada herüber, wie man auf der Karte unten sehen kann. Für dieses Gebiet werden wir dann noch einen Postpaid Kartenvertrag abschließen müssen, der demnächst auf 40 USD/Monat angehoben wird und ca. 1,28 USD pro Einheit, also ziemlich teuer verglichen mit Prepaid z.Zeit. Diese Info ist für alle interessant, die sich jetzt noch mit Prepaid Gesprächszeit für die Langfahrt eindecken wollen: auch diese Preise steigen ab 1. Juni, und die Gültigkeit der Einheiten wird nicht mehr erst nach 2 Jahren verfallen, sondern deutlich früher. Mehr hat Inmarsat allerdings noch nicht angekündigt, ausser die Erhöhung um ca. 30%. Achtung jedoch, die Prepaid-Einheiten sind nicht von jedem Anbieter in jedem Telefon verwendbar oder aufladbar. Es hängt vom Provider ab, ob Otelsat oder SATCOM usw. Übrigens erhöht auch Inmarsat. Die Grundverträge ebenfalls auf 40 USD/Monat.
Puerto Rico und die Virgins Islands sind für Inmarsat ausgeschlossen, immerhin fast 200 SM nord wie süd und 100 Sm nord und westl. Ausdehnung

Mittwoch, 25. April 2012

Bonito Meteocom6 im Vergleich mit Wetterwelt und Zygrib getestet

Das Wichtigste beim Segeln ist neben dem Vergnügen das Wetter.  Wenn man die erforderlichen Infos oder Gribfiles mit dem Satelliten-Telefon laden muss draußen auf dem Meer, dann sind 10 oder gar 50 Kb mehr oder weniger ziemlich entscheident, welche Software oder welchen Dienst man wählt. Es ist ein sehr emotional diskutiertes Thema, wo man die genauesten Daten am schnellsten und kostengünstigsten bekommt. Ich wollte es jetzt genau wissen und habe eine Testreihe durchgezogen, die mir Klarheit verschafft hat.
Vorweg: ich habe z.Zt. Jahres Abos bei beiden Anbietern Bonito und Wetterwelt und nehme keine Rücksicht darauf, dass ich den RadioJet von Bonito als ausgezeichneten Kurzwellenempfänger gern empfehle und verkaufe, aber auch von Wetterwelt die SMS drei Tage Vorhersage-Törnberatung auf das Satphone buchen werde für unsere Atlantik-Überauerung (3 SMS = vier Einheiten für 4 Euro bei Einkauf von 30 Einheiten für 30 Euro, also drei Tage eine individuelle, positionsabhängige 3-Tage Vorhersage drei Wochen lang über den Atlantik.  Und der Empfang auf dem Satphone kostet nichts bei SMS).
Aber nun zum Test:
Ich habe ein möglichst großes Gebiet herunter geladen, damit es keine Ungenauigkeit im einstelligen Kilobyte-Bereich gibt, also den ganzen Nordatlantik von 10N bis 50N und -81E bis -7E.  Das ist die Karibik bis Neufundland und Kapverden bis England, grob gesagt. Diesen Bereich erfasste auch die Wetterwelt Datei "Atlantic_N_gesamt_CruisPlus_10_120h_20120425_0953.zip" Dazu muss ich gleich erklären: Wetterwelt bietet nicht die Option, ein Vorhersagegebiet individuell mit Mausrahmen auszuwählen, sondern hat vorgepackte Gebiete, die allerdings die meisten Seglerwünsche nach größeren wie kleineren Vorhersagegebieten erfüllen. Teilweise stehen sogar unterschiedliche Auflösungen von 0.5 ° oder 1 ° zum Download bereit. Die zu buchenden Software-Pakete sind sehr unterschiedlich teuer, so dass ich sie hier nicht vergleichen möchte. Bei Bonito ist die ganze Welt in der Software enthalten, bei Wetterwelt muss man lauter Teilkarten einzeln kaufen, oder ein ganzes Weltumsegler-Paket mit den wichtigsten Karten. Der Preis für ein Jahr Download - Lizenz ist  bei Bonito ca. 40 Euro günstiger, das spielt alles keine Rolle im vergleich zu den Gebühren, die der Download via Satphone kostet. Deshalb mein Test, wie groß denn nun die Dateien sind, insbesondere ob der kostenlose Anbieter Zygrib (der die NOAA-Daten vom US-Anbieter ausliest) wirklich so viel größere Datenpakete laden muss, als die kostenpflichtigen Mitbewerber. Ich habe der Vergleichbarkeit halber die Infos Windstärke, Windrichtung, Wellenhöhe, Wellenrichtung, Luft-Temperatur, Wolken und Regen sowie bei allen drei Quellen eine für Langfahrt-Segler vollkommen ausreichende 1° Auflösung gewählt. Für die Vorhersagezeiträume reichen die festen Wetterwelt Vorgaben von 6-Stunden Zeitsprüngen vollkommen aus, also im o.g. Beispiel 120h sind sozusagen 20 einzelne Vorhersagen enthalten. Mehr braucht kein Skipper. Es reicht vollkommen aus, auf dem Atlantik zu wissen, wie sich das Wetter um 6, 12, 18, 0 Uhr entwickeln wird. Und da stoße ich erstaunt auf die Tatsache, dass die Bonito-Software nur die höhere Auflösung von 3 Stunden-Schritten zulässt. Die sind ebenso fest voreingestellt wie die 1° Auflösung.  Ich muss diese Tatsache hinnehmen und bin sehr überrascht vom Ergebnis:
für die 6 Std. Schritte brauchte heute ab 25. April für 5 Tage Vorhersage Zygrib 959 Kb, Wetterwelt 531 Kb und Bonito 892 Kb. Wenn man bedenkt, dass Bonito in drei Stunden Schritten vorhersagt, müsste man für die beiden Mitbewerber die doppelte Datenmenge zum Vergleich nehmen. Bonito ist so gesehen knapper Testsieger. Aber mit einem dicken Fragezeichen: Sind die 3-Stunden Schritte wirklich nötig angesichts der hohen Iridium oder Inmarsat Daten-Gebühren? Für mich eindeutig nicht. Ich habe Denis Walter von Bonito den Vorschlag gemacht, zukünftig 6 Stunden Zeiträume voreinstellbar in die Software einzupflegen. Ich hoffe, bald von einem Update berichten zu können. Und was Zygrib (und übrigens auch UGrib) anbetrifft: "Kostenlos" hat via Satellit in diesem Fall seinen Preis. Nur wenn man die ohne Zweifel sehr schön frei einstellbare Größe des Vorhersagegebietes sehr klein wählt, kann man die Kosten mit etwas Geschick unter dem Strich ebenfalls reduzieren, wie es die kostenpflichtigen Anbieter mit einigem Aufwand auf Ihren Servern tun. Natürlich hat man dann ein kleineres Gebiet und kann die Entwicklung der Großwetterlage und heranziehenden Tiefs nicht so schön weiträumig sehen.

Fazit: zur Zeit hat Wetterwelt für Satelliten-Gebrauch die geringsten Download-Kosten, wenn man sich die gewünschten Vorhersagen als email schicken lässt und nicht zeitraubend auf dem Server die gewünschten Dateien auswählen muss, aber Bonito wäre klarer Favorit, wenn die Zeiträume auf 6 Stunden oder sogar 12 Stunden einstellbar wären.

Abschließend noch ein Hinweis: bei Zygrib steht je nach Auswahl der angehakten Infos (Wind, Welle, Temperatur etc) eine Zirka-Angabe, wie groß die zu ladende Datei erwartungsgemäß ist. Hier habe ich erhebliche Abweichungen im Test festgestellt zu der tatsächliche geladenen Größe. Bei den o.g. Einstellungen prognostizierte Zygryb 651 Kb, tatsächlich war die Zip-Datei nach dem Download aber 959 Kb groß. Also aufpassen, es kann erheblich teurer mit dem Satphone werden, als man meint. Insbesondere, wenn dann die Verbindung abbricht und man noch mal neu laden muss...
Abschließend noch eine Hinweis, den ich für eine präzise Wiedergabe der Testreihe noch erwähnen will: die Bonito Software lässt die Einstellung der Vorhersage Gebietsgröße nur in 10° Schritten zu, wenn man sie im (grauen) Background-Server Fenster einstellt. Im (blauen) Viewer Fenster hingegen ist nur eine gröbere Einstellung in den vorgegebenen 20° Rastern möglich. Um ins Background-Fenster zu kommen, muss die Software MeteoCom mit Dongle gestartet sein (Der Viewer funktioniert glücklicherweise auch ohne Dongle) Es wäre wünschenswert, wenn hier zumindest die 10 Grad-Schritte in beiden Fenstern (auch im blauen button COR Benutzer definiert) gleich, besser noch feiner einstellbar wären. Wer z.B. die Adria vorauswählen möchte, muss unnütz auch die Daten bis Deutschland, Spanien, Slowakei mit herunter laden. Aber zugegeben: in der Adria wird man dafür nicht das Satphone benutzen. Wenn ich hingegen einen Vorhersageraum von den Kanaren zu den Kap Verden wählen möchte, muss ich 251 Kb laden für 5 Tage Vorhersage. Das ist mir zu viel, kann ich doch (sogar mit vergleichbaren 3 Std. Schritten genau wie bei Bonito) dieses Gebiet bei Zygrib mit nur 137 Kb. erfassen. Hier stimmte die real geladene Dateigröße übrigens fast auf 5 Kb mit der vorher geschätzten Größe überein.

Sonntag, 22. April 2012

Polarlicht in der Ionosphäre, ohne die Wellen nicht zurück gebrochen würden auf die Erde
Man kann das Leben kaputt denken, sich abkapseln in einen Kokon und brüten und warten und spinnen und hoffen auf die Metamorphose, die vielleicht nie kommt.

Ich erlebe gerade den Irrsinn, das alles in jenen Tag kulminiert, wo man aufbricht und in "See sticht":  Ein komisches Wort, das ins Herz sticht. Ich mache mir die gleichen Gedanken wie ein alter Mensch, ob noch dieser oder jener Gegenstand bis zu dem Tag hält, der Telefonakku noch durchhält, ob mein Klappbett noch die Tage übersteht, das Auto usw.  Das hat etwas von der Einbahnstraße, dem Irrsinn, dem alte Menschen oft aufgesessen sind, wenn sie wie hypnotisiert auf ihre letzte Reise starren, sich kein Auto mehr kaufen, weil es sie vielleicht überleben könnte, alles keinen "Sinn mehr macht". Ich bin wirklich glücklich darüber, dass mein Vater sich gerade einen schönen iMac gekauft hat. Lohnt es sich noch, ein Bäumchen zu pflanzen? Ja. Meine Frau lebt mir das täglich vor. Sie ist zwar auch aufgeregt vor unserer großen Reise, aber sie lebt jetzt und hier in unserem Wald, als würde es immer so bleiben. Meine Seele ist schon auf dem Meer, fühlt sich aber nicht wohl, ist zerrissen zwischen dem Jetzt, und dem Wissen, dass ich von vielem Abschied nehmen werde und muss. Um etwas Neues in die Hand zu nehmen, muss ich altes loslassen. Es ist mir alles klar, aber das Herz hängt an dem alten, während die Seele los will. Ich will meinen Frieden finden, Einheit von Herz und Seele, Menschen ihr eigenes Leben leben lassen, sie und mich in Ruhe lassen. Ich verstehe immer weniger den Antrieb, aus dem Menschen um mich herum leben oder auch nicht leben. Und oft weiß ich nicht, aus welchem Antrieb heraus ich das jetzt alles tue. Es ist nicht nur Neugier, es ist auch eine kleine Flucht nach vorne, weg vor der Angst vor Leere, in die ich stürzen würde, wenn ich nur irgendwo im Eckchen sitze und denke und schreibe (weil ich keine Musik mehr spielen kann und will), euch schreibe, Wellen in den Äther sende in der Hoffnung, sie würden auf Antennen treffen, die in der richtigen Länge in Resonanz mit den Wellen meine empfangen können und vielleicht Antworten zurück senden. Aber ich will gleichzeitig nicht mehr diese Intensität, diese anstrengende Tiefe von Antworten auf die brennenden Fragen. Ich schreibe hier niemandem direkt, sondern ziellos den Voyeuren dieses Blogs, die vielleicht selber auf der Suche sind, hier zwischen den technischen, materiellen Dingen sich ein wenig in demjenigen wieder finden, der sich gerade aufmacht, weg aus dem Gewohnten, ins Unbekannte aufbricht, auf der Suche zu sich und seiner Beziehung zur Welt, zur Liebsten. Das ist alles, was nach einem aufgabenreichen Leben übrig bleibt, die Beziehung zu dem oder den Menschen, und die Liebe, die man gibt und die man vielleicht nehmen darf. Es macht mich immer wieder unruhig, dass ich weglaufe, wegfahre, meine Antennen so weit vom Land wegbringe, dass sie nur noch (Meeres)rauschen empfangen. Seltsame Parallelen zu den letzten Tagen, in denen ich mich bis auf den Grund mit Kurzwellenempfang auseinander gesetzt habe. Es ist Anachronismus in dieser Welt von Internet und email, wieder einen 24 m langen Draht auf dem Dach zu spannen, und wie ein kleines Kind zu staunen, dass man da deutsch gesprochene Kommentare aus China hören kann, die nicht im (zensierten) Internet zu finden sind. Und Wetter Hieroglyphen aufzufangen, die die Software anschließend zu verständlichen Wetterkarten umbauen kann. Ich hörte tagelang nicht mehr die Vögel zwitschern, sondern nur noch diese Faxtöne, RTTY-Signale. Wenn da draußen auf dem Atlantik der Satelliten-Datenempfang mit nur 2400 Baud uns in die Steinzeit zurück katapultiert, der Empfang von 80 Kb ein paar Euro kostet, besinnt mann sich auf die gute alte Kurzwelle. Und das ist eine Welt für sich. Ein Haufen Unerklärliches, Ringkerne, Mantelwellen, Abschirmung und ja, sogar eine Seele im abgeschirmten Kabel. Es gibt da männliche Stecker und weibliche Buchsen. So viel menschliche Begriffe für die Hardware.  Jeder Funker schwört auf seine eigenen, selbstgebauten Antennen. Und wenn die am Sonntag morgen losziehen irgendwo auf einen Berg, ihr kleines Empfangswunder aus dem Rucksack nehmen und in den Äther lauschen, hat das etwas von einer heiligen Zeremonie, mit der da unten im Tal in den Kirchen die Menschen ebenso auf eine Antwort aus dem gleichen All bitten.
Ach ja, es ist Sonntag heute. Ich werde jetzt meinen Schreibtisch von Aktivantennen, Drähten, Kabeln und den kleinen Wunderboxen (WIBE, Radiojet, Comar) endlich befreien,  alles in Kisten und Koffer verstauen, und dann erst wieder auf dem Schiff lauschen, was da ankommt, vielleicht gelegentlich auch aus einer Funkrunde in der Karibik, wo es sogar deutsche ("Sauerkraut"-)Runden morgens und abends gibt. Vielleicht ist eine gute Info mal dabei. Aber was ist schon interessant ausser dem Wetter. Wo das Bier billig ist, wo wer beklaut wurde?  Für mich ist vielleicht gar nichts dabei...  ausser dem Wetter... 

Freitag, 20. April 2012

Flaggenalphabet

 Haben wir eigentlich alle wichtigen Flaggen an Bord?  Ok, die gelbe Q-Flagge ist natürlich vorhanden, aber was bedeuten doch noch diese komischen Flaggen? Wo sind die Bändchen zum Befestigen... Wenn ihr es nicht mehr wisst, schaut unten auf der Tafel nach. Die A,-F und W Flagge werd ich noch besorgen. An Gastlandflaggen fehlt noch Montenegro und Albanien.
Vielleicht hat jemand von euch noch was übrig :-)



Freitag, 13. April 2012

Kurzwellenempfänger RadioJET von Bonito

Für 599,- Euro Kurzwelle in Spitzentechnologie
Ich habe in Kroatien 4 Wochen lang den neuen Kurzwellen Empfänger von Bonito , den RADIOJET 1102S ausprobiert. Vorweg gesagt: ich bin so begeistert, dass wir nun den Vertrieb für Kanada übernehmen. Wenn (wie vom Hersteller angekündigt) in Kürze der Dongel noch entfällt, dann passt die Philsophie ganz in unser Konzept: So wenig wie möglich, so viel wie nötig.
In der heutigen Zeit ist eine Kurzwellen-Anlage nur noch sinnvoll, wenn man aktiv funken möchte, an den KW-Funkrunden teilnehmen will, sowie email über Pactor versenden will. Dies erfordert aber eine Installation für insgesamt rund 6000 Euro und monatl. Gebühren für die Einspeisung der Daten von Kurzwelle ins Internet. Wer über Kurzwelle nur Wetterdaten (Bodendruck-Karten, Wetterfaxe, RTTY, Navtex empfangen möchte, und Funkrunden vielleicht nur mithören möchte, ansonsten den email-Verkehr über Satelliten-Telefonie abwickelt, der ist mit diesem kleinen techn. Wunder bestens bedient. Selbst die Amateurfunker bestellen reihenweise dieses Kästchen, weil die Empfindlichkeit einzigartig ist.
Der RadioJet 1102S verbindet innovative Architektur mit den Vorzügen der modernen Computertechnik. Der Frequenzbereich reicht von 0,04MHz bis 30 MHz bei einer exzellenten Empfindlichkeit von 0.03µVolt auf einem -137dBm Rauschflur mit einer sensationellen Auflösung von 144dB bei 24kHz Abtastrate (und Kaskadierung der ADCs).
Im Moment die konsequenteste Anwendung der modernen Radiotechnik.
Das Herzstück dieses IF-Receivers (ZF-Empfängers) ist seine mitgelieferte Software. Diese ermöglicht erst die verschiedenen Anwendungen. Im RadioJet ist ein IF-Input-Device eingebaut, wodurch sich das Gerät wie ein externes USB- Audio Aufnahmegerät verhält und ein problemloser Anschluss, ohne komplizierte Treiberinstallation gewährleistet ist. Einfach einstecken und die mitgelieferte Software installieren … fertig – Einfach Plug and Play
Der Empfänger wird mit Software ausgeliefert, die folgende Features enthält:
Wiedergabe und Aufnahme von Sendungen in USB, LSB, CW, AM, FM und DRM. Alle Filter sind vollständig variabel und können auch per Equalizer von Hand gezeichnete Welligkeit und Notches haben. S-Meter- und Spektrumswiedergabe haben messtechnisch hochgenaue dBm- Skalierung und sind kalibrierbar.

meteojet_box
Komplettpaket für 1199,-
Ich habe das komplette Bonito MeteoJet Paket getestet.
Dieses Paket beinhaltet die Software MeteoCom 6 Marine Edition, den neuen Bonito MeteoJet Empfänger und die notwendigen Kabelverbindungen. Diese Software/Hardware Kombination zeichnet sich durch problemlose Inbetriebnahme aus und bietet zusätzlich ein Jahr Zugang zu allen für Segler wichtigen Wetterdaten von Internet-Server. Das Signal des Kurzwellen-Empfängers wird direkt im Computer mit der Bonito Software verarbeitet. Durch direkte ZF-Decodierung werden Wetterfax, Navtex und RTTY in dieser Kombination in viel besserer Qualität decodiert, als bei herkömmlichen SSB-Radios üblich. Teure Filter, Anzeigen und Schalter sind beim Einsatz an Bord überhaupt nicht  Gegenstand einer Überlegung.  Kleinste Abmaße und beliebige Unterbringung, sowie geringer Stromverbrauch sind viel mehr gefragt. An Bord zählen ausschließlich Funktionalität, Zuverlässigkeit und geringe Kosten. Die Steuerung zum Beispiel wurde  komplett in MeteoCom 6 integriert und erfolgt direkt über die USB-Schnittstelle. Durch das ebenfalls integrierte Zeitmanagement ist ein vollautomatisierter Betrieb möglich, der auf Wunsch sogar Ihren Computer ausschaltet.
359,- Euro incl. Stromversorgung über Antennenkabel
Sie können das Gerät versteckt im Boot einbauen. Vom Gerät  kommt nur 1 USB-Kabel zum Computer, die das Gerät auch gleich mit Strom versorgt. Eine extra Stromversorgung entfällt somit. Zwischen 40 kHz und 30 MHz kann der Empfang mit 1 Hz Genauigkeit abgestimmt werden.  Mit diesem  Paket erhält man eine eine Lösung, die geeignet ist, weltweit Wetternachrichten vollautomatisch im Hintergrund zu empfangen. Nur eine Kurzwellen-Antenne ist noch notwendig. Da reichen aber einfach ein 12m Kupfer (Klingel-)Draht, den man an einem Fall in den Mast hochzieht, oder eine komfortablere Aktiv-Antenne wie z.B. die 1 Meter lange, wasserdichte BCL1KA mit einem Empfangsbereich von 10kHz bis 110 MHz. Somit deckt die Antenne sowohl den Kurzwellen- als auch den UKW-Bereich ab. Ich habe auch gute Erfahrung gemacht mit der
ca. 109 Euro mit 12V
Aktiv-Antenne 20kHz-60(160)MHz ADDX-AT-5
von Charly Hardt, die ich hier auf unserem Antennen-Mast montiert habe.

Technische Daten:
Bonito MeteoJet Receiver
EmpfängertypIF-Receiver
Frequenzbereich40 kHz - 30 MHz
Abstimmungsgenauigkeit 1 Hz
Modulationsarten AM, LSB, USB, CW, DRM,
Dynamikbereich~96.32 dB
Empfindlichkeit 0,03µV
Trennschärfe regelbar zwischen 100 und 15000 Hz
Antennenanschluss50 Ohm BNC
PC-Anschluss und Treiber InstallationUSB 2.0 selbst installierend mit HID- und Audio-Interface
Arbeitsstrommax. 220mA vom Computer gespeist < per USB-Port >
Größe / Gewicht 112 x 103 x 31mm / 0.22kg

Donnerstag, 12. April 2012

Seeventile Rotguss oder Marelon?

Das sieht nicht so gut aus...
Da das Schiff nun eine Weile an Land liegt, habe ich beschlossen, alle Seeventile vorsichtshalber auszutauschen. Einige sahen doch stark korrodiert aus. Vielleicht würde neu eindichten auch schon helfen, aber da die Sicherheit entscheident davon abhängt, ob das Boot schwimmt, also dicht ist und nicht voll Wasser läuft, ist die Entscheidung eigentlich klar. 
Aber welche Ventile sind zu empfehlen?   
Rotguss
Rotguss - hoher Kupferantei - geht aus Korrosionsschutzgründen bei Stahl- und Alubooten nicht, sind aber für GFK empfohlen und seewasserbeständig. Oder nimmt man V4A Ventile. Die Werkstoffnummer 1.4571 stellt einen Chrom-Nickel-Titan legierten Edelstahl dar, der sehr salzwasser- und säurebeständig ist. Preislich sind diese Ventile auch nicht teurer als Gute aus Marelon. Hierzu liest man allerdings, dass Kunststoff im UW-Bereich nicht zu empfehlen ist, da nach ein paar Jahren die Weichmacher heraus diffundiert sind schnell spröde werden. Andere schwören auf Marelon. 
Was habt ihr für Erfahrungen?

Eindichten der Gewinde mit Loctite....  ?




Mittwoch, 11. April 2012

ARC 2012 ausgebucht

Wer noch mit der ARC über den Atlantik segeln will, muss bereits auf die Warteliste. Die Teilnehmer-Zahl ist seit ein paar Jahren auf 230 Yachten beschränkt. 260 sind jetzt für den 25. Nov. eingeschrieben, so früh wie nie zuvor. Mit 23 Katamaranen sind wieder fast so viele Mehrrumpf-Boote dabei wie im Rekordjahr 2011 (29 Katamarane)

Wir werden wie geplant eine Woche vor der ARC zusammen mit Ludger und Christel (Lagoon 380 GREEN DUCK) starten , zu viert mit Thomas und Enrico an Bord unserer Lagoon 380 LIZA.

Abschied

Es ist schon ein unbeschreibliches Gefühl: 2009 lag LIZA (Pfeil) hier noch alleine, dann haben wir letztes Jahr die Lagoon AQUA von Barcelona nach Rovinj geholt und daneben gelegt. Es war eine wunderbare Zeit, und es ist schon Wehmut dabei, diese zur dritten Heimat gewordene Marina in Istrien zu verlassen. Peter wird hier noch schöne Zeiten verbringen und ich bin sicher, dass wir uns irgendwo an Bord wiedersehen, vielleicht sogar beide Schiffe noch einmal nebeneinander liegen werden. Wir haben uns gegenseitig auf den Weg gebracht, viel voneinander gelernt und werden uns nicht aus den Augen verlieren, wie jeder seinen Traum verwirklicht.



Bis Juli wird LIZA nun an Land in der Bucht oben hinter der Kirche bei Nauticar warten und die letzten Arbeiten werden Monika und ich Anfang Juli gemeinsam ausführen.


Verschiedenes zusammengefasst


Das neue Caribe-Dingi hängt sonnengeschützt unter den Solar-Panels

Die Facnor SD 200 Fockrolle haben wir erneuert

Ludgers selbst gedrehte neue Umlenkrollen am Fockschot-Schlitten, die härteren aussen.

alle Navigationslampen wurden gegen LED ausgetauscht.


Der Antennenmast um aktiven Radarreflektor, akt. UKW-Antenne und AIS-Antenne erweitert



in allen 4 Kojen gibt es eine USB Ladesteckdose (ausschaltbar, weil sie auch inaktiv etwas Strom verbraucht)
Gurte zum Lagern des Kajaks zwischen Heck und den Solar-Panels

Hier sieht man das Kajak links neben den Solar-Panels

Sonnensegel als Klimaanlage

Monikas selbst genähte Sonnensegel haben sich bewährt und alle Anforderungen erfüllt.
Wir wollten einen größeren und einen kleineren Sonnenschutz den Gegebenheiten flexibel anpassen können, also variabel den Trampolin-Liegeplatz beschatten (wo meistens ein angenehmer Wind geht) oder auch die Panorama-Fenster des Salons.


Der Sonnenschutz sollte im Wind nicht schlagen bzw. auch bei stärkerem Wind stehen bleiben können vor Anker.

Nach einem karibischen Platzregen soll er schnell wieder trocknen und nicht schimmeln. Eine oft diskutierte Folie als Regensammler haben wir verworfen,  da die Biopartikel aus der Luft im gesammelten Regenwasser den Trinkwassertank schnell zum Verderben bringen würden.
Das Materieal des Sonnensegels sollte winddurchlässig sein und keinen Hitzestau darunter erzeugen wie z.B. ein Markisen-Stoff.

Die Lösung ist ein ganz feinmaschiges Mesh-Gewebe, das ca. 80% der UV-Strahlung abhält, und über die zum Mast gespannten Fock-Schoten ausgerollt wird. In der Mitte wurde der Rand mit Rollo-Band verstärkt, und am Ende eine Lasche zur Aufnahme von Segellatten genäht. Diese werden mit jeweils 2 Gummibändern und Edelstahl-Haken zur Reling hin abgespannt.


Bei Bedarf kann eins der Sonnensegel auch in der Plicht am Heck verwendet werden, um seitlich unter dem Bimini-Dach aufgespannt für Schatten zu sorgen, dabei aber gleichzeitig den Wind noch durchzulassen.




Dienstag, 10. April 2012

Trampolin Netz neu

Ja, den Post hatten wir letztes Jahr schon mal, aber das Netz hatte nicht lang gehalten. Daher habe ich gesucht, bis ich den Hersteller der original Lagoon Netze herausgefunden habe. Und dann lange verhandelt, um die Händler-Legitimierung dort zu bekommen. Das bedeutete einen erheblichen Preisvorteil.
Die Montage des Netzes ist nicht ganz einfach, eine französische Anleitung wurde von Enrico wochenlang vor der Montage schon durchgearbeitet und Spannzangen gekauft.  So haben Thomas und Enrico hinbekommen, wofür Lgoon extra einen Mann als Netzspanner eingestellt hat. Mit einigen Blasen an meinen Händen habe ich dann ein paar Tage später die Spannung hinbekommen, die ein sehr komfortables Liegen und übrigens ohne Knoten im Rücken (wie bei vielen anderen Herstellern ) ermöglicht. Erst jetzt merke ich, wie wichtig sicheres Gehen (ohne Rutschgefahr wie auf Mesh-Netzen) und Arbeiten beim Ankern und Parasailor-Setzen da vorne ist.

Ebenfalls neu und hier sichtbar vorne die Facnor SD 200 Rolle und (nicht sichtbar oben) dazugehörig die C46 Rolle zum Aufwickeln der Fock. Beide waren mir nicht mehr 100% vertrauenswürdig. Das Austauschen bedeutete den Mast mit allen verfügbaren Fallen nach vorne abzuspannen, damit das Vorstag aufgeschraubt werden konnte.