Donnerstag, 23. Juni 2011

Naturwunder

Ich fahre durch die Nacht  zu den Liparischen Inseln, mit Kurs auf die Insel Vulkano, wo wir morgen bei Sonnenaufgang ankommen werden. Was ich gerade erlebe gehört zu den schönsten Naturwundern, die ich jemals gesehen habe. Über mir ein sternklarer Himmel mit unzählbaren Milchstraßen und unter mir ein eben solches Schauspiel von Glitzern, Leuchten, von Millionen von Algen erzeugt im 25 Grad warmen Wasser. Ich kann es nicht in Worte fassen, es ist schöner als jede mit goldenen Mosaiken verzierte Kirchenkuppel, und jetzt begleiten mich noch Delphine, springen neben mir in der mondlosen Nacht, deutlich im Sternenlicht erkennbar. Unter Wasser ziehen sie eine Leuchtspur hinter sich her wie Feenstaub. Mir stehen die Tränen in den Augen. Ich möchte es euch allen zeigen, aber ich bin allein, kann nur dem Himmel danken. Ich bin so glücklich, mein Gott wie schön ist die Erde. Jetzt denkt bitte nicht, ich übertreibe hier. Es ist noch viel schöner, als ich es beschreiben oder in Worten nicht (mit)teilen kann. Habt den Mut, es selber zu erleben, die Angst vor der Nacht überwinden und nur tausende Meter Wasser unter sich auf einer kleinen schwimmenden Insel. Das Leben ist kurz, zumindest die Zeit in Freiheit für solche Abenteuer. Ich wusste nicht, was ich erleben würde, als ich mich aufmachte zu neuen Ufern. Heute morgen hab ich noch wieder gezweifelt, ob ich wirklich etwas sinnvolleres tun muss, als z.B. über den Atlantik zu segeln oder stundenlang durch diese Nacht. Warum immer weiter, immer wieder aufbrechen. Was will ich, wo gehör ich hin. Aber nun springen die Delfine und schnauben um mich herum, ich kann sie nicht mehr sehen, jedoch schnauben hören und sie fragen mich, warum ich eigentlich immer noch daran zweifle, ob das hier meine Welt ist. JA, und wenn ich meine Liebsten dabei haben darf gibt es keine Steigerung mehr!!  Doch, gerade bekomme ich erst einen Schrecken, was da plötzlich vor mir aufleuchtet, immer größer wird, wie ein angestrahltes Segel, aber nicht auf dem Radar zu sehen ist. Es wird so schnell größer, dass ich den Autopilot ausschalte, um drum herum zu fahren. Und dann wird die Sichel sichtbar vom Mond. Es ist alles so unwirklich, man muss sich kneifen, ob noch alle Sinne beisammen sind.

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